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Waldbau (Fach) / Waldbau (Lektion)
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- Hiebssatz Holzmenge, die in einer bestimmten Zeitperiode nachhaltig gefällt werden darf
- Waldbausystem Konzept waldbaulicher Behandlung welchem man von der Begründung über die Pflege bis hin zur Nutzung folgt
- Hochwald Def: Waldbau dessen Bestände aus Samen oder Setzlingen ( Kernwüchse) entstanden ist. Erscheinungsformen:Schlagweiser Hochwald: Hieb und Verjüngung auf konzentrierten Flächen ( zb. Kahlschlag, Femelschlag, Schirmschlag) Plenterwald: Eingriffe auf der gesamten Fläche einzelbaumbezogen
- Niederwald Waldbau mit Wurzelstockbetrieb, dessen Bestände auf vegetative Weise begründet werden Niederwald wird in kurzen Umtriebszeiten kahlschlagartig geerntet. Der Erntehieb erfolgt im Winterhalbjahr, wenn Stock und Wurzelwerk gut mit Reservestoffen versorgt sind.
- Schneitelwald Kopfholznutzung, Astholznutzung und Laubnutzung zur Gewinnung von Laub und jungen Trieben für Viehfutter (besonders geeignet ist die Esche -- Fraxinus)
- Hutewald Zur Viehweide: parkartig locker und licht aus breitkronigen Eichen, Buchen, Ahornen, im Gebirge auch Fichten und Lärchen, grasbewachsen.
- Forstplantage Reinbestandswirtschaft; Verwendung von oft nicht heimischen Baumpopulationen, die durch Züchtung oder Gentechnik genetisch eingeengt sein können; intensive Bodenbearbeitung, oft mit Bewässerung; regelmäßige Verwendung mineralischer Dünger; prophylaktische Schädlingsbekämpfung mit Insektiziden, Herbiziden und anderen -ziden; kürzestmögliche Umtriebszeiten
- Plenterwald Form des Hochwaldes, einzelbaumweiser Hieb auf der gesamten Fläche, unregelmäßiger stufenweiser Aufbau, ökologisch stabil und produktiv, Nutzung der Bäume nicht nur nach Holzwert ( hiebsreif ) sondern auch nach sozialer Stellung und Wirkung auf seine Umgebung, also alle Altersklassen vorhanden, idealer Schutzwald, ganjähriche Holzernte, gute Wertholzleistung, erforder großes waldbauliches Können und kontinuierliches Handeln, Arbeiten auf der ganzen Fläche erfordert gute Erschließung, Umwandlung von Schlagwald in Plenterwald sehr schwierig
- Schlag Als Schlag bezeichnet man eine Fläche, auf der eine Hiebs- oder Verjüngungsmaßnahme in konzentrierter Form ausgeführt wird.
- Schlagweiser Hochwald Beim schlagweisen Hochwald wird der Wald in Schläge unterteilt, auf denen der Baumbestand besonders altersmäßig ziemlich einheitlich ist und auf denen waldbauliche Maßnahmen (Verjüngung, Pflege, Ästung, Durchforstungen usw.) isoliert voneinander stattfinden. In Deutschland sind 90% der Wälder schlagweise Hochwälder.
