243

Nutztierwissenschaften II (Fach) / Fragenkatalog (Lektion)

40 + Seiten Fragenkatalog

Diese Lektion wurde von Pinsel erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Was beeinflusst den Phänotyp? - P = G + E- G = Genotyp- E = Umweltbedingungen
  • Nenne die Grundsätze zur Durchführung von Leistungsprüfungen! 1. Auswahl der Merkmale für die Leistungsprüfungen sollen nach züchterischen & wirtschaftlichen Gegebenheiten erfolgen- 2. Der für die Zuchtauslese gewählte Maßstab muss biologisch begründet sein- 3. Die LP’s sind so einzurichten, dass ihre Ergebnisse nach genetisch-statistischen Methoden ausgewertet werden können- 4. Die LP’s können sowohl in der züchterischen Praxis, als auch in Prüfungsanstalten durchgeführt werden- 5. Die LP’s sind auf dem wirtschaftlich optimalen Zuchterfolg abzustellen- 6. Die Durchführung der LP’s kann sowohl privat als auch durch öffentlich rechtliche & staatliche Einrichtungen erfolgen- 7. Die Bestimmungen für die Durchführung von LP’s sollen möglichst anpassungsfähig sein
  • 3) Nennen Sie die Ziele der Tierzucht - Tiere züchten, mit denen qualitativ hochwertige Nahrungsmittel effizient, ressourcenschonend & tiergerecht erzeugt werden können- Fortwährende Erzeugung von Nachkommen, die besser als die Tiere der Elterngeneration sind durch  ▪ Auswahl von Elterntieren, deren genetische Anlagen für wirtschaftlich  bedeutende Merkmale überlegen sind▪ Bevorzugten & breiten Einsatz dieser Tiere unter Nutzung biotechnischer Verfahren--> KB Rind: bis zu 100.000 Töchter je Bulle
  • Was gewährleisten Zuchtprogramme? Sie gewähleisten, dass die vorhandenen genetischen Ressourcen effizient & nachhaltig eingesetzt werden
  • Wodurch zeichnet sich die Tierzucht früher & heute aus? - Früher: Produktionskostensenkung Quantitätssteigerung- Heute: marktgerechte Produktion Qualitätssteigerung Image der Produktion----->Umweltbelastung------>Tierschutz
  • Durch wen begann die moderne Tierzucht? Robert Bakewell
  • Wodurch zeichnet die Moderne Tierzucht sich aus? - Formulierung des eindeutigen Zuchtziels- Auswahl- Prüfung der ersten Nachkommen, bevor ein Vatertier weiter zur Zucht verwendet wurde- Einengung des Zuchtziels durch Inzucht
  • Definiere Rasse! - Unter einer Rasse versteht man eine Gruppe von Haustieren, die aufgrund ihrer▪ Gemeinsamen Zuchtgeschichte▪ Ihres Aussehens▪ Bestimmter physiologischer Merkmale▪ Leistung….einander weitgehend gleichen
  • Wie können Rinderrassen entsprechend ihrer Nutzungseinrichtung eingeteilt werden? - Einrichtungsrind auf Milchleistung selektiert▪ Milchmenge: Holstein – Fresian▪ Fettgehalt: Jersey- Zweinutzungsrind▪ Fleisch-Milch-Rassen: Weiß-blau- Belgier▪ Milch-Fleisch-Rassen: Fleckvieh, Pingauer, Rotbunte- Einnutzungsrind auf Fleischleistung▪ Mastrassen: Beef Shorthorn , Angus▪ Fleischrassen: Charolais, Limousin
  • Nenne Schweinerassen & deren Besonderheiten! - Deutsche Landrasse (DLS): große Mastleistung als Mutterrasse reinerbig, stressstabil gutes Fleisch- Deutsches Edelschwein (DE): mittlerer Muskelfleischanteil & hohe Mastleistung- Piétrainschwein (Pi): sehr hohe Fleischleistung sehr stressstabil- Hampshire (Ha)- Duroc (Du) : mittlerer Muskelfleischanlage Gut für die Mast
  • Anzeige
  • Krezungszuchtverfahren: Was sind Gebrauchskreuzungen? - Diskontinuierliche Gebrauchskreuzungen▪ Kreuzungen aus 2 oder mehr Populationen▪ Produkt der letzten Kreuzung stellt Endprodukt dar▪ Kombination guter Leistungseigenschaften der Elternpopulationen ▪ Nutzung der Heterosis (Mastferkel sind robuster, weniger Abgänge während der Mast)
  • Nenne Vor- & Nachteile der Gebrauchskreuzungen Vorteile: großer (aber einmaliger) Zuchtfortschritt bei den Nachkommen- Nachteile: großer Aufwand für die Organisation & Sicherstellung der organisatorischen Abläufe
  • Nenne Kreuzungen in offenen Populationen! - Veredlungskreuzung- Kombinationskreuzung (synthetische Rassen)- Verdrängungskreuzungen
