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Endokrinologie - Innere Medizin (Fach) / KT - Hyperthyreose Katze (Lektion)

1 Skript, Ariane Schweighauser

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  • Epidemiologie Ursache Signalement Anamnese klinische Untersuchung Epidemiologie: typische Katzenkrankheit, gutartige Adenome 98% der Fälle, Karzinome 2% Ursache: exzessive Produktion und Freisetzung von T4 und T3 durch Thyroidea → primär autonome Entgleisung in den Thyroideafollikelzellen → immer primär Signalement: ältere Katzen (> 8J.),Himalaya-Katzen, Siamesen Anamnese: Gewichtsverlust, PP (schneller → schlechtere Verdauung weil mehr T3/T4), PU/PD, hyperaktiv, aggressiv, EB/DF, Hautveränderungen, Hecheln, Hitzeintoleranz (Hypothyreose → Kälteintoleranz) alternativ → Inappetenz/Anorexie, Schwäche, Lethargie, Tremor, Ataxie, Ventroflexion klinische Untersuchung: Mager, aggressiv, Tachykardie, Herzgeräusch (Gallop), Fellveränderungen, evtl. palpierbare Thyroidea, schnelleres Krallenwachstum
  • 2 wichtige Ddx andere Ddx 2 wichtige Ddx: 1. chronische Nierenerkrankung → macht PU/PD und Gewichtsverlust (hier weil sie nicht fressen), aber keine PP und keine Hyperaktivität 2. Diabetes mellitus → macht PU/PD, PP und Gewichtsverlust, aber keine Hyperaktivität andere Ddx: Kardiomyopathie, exokrine Pankreasinsuffizienz, IBD, Lymphom Darm, Hepatopathie, Hyperadrenokortizismus, Akromegalie, Diabetes insipidus
  • Diagnostik Abklärung Manifestationen Hämatologie Chemie Urinanalyse Abklärung Manifestationen: Blutdruck, EKG, evtl. Röntgen Thorax, US Herz, Beurteilung Nierenfunktionen Hämatologie: idR normal, evtl. leicht erhöhter Hämatokrit (weil T3/T4 für Erythropoiese, Makrozytose in 20%, Stressblutbild (Leukoztose, Neutrophilie ohne Linksverschiebung, Lymphopenie, Eosinopenie Chemie: ALAT, AP und P erhöht, Azotämie (Zeichen für zusätzliche Nierenerkrankung Urinanalyse: Ddx CKD → Differenzierung zu prärenale AzotämieDdx Dm → Glukosurie bei Dm
  • Diagnostik - spezifische Teste T4 Thyroidea Scan Szintigraphie T4: TT4: hohe Spezifität, tiefe SensitivitätfT4: hohe Sensitivitätm tiefe Spezifität → fT4 nur in unklaren Fällen (weil teurer und komplizierter) Thyroidea Scan: v.a. für Erkennung von ektopischem Gewebe, mit radioaktivem Iod → wird in Follikel angereichert → gibt Lokalisation→ wird in T3/T4 eingelagert → sagt etwas über Funktion aus Szintigraphie: Beurteilung von Funktion, uni- vs. bilateral, Lokalisation (zwischen Zunge und Herz), Grösse, Metastasen und Kontrolle nach Therapie eig. sollten nur Schilddrüsen und Speicheldrüsen markiert sein
  • andere betroffene Organsysteme Allgemein Herz Allgemein: Thyroidea hat Wirkungen auf viele vers. Organsysteme → sind betroffen bei Thyroideaerkrankungen Herz: direkte Wirkung von T4 und durch Erhöhung der Katecholamine → direkter Effekt auf Myokard peripherer O2-Bedarf steigt → HMV steigt → Volumenüberladung → Dilatation und Hypertrophie → Kardiomyopathie → Tachykardie, Herzgeräusch, Arrhythmien, Galopp, R-Extrasystolen Röntgen → lgr bis hgr Kardiomegalie, selten Ödeme oder Pleuraerguss US → Hypertrophie der linken Ventrikelwand und des Septums, Hyperkinese, evtl. erhöhte Lumina Hypertension möglich, wahrscheinlich durch vermehrte β-adrenerge Aktivität, evtl. sekundär zu CKD
  • andere betroffene Organsysteme Nieren nicht direkter Schaden auf Nieren aber: glomeruläre Filtration erhöht durch Hyperfunktion der Thyroieda (Hyperfiltration) → Maskierung einer allfälligen chr. Nierenerkrankung kann Nierenfunktion akut dekompensieren wichtig → medikamentelle Probetherapie bevor definitive Lösung
  • Therapie Optionen Thyreostatika Optionen: Thyrostatika, Chirurgie (Thyreoidektomie), Radio-Iod Behandlung, Diät Thyreostatika: a) Methimazol (= Thiamazol), Carbimazol → hemmen Iodierung von Thyreoglobulin und Synthese von T3/T4 tägliche Applikation, oral oder transdermal (topisch) innen aufs Ohr Vorteile → reversibel, dosierbar, nicht invasiv Nachteile → viele NW, lebenslang, Katze evtl. unkooperativ, teuer b) Felimazol = aktiver Metabolit von Carbimazol → vermindert Bildung von T4/T3 tägliche Tablettengabe (besser 2x täglich) mögliche NW von Thyreostatika → EB, Inappetenz/Anorexie, Lethargie, hgr. Pruritus und Hautläsionen an Kopf und Nacken, Hepatotoxizität, Leukopenie, Thrombozytopenie, haemolytische Anaemie, Lymphozytose, Eosinophilie, erhöhte Leberenzyme → Dosis herabsetzen oder Medi absetzen
  • Therapie Chirurgie Diät Chirurgie: Thyroidektomie Vorteile → einmali, billig Nachteile → ist definitiv, nicht möglich bei ektopischem oder retrosternalem Gewebe, Komplikationen mit Anästhesie, oft Hypoparathyreose, gelegentlich Rezidive, selten Hypothyreose wichtig → erst nach medikamenteller Probetherapie Diät: y/d-Futter → enthält kein Iod, funktioniert nur bei Hauskatzen die nichts anderes fressen
  • Therapie radioaktive Iodtherapie zerstört Thyroidgewebe → endgültig aktive Anreicherung des radioaktiven Iods in Schilddrüse, nur Zerstörung des hyperplastischen Gewebes durch lokale Wirkung der β-Strahlung, anliegende Strukturen werden geschont weil normal Zellen supprimiert sind und so kein Iod einlagern erst nach medikamenteller Probetherapie empfohlen relativ billig, kaum NW (und wenn, dann selbstlimitierend), selten Hypothyreose (vorübergehend), Rezidive möglich, wirkt schlecht bei grossen Tumoren, starken Symptomen oder sehr hohem Serum T4 wichtig → Abklärung anderer Erkrankungen, denn nach Bestrahlung dürfen nur maximal 5min/Tag bei der Katze verbracht werden → andere Therapie nicht möglich
  • Nachbetreuung Iod-Behandlung Nachkontrollen → T4 und Nierenwerte nach 1 Monat, 3 Monaten und nach 6-12 Monaten euthyroider Status bei >90% nach Behandlung evlt. 2. Injektion bei Kontrolle nach 1 oder 3 Monaten falls hypothyreose → Levothyroxin-Substitution in Betracht ziehen
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