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Paradigmen der Pädagogischen Psychologie (Fach) / Priming (Lektion)
Theorie & Empirie zum Thema "Priming"
Diese Lektion wurde von FelixOskarGRI erstellt.
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- Priming Beeinflussung oder Veränderung eines Einstellungssets und des Denkens, Fühlens und Handelns oder die Voraktivierung eines Konzepts (für neuronale Netze) durch eine bestimmte (explizite / experimentelle) Induktion Reiz bzw. Ereignis A beeinflusst die Verarbeitung eines nachfolgenden Ereignisses B (erhöhte Zugänglichkeit impliziter Gedächtnisinhalte)
- Experimentelle Realisierung von Priming Beim typischen sequenziellen Priming wird i.d.R. zunächst ein erster Reiz (Prime) präsentiert und anschließend ein zweiter Reiz, auf den der Proband so schnell und so korrekt wie möglich reagieren muss (Target) Typischerweise ist die Reaktionszeit kürzer, wenn Prime und Target aufeinander bezogen oder miteinander assoziiert sind! Vorgabe eines Primes verändert die Reaktion auf ein Target!
- Priming-Effekt Differenz zwischen den Reaktionszeiten oder den Fehlerraten (FR) in unrelatierten Durchgängen und in relatierten Durchgängen Ein positiver Primingeffekt bezeichnet schnellere Reaktionszeiten und/oder geringere Fehlerraten (FR) bei relatierten Durchgängen!
- Besondere Arten von Priming Semantisches Priming Es besteht eine semantische Beziehung zwischen Prime und Target (bspw. Synonyme, Teile zusammengesetzter Wörter) oder Vertreter der gleichen semantischen Kategorie (z.B. Affe und Kuh aus der Kategorie Tier) > Assoziatives Priming: bei hoher Wahrscheinlichkeit der Assoziation beider Begriffe (Affe und Banane) > Semantisches Priming: bei geringer Assoziation beider Begriffe (Affe und Wal), da für eine rein semantische Beziehung eine geringe Assoziation im allgemeinen Sprachgebrauch vorausgesetzt wird!
- Affektives bzw. evaluatives Priming Im typischen Fall werden affektive Reize eingesetzt und das Target muss nach seiner Valenz klassifiziert werden,z. B. „Ist der Reiz positiv oder negativ?“ > schnellere Reaktionszeiten, wenn vor dem Target‐Wort ein Wortpräsentiert wurde, das dieselbe Valenz hat (Welpen – Blumenstrauß, Welpen – Tod)
- Negatives Priming Bsp. Stroop-Task
- Der IAT – Der Implizite Assoziationstest misst die unterschiedliche Assoziation von 2 Zielkonzepten mit einem Attribut 2 Konzepte erscheinen in einer Wahlaufgabe (Blumen vs. Insektennamen) und die Attribute in einer Folgeaufgabe (schöne vs. unschöne) und sind einer Taste zugeordnet Die Reaktionszeit misst die unterschiedliche Assoziation dieser beiden Konzepte mit dem Attribut Der IAT basiert auf der Idee, dass es Personen leichter fällt, auf assoziierte Konzepte mit derselben Antworttaste anstatt mit einer entgegengesetzten Antworttaste zu reagieren > Ähnlich wie Priming-Untersuchungen sollen dadurch automatischer Affekt oder automatisierte Einstellungen untersucht werden > Könnte Einstellungen oder automatische Assoziationen aufdecken, sogar bei Personen, die diese verstecken wollen (positive Selbstdarstellung)
- Der IAT - Der implizite Assoziationstest Design Sequenz 1: Einführung der zwei unterschiedlichen Zielkonzepte Sequenz 2: Adjektive zuordnen Sequenz 3: erste kombinierte Sequenz Sequenz 4: umgekehrte Zielkonzept-‐Zuordnung Sequenz 5: umgekehrte kombinierte Sequenz > Attribute sind in ihrer Antwortzuordnung nicht verändert > Wenn die Zielkonzepte unterschiedlich mit den Atttributen assoziiert sind, sollte die Vp einen der kombinierten Tasks einfacher finden als den anderen > implizite Unterschiede in den Einstellungen zu den beiden Zielkategorien können so aufgedeckt werden!!
