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Medizin (Fach) / Herz & Kreislauf (Lektion)
Aufbau, Angiologie etc.
Diese Lektion wurde von Rosenkranz erstellt.
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- Wie wird das Herz-Kreislaufsystem noch genannt? kardiovaskuläres System
- Wofür ist das Herz-Kreislaufsystem verantwortlich? - Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen - Abtransport von Stoffwechselprodukten (zB. CO2)
- Was umfasst das kardiovaskuläre System (Herz-Kreislaufsystem)? - Herz (Cor) - zentrale Kreislaufpumpe - Blutgefäße (Arterien und Venen) - "Straßen" - Blut - Transportmittel
- Perikard Herzbeutel
- Mediastinum Mittelfellraum
- Was ist die Kardiologie? Die Lehre von Struktur, Funktion und Erkrankungen des Herzens
- Beschreibe das Herz Das Herz (Syn. Cor; griech.path.: Kardia) ist ein muskuläres Hohlorgan, das mit rhythmischen Kontraktionen das Blut durch den Körper pumpt und so die Durchblutung aller Organe sichert. Es stellt daher das Zentralorgan des Kreislaufs dar indem es wie eine Saug-Druckpumpe das Blut während der Diastole (siehe Punkt 9.1.4.) aus Blutgefäßen (Hohl- bzw. Lungenvenen) ansaugt und es während der Systole (siehe ebenfalls Punkt 9.1.4.) durch ein anderes Blutgefäß (Truncus pulmonalis bzw. Aorta) wieder in den Kreislauf pumpt. Das Herz zählt zu den ersten angelegten Organen während der Embryonalentwicklung.
- Wie groß und schwer ist das Herz? Das Herz ist etwa faustgroß und etwa 300 g schwer.
- Wo liegt das Herz? Welche Organe grenzen an? Es liegt schräg im Mediastinum (Mittelfellraum) zwischen den beiden Lungenflügeln. Zwei Drittel befinden sich in der linken Brustkorbhälfte, ein Drittel rechts. Es grenzt:vorne: an die Rückseite des Brustbeinsseitlich: an den rechten und linken Lungenflügelhinten: an Speiseröhre und Aortaoben: an die großen Gefäßstämmeunten: an das ZwerchfellDas Herz liegt im bindegewebigen Perikard (Herzbeutel), der mit dem Zwerchfell verwachsen ist
- Das Herz ist ein.... vierkammriger Hohlmuskel.
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- Die vier Herzräume Das Herz wird anatomisch in eine rechte und eine linke Herzhälfte unterteilt. Die rechte und die linke Herzhälfte bestehen wiederum jeweils aus einer Kammer (Ventrikel) und einem Vorhof (Atrium). Getrennt werden diese Räume durch die Herzscheidewand (Septum cardiale), welche in die Vorhofscheidewand und die Kammerscheidewand unterteilt ist. Die Vorhöfe sind klein und muskelschwach und sammeln das Blut aus dem Körper oder aus der Lunge.Die Kammern sind muskelstark, nehmen das Blut aus dem Vorhof auf und pumpen es wieder in den Körper- bzw. den Lungenkreislauf.
- Wie nennt man die Herzkammer noch? Ventrikel
- Wie nennt man das Vorhof noch? Atrium
- Herzscheidewand Septum cardiale
- Die vier Herzklappen Das Blut kann in den Herzräumen nur in eine Richtung fließen, da sich zwischen den Vorhöfen und Kammern sowie zwischen den Kammern und den sich anschließenden Gefäßen Herzklappen befinden, die wie Rückschlagventile arbeiten. Alle vier Klappen des Herzens befinden sich ungefähr in einer Ebene, der Klappenebene (Ventilebene = arbeiten wie Ventile), und sind gemeinsam an einem Bindegewebsgerüst, dem Herzskelett, aufgehängt. Diese sind: 1- Semilunarklappen: Aortenklappe, Pulmonalklappe 2- Atrio-Ventrikular-Klappen: Mitralklappe (Bikuspidalklapp), Trikuspidalklappe
- Wie funktionieren die Semilunarklappen? Verschließen die Ausgänge der Herzkammern zu den Schlagadern. Sie bestehen aus taschenartigen Mulden (Taschenklappen), die den Rückstrom aus den Gefäßen in die Herzkammern verhindern. m Aortenklappe: Sie ist das "Auslassventil" zwischen der linken Kammer und der Aorta und ist als Taschenklappe mit drei Taschen angelegt.m Pulmonalklappe: Sie ist das "Auslassventil" zwischen der rechten Kammer und der Lungenschlagader. Sie ist als Taschenklappe mit drei halbmondförmigen Klappentaschen angelegt, die den Rückfluss von Blut in die rechte Herzkammer während der Diastole verhindern.