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- Schirmschlag Als Schirmschlag bezeichnet man die Verjüngung eines Bestandes unter dem durch Holzernte aufgelichteten Kronendach des Altbestandes. Von Schirmschlagbetrieb spricht man, wenn der Altbestand auf einer größeren Fläche ziemlich gleichmäßig aufgelichtet wird. Ziel des gleichmäßigen Schirmhiebes ist die Begründung eines neuen Bestandes unter dem Schirm eines mit jedem Eingriff lichter werdenden Altbestandes. Oft mit natürlicher Verjüngung.Schirmschlag fördert Reinbestände (Monokulturen). Ablaufphasen (Gesamtdauer 10 bis 30 Jahre): I = geschlossener AltbestandII = VorbereitungshiebIII = BesamungshiebIV = LichtungshiebV = RäumungshiebVI = Verjüngung Nachteile:Sturmwurfgefahr für Altholz in ersten Jahren nach der Schirmstellunghöhere Erntekosten, da Zuschläge für besondere Sorgfalt bei Hieb und Rücken gezahlt werden müssenin Mastjahren können nicht marktgerechte Mengen von Jungholz entstehen Vorteile: Schatten- und Halbschattenbäume können natürlich heranwachsendurch entsprechende Hiebsführung können auch Lichtbaumarten gefördert werdenMischbestände sind gut möglichNaturverjüngung und künstliche Verjüngung sind möglichbei guter Anlage einfache Erntebei Einhaltung längerer Überschirmungszeiträume können freigestellte Altbäume beachtliche Zuwächse aufweisen
- Femelschlag Femelschlag ist eine Form des Schirmschlages, bei der von Anfang an ungleichmäßig gruppen- und horstweise geerntet wird. Ziel sind Mischbestände aus Schattenbaumarten und Halbschattenbaumarten dadurch zu erreichen, daß den Baumarten mit langsamer Jugendentwicklung ein ausreichender Wuchsvorsprung gesichert wird. Hier leitet der Förster die Verjüngung ein, indem er natürlich angesamte und im Schatten harrende Jungwuchsgruppen freistellt und später diese Verjüngungszentren periodisch vergrößert. Die Jungwaldflächen dehnen sich alle paar Jahre weiter aus und zeigen einen typisch kegelförmigen Aufbau: Die Baumhöhen sind im älteren Zentrum am höchsten und fallen gegen den Rand hin ab. Nach Jahrzehnten fließen die verschiedenen Flächen zusammen; die Ablösung der Mutterbäume durch ihren Nachwuchs ist vollzogen. Durch die wechselnden ökologischen Bedingungen erhalten alle Baumarten des Altbestandes eine Chance. Fehlen einzelne standortsgerechte und vielversprechende Baumarten, so pflanzt sie der Förster nach. Der Förster fördert die bestgeformten Baumarten, indem er Raum zur Entwicklung ihrer Kronen schafft. Die Priorität liegt hier nicht so sehr bei der Erzeugung von viel, sondern von qualitativ hochwertigem Holz. Ablaufphasen: I = AltbestandII = Femelhieb zur Schaffung von Gruppenschirmstellungen für SchattenbaumartenIII = RändelungshiebeIV = weitere RändelungshiebeV = RäumungshiebeVI = Verjüngung
- Saumschlag Als Saum bezeichnet man den Randbereich zwischen einem angehauenen Altbestand und der anschließenden Freifläche bildet. Beim Saumschlag wird ein Bestand so angehauen, daß ein Saum entsteht. Die Form des Saums kann geradlinig, unregelmäßig gebuchtet oder keilförmig sein. Als Hiebverfahren kommen Kahlhieb, Schirmhieb oder Femelhieb in Frage. Eine differenziertere Regelung von Licht und Wärme erlaubt der Saumschlag. Das Altholz wird hier in Abständen von einigen Jahren Streifen um Streifen gefällt. Das Licht nimmt vom Waldesinnern gegen den äußeren Saum zu und bietet Bäumen mit verschiedensten ökologischen Ansprüchen Gelegenheit, sich anzusamen. Vorteile: sehr übersichtliche Schlag- und Waldordnunggleichmäßiger jährlicher HolzanfallBaumarten mit unterschiedlichen lichtökologischen Eigenheiten haben gute Chancengroße Kahlflächen werden vermiedenbei richtiger Wahl der Saumrichtung geringe SturmschlaggefahrNachteile: sehr schematisch, ästhetisch unbefriedigendbei größeren Bestandkomplexen sind sehr viele Anhiebslinien nötiggeringe Flexibilität gegenüber Fluktuationen des Holzmarktes oder in Notsituationen
