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Forschungskompetenzen (Fach) / 2. Semester (Lektion)

Ostendorf, Welte

Diese Lektion wurde von beateh erstellt.

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  • Die Evaluation von Trainingsprogrammen nach Kirkpatrick 1. Ebene (Reaction) Reaktion der Telnehmer, Zufriedenheit 2. Ebene (Learning) Verbesserung von Einstelungen, Wissen, Fähigkeiten 3. Ebene (Behavior - Verhaltensänderungen) Voraussetzungen: Veränderungswunsch, Wissen, Führungsklima, Anreize 4. Ebene (Results- Qualitätsverbesserung, Kostenreduktion, o.ä.) = Ausgangsmotivation für das Training 
  • 1. Ebene (Reaction) Instrumente (Kirkpatrick) Stimmungsbarometer Evaluationsbogen mündl + schriftliches Feedback
  • 2. Ebene (Learning) Instrumente (Kirkpatrick)   Leistungsabfrage Selbstreflexion Experimental group - control group - Design Problematik von Vergleichsstudien bei der Trainingsevaluation -> Ähnlichkeit, Konstanz, Wiederholbarkeit? Vorher-Nachher- Messung, unterschiedliche Messzeitpunkte  
  • 3. Ebene (Behavior) Instrumente (Kirkpatrick)   Beobachtungen Befragungen Vorher-Nachher-Analyse Selbstreflexion Panel Controlgoup Design Schwierigkeitsgrad der Evaluation steigt. Komplexer Zusammenhang. Unterstützung im Praxisfeld, Anreize setzen  
  • 4. Ebene (Results) Instrumente (Kirkpatrick)   Reflexion Lerntagebuch Kennzahlen (Zahlen messbar) Operationalisierung Arbeitsqualität, Produktivität, Arbeitszufriedenheit, weniger Fehler, weniger Unfälle, etc. Problem der Zuordnung, des Nachweises, oft auch schwammige Größen, komplexe Ziele Evt. 1-2 Stufen zurück gehen, wenn es nicht möglich ist. Evidenz statt Beweis  
  • Kirkpatrick Merkmale Jedes Level ist wichtig und hat Einfluss auf das nächste Level. Entsprechend steigert sich der Ressourceneinsatz (Zeit) und der Schwierigkeitsgrad, dafür liefern höhere Levels auch wertvollere Informationen. Kein Level sollte ausgelassen werden, um den nächst höheren zu erreichen. Der Planungsmodus ist gegenläufig zum Evaluationsmodus.
  • Kirkpatrick Kritik Stufenfolge ist zu statisch. Höhere Levels sind nicht immer "wichtiger". Die ursprüngliche Absicht oder der Beweggrund für die Evaluation wird ausgeklammert.
  • Definition Responsive Evaluation (Beywl,1988, S. 145) "Während des gesamten Evaluationsprozesses werden die  Ziele Themen und  Fragestellungen Interpretationen und Empfehlungen in Gesprächen mit den Beteiligtengruppen bestimmt, überprüft und revidiert.   Grundlage von  Beschreibung Beurteilungen Empfehlungen sind Informationen, die systematisch, mit Hilfe qualitative und/oder quantitativer Erhebungsmethoden zusammengetragen werden.   Responsive Evaluationdient der Beschreibung und Beurteilung des Wertes eines Objektes, also seiner Verwendbarkeit für die Praxis und/oder seiner inneren Güte. Die darauf aufbauenden Empfehlungen zielen auf die Verbesserung des zu evaluierenden Curriculums, sozialpolitischen Programms doer eines anderen beabsichtigten und strukturierenden Maßnahmebündels. Die praktische Nützlichkeit soll dadurch sichergestellt werden, dass der Evaluationsprozess durch die Anliegen und Konfliktthemen gesteuert werden, die durch die Beteiligten als Einsätze am Programm, Curriculum usw. gehalten werden."
