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Psychologie (Fach) / Studienbrief 3401 (Lektion)
Fernuni Hagen M1 Forschungsmethoden der Psychologie
Diese Lektion wurde von mary1983 erstellt.
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- Warum Methodenlehre in der Psychologie? - Alltagspsychologie ist fehlerbehaftet- Die wissenschaftliche Psychologie ist weniger fehlerbehaftet, weil sie bestimmte Methoden einsetzt, um psychische Fragen zu beantworten
- Die Fehler der Alltagspsychologie - Der alltagspsychologische Sprachgebrauch ist mehrdeutig und ungenau- Alltagspsychologische Fehler beim Wahrnehmen, Erinnern und Denken- Fehler beim Umgang mit Wahrscheinlichkeiten- Unzureichende Prüfung alltagspsychologischer Vermutungen: Stützung auf bisherige Erfahrungen etc
- Primacy- und Recency-Effekt (Urteilsverzerrung) Die zuletzt und zuerst dargebotene Information wird gut erinnert und beeinflusst deshalb das Gesamturteil
- Akteur-Beobachter-Fehler (acteur-observer-bias) Akteure "sehen" im gegebenen Kontext eher die Anforderung und die Charakteristika der Situation während die eigene Person aus dem Wahrnehmungsfokus zurücktritt. Bei Beobachtern umgekehrt (Attributionsfehler)
- Negativitätsbias Eigene Eigenschaften können zu Fehlern und Urteilsverzerrungen führen
- Pygmalion- oder Rosenthal-Effekt ....verursacht durch Suggestiv-Fragen: "Finden Sie nicht auch, wie viele unserer Mitarbeiter, dass der Stress zugenommen hat?"
- Was die Psychologie als Wissenschaft anders macht? - Unterschied besteht nicht im "was", sondern im "wie", in der Methode der Erkenntnisgewinnung- Wissenschaftstheorie - wissenschaftliches Vorgehen, Methodologie - Analyse und Lehre von Methoden- Methoden als "Wege" zur Wissenschaft- Systematische Überprüfung, Weiterentwicklung der Theorien, Erhebung, Analyse und Interpretation von Erfahrungsdaten
- Welche Methoden setzt die Psychologie als Wissenschaft ein? - zur Erhebung von Daten: Beobachtung, Befragung, Tests - Untersuchungsdesigns: Experiment, Korrelationsstudie, Einzelfallstudie - zur Datenauswertung: beschreibende und schließende Statistik, Inhaltsanalyse
- Genaue Messung zur exakten Prüfung von Hypothesen → zentrale Voraussetzung→ im Nachhinein nicht möglichdaraus folgt: Falsifikation statt Verifikation
- Statistische Analysen - Deskriptive Statistik: Summarische Beschreibung;→ Arithmetisches Mittel (Durchschnitt)→ Streuungs- oder Dispersionsmaße (Zusammenfassender Wert)- Inferenzstatistik: Stichproben- Wahrscheinlichkeitstheorie (Schätzungen)- Interventionsmethoden: Erzielen bestimmter Wirkung
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- Zweck von wissenschaftlichen Methoden in Psychologie? - Neues Wissen- Wiederlegung und Beweise
- Epistemologie? ...befasst sich mit den Möglichkeiten des Wissens
- Naiv-empiristische Position ...geht davon aus, dass Naturgesetze durch genaue Beobachtung und rigeroses experimentieren "entdeckt" und der Natur "abgelauscht" werden
- Induktionsprinzip Ableitung von allgemeinen Sätzen aus einzelnen Beobachtungsaussagen werden spezifiziert
- Kritischer Rationalismus ....löst Probleme des naiven Empirismus - Theorien- Falsifikation
- Falsifikationsprinzip Popper Falsifikation lässt sich als zentrales Kriterium für gute Theorien in den empirischen Wissenschaften nutzen. Kritik: kann nur funktionieren, wenn Beobachtungsaussagen zutreffen
- Poppers Basissätze ...sind Beobachtungsaussagen, die eine fachgerechte Überprüfung zu bestimmten Entwicklungsstadien möglich machen
- Raffinierter Falsifikationismus Handelt über den Nachweis eines höheren empirischen Gehalt (Informationsgehalt) und eines höheren Grades der Bewährung im Vergleich zu anderen Theorien
- Thomas Kuhn: Die Kuhn´sche Phasenlehre 1. Prä- oder vorparadigmatische Phase (Protowissenschaft)- Suche nach Paradigma, Problemen und Lösungen2. Normale Wissenschaft: Paradigma bietet Lösungswege und Probleme3. Krise: Paradigma unbrauchbar, keine Aufrechterhaltung des Paradigmas4. Theorieanwärter: Suche nach neuen Theorien5. Wissenschaftliche Revolution6. Paradigma wird zur neuen Grundlage, bis eine andere Theorie entsteht
- Wissenschaftliche Begriffsbildung Die Bedeutung eines Begriffs setzt sich aus der Extension (Begriffsumfang) und der Intension (Begriffsinhalt) zusammen.
