33

Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Kapitel 5 (Lektion)

Persönliche Umwelt und Beziehungen

Diese Lektion wurde von Nadjaka erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Was unterscheidet Umwelt, Situation und Setting ? Was meint Situationsexposition ? Situation meint die aktuelle Umweltbedingung/Externe Einflüsse einer Person, die Erleben und Verhalten beeinflussen. Sie kann subjektiv unterschiedlich wahrgenommen werden. Setting meint die "objektive" Situation, die personenunabhängig von äußeren Beobachtern beschrieben wird. so wird zB nichts über die Beziehung zwischen zwei Personen ausgesagt wie Laura trifft ihre Freund sondern -> Laura trifft Max. Situationsexposition meint die Häufigkeit und Dauer, mit der eine Person einem bestimmten Situations-Typ ausgesetzt ist. Sie ist eine Eigenschaft von Person und Umwelt !
  • In der Studie von Gosling et al 2002 "Room with a cue" sollten Personen die Perskeit von Personen anhand von Zimmerfotos beurteilen. Wie hoch waren Beurteilerübereinstimmung und tatsächliche Korrelationen mit den Big Five ? Beurteilerübereinstimmung .5 Korr. mit Big 5 abhängig von der jeweiligen PKdimension: von .2 (Verträglichkeit) bis .62 für Offenheit/Kultur ! 
  • Sarason 1987: Wie korrelliert subj. Einsamkeit mit Zahl der Beziehungen, Zahl der unterstützend erlebten Beziehungen, Zufriedenheit der Unterstützung ? 1. -.28 2. -.53 3. -.63
  • Welche Messverfahren gibt es um die Situationsexposition einer Person zu erfassen ? 1. retrospektive Einschätzung (sehr unzuverlässig nach mehr als 1 Tag) 2. Piepser-Technik (regelmäßige zufällige reminder) 3. Logbuch (zB computergestützt Erfassung mit Programm COMES zur Erfassnug von Belastungsbewältigungsstilen) 4.Tagebuch (abends, strukturiert zB Tabellenform...) 5. Beobachtungsverfahren (Kindergarten, Lehrer, Partner, Eltern...)
  • Mit welcher Technik zur Erfassung von Umwelt kann man "Zeitanteile" erheben. Also prozentuale Anteile der Zeit in denen Person best. Menschen trifft oder Aktivitäten ausführt ? Mit der Pipser-technik (ca.6-10 zufällige Reminder)  -> vglweise viele Angaben pro Tag, Zeitnah daher reliabel und Repräsentativ (da randomisiert)
  • Was ist mit der "persönlichen Umwelt" eines Menschen gemeint ? Die persönlichen Umwelt meint diejenigen Situationsexpositionen, die stabil sind. Also von allen Situationen der Anteil, denen sie Person  regelmäßig (in etwa derselben Hkeit und Dauer) ausgesetzt ist. Die Stabilität der persönlichen Umwelt ist etwa so hoch wie die von PK-Eigenschaften !
  • Was versteht man unter "sozialer Beziehung" ? -zeitstabiles Merkmal einer Dyade: Beziehung zwischen zwei Bezugspersonen die jeweils einen wechselseitigen Einfluss aufeinander ausüben. Soziale Beziehungen sind jeweils charakterisiert ist durch: 1. Verhaltensebene: stabiles Interaktionsmuster 2. Kognitive Ebene: Beziehungsschemata (Selbstbild, Bild von der Bezugsperson, Interaktionsskript) 3. Beziehungsqualität 
  • Soziale Beziehungen sind unter anderem auf affektiver Ebene durch die Beziehungsqualität charakterisiert. Wovon hängt die Beziehungsqualität ab ? 1. Von der Perskeit beider Bezugspersonen  2. von ihrer Interaktionsgeschichte
  • Wieso lässt sich die Beziehungspsychologie nicht auf die Perskeitspsychologie reduzieren ? Weil Merkmale sozialer Beziehungen, wie beispw. die Beziehungsqualität nicht nur von den Perskeiten der Bezugspersonen abhängt sondern auch von der Interaktionsgeschichte. 
