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FernUni Hagen L1 (Fach) / Literaturwissenschaften (Lektion)

Rhetorik Glossar

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  • Stil - Ideal / Stilprinzip 1.aptum Stilprinzip der Angemessenheit
  • Stil - Ideal / Stilprinzip Bei allen Reden, Rede und Bearbeitungsstufen zu beachten
  • Stil - Ideal / Stilprinzip 2. brevitas Stilprinzip der Kürze des Ausdrucks
  • Stil - Ideal / Stilprinzip 3. puritas Stilprinzip der Sprachrichtigkeit, grammatische Klarheit.
  • Stil - Ideal / Stilprinzip 3. persipicuitas Stilprinzip der Klarheit
  • Stil - Ideal / Stilprinzip 5. ornatus Redeschmuck (Tropen und Figuren)
  • Rhetorik ars bene dicendi Kunst des guten guten Redens, der Wirkungsvollen Kommunikation.   Wirkungsziel: Persuasion = überreden, überzeugen
  • Rhetorische Figuren Eine bewußte Abweichung von der spreachlichen Norm, die auf der Ebene der Syntax als hinzufügen, wegnehmen oder vertauschen beschrieben wird. Eine Gedankenfigur, eine Abweichung passiert dementsprechend auf der gedanklichen Ebene.   Figuren betreffen immer Kombinationen von Elementen in ihrer syntaktischen Dimension.
  • adiecto Zusatz
  • transmutatio Umstellung
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  • detractio Wegfall
  • immutatio Austausch
  • Klimax Rhetorische Figur Anordnung einer mindestens dreiteiligen Wort oder Satzreihe nach Stufenweiser Steigerung des Aussageinhalts oder Aussagekraft. Wie habe ich ihn nicht gebeten, gefleht, beschworen.
  • Anti - Klimax Rhetorische Figur   Die gegenläufige Figur zum Kimax, also herabsteigend.   Es waren Könige, Edelleute und das gemeine Volk.
  • Antithese Rhetorische Figut Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe und Gedanken in einem Satz oder einer Satzfolge ohne logischen Widerspruch. Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein.
  • Anakoluth Rhetorische Figur   Grammatisch nicht folgerichtige Satzführung.
  • Anapher Rhetorische Figur   Übereinstimmung eines oder mehrerer Wörter an den Anfängen mindestens zweier Teilsätze, Sätze oder Absätze.   Ich schreibe jetzt, ich schreibe was ich will, ich schreiben füe mein Leben gern. 
  • Apostrophe Rhetorische Figur   Ansprache oder Hinwendung des Rhetors zum Publikum oder zu anderen meist abwesenden, auch toten, Personen.   Oh, ihr Musen.
  • Asyndeton Rhetorische Figur    Reihung gleichgeordneter Wörter, Satzteile oder Sätze ohne verbindende Konjunktion.   Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
  • Inversion Rhetorische Figur   Umkehr der Satzteile im Sprachgebrauch.   Lang ist der Weg der Gerechten Hoch ist der Turm von Babel
  • Parallelismus (Isokolon) Rhetorische Figut   gleiche Anordung von syntaktisch korrespondierenden Wortmaterial auf der Ebene der Satzfolge, des Satzes, Satzteil.   Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee Reden ist Silber, schweigen ist Gold
  • Oxymoron Rhetorische Figur Verbindung zweier sich logisch ausschließender Begriffe. traurigfroh   oder als contradictio in adiecto (wiederspruch in der Beifügung) jauchzender Schmerz
  • Aposiopese Rhetorische Figur   Bewusstes abbrechen der Rede vor der entscheidenden Aussage, die der hörer oder Leser ergänzen kann. Was? Ich? Ich hätte ihn ...?
  • Chiasmus Rhetorische Figur   Überkreuzte syntaktische Stellung von Wörtern, Satzteilen oder Sätzen, häufig für Antithesen gebraucht. Gegenbegriff zu Parallelismus.   Ich weiß nicht was ich will, ich will nicht was ich weiß. Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit.
  • Epipher Rhetorische Figur Übereinstimmung eines oder mehrerer Wörter an den Schlüssen mindestens zweier Teilsätze, Sätze oder Absätze, im Gegensatz zur Anapher. Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe tiefe Ewigkeit.
  • Ellipse Rhetorische Figur   Ausslasung mindestens eines Satzgliedes, welches zum Verständnis nicht umbedingt nötiges aber in vollständigen schriftlicher Syntax erforderlich. Woher so in Atem...? Je früher (du wieder kommst) desto besser (ist es für mich) 
  • Hendiadyoin Rhetorische Figur immer zwei Worte + Konjunktion, die beiden Worte ergänzen sich zu dem eigentlichen Begriff. Hab und Gut Reich und Schön Mir leuchtet Glück und Stern = Glückstern Angst und Schrecken keine Aneinanderreihung sondern Ergänzung zum Wortsinn.
  • Parataxe Rhetorische Figur Nebeneinanderstellen gleichrangiger Haupsätze.Oft in Religiösen schriften. Vollständige Sätze die allein stehen können.   Der Abend wiegt schon die Erde und an den Bergen hing die Nacht.
  • Hypotaxe Rhetorische Figur Unterordnung von Nebensätzen, verschachtelte Syntax (Schachtelsatz) Derjenige, der denjenigen, der den Pfahl...