- Wie funktionieren die AV-Klappen (Atrio-Ventrikular-Klappen)? Die Klappen zwischen den Vorhöfen und Kammern bestehen aus dünnem Bindegewebe und sind mit Fasern an der Kammerwand befestigt (Segelklappen).m Mitralklappe (Bikuspidalklappe):Sie ist das "Einlassventil" der linken AV-Klappe (also zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer) und besitzt zwei Klappensegel (der Name Mitralklappe leitet sich von ihrer Ähnlichkeit mit einer Bischofsmütze, einer Mitra, ab).m Trikuspidalklappe: Sie ist das "Einlassventil" der rechten AV-Klappe (also zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer) und besteht aus drei Segeln (lat. tricuspis = dreizackig).
- Welche Aufgaben erfüllen die Herzklappen? - sie müssen sich öffnen und der Blutfluss in die vorgegebene Richtung muss ermöglicht werden- sie müssen sich rasch schließen, damit der Rückfluss (Reflux) des Blutes verhindert wird
- Klappenstenose (Klappenfehler) Klappen öfnnen sich nicht weit genug --> mehr Druck muss aufgebracht werden (Druckbelastung) --> Herz muss mehr Kraft aufwenden, um die Pumpleistung aufrecht zu erhalten
- Klappeninsuffizienz Klappen schließen nicht vollständig --> mehr Blut fließt hin und her --> VolumensbelastungBeide Funktionsstörungen führen zu Mehrbelastungen, die die Herzleistungsfähigkeit übersteigen und zu einer Herzinsuffizienz führen können.
- Koronararterien (Herzkranzgefäße) Das Herz wird über zwei kleine Gefäße mit Blut versorgt, die direkt von der Aorta abzweigen.Die rechte Koronararterie (Arteria coronaria dextra) versorgt den größten Teil des rechten Herzens.Die linke Koronararterie (Arteria coronaria sinistra) versorgt den linken Teil des Herzens. Sie verzweigt sich in zwei Äste, den Ramus circumflexus, der die linke Herzkammer versorgt, sowie den Ramus interventricularis anterior, der die Herzscheidenwand und die linke Kammer versorgt. Der Abfluss des venösen Blutes erfolgt über Herzvenen in den Sinus coronarius. Dieser mündet in den rechten Vorhof.
- rechte Koronararterie Arteria coronaria dextra
- linke Koronararterie Arteria coronaria sinistra
- Was bezeichnet man als Koronarreserve? Die Koronararterien können um das 4- bis 5-fache stärker durchblutet werden --> diese Erweiterungsmöglichkeit bezeichnet man als Koronarreserve.
- Wie gliedert sich das Herz? Die Herzwand gliedert sich von innen nach außen in drei Schichten:- Endokard: innere Auskleidung des Herzens; aus einschichtigem Epithel- Myokard: Herzmuskelschicht- Epikard: äußere Schicht des Herzens; aus einschichtigem Epithel; fungiert als "Gleitschicht"- Perikard (Herzbeutel): schmale, derbe Bindegewebsmembran. Zwischen Epi- und Perikard findet man eine serumähnliche Flüssigkeit.
- Herzmuskelhypertrophie Der Herzmuskel kann sich lang andauerenden Belastungen anpassen, indem einzelne Muskelfasern länger und dicker werden.m das Herz wird leistungsfähiger (Ausdauersportler)m das Herz wird größer und schwererm bei einem Gewicht von ca. 500 g ist die optimale Versorgung mit Blut nicht mehr gegeben, da die Koronargefäße nicht mitwachsenKrankhafte Hyperthrophie:Diese entwickelt sich vor allem bei einer Hypertonie (Bluthochdruck) aber auch bei einer ausgeprägten Arteriosklerose.
- Diastole (das Herzzyklus) Entspannungsphase- Füllungsphasedie AV-Klappen sind geöffnet; das Blut fließt aus den Vorhöfen in die Kammern (erfolgt passiv durch den Druckunterschied zwischen Vorhof und Kammer)die Taschenklappen sind geschlossen; der Rückfluss von Blut aus den Kreisläufen in die Kammern wird verwehrt;Ist die Kammer gefüllt (d.h. der Kammerdruck ist höher als der Vorhofdruck) schließen sich die Segelklappen
- Systole (das Herzzyklus) Systole: Anspannungsphase - Austreibungsphase Durch die Anspannung des Myokard wird Druck auf das Blut in den Kammern ausgeübt. Der Druck steigt an, bis er den Druck in der Lugenschlagader und Aorta übersteigt; die Taschenklappen werden aufgestoßen und das Blut wird in die Arterien getrieben. Das Myokard entspannt sich wieder. Der Druck in den Kammern nimmt wieder ab, wird schwächer als der Gefäßdruck und die Taschenklappen schließen sich; Die Systole ist beendet und die Diastole beginnt von Neuem.
- Das Reizbildungssystem und Reizleitungssystem Das Herz ist autonom und erregt sich selbst.Diese Selbstständigkeit verdankt das Herz spezialisierten Herzmuskelzellen, die in der Lage sind, elektrische Impulse zu bilden und weiterzuleiten.