  • Was versteht man unter "sozialer Beziehung" ? Was ist ein Interaktionsskript ? -zeitstabiles Merkmal einer Dyade: Beziehung zwischen zwei Bezugspersonen die jeweils einen wechselseitigen Einfluss aufeinander ausüben. Soziale Beziehungen sind jeweils charakterisiert ist durch: 1. Verhaltensebene: stabiles Interaktionsmuster 2. Kognitive Ebene: Beziehungsschemata (Selbstbild, Bild von der Bezugsperson, Interaktionsskript= Eigene Sicht davon, was die typischen Interaktonsmuster sind) 3. Beziehungsqualität 
  • Anzeige
  • Was versteht man unter "Bindung" ? EIne Bindung ist eine Beziehung, die sehr eng ist und Sicherheit vermittelt.
  • Welchen Zweck erfüllt nach Bowlby das evolvierte Bindungssystem ? Das Kind sucht bei Gefahr die Nähe der Mutter, bzw. die Mutter spendet Sicherheit. -> Überlebensvorteil (ultmate Erklärung ohne proximaten Mechanismus)
  • Was versteht Bowlby unter innerem Arbeitsmodell ? Das innere Arbeitsmodell ist ein kognitives Schema von Beziehungen, dass Erwartungen an die Beziehung prägt.  Da sich das innere Arbeitsmodell in der Kindheit entwickelt und nach Bowlby nicht mehr verändert wird, ist es (laut der Theorie) der Grund warum Beziehungen im Kindesalter und im Erwachsenenalter ähnlich sind.
  • Auf wen geht der Fremde-Situations-test zurück ? Auf Ainsworth et al. Sie beobachteten 12-18 Monate alte Kinder (in Uganda und den USA) und identifizierten 3 Bindungsstile die operationalisiert werden können im "Fremde-Situations-Test. Ausschlaggebend ist in diesem Test das Verhalten des Kindes, wenn die Mutter das erste mal wieder zurückkommt.  Sicher-> keine Vermeidung der Mutter, Nähe suchend  Vermeidend -> Ignorieren/aktives vermeiden der Mutter Ängstlich-Ambivalent -> Annäherungs-vermeidungskonflikt gegü. Mutter Hinweis: Main fügte noch einen 4.Stil hinzu: desorganisiert-desorientiert
  • Auf wen geht der Fremde-Situations-test zurück ? Welche Befunde gibt es zu diesem Test ? Auf Ainsworth et al. Sie beobachteten 12-18 Monate alte Kinder (in Uganda und den USA) und identifizierten 3 Bindungsstile die operationalisiert werden können im "Fremde-Situations-Test. Ausschlaggebend ist in diesem Test das Verhalten des Kindes, wenn die Mutter das erste mal wieder zurückkommt.  Sicher-> keine Vermeidung der Mutter, Nähe suchend  Vermeidend -> Ignorieren/aktives vermeiden der Mutter Ängstlich-Ambivalent -> Annäherungs-vermeidungskonflikt gegü. Mutter Befunde:  -Untersuchungen zur mittelfristigen Stabilität (6 Monate) sind widersprüchlich. Bei Risikostichproben ist Stabilität geringer als in stabilen Familien -Wird der Fremde-Situations-test mit beiden Elternteilen gemacht, so ist der Bindungsstil nicht konsistent (lediglich die Form der Unsicherheit war mittelhoch Konsistent) => Bindungsstil ist kein reines Perskeitsmerkmal des Kindes sondern eines der sozialen Beziehung
  • Welche Korrelate konnten für Bindungsstil im Alter von 6-12 Monaten gefunden werden ? 1. sicherer Bindungsstil -> soziale Kompetenz bei Gleichaltrigen 2. vermeidend -> Aggressivität 3. ängstlich-ambivalent -> Schüchternheit, Ängstlichkeit
  • Welche Korrelate konnten für Bindungsstil im Alter von 6-12 Monaten gefunden werden ? Wo konnten maximal mäßige Korrelationen gefunden werden ? 1. sicherer Bindungsstil -> soziale Kompetenz bei Gleichaltrigen 2. vermeidend -> Aggressivität 3. ängstlich-ambivalent -> Schüchternheit, Ängstlichkeit 4. maximal mäßige Korrelationen mit Bindunsstil im Erwachsenenalter -> offenbar ändert sich das innere Arbeitsmodell noch deutlich im Verlauf der Entwicklung 