  • Was ist der Gesamtzuchtwert (RZG) ? - Auf das Zuchtziel ausgerichtet- Berücksichtigt alle wirtschaftlichen wichtigen Merkmale- Berücksichtigt die genetischen Beziehungen der Merkmale- Ausgerichtet auf die Maximierung des wirtschaftlichen Gesamtnutzens- Ausgerichtet auf die zukünftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
  • Definiere Population! - Populationen: bestehen aus Individuen, deren Zusammengehörigkeit in der Möglichkeit der Paarung besteht (Paarungsgemeinschaft).-->In der Praxis wird heute von Sorte, Rasse, Zuchtlinie gesprochen
  • definiere Genpool! Genpool: Gesamtheit der Erbanlagen aller Individuen einer Population
  • Definiere Genotyp! Genotyp: um die genetische Zusammensetzung einer Gruppe von Individuen zu beschreiben, braucht man ihren Genotyp & deren Anzahl in der Gruppe
  • Definiere Genfrequenz! Genfrequenz: relativer Anteil eines Gens (Allels) in der Population
  • Definiere Genotypfrequenz! Genotypfrequenz: relativer Anteil einzelner Genotypen (AiAj) in der Population
  • Was sind quantitative (polygene) Merkmale? - Quantitativ oder metrisch sind Merkmale, die von vielen Genorten beeinflusst werden- Dazu gehören alle wichtigen Leistungseigenschaften in der Tier- und Pflanzenproduktion- Metrische Merkmale zeigen eine kontinuierliche & phänotypische Verteilung in der Population, weil die genetischen Effekte der vielen Einzelgene auf den quantitativen Phänotyp klein sind & zusätzlich durch kontinuierliche Umwelteffekte überdeckt werden
  • Nenne ein Beispiel für quantitative Merkmale! -8 Loci mit 2 Allelen beeinflussen- Anzahl der Gameten: 28 = 256 Gameten- Anzahl der Genotypen: 38 = 6561 Genotypen
  • Was lässt sich zur Leistungsprüfung allgemein sagen? - Ziel ist die Ermittlung des Zuchtwertes- Am Ende der LP erfolgt die Zuchtwertschätzung- Allgemeiner Zuchtwert: nur additive Effekte- Spezieller Zuchtwert: Abweichungen von additiven Effekt der Gene- Indexzuchtwert: bei der Schätzung auf mehrere Leistungen- Bei allen wirtschaftlich wichtigen Nutztieren
  • Was wird bei der Leistungsprüfung geprüft? - Geprüft wird das Tier selbst - Oder: bei geschlechtsgebundenen Merkmalen verwandte Tiere (Eigenleistung Geschwister, Nachkommen, Eltern Halbgeschwister)
  • Nenne Beispiele für geschlechtsgebundene Merkmale! - Milchleistungsprüfung eines Bullens: Erfassung seiner Leistung über die Töchter- Fruchtbarkeit beim Zuchteber: Zuchtleistungsprüfung der Mutter Schwein: Zucht- & Fleischleistung- 1. Zuchtleistungsprüfung im Züchterstall: Bei allen Zuchtsauen▪ 1. Anzahl geborener Ferkel▪ 2. Anzahl aufgezogener Ferkel▪ 3. Ferkelgewichte
  • Erläutern Sie die Zuchtleistungsprüfung fürs Schwein genauer! 1. Anzahl der geborenen Ferkel : Anzahl der ovulierten Einer Zahl der befruchteten & implantierten Eier Einflüsse: Fütterung, Haltung, Alter der Sau, Zeitpunkt der Bedeckung in der Rausche, Eber WICHTIG: Zahl der lebend geborenen Ferkel- 2. Zahl der aufgezogenen Ferkel ( - 21 + 35 Tage)▪ Auskunft über Verlust & Muttereigenschaften▪ Ferkelverluste 12 – 15 %▪ Todgeburten 5 – 8%▪ Erdrückungsverluste 5 - 10 %▪ Verluste während der Säugeperiode 10 – 12 %- 3. Ferkelgewichte-->säugeleistung der Sau▪ Geburtsgewicht▪ Absetzgewicht
  • Woraus setzt sich die Fleischleistung vom Schwein zusammen? - Mastleistung → Zunahme- Schlachtkörperqualität → Fleischanteil → Fleischqualität
  • Was ist das Ziel einer Fleischleistungsprüfung? Ziel ist die Selektion des Jungebers für die Zucht (Besamungsstationen)
  • Welche dazugehörigen Prüfungen gibt es noch? - A) Eigenleistungsprüfung (ELP)▪ 1. Im Feld (Betrieb)▪ Auf der Prüfstation- B) Geschwisterprüfung auf Station
  • Beschreibe die ELP von Jungebern / Jungsauen im Feld (Betrieb - Ort: Zuchtbetrieb- Zeitpunkt: Kurz vor der Zuchtbewertung- Merkmale:▪ Lebenstagszunahme = (Gewicht am Wägetag)/ (Anzahl der Lebenstage)▪ Äußere Erscheinung ( 1 – 9 Punkte) unter Berücksichtigung der Rasse / des Alters▪ Ultraschall Rückenspeckdicke an 3 Messstellen
