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1 Grundlagen der Psychotherapie (Fach) / 1.2 Biologische und biopsychologische Grundlagen (Lektion)

1.2.1 Neuro- und psychophysiologische Grundlagen

Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.

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  • Def. Vigilanz Wachsamkeit oder Bereitschaft zur willkürlichen Aufmerksamkeit Grad der Wachsamkeit erlaubt schnelle Reagieren und kann über Signalentdeckungstest erfasst werden
  • Wie wird dir Vigilanz gesteuert? durch das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem (ARAS) der Formatio reticularis
  • qunatitative Bewusstseinstörung Einschränkung der Vigilang Unterscheidung von Benommenheit Schläfrigkeit Somnolenz Stupor Sopor Koma Coma vigile
  • Somnolenz steht für eine Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit als leichtere Form der Bewusstseinstrübung bei erhaltener Ansprechbarkeit und Erweckbarkeit. Es kommt meist nicht zu vollständigen Erinnerungslücken (Amnesie).
  • Sopor tiefer Schlaf, nur durch starke Reize wie Schmerz weckbar
  • Stupor Starrezustand des ganzen Körpers bei wachem Bewusstsein, wobei Bewegungen nicht oder nur sehr langsam ausgeführt werden. Nahrung und Flüssigkeit werden nicht oder bestenfalls unter intensiver pflegerischer Hilfe aufgenommen. Es sind keine körperlichen oder psychischen Aktivitäten erkennbar, obwohl der betroffene Mensch Umweltreize wahrnimmt und verarbeitet. Trotz Wachheit reagiert er nicht auf Kommunikationsversuche (Mutismus); er wirkt starr und ausdruckslos bei extremer innerer Gespanntheit. Häufig kommt es zu Rigor, Fieber und vegetativen Symptomen
  • Coma vigile Wachkoma
  • qualitative Bewusstseinsstörung charakterisiert durch die veränderte Klarheit des Bewusstseins Beispiele dafür: Vewirrtheitszustand, Delirium tremens, Dämmerzustand
  • Delirium tremens Synonym Alkoholdelirium) stellt eine ernste und potenziell lebensbedrohende Komplikation bei einer länger bestehenden Alkoholkrankheit dar. Es tritt zumeist im Rahmen des Alkoholentzuges auf, kann aber auch seltener durch einen Alkoholrausch selbst ausgelöst werden. Auch bei anderen Suchterkrankungen kann ein Delirium tremens im Entzug oder als unmittelbare Nebenwirkung auftreten. Der Begriff wird aber in der Regel nur für das Vollbild des Alkoholentzuges benutzt.
  • Def. Orientierung Fähigkeit, sich in einer Umgebung örtlich, zeitlich und persönlich zurecht zu finden
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  • Orientierungsreaktion eine unspezifische (somatische, vegetative, sensorische) Reaktion in Richtung eines neuartigen Reizes zur Erhöhung der Wirkung dieses Reizes durch Reizwiederholung kommt es zur Löschung der Orientierungsreaktion
  • Schreck physiologisch messbare Reaktion des Organismus auf einen unerwarteten, häufig bedrohlichen Reiz wirkt über das autonome (vegetative) Nervensystem und führt u.a. zu Blässe, Schweißausbruch und gesteigerter Herzfrequenz "Schrecksekunde" zwischen Wahrnehmung und Reaktion ist individuell und situationsbedingt verschieden
  • Wirkung von Aktivierung verstärkte noradrenerge Erregung EEG-Frequenz wird gesteigertEEG-Amplitude gesenkt Herzfrequenz und Atmung beschleunigtHautleitfähigkeit nimmt zuPupillen werden weiterReaktionszeiten werden kürzer, Sinneswahrnehmung wird schärfer
  • Wie kann die Aktivierung gesteigert oder gesenkt werden? Steigerung: Amphetamine, Halluzinogene durch Sedativa und Tranquilizer gesenkt
  • Abstufungen der Aktivierung graduelle Abstufung: KomaTiefschlafSchlafSchlärigkeitEntspannungMunterkeitAufregungbis zu Angst und Schrecken
  • Habituation Adaption durch Habituation nimmt die Wirkung des Reizes und die psychophysiologische Erregung bei Reizwiederholung ab es ist ein adaptiver Lernprozess, durch den die Verarbeitung redundanter Information gehemmt wird
  • Sensibilisierung Verstärkung der Empfinglichkeit gegenüber einem Reiz oder einer Substanz nach wiederholtem Kontakt
  • Toleranzbildung Prozess, durch den, um die gleiche Wirkung zu erreichen, die Dosis von Medikamenten oder psychotropen Substanzen gesteigert werden muss
  • Preparedness Theorie von Seligman, 1979 es gibt eine evolutionär bedingte erhöhte Bereitschaft auf bestimmte Reize (z.B. Schlangen, Spinnen)mit Angst zu reagieren stellt damit eine gewisse biologische Vulnerabilität dar