- Mehrdeutigkeit sprachlicher Zeichen ein-eindeutig: 1 Zeichen, 1 Bedeutungein-mehrdeutig: 1 Zeichen, mehrere Bedeutungenmehr-eindeutig: mehrere Zeichen, 1 Bedeutungmehr-mehrdeutig: mehrere Zeichen mit denselben jeweils mehreren Bedeutungen (problematisch)
- Unterschied Definition und Explikation Bei einer Definition wird einem neuen Zeichen eine bestimmte Bedeutung zugeordnet. Eine Explikation basiert auf einem bereits gebräuchlichen Zeichen
- Idealtypsicher Verlauf einer empirischen Untersuchung (7) 1) Wahl einer Forschungsfragestellung2) Theoretische Einbettung und Ableitung von Hypothesen3) Operationalisierung und Untersuchungsplanung4) Durchführung der Untersuchung und Datenerhebung5) Datenanalyse und Hypothesenprüfung6) Interpretation und Diskussion7) Präsentation und Publikation
- Wichtigste psychologische Datenbank für Literaturrecherche? PsycInfo PSYNDEX
- Operationalisierung? Festlegung von Beobachtungs- und Messvorschrfiten mit denen Indikatoren für hypothetische Konstrukte erfasst werden können
- Gustav Theodor Fechner 1860: Nachweis der Messbarkeit psychischer Phänomene
- 5 Skalenniveaus 1) Nominalskala2) Rangskala3) Intervallskala4) Verhältnisskala5) AbsolutskalaVon 1 nach 5 nimmt die Anzahl der zulässigen Transformationen ab und die Anzahl der möglichen mathematischen Operationen (Analysemöglichkeiten) zu.
