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Paradigmen der Pädagogischen Psychologie (Fach) / Social and Economic Cognition (Lektion)
Humanistische Führung
Diese Lektion wurde von FelixOskarGRI erstellt.
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- Definition Führung In der Psychologie wird Führung definiert als der »Prozess, durch den ein IndividuumGruppenmitglieder beeinflusst, sodass sie inspiriert sind, ein Ziel zu verfolgen,das die Führungsperson als wichtig identifiziert hat«
- Vier Konstrukte von Führung 1. Führung ist ein Prozess 2. Führung ist ein sozialer Prozess, bei dem ein Individuum versucht, eine oder mehrere andere Personen zu beeinflussen 3. Führung dient der Verfolgung und letztendlich der Erreichung eines Ziels > die Basis hierfür bilden zwei verschiedene, zentrale psychologische Prozesse: Identifikation von Zielen durch die Führungskraft Kommunikation dieser Ziele an die Mitarbeiter 4. Die Führungskraft soll inspirierend auf die Mitarbeiter wirken > Dieser vierteund letzte Bestandteil der Führungsdefi nition nach Haslam (2004) ist hinsichtlichseiner Umsetzung vermutlich der anspruchsvollste!
- Definition "Charisma" Unter einer charismatischen Führungskraft versteht man eine Person, die durchihr Charisma – also ihre persönliche positive Ausstrahlung – die von ihr geführtenPersonen dazu bringt, vorgegebene Ziele zu erreichen > die Inspiration, die von dieser Form der Führung ausgeht, wird auf die Wirkungder Persönlichkeit der Führungskraft zurückgeführt!
- Definition "transformationale Führung" Unter einer transformationalen Führungskraft versteht man dagegen eine Person, der es gelingt, das Selbst der geführten Personen so zu verändern bzw. zu transformieren, dass sie die Ziele der Führungskraft verinnerlichen und motiviert zu ihren eigenen Zielen machen!
- Risiko von Führung Eine große Gefahr, die sich hinter dieser Form der Führung verbirgt, besteht darin, dass sie ohne ein vorherrschendes, positives Wertesystem auch für unethische Ziele missbraucht werden kann Aus diesem Grund sind humanistische Werte einer Führungskraft eine unverzichtbare Voraussetzung, um zu verhindern, dass geführte Personen manipuliert werden und sich im Extremfall auf Befehl der Führungskraft hin unethisch oder unmenschlich verhalten!!
- Umsetzung von Führung i. S. von Zielerreichung & Problemlösung Drei Dinge wichtig 1. Man braucht ethikorientierte Führungspersonen, die sich der humanistischen Grundidee verpflichtet fühlen > verantwortlich für 2 Kulturen: Kultur von Exzellenz und Leistung Kultur von Menschenwürde
- Abgrenzung der humanistischen Führung Grundsätzlich wird der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Vorlieben und Eigenheiten in den Vordergrund der wissenschaftlichen Analyse gestellt Dabei ist das Konzept der humanistischen Führung in den zentralen Grundwerten des Humanismus und der Aufklärungsphilosophie verankert
- Humanistische Führung Grundannahme 1 Ausrichtung an den als universal für alle Menschen und Gesellschaften geltenden Menschenrechten.> Das bedeutet, dass ökonomische Ziele nicht zulasten humanitärer Ziele gehen dürfen! Die oberste Priorität einer humanistischen Führungskraft ist das Wohl ihrer Mitarbeiter. Erst an zweiter Stelle stehen ökonomische Ziele...
- Humanistische Führung Grundannahme 2 Die zweite zentrale Grundannahme des Konzepts der humanistischen Führungfordert, dass Führungskräfte wissen bzw. lernen, wie der Mensch »funktioniert« Erst das Wissen darüber, wie Mitarbeiter denken und was sie motiviert, macht es Führungskräften möglich, adäquat auf sie einzugehen
- Definition "Psychologie" Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Sie möchte das Erleben und Verhalten des Menschen beschreiben, erklären undvorhersagen. Das Erleben des Menschen wird zudem weiter unterteilt in Kognitionen und Emotionen
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- Kognitionen (bewusste) Gedanken
- Emotionen nicht notwendigerweise bewusstseinsfähig
- Verhalten umfasst alle an einem Menschen von außen beobachtbaren Handlungen
- Selbsterkenntnis Wenn eine Führungsperson ihre eigene Biografie (und damit die eigene Psychologie)kennt, fällt es ihr leichter, eigenes Erleben und Verhalten zu reflektieren, sowie das Verhalten der Mitarbeiter und deren Aussagen zu verstehen. Wer sich selbst nicht führen kann und sich selbst nicht versteht, kann auch andere nicht führen oder verstehen!!