  • Assoziatonsbildung und Gedächtnis Assoziation: Verknüpfung von zwei oder mehr Gedächtniselementen Assoziationsgesetze beruhen auf Kontiguität, Assimilation, Häufigkeit, Intensität, Dauer, Zusammenhang, Bekanntheitsgrad usw. assoziative Verknüpfung von Gedächtnisinhalten wurden erstmals 1885 von Ebbinghaus untersucht
  • Reaktionsspezifität (für Auge, Ohr) jeder Rezeptor reagiert bevorzugt auf eine Reizform für das Auge liegt der adäquate Reiz bei 350-750 nm (Lichtwellen) für das Ohr: 20-16000Hz (Schalwellen, Tonhöhe) im Bereich von 0-140dB (Lautstärke) Inadäquate Reize z.B. Druck, Vibrationsind nicht/ nur bei sehr hohen Intensitäten erregungsauslösend (z.B. Sterne sehen bei starkem Druck auf das Auge)
  • Def. Interozeption Wahrnehmung der Vorgänge in den Eingeweiden auch Viscerozeption genannt
  • Neuronale Reifung insbes. des ZNS Hirnreifung v.a. während der ersten Lebensmonate, dafür werden Nervenzellen vernetzt, Nervenbahnen myelinisiert (Gewicht des Gehirns nimmt dadurch deutlich zu) Grundlage für Ausreifungsprozesse sind Sinneseindrücke auch unter suboptimalen Bedingungen z.B. bei Sehfehlern oder Hörschwächen kommt es zu weitgehend normalen Entwicklung
  • Auswirkung und Vorgang der Plastitzität des ZNS; Nenne ein Beispiel für plastische Veränderungen im Gehirn Plastizität macht das ZNS lernfähig, plastische Veränderungen finden vornehmlich an den Synampsen statt abhängig vom Gebrauch wird die Signalübertragung an der Synapse optimiert z.B. indem die Menge an ausgeschütteten Botenstoff oder die Anzahl der Rezeptoren erhöht wird Beispiel: long term potentiation: durch kurze tetanische Reizung kommt es zu einer lang anhaltenden Zunahme von exzitatorischen postsynaptischen Potenzialen zu
  • Multiple Kontrolle des ZNS gemäß der multiplen Kontrolle kann eine bestimmte Funktion durch verschiedene Gehirnteile kontrolliert werden so muss es nicht zum Funktionsausfall kommen, wenn ein bestimmtes Gebiet im Gehirn geschädigt wird
  • Hirnelektrische Aktivität (spontan, evoziert) mit der EEG wird die elektrische Aktivität des Gehirns, v.a. der Großhirnrinde, gemessen Spannungsschwankungen sind die Folgen exzitatorischer und inhibitorischer postsynaptischer Potenziale, die mit einer gewissen Synchronizität in größeren Nervenzellgruppen auftreten man kann die Spontanaktivität (Ruhe-EEG) erfassen oder die Aktivität durch Provokationsmaßnahmen (z.B. Hyperverntilation oder Lichtblitze) evozieren
  • Typische Registriermethoden der Psychophysiologie Elektroenzephalografie - EEG Magnetenzephalografie - MEG Elektrokardiogramm - EKG Elektromyogramm - EMG bildgebende Verfahren:Computertomografie - CT Magnetresonanztomografie - MRT funktionales Magnetresonanz-Imaging (fMRI)
  • Hautleitfähigkeit zwischen zwei Elektroden an der Handinnenfläche oder den Fingern wird eine geringe Spannung angelegt wenn sich die Schweißproduktion der Haut erhöht, sinkt der Hautwiderstand während die Leitfähigkeit der Haut steigt diese Veränderungen werden gemessen und weisen auf die Aktivierung des Sympathikus hin
  • Blutdruck, Blutdruckmessung nach Riva-Rocci der vom Herzen in den Arterien erzeugte Druck bei der Messung werden der systolische und der diastolische Wert bestimmt Manschette am Oberarm (ca. 2cm oberhalb der Ellenbogens), rasches aufpumpen (etwa 30mmHg über dem systolischen Blutdruck), die Oberarmarterie wird zugedrückt beim langsamen Absenken des Druckes (2-3mmHg/s) lässt sich mit einem Stethoskop in der Ellenbeuge hören, wann der systolische Druck den Manschettendruck überwindet und etwas Blut wieder in den Unterarm gelangt (Strömungsgeräusche) wenn Manschettendruck unter den diastolischen Wert fällt ist kein Strömungsgeräusch mehr zu hören, weil das Blut wieder ungehindert durch die Adern fließen kann Normwerte bei Erwachsenen: unter 150mmHg für den systolischen und bei etwas 90mmHg für den diastolischen Druck
  • Schlafstadien Stadium 1/ Einschlafstadium mit Abnahme der Alpha- und Beta- sowie Zunahme der Theta-Aktivität Stadium 2/ leichter Schlaf: K-Komplexen und Schlafspindeln Stadium 3 und 4/ Tiefschlaf: Delta-Aktivität Stadium 5/ Traumschlaf, paradoxer Schlaf: rapid eye movements (REM-Phasen) mit Beta-Muster in jeder Nacht werden die Stadien 4-6 mal wiederholt, wobei die Schlaftiefe insgesamt abnimmt und die REM-Phasen länger werden
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  • Was misst das EEG? mit der EEG wird die elektrische Aktivität des Gehirns, v.a. der Großhirnrinde, gemessen