  • Welche Vor- und Nachteile gibt die ELP im Feld? Vorteile: große Anzahl geprüfter Tiere Prüfumwelt = Produktionsumwelt (keine genotypische Umweltinteraktion) kurzes Generationsintervall geringe Kosten- Nachteile: starke Umweltabhängigkeit schwierige UmweltkontrolleSäugeleistung der Sau6-->Geringe durchschnittliche Bestandsgröße..>Innerbetrieblicher Ebereinsatz--> Geringe Erblichkeit
  • Anzeige
  • Beschreibe die ELP von Jungebern / Jungsauen auf Station - Aufstallung in einer Prüfstation▪ Vergleichbare Umweltbedingungen▪ Prüfstation als neutraler Prüfort- Prüfabschnitt: 30 kg---> Gewichts- und zeitabhängig- Haltung: Gruppenhaltung- Fütterung: ad libitum- ALZ (= Ausschuss für Leistungsprüfungen & Zuchtwertfeststellung beim Schwein)- Gruppe mindestens 10 Tiere der selben Herkunft (Gewicht, Geschlecht,…)- Prüfungsabschnitt; Beginn bei 30 kg – letzter Wiegetag---> Gewichts- oder zeitabhängig----> Bei Eberschlachtung: Schlachtendgewicht: 85 kg- Merkmale: tägliche Zunahme & Futterverwertung im PrüfungsabschnittUltraschall Rückenspeckdicke
  • Nenne Vor- & Nachteile der ELP auf Station - Vorteile: standardisierte Umwelt zuverlässige Erfassung von - täglicher Zunahme: h² = 0,4 – 0,5 - Futterverwertung: h² = 0,3 – 0,5 standardisierte Erfassung der Konstitution--->Hoher Selektionserfolg ist zu erwarten- Nachteile: hohe Mastintensität (> 1000 g/Tag) nachteilige Wirkung auf : Fundament & Fruchtbarkeit höhere Verluste: 50 – 60 % Zuchttauglichkeit geringer Verkaufspreis der Eber hoher Anteil der Eber wird in die Ferkelerzeugung & nicht in die Herdenzuchtbetriebe verkauft----> Geringe züchterische Bedeutung
  • Was ist die sogenannte "Geschwisterprüfung"? - Prüfgruppe: 2 weibliche Tiere Piétrain oder Kastrate- Prüfungsabschnitt: 30 – 105 kg; Berechnung der Mastleistung- Ziel: Schlachtendgewicht, warm 85 kg- Fütterung: ad libitum mit pelletierten Futter--->Standardmastfutter (16 % Rohprotein)- Haltung: Gruppen- oder Einzelhaltung Temperatur 16 – 22 °C relative Luftfeuchte 60 – 70 % - Erfasste Merkmale: tägliche Zunahme, Futterverwertung, Alter bei Mastende, Mastendgewicht, Ausschlachtung (in %) , Rückenspeckdicke (Widerrist, Mitte, Lende), Fleischfläche, Fettfläche, Seitenspeckdicke
  • Erläutere die Ziele der Milchleistungsprüfung beim Rind! - Verbesserung der Betriebskontrolle (Managementhilfe)- Individuelle quantitative Erfassung der qualitätsbestimenden Inhaltsstoffe- Fütterung (Wiederkäuergerecht, umweltschonend, wirtschaftlich)- Gruppenbildung & leistungsgerechte Fütterung- Erkennen, Ausschöpfen der genetischen Leistungsvermögens- Selektion auf Leistung, Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, Eutergesundheit- Verbesserung von Milchqualität & Hygiene (Verbraucherschutz)- Erhaltung & Förderung der Tiergesundheit
  • Was versteht man unter der Steigerung des Zuchtfortschritts? - Leistungsfähigkeit der Gesamtpopulation- Grundlage der Zuchtwertschätzung & Selektion- Erfassung systematischer Umwelteffekte- Objektivität der Leistungserfassung
  • Was lässt sich zu Markttransparenz & agrarstatischen Daten sagen? - Grundlage Strukturverbesserungsmaßnahmen- Grundlage der Abschätzung der Wirtschaftlichkeit der tierischen Erzeugung- Bessere Vermarktung von Zucht- und Nutztieren durch Leistungsnachweis
  • Was wird als mittelbares Ziel betrachtet? - Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit- Exportsteigerung in den letzten Jahren- Zuständigkeit für die Durchführung der MLP- Landeskontrollverband, Milchprüfring- MLP – Organisation muss unabhängig sein- Milchinhaltsstoffbestimmung & Datenauswertung kann durch andere Organisation, Rechenstelle erfolgen
  • Wozu Zuchtwertschätzung (ZWS) ? - Züchten: Population gezielt verändern ( → abhängig vom Zuchtziel)- Zuchtwertschätzung hilft, genetische & Umwelteffekte zu trennen → für Zucht nur genetische Effekte interessant- Zuchtwertschöpfung ist ein Merkmal der Züchtung---> Je besser die Trennung von Genetik & Umwelt funktioniert, umso größer der Zuchtfortschritt!
