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Diagnostik (Fach) / ICD-10 Kapitel F4 Somatoforme St. F45 (Lektion)
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- Begrifflichkeit somatoform Wird verwendet, wenn Patienten über körperliche Symptome klagen, die das Vorhandensein einer hierfür verantwortlichen körperlichen Krankheit vermuten lassen, welche aber nicht durch diagnostische Maßnahmen bestätigt werden kann. Körperliche Missempfindungen werden üblicherweise organmedizinisch interpretiert und es fällt dem Betroffenen schwer, eine Beteiligung psychologischer Faktoren an den körperlichen Beschwerden anzunehmen. Frühere od. alternative Begrifflichkeiten zur Somatoformen Störung: Funktionelle Störung, somatisierte bzw. larvierte Depression, vegetative Dystonie.
- Allgemeiner Ansatzpunkt zur Behandlung der Psychopathologie "somatoform" Da der eigene Körper pathologisch im Vordergrund stehen, setzen Behandlungskonzepte bei der Wahrnehmung und Bewertung von Körperprozessen an, sowie bei damit in Verbindung stehenden Verhaltensweisen.
- Epidemiologie somatoformer Störungen Lebenszeitprävalenz somatoformer Störungen 10-15% (westl. Zivilisation) Hypochondrie 1-3% Häufigste Symptome: Schermzen (Kopf-, Rücken, Magen-Darm, Herz-Kreislaufsystem) Mehr Frauen, Zunahme mit Altersanstieg. 1/3 aller Patienten in Praxen und Kliniken leiden an behandlungsbedürftigen somatoformen Beschwerden. Beginn der Störung frühzeitig (14-24J. schon zu 12.6%). Vollständige Remission nur bei 1/3 der Patienten-ohne psychoth. Behandlung. Hohes Chronifizierungsrisiko. Wechselnde Beschwerden im Lebensverlauf.
- Komorbidität 2/3 der Patienten haben auch eine Depression (Majordepr.) 20-40% Angststörungen (Panik/Agoraphobie, general. Angst) 15-20% Substanzabhängigkeit oder Subst.missbrauch 30-60% Persönlichkeitsstörungen (Selbstunsicher)
- Psychologische Merkmale der Störung Enger Gesundheitsbegriff Katastrophisierende Bewertung von Körperempfindungen Somatosensorische Verstärkung bei Hypochondrie: Aufmerksamkeitsfokussierung auf körperliche Vorgänge + Katastrophisierende Bewertung der Empfindung. Alexithymie, als reduzierte Fähigkeit eigene Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken lässt sich nicht als somatoformspezifischer Faktor bestätigen, da sie auch bei Depression oder Essstörung vorkommt.
- Verhaltensbezogene Merkmale der somatoformen Störung Sogenanntes unangemessenes Krankheitsverhalten Aufsuchen medizinischer Dienste, Untersuchungen, Medikamente Schon-u. Vermeidungsverhalten Rückversicherungen (betr. vor allem d. Hypochondrie) Kontrollverhalten (checking behaviour)
- Ätiologische Bedingungen Verluste, körperlicher- u. sex. Missbrauch, andere Traumatisierungen, gehäufte Krankheitserfahrungen (Modelle). Operante Verstärkung der Krankenrolle durch Zuwendung.
- F 45.0 Somatisierungsstörung Diagnosekriterien Multiple körperli. Symptome über 2 Jahre, nicht ausreichend durch körperl. Krankheit erklärt. Subjektives Leiden Keine ausreichende Ursache für die körperlichen Symptome Mind. 6 Symptome aus mind. 2 Organgruppen: gastrointestinal, kardiovaskulär, urogenital, Haut-u. Schmerzsymptome Ausschluss: nicht ausschließlich während schizophrener Phase oder anderer F2 Störung, affektiver (F§) oder Panikstörung F41.0. undiff. Somatisierungsstör. F 45.1: Zeitraum 6 Monate, geringeres subjektives Leiden, weniger Symptome.
