13
Psychotherapiestudien (Fach) / Ergebnisforschung (Lektion)
Anzeige
- Efficacy Studie Wirksamkeit der PT unter Idealbedingungen. Randomisiert (per Zufall zugeteilte Verteilung der Versuchspersonen in Experimental u. Kontrollgruppe) Kontrollierte Studiendesings (RCT) Zielsetzung: hohe interne Validität
- Randomisierung VP per Zufall in unterschiedliche Gruppen. Bekannte u. unbekannte Störgroßen sollen dadurch gleichmäßig auf Experimental- u. Kontrollgruppe verteilt werden. Alternativerklärungen sollen somit ausgeschlossen werden.Der im Wirksamkeitstest nachgewiesene Effekt soll nicht einer system. Verzerrung unterliegen. Randomisierung ist die Voraussetzung für Verblindung. Die Randomisierung verfolgt am ehesten das Ziel der Vermeidung der Konfundierung von Störvariablen mit den Wirkfaktoren einer Behandlung.
- Effectiveness Studie Wirksamkeit unter Realbedingungen. Es sind systematische naturalistische Studien (Quasie-experimentelles Design ohne Randomisierung), Ziel: Hohe externe Validität und Generalisierbarkeit auf andere Therapeuten, Patienten, Settings. Ein Therapieverfahren wird unter realen Versorgungsbedingungen untersucht.
- Efficiency Studie Die Wirksamkeit einer Behandlungsstrategie ermittelt über die Kosten-Nutzen-Relation
- Zielsetzungen von Psychotherapie Studien Die Wirksamkeit einer Methode bewerten. Hängen die Veränderungen kausal mit der Intervention zusammen?
- Veränderungsmessung Eine indirekte Veränderungsmessung stellt eine prospektive Form der Messung dar, bei der die Differenzen zwischen den Werten zu Beginn und Ende einer Intervention als Indikator für die stattgefundene Veränderung herangezogen werden. Erfassung von Veränderungen während der Therapiephase= ProzessdiagnostikIndirekte Veränderungsmessung: Bildung der Differenzen zwischen den Messzeitpunkten (Prä-Post-Messung)Direkte Veränderungsmessung: direkte Einschätzung von Veränderungen (z.B. ich habe mehr Bauchweh als gestern)
- RCT-Studien randomized controlled trial Zur Vermeidung der Konfundierung von Störvariablen mit den Wirkfaktoren einer Behandlung
- Sensitivität/Spezifität Anteil der korrekt positiv klassifizierten Objekte. Maximale Sensitivität: z.B. wenn alle Kranken auch erkannt wurden. Umgekehrt: Maximale Spezifität: Zielsetzung nur die wirklich Kranken erkennen. Fast keiner ist krank = geringe Sensititvität
- Unterscheidung von durch Intervention erzielte Effekte von zufälligen Effekten und Trends (kontrollierte Einzelfallforschung) Erfassung von Grundraten die mit Interventionsdaten verglichen werden. Umkehrversuchspläne, in denen die Intervention ausgesetzt wird.
- Beobachterdrift Verschlechterung der Genauigkeit durch Ermüdung
- Anzeige
- Beobachtungsfehler geringe Interraterreliabilität (Vermeidung durch Beobachterschulungen, Beobachtungschecklisten etc.) - eingeschränkte Validität (durch Fehler der Beobachter) - Beobachterdrift (Verschlechterung der Genauigkeit der Beobachtungen durch Ermüdung) - Beobachterverzerrungseffekt (Beeinflussung der Beobachterurteile durch Informationen und Erwartungen des Beobachters) – v.a. bei teilnehmenden Beobachtern z.B. Mutter, die depressiven Sohn beobachtet - Reaktivität der Probanden - z.T. fehlende externe Validität (Verhalten oft situationsspezifisch; Kind ist z.B. aggressiv in der Schule, aber nicht daheim) Der Kontrastfehler ist ein Wahrnehmungsfehler, der anderen Personen Eigenschaften zuordnet, die beim Beobachter nicht vorhanden oder nicht ausgeprägt vorhanden sind.
