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Sozialpsychologie (Fach) / Vorurteile (Lektion)
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- Vorurteil meint die feindselige oder negative Einstellung gegenüber den Mitgliedern einer bestimmten Gruppe, und zwar allein aufgrund deren Zugehörigkeit zu dieser Gruppe
- 3 Komponenten von Einstellungen 1. affektive/emotionale Komponente 2. kognitive Komponente 3. Verhaltenskomponente Vorurteil: affektive/emotionale Komponente
- Stereotyp ist eine verallgemeinernde Annahme über eine Gruppe von Menschen, die praktisch all ihren Mitgliedern, unabhängig von tatsächlichen Unterschieden zwischen ihnen, bestimmte Eigenschaften zuschreibt einmal gebildet sind Stereotype, auch angesichts neuer Informationen, kaum veränderbar Stereotypisierung ist einer kognitiver Prozess, kein emotionaler Technik, um Sicht von der Welt zu vereinfachen Angesichts der begrenzten Fähigkeiten, Informationen zu verarbeiten, ist es vernünftig, dass wir Abkürzungen wählen und gewisse Faustregeln/Schemata übernehmen Stereotyp kann von Vorteil sein, aber auch unfair und potentiell schädlich
- Geschlechterstereotype fast überall gelten Frauen als fürsorglicher und weniger durchsetzungsfähig als Männer rollenabhängige Wahrnehmung, da Frau traditionell als Hausfrau gesehen wird, so dass sie aus diesem Grund als fürsorglicher gilt evolutionäre Sozialpsychologie: weibliches und männliches Verhalten unterscheidet sich genau in den Bereichen, in denen die Geschlechter sich unterschiedlichen Anpassungsproblemen gegenübersehen Geschlechterstereotype "stimmen" teilweise (d.h. Durchschnitt, großer Überschneidungsbereich, keine Aussage über Ursache) häufig aber auch nicht, mit weitereichenden Folgen (z.B. Fähigkeitsattributionen bei erfolgreichen Frauen/Männern, selbsterfüllende Prophezeiung)
- Diskriminierung ist eine ungerechtfertigte negative oder schädliche Verhaltensweise gegenüber einem Mitglied einer Gruppe allein wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe.
- Wie entstehen Vorurteile? biologische Erklärung Vorurteile angeblich angeboren, als Teil unseres biologischen Überlebensmechanismus, der uns dazu bringt, unsere Familie, unseren Stamm oder unsere Rasse zu bevorzugen und Außenseitern feindselig zu begegnen Besonderheiten von Vorurteilen müssen gelernt werden - selbst wenn Kinder die Vorurteile ihrer Eltern übernehmen, halten sie als Erwachsene nicht unbedingt an diesen fest - Kinder können zur Voreingenommenheit erzogen werden (Elliot, 1977, braun- vs. blauäugige Drittklässler)
- Fremdgruppenhomogenität meint die Wahrnehmung, dass Individuen der Fremdgruppe einander ähnlicher (homogener) sind, als dies tatsächlich der Fall ist, und auch untereinander eine größere Ähnlichkeit aufweisen, als die Mitglieder der Eigengruppe dies tun
- Eigengruppenbevorzugung - positive Gefühle, besondere Behandlung von Menschen, die zur Eigengruppe gehören - negative Gefühle und unfaire Behandlung Anderer/Fremdgruppe Tajfel (1982) identifiziert das Selbstwertgefühl als das wichtigste Motiv für die Eigengruppenbevorzugung - Mensch versucht, sein Selbstwertgefühl zu stärken, indem er sich mit bestimmten sozialen Gruppen identifiziert - minimal-group design: Bevorzugung (Mögen, Geldzuweisung, Leistungsbeurteilung) nach z.B. Münzwurf, Klee vs. Kandinsky
- Das Versagen der Logik & die Hartnäckigkeit von Stereotypen Menschen mit tief sitzenden Vorurteilen vom Gegenteil zu überzeugen, ist schwierig Warum ist das so? 1. Der emotionale Aspekt von Einstellungen macht es so schwierig, mit einem voreingenommenen Menschen zu diskutieren; mit logischen Argumenten kommt man nur schwer weiter 2. Einstellung hat Einfluss darauf, wie wir relevante Informationen gemäß der Ziele dieser Einstellung verarbeiten (Teil der sozialen Kognition) Wann immer sich ein Mitglied einer Gruppe so verhält, wie wir es erwarten, bestätigt und verstärkt dieses Verhalten unser Stereotyp (mehr Aufmerksamkeit, Wiederholen/Abrufen, Behalten) Stereotype lassen sich kaum verändern
- Automatische und Kontrollierte Verarbeitung von Stereotypen Devine (1989): alle Mitglieder einer Gesellschaft verfügen über ein gemeinsames Archiv von Stereotypen, selbst wenn sie nicht an diese glauben über einen automatischen Prozess hat man keine Kontrolle - Stereotypen werden unter bestimmten Umständen automatisch aktiviert - man kennt Stereotypen, und diese kommen einem einfach in den Sinn - Menschen, die nicht stark voreingenommen sind, können diese Prozesse besser unterdrücken
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- ultimativer Attributionsfehler die Neigung, dispositionale Attributionen bezüglich einer gesamten Gruppe von Menschen vorzunehmen.