- Hypochondrische Störung F45.2 Diagnose ICD 10 Überzeugung an max. 3 schweren körperl. Krankheiten zu leiden mind. über 6 Monate oder anhaltende Beschäftigung mit einer vom Betroffenen angenommenen Entstellung (dysmorphophobe Störung). Leiden durch Überzeugung und Symptome/Nachsuchen um Behandlung bzw. Untersuchung Medizi. Feststellung das keine ausreichende Ursache für Symptome od. Entstellung vorhanden ist, wird nicht akzeptiert. Ausschlussklausel: wie Somatisierungsstörung nicht nur während F 2, F3, oder Panikstörung.
- Somatoforme autonome Funktionsstörung F 45.3 ICD10 Diagnostik Symptome autonomer Erregung, die mind. einem von 5 Organsystemen zugeordnet werden können. Mind. 2 vegetative Symptome (Palpationen, Schweißausbrüche, Mundtrockenheit) Mind. 1 weiteres Symptom einer vorgegebenen Liste (Brustschmerzen etc) Organische Störung der Organe nicht nachweisbar Ausschluss, wie Somatisierungsstörung
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- Anhaltende Somatoforme Schmerzstörung F 45.4 Diagnostik ICD 10 Schwerer Schmerz in einem körperteil der nicht organmedizinisch erklärt werden kann, anhaltender Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Patienten, mind. 6 Monate. Ausschluss: Nicht nur während: F2, F3, Somatisierungsstörung, undiff. Somatisierungsstörung od. hypochondrischer Störung.
- Der Begriff Psychosomatisch Meint körperliche Erkrankungen bei denen psychische Faktoren eine ausgeprägte modifierende Rolle spielen: Migräne, Neurodermitis, Asthma bronchiale.
- Testverfahren gängige strukturierte Interviews: SKID, DIPS, IDCL SOMS (Screening für somatoforme Störungen) Fragebogen zu Körper und Gesundheit (störungsspezif. Einstellungen, Missempfindungen...) Internationale SKalen für Hypochondrie (umfassen den Whiteley-Index und die Illness Attitude Scales Scale for the Assessment of Illness Behaviour (SAIB) (Krankheitsverhalten) Skala: Somatisierung des SCL-90-R
- Therapieablauf Motivationsklärung-und Unterstützung bei der Motivation Evalutation körperl. Beschwerden sowie deren Diagnostik ev. Kontakt zu mediz. Hauptbehandler real. Therapieziele Vermittlung des psychophysiolo. Störungsmodells Biofeedback z.B. für Stressprovokationstests Vermittlung einzelner Bewältigungsstrategien: Entspannung, Aufmerksamkeitsumlenkung (Verhal.experimente: Körperreise, Aufmerksamkeitsfokussierung, kogn. Therapie dysf. Überzeugungen: real. Gesundheitsbegriff, Körperl. Folgen von Symptomvorstellungen, Veränderung hypochondr. Befürchtungen. Umgang mit Krankheitsverhalten: Schon-u. Vermeidungsverhalten, Checking-Behav., Frequenz von Arztbesuchen, Rückversicherungsverhalten. Ergänzende Therapieelemente: Pharmakotherapie (trizykl. Antidepressiva) Wechsel v. Anspannungs- u. Erholungsphasen Training sozialer Kompetenz Funktionalität der Störung Bezugsperson einbeziehen
- F 45 somatoforme Störungen Unterkategorien F45.0 Somatisierungsstörung F 45.1 undiff. Somatisierungsstörung F 45.20 hypochondrische Störung (engerer Sinn) F 45.21 körperdysmorphe Störung F 45.3 somatoforme autonome Funktionsstörung F 45.30 " " " Herz-u. Kreislaufsystem F 45.31 oberes Verdauungssystem F 45.32 unteres Verdauungssystem F 45.33 Atmungssystem F 45.34 Urogenitalsystem F 45.37 mehrere Organe u. Systeme F 45.4 anhaltende somatoforme Schmerzstörung