- Kahlschlag "Ein Kahlschlag kommt dadurch zustande, daß auf einer gegebenen Fläche alle aufstockenden Bäume in einem oder wenigen einander in kurzen Intervallen folgenden Hieben entnommen werden. Dadurch geht der Waldcharakter auf der betroffenen Fläche verloren." Weltweit gesehen ist Kahlschlag die verbreitetste waldbauliche Betriebsform. Vorteile: große Mengen Holz fallen pro Flächeneinheit an deswegen lohnt es sich, Straßen und Wege anzulegen oder auszubauen und schwere Maschinen einzusetzen Hiebsordnung ist leicht einzuhalten Schlagabraum kann billig maschinell erfolgen Bodenbearbeitung vor Wiederaufforstung ist einfach Pflanzung und Saat können maschinell durchgeführt werden große Freiheit in Baumartenwahl Vorwald aus Pionierbaumarten ist nötigenfalls möglich obwohl künstliche Verjüngung die Regel ist, ist natürliche Verjüngung (Samenbaum-Methode) möglich Nachteile: die verbesserten Lebensbedingungen der zersetzenden Bodenorganismen führen bei durch Kahlschlag unterbrochener Zufuhr frischer Streu zu beschleunigtem Abbau der toten organischen Substanz mit unerwünschten Folgen, besonders für humusarme Böden Nährstoffkreislauf zwischen Boden und Bestand wird für Jahre entkoppelt, Nährelemente gehen verloren und führen zur Eutrophierung von Grundwasser und Vorflutern in geneigtem Gelände Erosion explosionsartige Entwicklung verjüngungshemmender Bodenvegetation eventuell Störung des Landschaftsbildes Einschränkung der Baumartenwahl: frost- und konkurrenzempfindliche Baumarten kann man auf Kahlflächen nur schwer anbauen
- Schlagabraum Als Schlagabraum bezeichnet man die Teile von Bäumen, die bei der Holzernte nicht verwertet werden und deshalb auf der Hiebfläche liegen bleiben. Einerseits haben Blätter, Nadeln, Feinreisig, Äste und Totholz große ökologische Bedeutung, andrerseits können sie die Verjüngung und Pflege hindern und sind auch eine mögliche Brutstätte für "Forstschädlinge".
- Vorbereitung der Verjüngungsflächen Die Vorbereitung der Verjüngungsflächen erfordert Entscheidungen und entsprechende Maßnahmen bezüglich Behandlung von Schlagabraum Behandlung von behindernder Bodenvegetation Standortverbesserung Gliederung der Verjüngungsflächen
- Standortverbesserung Aktivierung des Humus Düngung Bodenbearbeitung
- Bodenbearbeitung Beseitigung von Bodenverdichtungen Förderung der Naturverjüngung Ermöglichung von Saaten Verbesserung der Anwuchs- und Entwicklungsbedingungen bei Pflanzungen Mechanisierung und Rationalisierung der Pflanz- und Pflegearbeiten
- Natürliche Verjüngung Verjüngung durch Selbstaussamung oder vegetative Vermehrung Bei Verjüngung durch Selbstaussamung unterscheidet man: Anflug: bei flugfähigem Samen (z.B. Birke, Ahorn, Esche, Fichte, Kiefer) Aufschlag: bei nicht flugfähigem Samen (z.B. Buche, Eiche) Bei vegetativer Vermehrung unterscheidet man: Stockausschlag Wurzelbrut Vorteile: keine oder nur geringe Kosten z.B. für Bodenbearbeitung, Ergänzungspflanzung an Ort und Stelle gewachsene, örtlich erprobte Herkünfte, angepaßt an Standort und Klima Schirm des Mutterbestandes schützt die Verjüngung vor Frost und starker Sonneneinstrahlung der Waldboden ist nie den negativen Wirkungen eines Kahlschlages ausgesetzt kein Pflanzschock gleichmäßige Verjüngungen mit hoher Stammzahl bieten gute Auslesemöglichkeiten und führen zu Feinastigkeit Möglichkeit, Wildlinge (natürliche Setzlinge) zu gewinnen Nachteile: Baumartenwechsel ist nicht möglich Abhängigkeit von Fruchtbildung des Mutterbestandes, deshalb oft lange Verjüngungszeiträume ungleichmäßige Verjüngungen erfordern aufwendige Ergänzungspflanzungen hohe Anforderungen an die Schlagordnung und an die Ausbildung der Forstwirte und Rücker, damit bei der Holzernte keine Schäden an Verjüngung verursacht werden
- Kultur Durch Saat oder Pflanzung begründeter Jungbestand
- Vorwald Anbau von schnell wachsenden Pionierbaumarten (z.B. Birke, Espe, Erle, Lärche) auf Kahlflächen. Unter dem Schirm dieser Pioniere wird dann die meistens gegen extreme Kahlflächenbedingungen empfindliche Hauptbaumart eingebracht. Nach Erfüllung seiner Funktion wird der Vorwald allmählich entfernt