- Bedrohung durch Stereotype meint die Angst von Mitgliedern einer Gruppe, ihr Verhalten könne ein kulturelles Stereotyp bestätigen
- Attributionsverzerrung Untersuchung von Bodenhausen und Wyer Studierende lasen fiktive Akten über Gefangene, bei denen eine Entlassung auf Bewährung in Erwägung gezogen wurde - manchmal entsprach die Straftat der allgemeinen Klischeevorstellung vom Angeklagten (z.B. Carlos Ramirez, Hispanoamerikaner, Körperverletzung; Ashley Chamberlaine, Angloamerikaner der Oberschicht, Unterschlagung), manchmal nicht Ergebnis: bei Übereinstimmung von Straftat mit Stereotyp Bedingungen für Entlassung strenger; Ignorieren von nichtkonformen Zusatzinformationen (z.B. gute Führung) Erklärung: bei stereotypenkonformem Verhalten Übersehen von situativen Verhaltensursachen
- selbsterfüllende Prophezeiung Mit einer solchen haben wir es zu tun, wenn Person A (1) eine Erwartung davon hat, wie eine andere Person B ist, die (2) das Verhalten gegenüber dieser Person B beeinflusst, was wiederum (3) Person B dazu veranlasst, sich auf eine Weise zu verhalten, die den ursprünglichen Erwartungen von Person A entspricht
- Dem Opfer die Schuld zuweisen meint die Neigung, Einzelnen die Schuld dafür zu geben (dispositionale Attributionen vorzunehmen), dass sie ungerecht behandelt werden, und zwar in der Regel aufgrund des eigenen Wunsches, die Welt als einen gerechten Ort sehen zu können "angemessenes Verhalten" einer Frau je nach Konsequenz (Vergewaltigung oder nicht) (Janoff-Bulman et al., 1985) Wagstaff (1982): 33 % der Befragten in einer englischen Umfrage gaben an, dass Opfer einer Vergewaltigung immer selbst schuld daran sind Menschen macht der Gedanke Angst, dass sie in einer Welt leben, in der man ohne eigenes Verschulden vergewaltigt oder diskriminiert werden kann
- Stereotypen entgegenwirken 1.Mitglieder einer stereotypisierten Gruppe mit erfolgreichen Vorbildern aus der eigenen Gruppe konfrontieren 2. sie daran erinnern, dass Fähigkeiten nichts Unveränderliches, sondern verbesserbar sind 3. sie darauf hinweisen, dass es normal ist, wenn Mitglieder stereotypisierter Gruppen Angst vor standardisierten Tests haben
- Theorie des realistischen Gruppenkonflikts meint die Vorstellung, dass begrenzte Ressourcen zu einem Konflikt zwischen Gruppen sowie zu vermehrten Vorurteilen und vermehrter Diskriminierung führen Voreingenommenheit nimmt zu, wenn die Lage angespannt ist und es Konflikte in Bezug auf Ziele gibt, die für beide Seiten erstrebenswert sind. es gibt historische Beispiele für Auf und Ab von Vorurteilen und Diskriminierung bestimmter Gruppen
- Sündenbockmechanismus meint die Neigung des Menschen, wenn er frustriert oder unglücklich ist, seine Aggressionen gegen Gruppen zu richten, die unbeliebt, leicht identifizierbar und relativ machtlos sind.
- Moderner Rassismus ist das Phänomen, sich nach Außen hin so zu verhalten, als habe man keine Vorurteile, obwohl man innerlich weiterhin an den vorurteilsbehafteten negativen Einstellungen festhält Menschen haben gelernt, ihre Vorurteile zu verbergen, um nicht als Rassist abgestempelt zu werden in Situationen, in denen sie sich sicher fühlen, kommen ihre Vorurteile zum Vorschein