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Endokrinologie - Innere Medizin (Fach) / Wdk - Trächtigkeitstoxikose (Lektion)
1 Skript, Mireille Meylan
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- Problematik Energiestoffwechsel gegen Ende der Trächtigkeit Steuuerung der Energiestoffwechsels Problematik: Trächtigkeitstoxikose = metabolische Krankheit von Mutterschafen und Ziegen gegen Ende der Trächtigkeit (ab 6Wo ap, 5 Monate Gravidität) meistens bei Mehrlingsträchtigkeiten, Energiebedarf der Föten > Aufnahme → Entgleisen des Energiestoffwechsels → Hyperketonämie und Leberverfettung Energiestoffwechsel: Energiebedarf des Muttertiers stark erhöht wegen Wachstum der Föten (3x im letzten Monat), + meist gleichzeitig geht Futteraufnahme zurück Steuuerung: Insulin/Glucagon Verhältnis nimmt ab, weil Insulinsekretion zurückgeht (Glucagon konstant) + relative Insulinresistenz → Hemmung der Lipolyse vermindert + Somatotropin (Wachstumshormon), plazentäres Laktogen und Prolactin
- Folgen des hormonellen Status wichtige Faktoren Folgen des hormonellen Status: Lipomobilisation steigt, vermehrte Ketogenese und Glukoneogenese → Auslösung der Trächtigskeitstoxikose durch Insulinresistenz oder evtl. Versagen der Glukoneogenese wichtige Faktoren: Nähstoffbedarft steigt Ende der Trächtigkeit, Pansenvolumen nimmt ab → Fütterung wichtig (Qualität und Quantität → viel Kraftfutter → weniger Ketonkörper weil genug Propionat für Krebszyklus, aber ! Azidose), zusätzliche Stressfaktoren, andere Krankheiten, genetische Prädisposition
- Stressfaktoren andere/begleitende Krankheiten genetische Prädisposition Stressfaktoren: schlechte Witterung, Futterwechsel, Scheren, Transport, lange Wanderungen andere/begleitende Krankheiten: Klauenprobleme, Indigestionen, Mastitis,... genetische Prädisposition: in allen Rassen möglich, individuelle Prädisposition (weil nicht alle Tiere gleich gut regulieren können) Risiko erhöht wenn Zuchtziel = mehr Lämmer/Gitzi pro Trächtigkeit
- Einteilung der Gestationsketosen gefährdete Population klinische Symptome Verlauf Ddx Einteilung der Gestationsketosen: primäre Ketose, sekundäre Ketose, Fat ewe Syndrom (können viel Fett mobilisieren), Thin ewe Syndrom (keine Reserve → können Föten nicht mehr ernähren → Stoffwechselungleichgewicht gefährdete Population: hochträchtige Auen und Ziegen, ältere Tiere > Primipare, > 1 Lamm oder > 2 Gitzi, Bestandesausbrüche möglich → Fütterungsproblem klinische Symptome: hochträchtige Aue/Ziege, Absonderung von Herde, Apathie, Inappetenz bis Anorexie, Dehydrierung, Schwäche ZNS → Ataxie, Kreisen, Tremor, Zähneknirschen, Blindheit, Krampfanfälle, Festliegen, Koma Verlauf: AZ zunehmend schlecht, ohne Behandlung Tod nach 2-7 Tagen, evtl. vorübergehende Besserung nach Absterben der Föten → dann Tod infolge Toxämie Ddx: primäre Hypokalzämie, verschleppte Geburt/Abort, toxische Mastitis, cerebrocorticale Nekrose, Listeriose, Enterotoxämie (C.perfringens)
- Diagnosestellung Harnuntersuchung Blutuntersuchung (Leberbiopsiem, Sektion) 3 Stadien der Erkrankung + 3 Hauptziele der Therapie Harnuntersuchung: Hyperketonurie Blutuntersuchung: unspezifisch → Hämokonzentration, Leukozytose, metabolische Azidose, Ca und K verringert spezifisch → meist tiefe Blutglukose, vermehrt FFS, Ketonämie (β-Hydroxybutyrat), Leberwerte können erhöht sein 3 Stadien und 3 Haupttherapien: Anfangsstadium → Energieaufnahme erhöhenernsthaftes Stadium → Bekämpfung der KetoseEndstadium → Entfernung der Föten (um Muttertier zu retten)
- Behandlung der Ketose Entfernen der Föten Behandlug der Ketose: wie bei Kühen mit Ketose → Glukose-Infusion, Glukosevorläufer per os, (Insulin), (eher keine Glukokortikoide) Entfernen der Föten: Einleiten der Geburt mit Dexamethason (braucht 2-3 Tage), sonst Kaiserschnitt, am Besten Kombination → Dexamethason als Zeichen für Föten Komplikationen → Schwergeburt, Retentio secundarium (Nachgeburtsverhalten)
- Therapie der Begleitkrankheiten Prognose wichtiges prognostische Faktoren Therapie der Begleitkrankheiten: symptomatisch behandeln → Ca/K-Infusion, Na-Bikarbonat-Infusion, Pansensaft, Thiamin Prognose: Anfangsstadium → vorsichtig bis gut, ernsthaftes Stadium → vorsichtig bis schlecht, Endstadium (Festliegen) → schlecht wichtigste prognostische Faktoren: Dauer der Erkrankung, Bewusstseinzustand, Anzahl und Gewicht der Föten, Festliegen, Leberwerte
- Prophylaxe gute Überwachung der trächtigen Tiere → Ultraschall (Anzahl Föten), Serum-Keton-Werte, Ketonkörper im Harn → Anpassung der Fütterung BCS-Monitorin Fütterungsmassnahmen → Fütterung der Herde optimieren, Glukosevorläufer gegen Ende der Trächtigkeit, Silage restriktiv füttern (wegen Butyrat-Gehalt)
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