- Voranbau Pflanzen der (meistens langsamwüchsigen) Mischbaumarten des Hauptbestandes mehrere Jahre vor dem der Hauptbaumart. Der Voranbau erfolgt unter Schirm oder in Femellöchern und soll den Mischbaumarten einen Wuchsvorsprung sichern
- Unterbau Einbringen einer zweiten Bestandsschicht (z.B. Hainbuche, Linde, Rotbuche) unter einem älteren Bestand. Der Unterbau soll den Austrieb von Wasserreisern an alten Bäumen (z.B. Eichen) verhindern und das Wachstum der Bodenvegetation dämpfen
- Künstliche Verjüngung Verjüngung durch Saat oder Pflanzung
- Saat Saatverfahren: Voll- oder Breitsaat Streifen- oder Riefensaat Rillensaat Plätzesaat Einzelsaat Vorteile: Saat kommt der Naturverjüngung am nächsten rasche und kostengünstige Methode zur Ergänzung von Naturverjüngungen auf Fehlstellen höhere Flächenleistung und geringere Kosten als Pflanzung größere Stammzahl verringert die Ästigkeit, verbessert die natürliche Schaftreinigung und erleichtert die Auslese bei Jungbestandspflege Nachteile: abhängig von Samenjahren Saatgut kann bei Pflanzenanzucht in Baumschulen besser genutzt werden starke Abhängigkeit von Witterung: große Ausfälle vor allem bei Trockenheit und Frost dicht aufgegangene Saaten erfordern hohen Pflegeaufwand auf Freiflächen starke Konkurrenz durch Bodenvegetation, die häufig Bekämpfung notwendig macht
- Pflanzung Die Pflanzung kann nach verschiedensten Verfahren manuell oder maschinell erfolgen. Vorteile: Wechsel der Baumart möglich bei ungünstigen Ausgangsbedingungen anderen Verjüngungsverfahren überlegen unabhängig von Samenjahren schnelleres Überwinden der Jugendgefahren (z.B. Wildverbiß, Konkurrenzvegetation) ausgewähltes Pflanzenmaterial geringe Baumzahl und gute räumliche Verteilung vereinfachen Pflege Nachteile: kostenintensiv auf Freiflächen: ungeschützte Pflanzen Störung des Wurzelwerkaufbaus Bei der Pflanzung ist die Bestimmung des richtigen Pflanzverbandes wichtig, d.h. des Abstandes der Pflanzen in der Reihe und von Reihe zu Reihe. Pflanzt man zu weit, dann schließen sich die Bestände zu spät, und die Bäume werden sehr astig. Pflanzt man zu eng, entstehen unnötige Pflanzungs- und Pflegekosten. Laubbäume pflanzt man meist eng, da sie als Totastverlierer bei genügendem Dichtstand ihre Stämme selbst von tiefen Ästen reinigen. Nadelbäume als Totasterhalter pflanzt man in größeren Abständen.
- Pflegemaßnahmen Kultur- und Jungwuchspflege Läuterung Durchforstung Ästung Gestaltung von Waldrändern
- Kultur-und Jungwuchspflege Die Kultur- und Jungwuchspflege umfaßt: Begleitwuchsregulierung Behandlung von Sperrwüchsen Mischungsregulierung Behandlung von Schlinggewächsen Steilrandbekämpfung Beseitigung von Überdichten in Naturverjüngungen
- Begleitwuchsregulierung Unter Begleitwuchs (Begleitflora versteht man alle Waldpflanzen, die nicht dem Produktionsziel (meist Holzgewinnung) dienen und die Forstgehölze im Wachstum hindern können (z.B. Gräser, Farne, Kleinsträucher, Sträucher, bestimmte Baumarten). Man muß im Einzelfall genau beurteilen, ob positive, negative oder produktionszielneutrale Auswirkungen der Begleitflora vorwiegen. Vorteile: Schutz gegen: Überhitzung der Pflanzen Bodenaustrocknung Strahlungsfrost Erosion Wildverbiß (Ablenkungseffekt) Schaffung von Lebensraum für Tiere und Kleinlebewesen Nachteile: Erschwernisse bei der Bodenbearbeitung Verhinderung der Naturverjüngung Konkurrenz um Licht, Wasser, Nährstoffe günstiger Mäusebiotop Erhöhung der Brandgefahr Begleitwuchsregulierung kann erfolgen biologisch: Anbau von Kulturpflanzen (z.B. Kleemischungen, Lupine) mechanisch Bodenbearbeitung (z.B. flache Bearbeitung mit Hackmaschinen und Grubbern) Freischneiden (z.B. mit Sichel, Sense, motorgetriebenen Freischneidegeräten, Mulchgeräten) chemisch: Anwendung von Herbiziden
- Sperrwüchse Sperrwüchse sind schlecht veranlagte, vorwüchsige Bäume, die durch Vorsprung im Alter, durch stärkere Wüchsigkeit, durch bessere Lebensbedingungen als die Nachbarbäume, durch Grobastigkeit und unerwünschtes, starkes Wachstum entstehen. Bei Nadelbäumen nennt man Sperrwüchse Protzen, bei Laubbäumen Wölfe.
