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Politische Soziologie (Fach) / Wahlsoziologie (Lektion)

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Diese Lektion wurde von noraelena erstellt.

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  • Bedeutung von Wahlen: Zentrale Stellung in der repräsentativen Demokratie Wahl von Repräsentanten auf Zeit Legitimation pol. Herrschaft Möglichkeit zur pol. Partizipation (verfasst, standardisiert, von Eliten vorstrukturiert, am weitesten verbreitet)
  • Zielsetzung Wahlsoziologie: Beschreibung  (Höhe der Beteiligung? Wer wählt wen?) Erklärung (Wer wählt wen warum?)
  • Mikrosoziologischer Ansatz: Pionierstudien: Lazarfeld, Berelson Kernbefunde: IPP erklärt Wahlverhalten "A person thinks, politically, as he is, socially." 
  • Mikrosoziologischer Ansatz: Like-Me-Hypothese Personen wählen bevorzugt ihnen ähnliche Personen als Kontaktpartner eigene soziale Lage = soziale Position des Kontaktpartners
  • Mikrosoziologischer Ansatz: Homogenisierungshypothese im persönlichen Kontakt werden pol. Präferenzen übertragen-> v.a. Leute die zusammen leben/arbeiten Annahme: Streben nach Konsonanz mit Kontaktpartner
  • Mikrosoziologischer Ansatz: Ergebnis Personen die Gruppen mit gleichsinnigen Parteipol. Normen angehören: pol. Normen stützen einander gegenseitig hohe Wahrscheinlichkeit für " richtige" zu stimmen Personen mit gegenläufigen politischen Normen: stehen unter cross-pressures
  • Definition "cross-pressures": geringes politisches Interesse allenfalls schwache Parteibindung geringe Wahlbeteiligung späte und unsichere Wahlentscheidung Wechselwahl, Stimmensplitting
  • Makrosoziologischer Clevage-Ansatz (Lipset, Rokkan) Ziel: Rekonstruktion der Entwicklung der Parteiensysteme in Westeuropa         Wahlverhalten nur indirekt behandelt Cleavage: gesellschafltiche Konfliktlinie sozialstrukturell abgegrenzte gesellschaftliche Gruppe Wertekonflikt Organisation als Interessenvertretung
  • Makrosoz. Politisierung gesellschaftlicher Konflikte: -Bündnisse zwischen gesellschaftlicher Großgruppe und Partei -Stimmverhalten der Gruppenmitglieder zugunsten der Partei
  • Makrosoz. Historische Konflikte bringen gesellschaftliche Gegensätze hervor: -Nationale Revolution: Zentrum vs. Peripherie (Parteien ethn. Minderheiten) Staat vs. Kirche (Zentrum) -Industrielle Revolution: Stadt vs. Land (konservative Partei Kaiserreich) Kapital vs. Arbeit (SPD, KPD) BRD hauptsächlich: Staat/Kirche --> religiös-konfessionelle Cleavage Arbeit/Kapital --> sozioökonomische Cleavage
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  • Unterscheidung zweier Aspekte: Zusammensetzung des Elektorats Wirkung der Gruppenzugehörigkeit auf Wahlentscheidung
  • Entwicklung Sozialstruktur und Wahlverhalten: -Sozioökonomische Cleavage: klassische Arbeiterschaft und alter Mittelstand schrumpft neue Mittelschicht wächst -Religiös-konfessionelle Cleavage: Zahl der Kirchenmitglieder die regelmäßig im Gottesdienst sind sinkt -Selbstständige+ Beamte : häufig CDU/CSU, FDP; Arbeiter: häufig SPD -Katholiken: CDU/CSU -->Cleavage-Gruppen sind kleiner geworden, Zugehörigkeit beeinflusst Wahlverhalten noch immer
  • Sozialpsychologischer Ansatz: (Campbell, Converse, Miller, Stokes) Analyse amerikanischer Präsidentschaftswahlen 1952 und 1956 (The Voter Decides, The American Voter) Erklärungsansatz: Wahrnehmungen und Bewertungen pol. Objekte erklären Wahlverhalten
  • Sozialpsychologischer Ansatz: Multikausale Erklärung: -Pateiidentifikation langfristige affektive Bindung an eine pol. Partei "standing decision" von der aber wieder abgewichen werden kann Wahrnehmungsfilter in der Regel in primärer Sozialisation erworben -> Messung: Frage ob Republikaner, Demokrat oder unabhängig?
  • Sozialpsychologischer Ansatz: Multikausale Erklärung: -Kandidatenorientierung Rollennahe Merkmale (pol. Erfahrung, Sachverstand) Rollenferne Merkmale (Sympathie, Privatleben)
  • Sozialpsychologischer Ansatz: Multikausale Erklärung: -Issueorientierung -Retro-und prospektive Einstellung Positionsissues: Ziele umstritten (Schwangerschaftsabbruch) Entscheidung für die Partei, die am ehesten eigenen Standpunkt entspricht Valenzissues: Ziele unumstritten (Frieden) Wettbewerbung um Lösungskompetenz
  • In Deutschland: Übertragungsprobleme: Wahl zwischen Kandidaten/Parteien Parteiidentifikation: Welche Partei wird gewählt? Issueorientierung: wichtigstes pol. Problem, Kompetenz Kandidatenorientierung: Kanzlerpräferenz Trends im Wahlverhalten: Dealignment-> Abschwächung Parteibindung
  • Fazit: Parteibindungen heute: seltener+schwächer Wahlverhalten stärker von Kurzfristfaktoren beeinflusst-> situationsabhängiger kein klarer Trend zu Issuewählen oder personal. Wahlentscheidung
  • Rational Choice Ansatz DOWNS Sparsame Annahmen über Eigenschaften von Akteuren daraus: Theoretisch stringente Erwartungen über politisches Verhalten von Bürgern und Parteien Annahme: Bürger verfolgen bei Wahlentscheidung nur persönliche, politische und wirtschaftliche Interessen Akteure können Handlungsmöglichkeit in Nutzenreihenfolge bringen --> wählen die mit größtem Nutzen Nutzenmaximierung, Instrumentelle Rationalität
  • Rational choice Parteiensysteme: Zweiparteiensystem: Nutzen vergleichen aus Regierung von A und B Problem: fehlendes Wissen über zukünftige Regierung Mehrparteienkonkurrenz: taktisches Verhalten Partei mit höchstem Nutzen mit Chance zu gewinnen
  • Probleme der Unsicherheit Mangel an Wissen über Einfluss der Regierung auf eigene Nutzeneinkommen Verhalten anderer Bürger Einfluss der Bürger auf die Regierung -> Infos nur, wenn Nutzen höher ist als Kosten
  • Rationale Ignoranz mit Parteibindung: bleiben bei Wahlentscheidung ohne Parteibindung: werden von anderen beeinflusst Wahlparadoxon: Kosten größer als Nutzen, Rationale Bürger nehmen nicht an Wahlen teil Beobachtungen zeigen: stimmt nicht Nicht Ergebnis der Handlung entscheidend sondern die Handlung selbst