- Wie erfolgt die Impulsbildung des Herzens? Sie erfolgt im Sinusknoten und im AV-Knoten durch einen Einstrom von Ca2+-Ionen in die Zelle, so kommt es zu einer Depolarisation des Membranpotentials.Im His-Purkinje-System sind vor allem Na+-Ionen für die Reizleitung verantwortlich
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- Welche Arzneimittel werden für Impulsbildung des Herzens eingesetzt? Kalziumkanalbocker und Natriumkanalblocker
- Sinusknoten liegt in der Wand des rechten Vorhofes. Er bestimmt die Herzfrequenz (Schrittmacher des Herzens) Frequenz: 60-80 Schläge/min
- Wo liegt der AV-Knoten? liegt im Vorhofseptum
- Wie verläuft das His'sche Bündel? verläuft vom Vorhofseptum zum Kammerseptum. Teilt sich in den rechten und linken Tawara Schenkel: ziehen zur Herzspitze und verzweigen sich in das
- Wo liegt das Purkinje-Fasernetz? ist im Myokard eingebettet
- Welche sind die nachgeordneten sekundären Erregungszentren? AV-Knoten und His-Purkinje-System sind nachgeordnete sekundäre Erregungszentren, die normalerweise vom Sinus-Knoten unterdrückt werden AV-Knoten: 40-50 Schläge /minHis-Purkinje-System: 25-40 Schläge /min
- Wie breitet sich die Erregung aus? - Die Erregung nimmt ihren Ausgang am Sinusknoten und erfasst die Muskulatur der Vorhöfe. Es kommt zur Vorhofkontraktion.- Der elektrische Impuls sammelt sich im AV-Knoten. Dieser verzögert die Impulsausbreitung auf die Herzkammern, damit möglichst viel Blut in die Kammern gelangt.- Dann wird der elektrische Impuls über das His´sche Bündel und die Tawara-Schenkel zur Herzspitze geleitet.- Über die Purkinje-Fasern wird dann die Erregung auf die Muskulatur der Herzkammern übertragen. Es kommt zur Kontraktion der Kammermuskulatur.
- Nervale Beeinflussung des Herzens Der autonome Herzrhythmus wird durch das vegetative Nervensystem an die Belastung des Körpers amgepasst.Der Sympathikus steigert die Herzleistung, während der zum Parasympathikus gehörende Nervus Vagus, der nur mit dem rechten Vorhof verbnunden ist, einen hemmenden Einfluss ausübt. Als Neurotransmitter (Botenstoffe) zwischen Nervenenden und Herz sind Acetylcholin (Aktiverung des Nervus Vagus) und Noradrenalin (Aktivierung des Sympathikus) tätig. Sie wirken Rezeptor vermittelt (ß1-Rezeptoren--> Sympathikus). Wirkung des Sympathikus:positiv chronotrop: Schlagfrequenz wird gesteigert positiv inotrop: Kontraktionskraft wird erhöhtpositiv dromotrop: Reizüberleitung wird beschleunigt positiv bathmotrop: Erregbarkeit der Herzmuskulatur wird gesteigertWirkung des Nervus Vagus: negativ chronotrop: Schlagfrequenz qird vermindert negativ dromotrop: Reizüberleitung wird verzögertnegativ bathmotrop: Erregbarkeit der Herzmuskulatur wird vermindert.
- Förderleistung des Herzens Beim gesunden Erwachsenen schlägt das Herz in Ruhe etwa 70-mal pro Minute. Bei Neugeborenen schlägt das Herz mit 130 Schlägen pro MinuteMit jeder Kontraktion werden 70 - 80 ml Blut aus den Kammern in den Lungen- und Körperkreislauf gepumpt.HMV (Herzminutenvolumen) = Schlagvolumen x Schlagfrequenz = 70 x 70 = 4900ml/minBei körperlicher Belastung kann das HMV erhöht werden und bis auf 25 l/min ansteigen.
- Selbstregulation des Schlagvolumens? Bei erhöhtem Druck in der Aorta hat es die linke Herzkammer schwerer ihr Blut auszuwerfen --> Restblut in der linken kammer --> Ventrikelmuskulatur wird gedehnt --> Muskelfasern stehen unter einer größeren Spannung.Bei einem gesunden Herzen unter normaler Belastung wirkt sich dies günstig aus. Die Muskelfasern ziehen auf Grund der erhöhten Vorlast stärker zusammen und können das Blut mit höherer Kraft auswerfen --> die Restblutmenge wird vermindert --> dieses Prinzip wird wals Frank-Starling Mechanismus bezeichnet. Der Frank-Starling Mechanismus erlaubt eine Anpassung an: m I. Volumsbelastung m II. DruckbelastungDie positive inotrope Wirkung des Sympathikus ist nicht von der Vordehnung des Ventrikel abhängig.