  • Mit welchen Verfahren werden Bindungsstile im Erwachsenenalter untersucht ? 1. Adult Attachment Scale: Erwachsene beschreiben ihre Bezihung zu den Eltern in der Kindheit durch Adjektive und sollen diese dann Belegen. Gemäß der zugrunde liegenden Abwehrtheorie werden positive aber nicht belegbare Bechreibungen als Ausdruck unsicherer Bindung interpretiert.  Das Verfahren ist sehr aufwändig (1-2 h Interview, 8 h Auswertung). Es zeigte sich eine hohe Kriteriumsvalidität des AAI-Bindungstyps mit Bindung des eigenen Kindes im alter von 12-18 Monaten 8 Metaanalyse ergab 68% Übereinstimmung) Die Validität ist auch für Adoptivkinder nicht geringer.  2. Selbstberichtete prototypische Bindungsstile
  • Wie ist die Methode der Selbstberichte prototypischer Bindungsstile zu bewerten ? Einerseits gibt es eine geringe bis völlig fehlende Übereinstimmung zwischen Partnern. Andererseits gibt es zahlreiche Belege für die Validität....? Validitätshinweise sind Beispielsweise: 1. Sicher gebundene Frauen suchen eher Hilfe beim Partner, sicher gebundene Männer offerieren eher Hilfe 2. Mikulincer et al. 1993 Soldaten im 1. Golfkrieg: sicher Gebundene -> mehr Suche nach Unterstützung -> weniger Angst und Depression. Ängstlich-ambivalent -> emotionsbezogene Bewältigung. Vermeidend -> defensive Bewältigungsversuche.
  • Was besagt die Stress-Puffer-Hypothese von Cohen&Wills ? Soziale Unterstützung fördert die Bewältigung von Belastung Wobei unterschiedliche Formen der Unterstützung in unterschiedlicher Weise mit Bewältigungserfolg zusammenhängen
  • Was besagt die Stress-Puffer-Hypothese von Cohen&Wills ? Soziale Unterstützung fördert die Bewältigung von Belastung Wobei unterschiedliche Formen der Unterstützung in unterschiedlicher Weise mit Bewältigungserfolg zusammenhängen
  • Was sind: Egozentrierte Netzwerke, Soziogramm und ein Soziometrischer Status ?  Das egozentrierte Netzwerk beschreibt den Beziehungsstatus einer Person durch eine Beziehungsmatrix. Sie bildet ab, wie eine Person ihre Beziehungen zu anderen Personen einschätzt. Merkmale des Beziehungsstatus sind mittelfristig weniger stabil als Perskeiteigenschaften. Soziogramme bilden Beziehungen zwischen Gruppenmitglieder mit Hilfe von Pfeilen in einer Grafik ab. Die soziometrische Struktur einer sozialen Gruppe kann für einzelne Gruppenmitglieder auf deren soziometrischen Status reduziert werden                                        -> 2 dimensionales Modell mit den Dimensionen Unbeliebtheit und Beliebtheit. Es lassen sich 4 Typen unterscheiden: beliebt, abgelehnt, ignoriert, kontrovers
  • Wie kann "soziale Unterstützung" erfolgen und welche Formen von Sozialer Unterstützung können unterschieden werden ? Soziale Unterstützung kann auf verschiedene Weise erfolgen: 1.     emotional(zB trösten) 2.     instrumentell (zB finanziell unterstützen) 3.     informationell (zB Ratschläge geben) Zu unterscheiden sind folgende 4 Formen: 1.     Unterstützungsressourcen (obj. Anzahl an positiven Beziehungen) 2.     Erhltene Unterstützung (selbsterklärend, objektive) 3.     Erfahrene Unterstützung (subjektiv wahrgenommene Unterstützung) 4.     Potentielle Unterstütung ( subjektive Erwartung Unterstützung zu bekommen) -> mehr ein Merkmal der perskeit, denn der Umwelt
  • Nicht immer ist Unterstützung hilfreich. Nenne 2 Studien hierzu ! Flor et al: Unterstützung durch den Partner bei Schmerzpatienten in Schmerzepisoden steigerte den Schmerz und begünstiigte Chronifizierung -> verstärkt schmerzen und senkt schmerzschwelle .. Gleason et al: Tagebuchstudie mit 300 Paaren, einer jeweils im Prüfungsstress. Unterstützung verstärkte die negative Stimmung ABER: Partnerschaftszufriedenheit stieg an. 