  • Parenthese Rhetorische Figur grammatisch selbständiger Einschub in einen Satz, ohne jedoch dessen grammatische Ordnung zu verändern. So bitte ich - ein Versehen war, weiter nichts - für diese rasche Tat dich um Verzeihung.
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  • Pleonasmus Rhetorische Figut synonymer Zusatz zu einem Wort oder einer Rdewendung, das überflüssig ist oder als Stilmittel zur nachdrücklichen BEtonung verwendet wird. schwarzer Rappe grünes Gras weißer Schimmel
  • Tautologie Rhetorisce Figur Aneinanderreihung gleichbedeutender Worte, müssen nicht mit einer Konjunktion verbunden sein. großer Riese dicker Fettsack dick und fett  
  • Zeugma Rhetorische Figur   Zuordung eines Satzgliedes zu zwei syntaktisch oder auch semantisch inkongruenten Satzteilen.   Joesefine ging ins Kloster und dort zu weit... 
  • Symbol Trope real vorhandenes Sinnbild für einen gemeinten Bereich das in einem naturhaften oder kulturell vermittelten Verweisungsverhältnis zum Gemeinten steht. Es ist individuell eigestzbar. weiße Tauben = Frieden
  • Allegorie Trope abstrakter Begriff der auf Grund von Konventionen festgelegt wurde durch etwas Konkretes ersetzt wird, in sprachlichen oder visuellen Bildzeichen. Bild und Begriff sind fest zugeordnet.   Justitia als Frauengestalt mit Waage, Augenbinde und Schwert
  • Synekdoche Trope Ersetzung eines Ausdrucks durch anderen, der innerhalb desselben Begriffeldes bleibt.   Klinge für Schwert
  • Metonymie Trope Ersetzung eines Ausdrucks durch einen anderen, der in realen geistigen oder schachlichen Zusammenhang zu ihm steht.   ein Glas trinken Ganz Afrika hungert statt Personen oder Bewohner.
  • Ironie Trope   Das gegenteil des gesagten ist tatsächlich gemeint. eine schöne Bescherung "Lob" für das zuspätkommen: schön das du auch noch kommst.
  • Metapher Trope Ersetzung eines Audrucks durch einen aus einem anderen Vorstellungsbereich der dennoch sematisch Ähnlichkeit aufweist. Nadel in Heuhaufen Herz brechen Nagel auf den Kopf getroffen
  • Litotes Trope   untertreibende Ausdrücke   nicht unbekannt für berühmt Er war nicht gerade ein Held für Feige
  • Katachrese Trope Verbindung mehrerer, jedoch mindestens zweier metaphorischer Ausdrücke aus unvereinbaren BIldbereichen. Der Zahn der Zeit
  • Hyperbel Trope extreme, offensichtliche unglaubwürdige Übertreibung.   Mit hundert schwarzen Augen sah (Lebewesen haben keine hundert Augen) Schneckentempo, Blitzschnell
  • Emphase Trope   1. Ersetzung eines Begriffs oder Gedankeninhaltes durch ein Wort, das diesen Begriff oder Gedankeninhalt unausdrücklich enthält. Er ist eine Mensch anstatt Er hat sich geirrt.   2.Allgemeine Bezeichnung für nachdrückliche Rede. 
  • Chiffre Trope   Ausdruck und Kontext sind so miteinander verbunden das ohne Hintergrundinfos zwischen den uneigentlichen Ausdruck und einem eingentlichen gemeinten Bereich allein in einem Einzeltext keine hinreichend Äquivalenbeziehungen hergestellt werden können. Kann sich nur aus einem Zusammenhang erschließen und auch das nur schwer. Diese Musik, ein Sternträger schwieliger Schwärze, wird uns noch lange verfolgen.
  • Antonomasie Trope   1. Umschreibung eines Eigennamens durch besondere meist Stereotyp zugeordneten Kennzeichen. Der Dicherfürst für Goethe   2. Ersetzung einer Gattungsbezeichnung durch typisierende Eigennamen Judas für Verräter
  • Schriftsinn, mehrfacher Mittelalterliche Tradition der Exegese biblischer Schriften, die Text nach ihrem wörtlichen Sinn (sensus litteralis) dem allegorischen Sinn (sensus allegoricus) dem moralischen Sinn (sensus tropologicus/moralis) und den anagogischen Sinn (sensus anagogicus) auslegt.
  • Emblem Bezeichnug für eine in der Frühen Neuzeit beliebte, aus Bild und TExt zusammengesetze Kunstform, bestehend aus einem meist allegorischen Bild (Pictura), einer Überschrift (inscriptio) und einer meist epigrammatischen Unterschrift (subscriptio)
  • Topik In der Rhetorik für ein Arsenal von Topoi im Sinne von konventionellen Gemeinplätzen für einzelne Redegattungen und Redesituationen, besonders beliebt im Barock.
  • Topos In der Rhetorik Bezeichnung für Hinweise - wörtlich Ort - zur Gewinnung von Argumenten für eine Rede. Teil der inventio.
  • Exempel 1. Beispiel erzählung zur Veranschlaulichung einer aufgestellten Behauptung einer Rede.   2.Beispielerzählung in Rückgriff auf mythische oder historische Figuren im Mittelalter und Früher Neuzeit.