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Psychologische Diagnostik - Testen & Entscheiden (1) (Fach) / BDI-II (Lektion)
Becks Depression Inventory Revision
Diese Lektion wurde von FelixOskarGRI erstellt.
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- BDI-II Definition Es handelt sich beim BDI um ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Bestimmung, ob eine Depression vorliegt, und zur Erfassung der Schwere depressiver Symptomatik. Dabei wird der individuelle Gefühlszustand der letzten zwei Wochen erfasst und einbezogen!
- BDI-II - Testgrundlagen Art Es handelt sich bei diesem Verfahren um ein Selbstbeurteilungsinstrument
- BDI-II - Testgrundlagen Ziel Erfassung der Schwere depressiver Symptomatik
- BDI-II - Testgrundlagen Einsatz Er kann für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene eingesetzt werden
- BDI-II - Testgrundlagen Überblick über die Skalen Der BDI besteht aus 21 Gruppen von Aussagen zu folgenden Themen
- BDI-II - Testgrundlagen Nachvollziehbarkeit der Testkonstruktion Der Fragebogen besitzt 21 Items Er beruht auf klinischen Symptomen, die häufig von psychiatrischen Patienten mit Depression geäußert werden> wurde nicht anhand einer bestimmten Theorie der Depression entwickelt Die Skalen dienen der Beschreibung dervaffektiven, somatischen und kognitiven Symptomebene
- BDI-II - Testgrundlagen wichtige Hinweise Im Manual wird darauf hingewiesen:- dass der BDI-II nicht der Erstellung einer klinischen Diagnose dient> er stellt lediglich einen Indikator für das Vorhandensein einer Depression dar Außerdem soll der BDI-II nicht als einziges Instrument genutzt werden> Grund dafür ist, dass Depressionen häufig in Kombination mit einer Vielzahl anderer Primärdiagnosen auftritt (z.B. Zwangsstörungen, Panikstörung oder Schizophrenie) Des weiteren wird darauf hingewiesen, dass der BDI-II nur von Experten mit genügend klinischer Ausbildung und Erfahrung interpretiert werden soll> Wichtig ist es, bei den Probanden ein mögliches Suizidrisiko zuerkennen> Dazu müssen vor allem die Items 2 & 9 als Indikatoren für ein Suizidrisiko besonders beachtet werden!!
- BDI-II - Testanwendung Durchführung Testbedingung ... Instruktion:- Die Fragestellung ist eindeutig, klar und kurz formuliert > Fazit: der Test besitzt eine hohe Transparenz- Der Test verfügt über eine einfache Sprache- Im BDI gibt es eine Eingrenzung auf die Gefühle bzw. die Verfassung der letzten zwei Wochen> Dies stimmt mit dem 2 Wochen-Kriterium im DSM-IV überein- Die Bearbeitungszeit wird im Testmanual mit einer Zeit von 5-10 Minuten angegeben> bei Depression und bei Zwangsstörung wird häufig eine längere Bearbeitungszeit benötigt, aufgrund der Störungsspezifität> Die Zumutbarkeit des Fragebogens ist gegeben
- BDI-II - Testanwendung Auswertung - Antwortformat Jedes Item wird auf einer 4-Punkte Skala bewertet> die Skala erstreckt sich von 0-3 Punkten
- BDI-II - Testanwendung Auswertung Die angekreuzten Punkte werden durch einfache Addition zu einem Summenwert zusammengezählt: Der Summenwert drückt die Schwere der gegenwärtigen depressiven Symptomatik aus Der Gesamtwert kann zwischen 0 und 63 Punkten liegen
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- BDI-II - Testanwendung Auswertung - wichtige Items Wichtige Items sind die Items 16 (Änderung des Schlafverhaltens) und 18 (Veränderung des Appetits)> Sie enthalten 7 Aussagen (0, 1a, 1b, 2a, 2b, 3a, 3b)> a= Verhaltensexzesse (Zunahme), b= Verhaltensdefizite (Abnahme)> Diese Items bzw. die angekreuzten Antworten sollen in die konkrete klinische Bewertung & Therapieplanung einbezogen werden
- BDI-II - Testanwendung Interpretation Die gewählten Schwellenwerte sollten auf klinischen Überlegungen beruhenDabei kommt es zur Nutzung von Cut-off-Werten- Diese beruhen auf „Receiver Operator Characteristics“- Kurven (Gleitman, 1986): Hierbei wird die “Zahl der richtig Positiven“ („Treffer“) im Vergleich zu „den falsch Positiven“ („falscher Alarm“) gesetzt Beim BDI ist die diagnostische Sensitivität wichtiger als Spezifität: Das bedeutet, dass lieber eine niedrige Schwelle für die Aufdeckung einer Depression gewählt wird, als depressive Patienten fälschlicherweise nicht zu erkennen
- BDI-II Normierung Die Normen werden als Prozentränge angegeben> Beim BDI werden zwei Normstichproben unterschieden: Depressive & Gesunde Es gibt keine Normen nach Alter, Bildung und Geschlecht> Grund dafür ist, dass bei den depressiven Patienten für Alter, Bildung und Geschlecht keine signifikanten Zusammenhänge mit dem Summenwert gefunden wurden!
- BDI-II - Gütekriterien Objektivität DurchführungsobjektivitätEs besteht eine vorangestellte schriftliche Instruktion zum Ausfüllen des Fragebogens Auswertungsobjektivität- Es kommt zu einer einfachen Aufsummierung der Itemwerte zu einem Summenscore- Dazu finden sich genaue Anweisungen im Manual Interpretationsobjektivität- Im Manual finden sich Richtwerte zur Einschätzung der Schwere der Depression
- BDI-II - Gütekriterien Reliabilität Trennschärfe der Items- Dabei liegt die Item-Gesamtwert-Korrelation zwischen .43 und .77- Dies stellt eine sehr zufriedenstellende Größenordnung dar Interne Konsistenz (Cronbach´s Alpha)- Diese lag in psychiatrischen Stichproben zwischen .89 und .94- In nichtklinischen Stichproben lag sie zwischen .84 und .91(internationale Studien)- auch in deutschen Studien liegen alle Werte über .89 > es konnten hohe Konsistenzwerte des deutsches BDI-II gefunden werden, was auf eine hohe Homogenität des Verfahrens hinweist> somit ist gerechtfertigt, dass der Summenwert als Maß der Depressionsschwere verwendet werden kann! Retest-Reliabilität: rtt zwischen .74 - .96 (verschiedene Studien & Stichproben)
- BDI-II - Gütekriterien Validität Inhaltsvalidität- um depressive Symptome nach DSM-IV abzubilden, wurden Items der Ursprungsversion: umformuliert, neue depressionsspezifische Items aufgenommen und unspezifische Items eliminiert - alle relevanten Depressionskriterien sind nun im Fragebogen enthalten- Das Zwei-Wochen-Kriterium, welches auch im DSM-IV angegeben wird, wird auch im BDI-II berücksichtigt! Konvergente & diskriminante Validität soweit gegeben!