  • Definition - Projekt allgemein ... ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist. Kriterien: Zielvorgabe Begrenzungen in zeitlicher, finanzieller oder personeller Form eindeutige Abgenzung gegenüber anderen Vorhaben entsprechende Komplexität des Vorhabens Risiken
  • Projektmanagement Projektmanagement ist eine Führungskonzeption um Projekte effizient und zielorientiert abzuwickeln. Möglichkeit, folgende Kriterien planbar zu machen: Komplexität Transparenz für zeitliche, finanzielle und personelle Begrenzungen Risiken  
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  • Projektziele Jedes Projekt hat ein oder mehrere eindeutig definierte Ziele Mussziele Wunschziele Der Erfolg eine Projektes hängt vom Erreichen der Ziele ab. In der Regel ist das Projekt beendet, wenn die Mussziele erreicht sind.  
  • Phasen eines Projektes 1. Initiierung 2. Planung 3. Steuerung 4. Ausführung 5. Abschluss -> Steuerung & Ausführung = Realisierung
  • Initiierung Projektziel - Aufgabenstellung definieren Erkenntnisinteresse Problemstellung Forschungsdesign Projektstart Verteilung der notwendigen Informationen -> effizientes Arbeiten Klärung der Ziele und Arbeitsweisen Betrachtung des Projekts in allen Teilen Erreichen einer Übereinstimmung aller Beteiligten zu zentralen Fragen
  • Phase - Planung Planung bzw. Definition von Inhalt und Umfang Definition der Aufgaben und Festlegung der Aufgabenfolgen Schätzung der nötigen bzw. Einteilung der vorhandenen Ressourcen Termin- und Projektplan erstellen
  • Phase - Steuerung Kontinuierliche Überwachung der Zielerreichung im Projekt Berichtswesen Koordination von Änderungen Termin- und Kostensteuerung Risikoüberwachung
  • Phase - Abschluss Vertragsbeendigung administrativer Abschluss des Projekts "Lessons Learned" Workshops Reflexion Wissensmanagement (z.B. Abschlussbericht, Datenbank,...) Rituale (z.B. Abschlussfeier)
  • Phasen - Ausführung Koordination der Ressourcen und Zuordnung der Ressourcen zu den Projektschritten Arbeitspaketfreigabe Teamentwicklung Informationswesen Qualitätssicherung
  • Projektplanung "magisches Dreieck" verdeutlicht die Abhängigkeit der Parameter Termine, Kosten, Inhalt und Umfang bzw. Qualität
  • Teilaspekte - Zeitmanagement Individualzeit ≠ Teamzeit Teams haben ihre eigene Zeitlichkeit "Meilensteine" Zwischenziele setzen - und überwachen! Zwischenziele terminisieren! Zeitkritische Aktivitäten besonders beachten! Effiziente Meetings Leitung, Agenda, Protokoll Wann ist das nächste Meeting?
  • Teilaspekt - Projektplanung vom Beginn in die Zukunft + laufende Planung möglich - kein Terminziel im Auge - Gefahr unendlicher Projekte   vom Ziel in die Vergangenheit + klares Ziel definiert - logisch anspruchsvoller - Gesamtprojekt muss durchgeplant werden, um überhaupt anfangen zu können.   Puzzle aus Teilvorgängen + schrittweise vervollständigen - fördert Chaos
  • Teilaspekt - Informationsmanagement Informationsbedarf notwendige Informationen identifizieren Entscheidungen über geeignete Darstellungsform und Bedarfszeitpunkt Informationsangebot allgemein und speziell (projektbezogen) extern und intern möglichst einheitlich und aktuell Informationsnutzung geeignete Mittel: Plattformen, Foren, Email,...