- Reliabilitäts-Validitäts-Dilemma Reliabilitäts-Validitäts-Dilemma oder Verdünnungsparadox ist ein vor allem in der psychologischen Testtheorie verwendeter Begriff, der einen umgekehrt-U-förmigen Zusammenhang zwischen der Reliabilität und Validität eines Tests beschreibt. Obwohl Reliabilität eine Voraussetzung für Validität ist, geht dem Dilemma zufolge perfekte Reliabilität auf Kosten der Validität. Das Dilemma ist auf Basis der Klassischen Testtheorie nicht aufzulösen. Herleitung des Dilemmas Möchte man die Veränderung eines Merkmals zwischen zwei Messzeitpunkten erheben, so ist die Reliabilität der Differenzwerte beider Messungen umso geringer, je höher die beiden Messungen miteinander korrelieren, während umgekehrt die Validität der beiden Messungen umso niedriger ist, je kleiner die Korrelation der beiden Messungen ist. Der Grund des Dilemmas ist jedoch kein mathematischer: So ist ein Fieberthermometer sehr reliabel und sehr valide für die Messung der Körpertemperatur. Der Grund des Reliabilitäts-Validitäts-Dilemmas ist vielmehr ein genuin psychologischer: Sehr homogene Tests liefern meist sehr reliable Ergebnisse. Cronbachs Alpha ist die untere Grenze der Reliabilität. Sehr homogene Tests können aber nur sehr enge Konstrukte abbilden. Da viele psychologische Konstrukte aber sehr komplex sind, sind sehr homogene (und damit auch sehr reliable) Tests wenig geeignet, um komplexe Konstrukte abzubilden bzw. komplexe Kriterien vorherzusagen. Lösung des Dilemmas Indem man eine Testbatterie vieler homogener Untertests (=hohe Reliabilität) nutzt, bildet jeder einzelne Test eine sehr reliable, aber sehr schmale Facette des Konstrukts ab. Die Gesamtheit der Untertests bilden das komplexe Konstrukt ab, mit Hilfe dessen man gute Prognosen (=hohe Validität) treffen kann.
- Beurteilungsfehler Beurteilungsfehler Interessante psychologische Experimente konnten zeigen, daß es beim Prozeß von der Wahrnehmung über die Beurteilung zur Erkenntnis leicht zu Störungen, zu sogenannten Beurteilungsfehlern kommt.Dabei handelt es sich um Tendenzen, die bei der Verhaltensbeurteilung auftreten und das Ergebnis systematisch verfälschen können. Man spricht auch von »sytematischen Tendenzen«. Sie können auf Seiten des Beobachters oder auf Seiten des Probanden entstehen. Die wichtigsten sind: Fehler auf Seiten des Beobachters: Rosenthal-EffektVersuchsleiterfehler: Die Ansichten, Einstellungen und Erwartungen des Versuchsleiters beeinflussen das Verhalten der Versuchsperson und die Ergebnisse der Untersuchung. Halo-Effekt Von einem hervorstechenden Merkmal wird auf andere Persönlichkeitsmerkmale geschlossen (z.B. »Dicke sind gemütlich«, »Brillenträger sind klug«). Logischer FehlerAus Beobachtungen werden Erkenntnisse abgeleitet, die zwar logisch sind, aber trotzdem falsch (positive Korrelation Storchpopulationen / Geburtenrate). Kontrast-FehlerBeobachtungen werden in Relation zu einander beurteilt (z.B. wird ein Intensivmediziner, der täglich mit schwertraumatisierten Patienten zu tun hat, eine starke Blutung anders bewerten, als ein Psychiater). Mildefehler / StrengefehlerVersuchsleiter neigen dazu, bekannte Personen milder (oder aus Angst vor dem Mildefehler besonders streng) zu beurteilen, als ihnen unbekannte Personen. Reihenfolge-EffekteBei der Integration von Einzelbeobachtungen zu einem Gesamteindruck spielen der erste Eindruck (Primacy-Effekt) und die letzte Beobachtung (Regency-Effekt) eine besondere Rolle (weil sie besser erinnert werden, s. »Lernen«). ProjektionEigene Affekte werden auf das Gegenüber projiziert (man schließt von sich auf andere: Ein Arzt mit Wut im Bauch behauptet z.B., er habe es nur mit aggressiven Patienten zu tun). Fehler auf Seiten des Probanden: Hawthorne-EffektVersuchspersonenfehler: Wenn die Versuchsperson weiß oder erahnt, daß sie an einem Experiment teilnimmt, wird sie u.U. ihr Verhalten ändern (»Reaktivität«). Zentrale TendenzVersuchspersonen neigen eher dazu, sich für mittlere Kategorien (unentschieden, weder/noch, mittel) zu entscheiden, als für Extremwerte (z.B. bei Fragebögen, psychologischen Tests etc.). Soziale ErwünschtheitHeikle Fragen werden häufig im Sinne der sozialen Erwünschtheit beantwortet (z.B. »wie stehen Sie zur Homosexualität«, »würden Sie einem Ausländer Ihre Wohnung vermieten?« ). Simulation / DissimulationSo wie manche Patienten ihre Beschwerden besonders drastisch schildern oder gar übertreiben (Simulation), gibt es andere, die eher zur Untertreibung oder Leugnung ihrer Symptome neigen (Dissimulation). Ursache kann die Persönlichkeit des Patienten, äußere Faktoren (z.B. evtl. Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch die soziale (Un)erwünschtheit bestimmter Erkrankungen (z.B. Alkoholismus) sein. Heterosuggestion: eine Person beeinflußt eine andere (»Das wirst Du schon schaffen«) Autosuggestion: eine Person beeinflußt sich selbst (»Das schaffe ich schon«). Um bei Befragungen Tests oder Experimenten sytstematische Tendenzen zu minimieren, verwendet man meistens den Doppelblindversuch, in dem weder Versuchsleiter noch Versuchspersonen über den genauen Ablauf des Versuches