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- Läuterung Als Läuterung (Dickungspflege, Gestängepflege) bezeichnet man Pflegemaßnahmen in Jungbeständen ab 2 bis 3 m Oberhöhe bis zum Eintritt ins Stangenholzalter. Bei der Läuterung werden überflüssige, schlechtgeformte, kranke und schädliche Bestandesglieder entfernt. Man unterscheidet folgende Läuterungsarten: schematische Läuterung: dichte Bestände werden durch Entnahme einzelner Reihen (z.B. jeder dritten Pflanzreihe) oder durch streifenweise Baumentnahme aufgelockert. Der schematischen Läuterung fallen auch viele gute Bäume zum Opfer. In den Zwischenfeldern wird selektiv geläutert selektive Eingriffe: auf der ganzen Fläche wird individuell ausgelesen. Der Schwerpunkt kann liegen auf: Negativauslese Stammzahlreduzierung In der Läuterungsphase werden weiterhin Maßnahmen ergriffen zur Mischungsregulierung Gestaltung des Bestandesaufbaus
- Negativauslese Man fördert möglichst viele gute Stämme durch Entnahme der schlechten. Entnommen werden z.B.: Protzen Wölfe Zwiesel Reiber (zwischenständige Bäume, die durch Stammkontakt Rinden anderer Bäume beschädigen) Peitscher (schmalkronige Stämme, die durch die Bewegung ihrer Krone an anderen Bäumen Äste abbrechen und die Rinde der Kronen beschädigen) Kranke, wenn von ihnen ein Risiko ausgeht
- Durchforstung Als Durchforstung bezeichnet man Pflegemaßnahmen bei Stangenhölzern und geringen Baumhölzern, d.h. Bäumen mit einem Brusthöhendurchmesser (BHD) ab 8 cm. Sofern sie verwertbares Holz liefern, sind Durchforstungen Vornutzungen. Aufgabe der Durchforstung ist, die wertvollsten Bäume durch Entnahme ihrer Bedränger zu fördern und die Lichtverhältnisse für Zwischen- und Unterstand zu verbessern. Man unterscheidet Niederdurchforstung Hochdurchforstung gestaffelte Durchforstung Ziele: Lenkung des Zuwachses Steigerung der Massenleistung und der Wertleistung Mischungsregulierung Bodenpflege und Bestandesaufbau: Durchforstungen bewirken: erhöhte Sonneneinstrahlung Temperaturanstieg am Boden erhöhte Niederschlagsanteile am Boden Entwicklung von Bodenpflanzen verstärkte Aktivitäten der Bodenlebewesen und damit eine bessere Nährstoffumsetzung bessere Humusformen Zeitpunkt: Erstdurchforstung ab Bestandesoberhöhen von 10 bis 13 m, entspricht meist einem Bestandesalter von 30 bis 40 Jahren Wiederholung der Durchforstungen: bis zu Bestandesalter von ca. 70 Jahren: alle fünf Jahre ab Bestandesalter von ca.70 Jahren: alle zehn Jahre
- Stammklasseneinteilung (Kraft'sche Skala) 1 = vorherrschend 2 = mitherrschend 3 = gering mitherrschend 4 = beherrscht a = zwischenständig b = teilweise unterständig 5 = ganz unterständig a = lebensfähig b = absterbende, abgestorben
- Niederdurchforstung mäßige Niederdurchforstung: man entnimmt nur unter- und zwischenständige Stämme mit erheblichen Schaft- und Kronenfehlernstarke Niederdurchforstung: außer Eingriffen in den Unter- und Zwischenstand werden auch schlecht geformte Vorw üchse entnommen
- Hochdurchforstung Die besten herrschenden Bäume werden durch Entnahme der weniger guten in der herrschenden Schicht gefördert. Auslesedurchforstung: 200 bis 400 Zukunftsbäume werden als beste Wertträger des Bestandes durch Entnahme ihrer schärfsten Konkurrenten gezielt gefördert.