  • Nenne die Ziele der ZWS! P = G + U→ P: messbare Komponente→ G: erbliche Komponente→ U: umweltbedingte Komponente- Ziel: Trennung zwischen angeborener bzw. vereinbarer Leistungsfähigkeit & umweltbedingter Leistung
  • Wie kann der Zuchtwert geschätzt werden? - Der Zuchtwert eines Individuums kann anhand seiner Eigenleistung oder des Mittels seiner Nachkommen aus zufälliger Anpaarung in der Population geschätzt werden
  • Was berücksichtigt die ZWS? - Genetische Faktoren→ h² genetische Korrelation, etc.- Ökonomische Faktoren→ je nach Rasse & Zuchtziel- Mittelwert = 100; 1. Standardabweichung = 20
  • Was ist BLUP? - Tiermodellzucht-Wertschätzung beim Schwein→ Verknüpfung der Daten aus Herdenbuch & LP- Merkmale: jeweils Tierzuchtwerte, Tageszunahme, Futterverwertung, Fleischanteil, LF in Kotelett
  • Nenne ein statistisches Modell! Pi = μ + gi + ei                       (Pi = Piétrain) → μ : Populationsmittel   gi : Effekt des i-ten Genotyps ei : für die auf diesen Genotyp eiwirkende Umwelteffekte
  • Welche Faktoren beeinflussen die Milchleistung? - Genetische Veranlagung (Rasse, Genotyp)- Zufällige Umweltfaktoren (subklinische Erkrankungen, individuell bevorzugte Behandlung)- Systematische Umweltfaktoren (Betrieb, Laktationsnummer, Kalberate, Kalbesaison, jährliche Zwischenkalbezeit, Laktationsdauer, Melkhäufigkeit)
  • Was versteht man unter Selektion? - Unter Selektion versteht man die Auswahl von Individuen oder Familien aufgrund bestimmter Eigenschaften
  • Was ist das Ziel der quantitativen Genetik? - Ziel ist es, die besten Tiere zu selektieren & auf diesen Zuchtfortschritte zu erzielen
  • Was versteht man unter Selektionsdifferenz (S) ? - Unter Selektionsdifferenz (S) versteht man die mittlere Leistungsüberlegenheit der selektierten Eltern gegenüber dem Mittel der gesamten Elternpopulation
  • Was versteht man unter Selektionserfolg (R) ? - Unter Selektionserfolg versteht man die durch die Selektion hervorgerufene mittlere Leistungssteigerung
  • Was ist die Heritabilität? - Erblichkeitsgrad- Anteil der additiv genetischen Varianz an der phänotypischen Varianz- Wichtigster Populationsparameter in der quantitativen Genetik- h² = Vg / Vp- gibt an wie stark ein Merkmal von der Genetik und der Umwelt beeinflusst wird- Maß der Stärke der Beziehung zwischen Phänotyp & Genotyp (Zuchtwert)- Prognose von Zuchtfortschritt- Relative Bedeutung von Eigenleistung & Verwandschaftsinformation zur Schätzung des Genotyps- Populationsspezifisch- Körpermaße: 0,3 – 0,8- Fruchtbarkeit < 0,1
  • Nennen Sie Zuchtziele beim Pferd - 1. Sportpferd → Reiteignung, Springveranlagung- 2. Exterieur- 3. Gesundheit