  • Aufgaben des Projektteams Termin und Ort für das erste (nächste) Treffen festlegen Teamzusammensetzung "analysieren" Wer bringt was ein? (Wissen, Fähigkeiten, Kontakte,...?) wer möchte welche Aufgaben (-schwerpunkte) übernehmen? Regeln der Zusammenarbeit - was ist wem wichtig (Häufigkeit der Treffen, Zuständigkeit, Informationen, Kommunikation...?) Vorgehensweise im Konfliktfall überlegen
  • Empirie und Theorie in den Sozialwissenschaften   "doppelte Hermeneutik": Zusammenspiel von Sozialwissenschaften und ihrem "Gegenstand", der schon "sinnhaft konstituiert" ist. Forschungs´objekte´ sind sinnverstehend zu interpretieren: "... there is only interpretation. Nothing speaks for itself." (Denzin 1994, S. 500) Sozialwissenschafter sind teilnehmende Beobachter Sozialforschung hat Auswirkungen auf den Forschungsgegenstand  
  • "doppelte Hermeneutik" Zusammenspiel von Sozialwissenschaften und ihrem "Gegenstand", der schon "sinnhaft konstituiert" ist.
  • Hermeneutik Kunstlehre des Verstehens (Friedrich Schleiermacher)
  • Zusammenhang Theorie und Empirie Empirische Forschung ist in jeder Phase durch theoretische Konzepte (explizit, reflektiert oder implizit, unreflektiert) beeinflusst Empirie bietet Daten (sprachliche Aussagen) deren Bedeutung sich einer theoretischen Analyse (sprachliche Aussagen) erschließen soll Wechselseitiges, rekursives Konstitutionsverhältnis zwischen Theorie und Empirie
  • Quantitative vs. qualitative Forschung Interpretationen als Grundlage für beide Ansätze: Auch Zahlen steht es "nicht an der Stirn geschrieben,..., was sie bedeuten" (Ortmann) keine ausschließende Entscheidung zwischen quantitativer und qualitativer Vorgehensweise Entscheidung ist nicht durch den Forschungsgegenstand bestimmt Entscheidungen über die empirische Vorgangsweise steht im Kontext von wissenschaftlichen Fragestellungen bzw. konkreten Untersuchungszielen
  • Qualitative, interpretative Sozialforschung ´Bricolage´ Interpretativität vielfältige Methoden (Triangulation) Selbstreflektivität der Forscher Verallgemeinerung
  • Bricolage Pragmatische, reflektierende, kontextabhängige und problem-, nicht methodenbezogene Skizzen des Forschungsgegenstandes Einsatz unterschiedlicher Daten, Methoden und Theorien Entwurf eines möglichst vielfältigen Bildes des "Gegenstandes" Kreative und innovative Verknüpfung ovn empirischen Materialien und Theorien
  • Interpretativität doppelte Hermeneutik theoretisch geleitete Rekonstruktion der konstruierten Wirklichkeit - kritisches Wissen Aspekte der interpretativen Paradigmas: Prozesse der Interaktion Prozesshaftigkeit des sozialen Lebens konkrete Situation und ihre Definition als Ausgangspunkt Betrachtung gesellschaftlicher Strukturen aus nächster Nähe
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  • Triangulation Entwurf eines ganzheitlichen, viele Dimensionen umfassenden Bildes Verwendung unterschiedlicher Methoden und differierender Sichtweisen Versuch, die Ergebnisse direkt aufeinander zu beziehen
  • Selbstreflexivität Kommunikativität - Gespräch, Austausch Naturalistizität - Untersuchungssituation, das "Feld" als natürlicher Bereich der Gesellschaft hohe Bedeutung der Gestaltung der Beziehung zwischen Forscher und Forschungsobjekt Selbstreflexivität als Erkenntnisprozess
  • Verallgemeinerung Das Allgemeine im Besonderen entdecken und zusammenführen Herausarbeiten der ´strukturellen Typik´ Manifestation von generellen Strukturen in fallspezifischen Formationen Bedeutung der Fallauswahl
  • Forschungsmethoden der qualitativen Forschung Interviews: offen (narrativ, fokussiert), standardisiert (teilnehmende) Beobachtung Schriftliche Befragungen Dokumentenanalyse
  • Interviews - grundsätzlich Erschließen von Einstellungen, Sichtweisen, Interpretationen, um das Verständnis einer Situation zu verbessern - etwas erfahren, das man noch nicht weiß Bringt (nur) die Interpretation eines Geschehens zum Zeitpunkt und unter den Bedingungen der Befragung ans Licht.  