- Wuchsklasse Entsprechend ihres Entwicklungsstadiums werden Bestände in verschiedene Wuchsklassen eingeteil: Anwuchs, Jungwuchs, Dickung, Stangenholz, geringes/mittleres/starkes Baumholz
- Zielstärkennutzung Selektive Entnahme von Bäumen, die eine bestimmte, für einen speziellen Verwendungszweck notwendige Dimension und damit ihre individuelle Hiebsreife erreicht haben.
- Waldbauliche Entscheidungsprozess 1.Ermittlung der Zielsetzung des Waldbesitzers2. Ist-Analyse der Bestandessituation3. Variantenstudium4.Beratung des Waldbesitzers5.Umsetzung der ausgewählten Bewirtschaftungsvariante6. Kritische Betrachtung der Arbeitsergebnisse
- Waldbauliche Entscheidungsprozess 1.Ermittlung der Zielsetzung des Waldbesitzers2. Ist-Analyse der Bestandessituation3. Variantenstudium4.Beratung des Waldbesitzers5.Umsetzung der ausgewählten Bewirtschaftungsvariante6. Kritische Betrachtung der Arbeitsergebnisse
- Baumartenwahl Erfüllung der Funktion des WaldesArt und höhe der HolzproduktionDas finanzielle BetriebsergebnisÖkologische Integrität und Stabilität des WaldesLandschaftsbild
- Eiche langsamer Zuwachshohe Wertdifferenzierung des Holzeshoher WärmebedarfLicht-bis Halbschattenbaumartgeringe Ansprüche an Nährstoff und WassersturmfestAnfällig für Insektenwird meist künstlich verjüngtPfahlwurzlerEiche kommt wenn es der Buche zu nass oder zu trocken wird
- Buche mittlerer Wärmebedarf/WasseranspruchSchattenbaumartbreit Nährstoffamplitudewenig anfälligHerzwurzelsystem, intensive Bodenerschließungbegrenzende Faktoren: Überflutung,Vernässung,Spätfrost,Kälte,kurze VP
- Fichte Halbschattenbaumartgeringer Wärmebedarf/Nährstoffbedarfmittlerer WasseranspruchsäuretolerantSchattentoleranz nimmt mit Alter und Höhe abSenkerwurzelsystem, substratabhängiganfällig gegenüber: Sturm, Schnee, PilzeZuwachsprobleme in Trockenjahren
- Gemeine Waldkiefer konkurrenzschwach ---> weicht auf Sonderstandorte auszuwachsschwach, frühe Kulmination und starker Abfallgeringer Wärmebedarf/NährstoffbedarfLichtbaumarttrockenresistent/spätfrostresistensäuretolerantanfällig für Waldbrand und InsektenVerbreitung in fast allen Höhenlagenabiotisch stabil, biotisch anfälligerPfahlwurzelsystembenötigt großflächige verjüngungDegradation durch starke Streunutzung
- Struktur räumliche (horizontale, vertikale) Anordnung von Waldelementen
- Kompartimente in einem Waldökosystem Lichtkrone Schattenkrone Stammraum Bodennaher Raum Humusschichte Intensiver Wurzelraum extensiver Wurzelraum
- Bestand Fläche mit vergleichbarer Struktur, die ähnlich bewirtschaftet werden kann. (mind. 0,5 ha)
- Wie nennt man Bestandesteile die in Struktur und Komposition vom Rest abweichen? Streifen (breit:50x80m , schmal: 30x80m ), Horst(ø 70m), Gruppe(ø 30m), Trupp
- Kronenschlussgrad Räumdig: Lücke mehrere Kronen breit Licht: Lücke eine Krone breit Locker: lücke kleiner als Krone Geschlossen: Berührung der Zweigspitzen gedrängt: greifen tief ineinander