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Verdauung - Innere Medizin (Fach) / KT - Koprostase, Rektum- und Analbeutelprobleme (Lektion)
1 Skript, Simone Schuller
Diese Lektion wurde von tn12b131 erstellt.
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- Physiologie Colon Verstopfung: Konstipation, Obstipation, Endstadium Megacolon Physiologie Colon: Absorption von Wasser (90%) und Elektrolyten, Schleimproduktion, Kotspeicher, Defäkation, Butyrat von Colonbakterien wichtiger Energieliferant Verstopfung: Konstipation → infrequente oder erschwerte Entleerung, Funktion nicht permanent verloren Obstipation → hartnäckige, therapieresistente Konstipation, permanenter Funktionsverlust Endstadium Megacolon → Funktionsverlust der glatten Muskulatur (Neurotransmitter?)
- Ursachen Konstipation (8) 1. Diät → Knochen, wenig Balaststoffe, Haare, viele unverdaulicher Fasern 2. Haltung → Bewegungsmangel, ungewohnte Umgebung 3. Schmerz → Prostatitis, Osteoarthritis 4. mechanische Obstruktion → Neoplasie, Prostatamegalie, Beckenkanalstenose, Perinealhernie 5. neurogen → ZNS- oder RM-Probleme 6. metabolisch → wenig K, zu viel Ca, Deyhdratation (Ca z.B. erhöht bei Analdrüsenadenokarzinom → paraneoplastisches Syndrom) 7. Medis → Anticholinergika 8. idiopathisch
- Therapie je nach Schweregrad Rehydrierung Klistier (körperwarmes Wasser mit Gleitgel) falls nötig manuelles Ausräumen (nach Rehydratation und Stabilisierung, in Narkose) nach Entleerung → Therapie der Ursache +/- Laxativa/Prokinetika
- Megacolon der Katze Symptome Ursachen (Obstipation) Pathomechanismen (2) Symptome: mittleres Alter, Kater > Katze, Kotabsatz verhindert/abwesend/schmerzhaft, kleine +/- harte Kotballen, palpierbare hgr. Colonanschoppung (pastös bis harter Kot) Ursachen für Obstipation der Katze: 65% idiopathisches Megacolon, 24% Beckenkanalstenose, 1% Neoplasien, Rest v.a. neurologische Probleme Pathomechanismen: 1. Hypertrophie → meist sekundär zu Obstruktion (Neoplasie, FK, Beckenstenose), kann reversibel sein, wenn Ursache früh behoben, sonst Progression zu irreversiblem dilatativem Megacolon 2. Dilatation → endstage Colondysfunktion, Medis +/- erfolgreich, sosnt Colektomie
- Megacolon der Katze Diagnose: klinische Untersuchung, weitere Untersuchungen Therapie Diagnose: klinische Untersuchung → Abdomenpalpation, Rektalpalpation, neurologische Untersuchung (Dysautonomie, caudales RM, N.pelvicus,..) weitere Untersuchungen → Hämatologie mit Differenzierung, Chemieprofil (K, Ca, T4 = Tyroxin → Hyperthyreose), Urinanalyse, Röntgen Abdomen (Colonbreite nicht länger als Länge L4 → sonst Dilatation), Ultraschall Therapie: Diät (höherer Fasergehalt), Klistier (P-haltige kontraindiziert bei Katze wegen Elektrolytverschiebung), manuelle Extraktion bei Megacolon, dann Laxativa/Prokinetika, oder subtotale Colectomie
- Laxativa: Psyllium, Lactulose Prokinetika: Ciasprid, Ranitidin Laxativa: Psyllium (Flohsamen) → oder Weizenklee oder Kürbismark → schlecht- oder nichtverdauliche Fasern, erhöhte Peristaltik, kürzere Transitzeit Lactulose → con Colonbakterien zu kurzkettigen FS fermentiert → osmotisch (macht Kot weicher) Prokinetika: Cisaprid → Serotonin-Antagonist, mittel der Wahl, stimuliert glatte Muskulatur (Ös bis Colon),nicht auf Markt wegen NW beim Menschen Ranitidin → H2-Antagonist
- rekto-anale Krankheiten Proktitis perineal Hernie Neoplasien Proktitis: = Entzündung der rektale Mukosa durch FK oder auch häufig bei Colitis → Tenesmus, Dyschezie, Hämatochezie → Diagnostik und Therapie wie Colitis perineale Hernie: Gewebeschwäche zwischen Bauchraum und Perineum → Vorfall Darmteiel, Harnblase, Omentum, Prostata, v.a. bei mittelalten, intakten Rüden → perineale Schwellung, Tenesmus, Dyschezie → Herniorhaphie Neoplasien: gutartige Polypen, können maligne transformieren → Adenokarzinom, Leiomyom/-sarkom, Lymphom, Fibrosarkom, Plasmazytom → Therapie und Prognose je nach Neoplasie
- rekto-anale Krankheiten Prolaps Striktur Prolaps: Prolaps der Rektumschleimhaut oder Rektalwand junge Tiere, oft sekundär Tenesmus (vielleich wegen Entzündung, akuter DF) → manuelle Reposition und temporäre Tabakbeutelnaht des Anus, Colopexie, Rektumresektion wenn nicht reponierbar Striktur: = Einengung des Lumens (z.B. durch Narbe) → Ballondilatation (chirurgisch)
- rekto-anale Krankheiten Perianalfisteln Perianalfisteln: anale Furunkulose → chr. progressive ulzerierende Entzündung um den Analbereich DSH, Irish Setter, Labrador → evtl. immunvermittelt? Tenesmus, Dyschezie, Hämatochezie, Lecken, Kotinkontinenz, stinkender Analbereich → rasieren und reinigen, Cyclosporin +/- Ketokonazol (eig. gegen Pilze, verzögert Metabolisierung → andere Medis wirken länger), oder Tacrolimus (topisch) → evtl. Analgesie und Lactulose und Antibiose, neues Futter oder hydrolysierte Proteine, falls nötig Chirurgie (aber Rezidiv häufig)
- rekto-anale Krankheiten Analbeutel Analbeutelentzündung Analbeuteladenokarzinom Analbeutel: sehr häufig beim Hund → Anschoppung, Entzündung, Abszess (oportunistische bakt. Infektion) → häufiges Lecken, Dyschezie, Schlittenfahren Analbeutelentzündung: manuelles Ausdrücken, Spülung, AB (lokal +/- systemisch) bei Abszess → spalten, spülen, AB für 14 Tage wenn chr. rezidivierend → chirurgische Entfernung der Analbeutel (nach medikamenteller Kontrolle) Analbeuteladenokarzinom: maligen, lokal aggressiv, metastasiert früh (v.a. Sublumballnn, Leber, Milz und Lungen) → paraneoplastische Hyperkalzämie Tumorgrösse korreliert nicht mit Metastasierung oder Hyperkalzämie Blutbild, Thoraxröntgen, Abdominalultraschall, FNA, Biopsie → Chirurgie (hohes Rezidiv), inkl. Lnn-Exzision (+ Bestrahlung, Chemotherapie), Korikosteroide, Biphosphonate gegen hyperkalzämie, Lactulose, Psyllium Prognose vorsichtig bis schlecht
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- rekto-anale Krankheiten perianale Adenome Circumanal resp. hepatoide Zellen/Drüsen, gutartig, hormoneller Einfluss v.a. intakte Rüden → solitäre subkutane Masse perianal hepatoide Drüsen auch an Präputium, Innenschenkel, Inguinal und an Schwanzwurzel → Kastration, chir. Exzision, Prognose sehr gut