- Basis humanistischer Führung Selbstreflexion und das damit verbundene Selbstmanagement der Führungskraft > richtiges Deuten des Verhaltens der Mitarbeiter
- erste wichtige Grundvoraussetzung für humanistische Führung Verständnis, wie Menschen lernen (Modelllernen nach Bandura) Lernen am Modell stellt in allen Lebensphasen eines Menschen ein zentrales Lernprinzip dar Genauso wie Eltern Vorbilder für ihre Kinder sind, stellen Führungskräfte Vorbilder für ihre Mitarbeiter dar!
- Kognitive Perspektivenübernahme Fähigkeit, Gedanken, Absichten und Motive einer Person nachvollziehen zu können
- Affektive Perspektivenübernahme Fähigkeit, die Gefühle einer anderen Person nachempfinden zu können wesentliche Voraussetzung für die Entstehung von Mitgefühl (Empathie)
- Gruppendenken (groupthink) Psychologischer Prozess, der die Qualität von Gruppenentscheidungen massiv beeinträchtigen kann. Besonders in Gruppen, die sich durch einen hohen Gruppenzusammenhalt auszeichnen,wird großer Wert auf konformes Verhalten und einheitliche Meinungen gelegt In Folge dessen wird die objektive Betrachtung entscheidungsrelevanter Faktoren bei Gruppenentscheidungen oftmals vernachlässigt! Anstatt kritisch und hinterfragend zu denken, passen die einzelnen Gruppenmitglieder ihreMeinungen an die Gruppenmeinung an!
- Urteilsheuristiken kognitive Faustregeln, die Personen anwenden, wenn sie Entscheidungen unter Unsicherheit treffen müssen. Die Nutzung solcher Heuristiken kann insbesondere auch die Qualität von Führungsentscheidungen beeinträchtigen!
- Expertenheuristik Ursache für Fehlentscheidungen Heuristiken helfen dabei, kognitive Energie zu sparen und bewähren sich in den meisten Fällen. Wäre dies nicht der Fall, hätten sie sich in der Evolution kognitiver Prozesse nicht durchsetzen können!
- Verfügbarkeitsheurisitik Bei dieser Form der Heuristik werden relevante vorausgegangene Begebenheiten aus dem Gedächtnis abgerufen. Die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des Ereignisses beruht dabei auf der Zugänglichkeit dieser Gedächtnisinhalte > Eine Person hält das Auftreten eines Ereignisses für wahrscheinlich, wenn ihr sehr leicht passende ähnliche Ereignisse einfallen > Kann sie sich dagegen nur an wenige vergleichbare Situationen erinnern, wird die Auftretenswahrscheinlichkeit entsprechend gering eingeschätzt Auch auf organisationaler Ebene birgt die Anwendung von Verfügbarkeitsheuristikengewisse Risiken!!
- Repräsentativitätsheuristik Menschen neigen dazu, die Verteilung bestimmter Merkmale in der Population zugunsten individueller Informationen zu vernachlässigen Konkret bedeutet dies, dass sich Personen stärker durch Einzelfallinformationen in ihrem Urteil beeinflussen lassen als durch Basisraten
- Ankerheuristik Der Begriff Ankerheuristik besagt, dass sich Personen bei der Urteilsbildung von einer bestimmten Information in ihrer Umgebung (einem Anker) leiten lassen Im Verlauf des Entscheidungsprozesses wird dieser Anker nur unzureichend adjustiert Aus diesem Grund ist das endgültige Urteil in Richtung des ursprünglichen Ankers verzerrt!!
- Selbstwertschutz & Selbstwerterhöhung Im Allgemeinen besitzen Personen vorteilhafte Überzeugungen ihres Selbst und schreiben sich systematisch mehr positive als negative Persönlichkeitseigenschaften zu (Taylor/Brown, 1988). Dies ist eine von vielen Möglichkeiten zum Schutz des eigenen Selbstwertgefühls Dabei ist das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung umso größer, je geringer das subjektive Selbstwertgefühl einer Person ist! Eine weitere Möglichkeit zum Schutz des Selbstwertes besteht in der einseitigen Zuschreibung von Erfolg!!