  • narratives Interview genügend Raum für Erzählungen
  • Leitfaden - Interview Organisieren der Interventionen
  • Gruppeninterviews Gesprächssituation schaffen
  • Voraussetzung für das Gelingen eines Interviews   Interviewte geben Informationen preis, weil sie für die Interviewer eine wichtige Rolle spielen Interviewte glauben, dadurch etwas an der Sitatuion verbessern/ändern zu können  
  • Interview als "Beziehung" zwischen Personen Voraussetzungen für Gelingen eines Interviews Inhalts- und Beziehungsebene von Kommunikation beachten
  • Vorbereitung eines Interviews Erarbeiten eines Interviewleitfadens (wichtige oder sensible Fragen ausformulieren, aber Flexibilität im Interview bewahren) Auswahl der Interviewpartner achten auf Ort und Zeit (Gefahr von Störungen) Anfang - Zuhören - Fragen - Nachfragen Vorüberlegungen hinsichtlich der Auswertung
  • Interviewleitfaden Inhalt: Relevanz der Fragen Bezug und Vollständigkeit der Fragen Beantwortbarkeit der Fragen kritische Prüfung ("Was will ich wissen") Struktur: Thematisches Set von Fragen "Dynamik": Einstieg (warm up) - Hauptteil - Ende Art der Fragestellung Stärken und Schwächen Die Person des Interviewers (Erfahrung, eigene Erwartungen,...)
  • Auswahl der zu Befragenden Kriterien der Auswahl z.B. Schneeballsystem, theoretical sampling, geziele "Stichprobenauswahl" Reflexion über Aspekte, wie Alter, Geschlecht, soziale Herkunft, ethnische Zugehörigkeit, und deren Einfluss auf die Situation Selbstkontrolle des Forschers  Nicht aus dem Bekanntenkreis - Verzerrung Auswahl im Verlauf des Forschungsprozesses sukzessive erweitern Offenheit für Abweichungen
  • Interviewführung - Anfang Zweck des Interviews Aufzeichung, Anonymität und Vertraulichkeit
  • Interviewführung - Zuhören Gedankengänge nicht unterbrechen, Interesse zeigen Pausen als Nachdenken akzeptieren alle Äußerungen annehmen - "neutrale Aufmerksamkeit" - sanktionsfreier Raum
  • Interviewführung - Fragen ´gedanklichen´ Raum des Interviews ausloten Fragen:  Anfangsfragen, offen, beschreibende, interpretierende Äußerungen, nicht suggestiv formuliert Sprache der Befragten
  • Interviewführung - Nachfragen Äußerungen wiederholen, wie man sie verstanden hat Konkretisierung mittels Beispiel nach Ursachen, Gründen fragen
  • Interviewführung - nach dem Interview Daten für die weitere Verarbeitung vorbereiten Methodische Notizen - äußerer Rahmen Grobeinschätzung des Interviews - "Datenresümee": wichtigste Sachverhalte Bezug zur Forschungsfrage Neue Fragestellungen
  • Aus Daten Sinn gewinnen Sinnfindung als Analyseprozess Auswahl von Beobachtungen Reduktion von Eindrücken Ordnen und in Beziehung setzen von Daten Interpretation und kritische Prüfung -> Darstellung, wie Personen mit dem Phänomen umgehen -> Erklärungen finden, die in das eigene Vorverständnis "passen" und plausibel erscheinen
  • Prozesse einer Analyse Konstruktiver Teil der Analyse Daten "lesen" Daten reduzieren Daten darstellen Daten interpretieren und Schlussfolgerungen ziehen   Kritisch-prüfender Teil der Analyse