  • Welche Kriterien für eine "gute" Partnerschaft kann man heranziehen ? Welche Arten von Prädiktoren für Qualität der Partnerschaft gibt es ? 1. Stabilität (dyadisch), Zufriedenheit (individuell) 2. Die Persönlichkeit, die dyadische Passung der Persönlichkeit !
  • Was sind Risikofaktoren für eine unglückliche, instabile Partnerschaft ? Und was kann die negative Wirkung abschwächen ? 1. Neurotizismus, geringe verträglichkeit, geringe Gewissenhaftigkeit. Insbesondere der Neurotizismus beeinträchtigt Stabilität und Zufriedenheit 2. Ähnlichkeit in diesen Eigenschaften sowie ähnliche Beziehungswünsche und ähnliche Einstellungen wirken sich günstig aus.
  • Welche Kriterien für eine "gute" Partnerschaft kann man heranziehen ? Welche Arten von Prädiktoren für Qualität der Partnerschaft gibt es ? 1. Stabilität (dyadisch), Zufriedenheit (individuell) Messinstrumente für Zufriedenheit: Dyadic Adjustment Scale (DAS), Relationship Assessment Scale (RAS) 2. Die Persönlichkeit, die dyadische Passung der Persönlichkeit !
  • Wie könnte man soziale Unzterstützung durch eine Beziehungsmatrix erfassen ? Indem für jede Person verschiedene Facetten der Sozialen Unterstützung bewertet werden müssen -> keine Verzerrung,Reliabler, detailliertere Information emotionale Unterstützung, finanzielle/praktische Unterstützung, informationelle/ratgebende Unterstützung => Vorteil: Beurteilung erfolgt für jeweils eine konkrete Beziehungsperson
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Formen der sozialen Unterstützung und dem Bindungsstil der unterstützten Person ? Ja, ein Merkmal sicher gebundener Personen ist es, dass man sich sicher ist, Hilfe vom Beziehungspartner zu bekommen, selbst wenn er gerade nicht anwesend ist. (Siehe auch das Modell von Miculincer und Shaver)
  • Welches Kriterium kann man heranziehen um zu überprüfen ob man eine persönliche Beziehung zu jemandem hat mit dem man regelmäßig Kontakt hat. Frage: Ist das Interaktionsmuster persönlich geprägt ?
  • Anzeige
  • Beziehungsmatrix ? Matrix in der Zeilenweise für verschiedene Personen die Beziehung anhand verschiedener Parameter eingeschätzt wird (diese bilden die Spalten !) -> Name, Alter, Hkeit des Kontakts, Zufreiedenheit, Emotionale Nähe, Verliebtheit, Sex, Konflikt (zT auf Likertskala eingeschätzt)
  • Wie könnte man nachweisen, das Neurotizismus einen Effekt auf die Paarbeziehung hat der nicht nur auf der negativen Weltsicht des Neurotikers zurückgeht ? Es werden der Neurotizismus des einen Partners mit der Zufriedenheit des anderen Partners korrelliert wird. (Kreuzkorrdesign nicht ötig, wenn man annimmt das Neurotizismus zwischen Partnern unkorrelliert ist)
  • Geben sie für jede der 6 Methoden der Umwelterfassung eine Fragestellung an, für die die jeweilige Methode besonders gut geeignet ist hinsichtlich Validität und Ökonomie Retrospektion -> Stimmungen ? Abendliches Tagebuch -> Erfassen von Beziehungsnetzwerk, soziale Interaktionen und deren Qualität? Piepsetechnik-> Anteil der Tageszeit der mit bestimmten Aktivitäten verbract wird. Beobachtung -> Aggression/best. Aktivitäten von Kindern zB im Kindergarten Logbuch (direkt nach Abschluss des Verhaltens) -> Ernährungsverhalten