- Kontrolle Menschen haben ein Bedürfnis nach wahrgenommener Kontrolle Im Kern bedeutet Kontrolle die Sehnsucht nach Erklärbarkeit (Sinn), Vorhersehbarkeit (Transparenz) und Beeinflussbarkeit (Autonomie)! Diese Sehnsucht ist besonders in schwierigen, stressreichen Situationen sehr stark
- Wahrgenommene Kontrolle Personen unterliegen oft der Illusion von Kontrolle, das heißt sie glauben, auch zufällige Ereignisse kontrollieren zu können > Durch wahrgenommene Kontrolle werden stressreiche Ereignisse als weniger aversiv erlebt!> Die Erfahrung von Kontrollverlust dagegen erhöht das Stresserleben und wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus!
- Konsistenz Das menschliche Bedürfnis nach Konsistenz beeinfl usst in entscheidender Weise Urteils- und Entscheidungsprozesse!
- Theorie der Kognitiven Dissonanz (Festinger, 1957) Nach der Theorie der kognitiven Dissonanz (Festinger, 1957) streben Menschen danach, Unsicherheit zu vermeiden und ein kognitives Gleichgewicht zu erhalten Gelingt dies nicht, so entsteht Dissonanz, also ein aversiver motivationaler Zustand!! Um diesen negativen Spannungszustand abzubauen, sammeln Personen überwiegend Informationen, die sie in ihrer Entscheidung bestärken
- Konfirmatorische Informationssuche Personen suchen z. B. vor einer Kaufentscheidung weitgehend ausgewogen nach Vor- und Nachteilen zweier Alternativen, wohingegen sie nach getroffener Entscheidung Informationen bevorzugen, die für die gewählte und gegen die nicht gewählte Alternative sprechen!
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- weitere Voraussetzung von humanistischer Führung Reflexion von Macht
- Definition "Macht" Unter Macht versteht man »jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht« (Weber, 1956, S. 28).
- Belohnungsmacht Haben Personen die Möglichkeit Mittel zu verteilen, die für andere Personen wünschenswert sind, so spricht man von Belohnungsmacht Neben finanziellen Belohnungen stellt beispielsweise Lob ein derartiges Machtmittel dar
- Bestrafungsmacht Gegenstück zur Belohnungsmacht bezeichnet die Fähigkeit einer Person, eine andere Person zu sanktionieren
- Expertenmacht Diese Form der Macht gründet auf dem spezifischen Wissen einer machtausübenden Person Wird einer Person in einem bestimmten Themenfeld Expertise zugesprochen, hat sie dadurch die Möglichkeit, auf andere Personen Einfl uss zu nehmen
- Informationsmacht Auch der Zugang zu relevanten Informationen kann einer Person Macht verleihen
- Legitime Macht Macht ist dann legitim, wenn Personen den Eindruck haben, dass eine andere Person aufgrund ihrer Stellung in der Organisationshierarchie ein Recht dazu hat, Macht auszuüben In Organisationen wird daher Vorgesetzten stets legitime Macht (Autorität) zugesprochen
- Identifikationsmacht Die Macht eines Vorgesetzten hängt stark davon ab, ob er ein Vorbild für seine Mitarbeiter darstellt Werden Verhaltensweisen der Führungskraft aufgrund ihrer Identifikationsmacht als nachahmenswert empfunden, ist sie in der Lage andere Personen dadurch zu beeinflussen
- Risikofaktoren für Gruppendenken Abschottung der Gruppe von anderen Meinungen Leitung der Gruppe durch eine dominante Führungskraft, die abweichende Meinungen nicht toleriert > Zwar fühlen sich Gruppen, die von Gruppendenken geprägt sind, häufig überlegen und unbesiegbar, dies zeugt jedoch von einer irrationalen Sicht der Dinge!!
- Advocatus Diaboli-Technik Hierbei wird einem Gruppenmitglied (dem Advocatus Diaboli) die Aufgabe übertragen, gezielt Kritik an den Vorschlägen der Gruppe zu üben
- In Bezug auf menschliche Entscheidungsprozesse gilt: Menschen sind nicht rationale, sondern rationalisierende Wesen Das bedeutet, dass Entscheidungen selten losgelöst von der Person des Entscheiders betrachtet werden können!
- spreading apart of alternative-Effekt In einer Wahlsituation zwischen zwei Alternativen (z. B. Auto A versus Auto B, die beide in derselben Preis- und Qualitätsklasse rangieren) bewerten Personen beide Alternativen vor der Kaufentscheidung als ähnlich attraktiv. Sobald jedoch eine Entscheidung getroffen wurde, steigt die gewählte Alternative in ihrer subjektiv bewerteten Attraktivität an, während die nicht gewählte Alternative in der Gunst des Entscheiders fällt!