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Paradigmen der Pädagogischen Psychologie (Fach) / Moralisches Urteilen (Lektion)

Moralisches Urteilen

Diese Lektion wurde von FelixOskarGRI erstellt.

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  • Definition "Moral" Gesamtheit aller ethisch-sittlichen Normen, Grundsätzen und Werten, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren und die von ihr als verbindlich akzeptiert werden
  • Definition "Norm" allgemein anerkannte, als verbindlich geltende Regel für das Zusammenleben der Menschen
  • Definition "Sitte" bezeichnet die normativen Regeln, die das Handeln von Menschen faktisch bestimmen bzw. bestimmen sollen, wobei Menschen auf den Verstoß gegen diese Regeln mit Schuldgefühlen reagieren
  • Arten des moralischen Konflikts Konflikte zwischen - persönlichen Interessen & akzeptierten Werten - verschiedenen Pflichten - nicht zu vereinbarenden Werten - Konflikte, die aus einem einzigen moralischen Prinzip entspringen
  • Utilitarismus Wahl der Option, die zum Wohle der Masse führt reine rationale Logik entscheidend
  • Designparameter Präsentationsformat Papier-Bleistift-Fragebogen vs. computerbasiert Vorteile computerbasiert: + Reaktionszeit + chronologische Reihenfolge + größere Bandbreite der Probanden + Zeitlimit (gegen Ermüdung, für implizites moralisches Urteil) - keine Kontrolle über Richtigkeit von Angaben
  • Designparameter Ausdrucksstil viele emotionale, anschauliche vs. nüchterne, abstrakte Formulierungen bei abstrakten, theoretischen Formulierungen wird den Personen weniger moralische Verantwortung für ihre Handlungen zugeschrieben > moralisches Urteil hängt vom emotionalen Gehalt der Formulierung ab > Standardisierung des Ausdrucksstils bei Übersetzungen
  • Designparameter Word-Framing-Effekt Prinzip der Invarianz: Entscheidung einer Person hängt nicht nur von der Situation selbst ab, sondern von der Art, wie sie beschrieben wird
  • Designparameter Anzahl der Wörter Anzahl der Wörter konstant halten Dilemma möglichst kurz beschreiben, um Ermüdung vorzubeugen
  • Designparameter Perspektive des Teilnehmers unterschiedliche neurale Aktivität Ich-Form > Stolz, Schuld, Scham, Angst vor negativer Bewertung > PFC & anteriorer Temporallappen Er-Form > Empörung, Ärger, Lob > lateraler orbitofrontaler Kortex, Insula, dLFC
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  • Designparameter Vorgeschichte Beschreibung von Handlungen und Situationen, die zum Dilemma geführt haben Rechtfertigung der Handlung als Selbstverteidigung?
  • Designparameter Reihenfolge der Präsentation Reihenfolge kann moralisches Urteil triggern Reihenfolge der Informationen in allen Dilemma-Sets konstant halten
  • Designparameter Art der Frage meist dichotom angemessen vs. unangemessen erlaubt vs. verboten Probanden beurteilen moralische Überschreitungen strenger, wenn die Worte "falsch" oder unangemessen" verwendet werden anstatt "verboten" oder "schuldig"
  • Designparameter Rechtfertigung der Entscheidung Moralisches Urteil kann davon abhängen, ob man die eigene Entscheidung rechtfertigen muss oder nicht Deswegen erst am Schluss der Untersuchung und ohne Vorankündigung nach Gründen für die eigene Entscheidung fragen
  • Designparameter - Merkmale des Teilnehmers Demographische Merkmale Ethnischer und kultureller Hintergrund Sozioökonomischer Status Bildungshintergrund Alter Geschlecht Politische Orientierung Religion Denkstil Need for Cognition Belohnungs- und Bestrafungssensitivität
  • Designparameter - Merkmale des Teilnehmers Ingroup vs. Outgroup Soziale Kategorisierung tritt immer auf Probanden opfern eher Mitglieder der Outgroup, um Mitglieder der Ingroup zu retten > STEREOTYPE CONTENT MODEL → anonyme Akteure → Vorurteile im Vorfeld messen (via IAT) und anschließend statistisch kontrollieren  
  • Designparameter - Merkmale des Teilnehmers Verwandtschaft bzw. Freundschaft Schaden, der - Familienmitgliedern - Freunden - einem selbst oder - Personen, die man generell mag, zugefügt wird, wiegt schwerer als Schaden, der - Fremden oder - Personen, die man generell nicht mag, zugefügt wird!
  • Designparameter - Merkmale des Teilnehmers Spezies ...
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Absicht Für das moralische Urteil sind nicht nur die Konsequenzen, sondern auch die Absichten, die dahinter stehen, relevant Absichtlicher Schaden > moralisch falsch Unabsichtlicher Schaden > nicht moralisch falsch
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Doctrine of Doing and Allowing (DDA; 1989) Es ist schwerer, einen Schaden zu rechtfertigen, der durch eine Handlung (also aktiv) verursacht wurde, als einen Schaden, der durch Unterlassung (also passiv) herbeigeführt wurde
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Doctrine of the Double Effect (DDE; Foot, 1978) Ein Schaden, der als unvermeidbarer, unerwünschter Nebeneffekt einer Handlung mit der Absicht gutes zu tun entsteht, ist gerechtfertigt!
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Art der Überschreitung Five Foundations of Morality (Haidt & Graham, 2007) - Schaden / Fürsorge - Fairness / Reziprozität - Loyalität gegenüber der Ingroup - Autorität / Respekt - Würde / Selbstachtung Verstöße führen zu moralischer Entrüstung und Verurteilung!
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Persönlich vs. Unpersönlich Persönliche Distanz zur Schadensverursachung Personal force (Moore et al.,2011): Ausmaß, in dem die Muskeln & der Körper des Handelnden in die Schadensverursachung verwickelt sind
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Abwägung von Gewinn bzw. Verlust Wie schlimm muss eine Situation sein, damit sich der Proband entschließt einzugreifen und ansonsten unbeteiligten Personen Schaden zufügt? Gibt es einen bestimmten Punkt, an dem sich das Urteil ändert?
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Normalität von Schaden hängt von der untersuchten Population ab - Normalität der Dillemmasituation erfassen und statistisch kontrollieren - Hinweis, dass Dilemmata evtl. unrealistisch sind - Normalität über Dilemmata hinweg konstant halten - Gebrauch von universellen moralischen Überschreitungen (Leben vs. Tod)
  • Designparameter - Gestaltung des Dilemmas Sicherheit der Ereignisse Dillemmata sollen so explizit formuliert sein, dass andere Optionen, als die vorgeschlagenen, ausgeschlossen sind - Hinweis darauf, dass nur die vorgeschlagenen Optionen existieren - Keinen Spekulationsspielraum in den Formulierungen lassen - Erfassung der Wahrscheinlichkeit, dass man durch das vorgeschlagene Eingreifen Personen tatsächlich retten kann (anschließend statistische Kontrolle)