- Messen Personen = "Objekte" physikalische Größen messbar und vergleichbar psychische Merkmale messbar aber nicht vergleichbar
- 3 zentrale messtheoretische Probleme - Represäntationsproblem- Eindeutigkeitsproblem- Bedeutsamkeitsproblem
- Nominalskala ordnet empirischen Objekt Zahlen gemäß Äquivalenzrelation zu. Gleichheit bzw. Ungleichheit von Objekten (ein-eindeutige Transformation möglich)- sinnvolle Statistik: Modus- größte Häufigkeit der Merkmalsausprägung
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- Ordinalskala - Zuordnung von Zahlen gemäß Ordnungsrelation- neben (Un-)Gleichheit eine Rangreihe (besser/schlechter)- Median
- Intervallskala - zwischen Zahlen besteht gleiche Differenz und (Un-)Gleichheit und Rangreihe- Bsp.: IQ-Skala, Rating-Skala- lineare Transformierbarkeit - parametrisches Verfahren
- Verhältnisskala Niveau durch sinnvollen Nullpunkt gesetzt alle statistischen Verfahren anwendbar
- Reliabilität Messgenauigkeit
- Gütekriterien des Messens und Testens - Objektivität- Reliabilität- Validität⌊ Inhaltsvalidität⌊ Kriteriumsvalidität⌊ prädiktive und prognostische Validität⌊ Konstruktvalidität
- Nebengütekriterien - Normierung oder Eichung des Tests- Testfairness- Testökonomie
- 10 Datenquellen und Erhebungstechniken 1) Biographische und Aktuardaten2) Verhaltensspuren3) Verhaltensbeobachtungs (reduktive Deskription)4) Verhaltensbeurteilung5) Ausdrucksverhalten (FACS)6) Interview7) Projektive Tests8) Objektive Tests9) Fragebögen10) Psychophysiologische Diagnostik
- Datenerhebung im Internet - Vorteile - Asynchronizität und Alokalität (zu jeder Zeit/Ort)- Flexibilität- Automatisierbarkeit (Bögen)- Objektivität- Dokumentierbarkeit- Ökonomie- höhere Repräsentation und Diversität
- Datenerhebung im Internet - Nachteile - höhere Abbruchquoten - wiederholte Teilnahme
- Experimentelle Untersuchungsdesigns Ziel: die Auswirkungen der unabhängigen Variable auf die abhängige Variable Standardmethode
- Varianten von Experimenten - Veränderungs- vs. Unterschiedshypothesen Prätest - Experiment - Posttest- Störvariablen (Lärm)- Randomisierung (Eliminierung von Störvariablen, Konstanthaltung - Zufallsgruppen bilden)- Parallelisierung (Matching)- Laborexperiment vs. Feldexperiment- Notation und Formalisierung- Mehrfaktorielle Experimente
- Reaktivitätseffekte - Placebo- Hawthorne-Effekt - man weiß, dass man geprüft wird- Versuchsleitererwartungseffekt - Pygmalion-Effekt
- Quasiexperiment ...gleich wie Experiment, aber ohne Randomisierung 1. gezielte Bildung von Gruppen2. Treatment komplexer; mehrere Komponenten, längere Zeitspanne3. Feldversuch, keine Randomisierung, kein Einfluss auf Störfaktoren interne Validität geringer
- Unterschied Evaluation vs. Evaluationsforschung Evaluation: systematische Beurteilung eines Objekts oder Vorgangs, insbesondere Qualitätsbeurteilung in jedem Bereich Evaluationsforschung: untersucht Zusammenhänge zwischen bestimmten Maßnahmen und erwarteten Effekten. Maßnahmen werden durchgeführt
- Moderatoreffekt ...liegt dann vor, wenn die Beziehung zwischen zwei Variablen von der Ausprägung einer dritten Variable abhängt. Moderator ↓Prädiktor_______________________→Kriterium
- Cross-lagged-panel-design Messung von 2 Variablen zu 2 verschiedenen Zeitpunkten
- Mittelwertsfalle Durchschnittseffekt ist in einer Gruppe höher, heißt aber nicht das das gesamte Gruppenergebnis besser geworden ist
- Idiographische Methoden - Repertory Grid Technik: zur Erfassung des Konstruktsystems einer Person - Q-Korrelation: Korrelation über mehrere Merkmale innerhalb einer Person
- Einzelfalldiagnostik - Merkmale qualitativer Methodologie - Offenheit- Kommunikativität- Erhebung in natürlichen Alltagssituationen- Interpretativität
- Vier Disziplinen der Differentiellen Psychologie nach William Stern (1911) - Variationsforschung: Wie variiert Intelligenz zwischen Studenten?- Korellationsforschung: Gibt es Zusammenhang zwischen Intelligenz und Studienerfolg?- Psychographie: Psychologische Analyse einer Person- Komparationsforschung: Vergleic von Studenten unterschiedlicher Studienfächer