- IAT‐Effekt Unterschied in durchschnittlicher Latenz inkompatibler und kompatiblerKombinationen> Differenz: inkompatibel – kompatibel
- Ergebnisse - Studie 1 - Experiment 1 IAT-Maße sehr sensitiv für evaluative Diskrimination > Schnellere Reaktionen für beide Diskriminationen, wenn positive Kategorie mit angenehmen Worten kombiniert > Performanz bezüglich kompatibler Task-Kombinationen genausoschnell, wie unkombinierte Target‐Konzepte oder Einstellungs-Diskriminationen – wobei Performanz inkompatibler Kombinationen vergleichsweise langsamer Fast keine Moderator-Effekte prozeduraler Variablen – abgesehen von Reihenfolge-Effekt: > Höhere Evaluation, wenn kompatible Kombinationen zuerst präsentiert werden
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- Ergebnisse - Studie 1 - Experiment 2 Vergleich IAT & explizite Maße: IAT diskriminiert besser zwischen koreanischen und japanischen Probanden als 3 der 5 Fragebögen > Nur Sprach- und Familien‐Maße diskriminieren besser als die beidenIAT-Maße
- Ergebnisse - Studie 1 - Experiment 3
- Generelle empirische Ergebnisse
- Name Stereotypes & Teachers Expectations Grundlage Häufigkeit oder Rarität des Namens im generellenGebrauch steht in Zusammenhang mit den Stereotypendes Namens (McDavid & Harari, 1966)Häufigere Namen sind attraktiver und sind mit positivenStereotypen behaftet, seltene und ungewöhnliche Namen sindsozial weniger attraktiv und mit negativen Stereotypenbehaftet Self-fullfilling prophecies (Rosenthal & Jacobson, 1968)geringere Erwartungen von Lehrern rufen schlechtereLeistungen bei Schülern hervor, wohingegen hoheErwartungen bessere Leistung hervorrufen
- Studie 2: Name Stereotypes & Teachers Expectations Annahmen Erwartungen von Lehrern sind evtl. mitNamensstereotypen verbunden, welche wiederum dieBeurteilung dieses Schülers beeinflussen könnten> Lehrer beurteilen Arbeitsproben von Schülern mitgewöhnlichen Namen positiver, und Arbeitsproben vonSchülern mit seltenen und ungewöhnlichen Namen negativer Diese Stereotypen verstärken sich mit zunehmenderErfahrung der Lehrer> Namensstereotypen haben mehr Einfluss auf dieBewertung durch erfahrene Lehrer, als auf die Bewertungdurch unerfahrene Lehrer
- Studie 2: Name Stereotypes & Teachers Expectations Ergebnisse Signifikanter Effekt für den Vornamen des Autors bei Jungen und Mädchen > Erwartungskonträr weist der seltene Vorname „Adelle“ einen stärkeren Zusammenhang mit positiveren Beurteilungen auf, als alle anderen Namen Alternative Erklärung für den hypothesenkonträren Befund bei Mädchen: - UnbeliebteMänner versuchen eher mit der sozialen Ablehnung durch rebellisches und auffälliges Verhalten klarzukommen, was zu Problemen führt und v.a. für Lehrer unattraktiv erscheint - Frauen, die unbeliebt sind, versuchen eher ihre Ablehnung mit Rückzug zu verarbeiten, was für Lehrer ein weniger problematisches Verhalten darstellt Für Mädchen ergab sich ein signifikanter Unterschied im Aufsatzinhalt: Der Aufsatz, der das Thema „Shopping“ zum Inhalt hatte, wurde signifikant besser bewertet als die anderen, unabhängig davon, welcher Name dem Aufsatz zugeordnet war Analyse der Daten für die Studenten ergab keinerlei signifikante Effekte > KEIN Hinweis auf stereotype Beurteilung > konsistent mit der Annahme, dass erfahrene Lehrer ihre stereotypen Erwartungen und Verzerrungen über die Zeit anhäufen ABER: von den erfahrenen Lehrern wurde die Aufgabe ernster genommen, möglicherweise war die Aufgabe für die Vpn-Gruppe derStudenten zu irrelevant und der Inhalt der Aufsätze zu homogen??
- Studie 2: Name Stereotypes & Teachers Expectations Fazit Lehrerbeurteilungen weisen einen großen Varianzanteil auf, der über die Qualitätsunterschiede der Schülerleistung hinausgeht Ein wichtiger Anteil könnte auf die Stereotypen zurückgehen, die mit dem Namen des jeweiligen Schülers verknüpft sind!!!