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Kognition/ Sensorik und kognitive Psychologie (Fach) / Kognition II Einführung (Lektion)

Kognition II

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  • Denken und Problemlösen Grundfragen: - Wie ordnen Menschen die Welt? - Mit welchen Methoden erschliessen Personen "Wahrheit" im Kopf (und nicht nur in der Welt)? - Nach welchen Regeln entscheiden Personen?  
  • Sprachpsychologie Grundfragen - Wie "extrahieren" Personen das eigendlich "Gemeinte" asu Texten oder Äusserungen? - Wie hängen Denken und Sprache zusammen? - Gibt es Universalien, d.h. allen Sprachen Gemeinsames?
  • Definition: Lernen Ein Prozess, der zu relativ stabilen Veränderunegn im Verhalten und Erleben bzw. in der Verhaltensdisposition führt und auf Erfahrung beruht.  
  • Definition: Gedächtnis Ein relativ dauerhafter Speicher von Erfahrungen, der Lernprozesse ermöglicht.
  • Definition: Gewöhnung/ Habituation Abfall der Verhaltenswahrscheinlichkeit aufgrund von Sättigung "Gewöhnung" an einen Reiz, der bei seinem ersten Auftreten Aufmerksamkeit auf sich zieht (Orientierungsreaktion=OR) bei wiederholter Darbietung dann aber nicht mehr. OR Tritt in Folge einer Diskrepanz zwischen wahrgenommenem und erwarteem Reitz ein OR wird schwächer und fällt ganz aus (ohne dass dies durch Adaptation oder Ermüdung des Rezeptores erklärt werden müsste).    
  • Definition: Prägung Verhaltensausprägung in einer sensiblen Phase. Ein "Lernvorgang". bei dem während einer kritischen Periode "schnell" und "relativ" irreversibel gelernt wird.
  • Definition: Reifung Biologisch bedingte Veränderung hin zu einem Endzustand
  • Verhaltensdisposition: Von "Verhaltensdisposition" oder Verhaltensmöglichkeit wird gesprochen, da sich das Gelernte nicht in äusserem Verhalten niederschlagen muss. Es kann z.B. sein, dass für eine Prüfung gelernt wurde, dies aber in der Prüfung nicht abgefragt wird und auch im Beruf nie wichtig wird.
  • Operantes Konditionieren Die auf ein Verhalten folgende Konsequenz (Belohnung oder sestrafung) + Kontingenz (Versterkungsverhältnis: kontinuierlich, nicht kontinuierlich, fest, variabel), bestimmt die Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens. B.F. Skinner (Ratten experiement, mit Hebel für Wasser und Futter)
  • Potenzgesetz der Übung T= a*P^b T ... Leistung P ... Übung a ... Aufgabenschwierigkeit b ... Lernparameter Die Übungsgewinne sind zu Beginn des Fertigkeitserwerbs am grössten und werden im Übungsverlauf immer geringer. Oder: je mehr man übt, um so schwerer wird es, die Leistung um einen festen Betrag zu verbessern (law of diminishing returns)
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  • Phasen des Fertigkeitserwerbs (baut auf Fitts auf) Kognitive Phase Assoziative Phase Autonome Phase  
  • Kognitive Phase Enkodieren der Instruktion: Verstehen der Aufgabe und ihrer Performanz-Bedingung (task constraints) Organisation der deklarativen Wissensbasis: Herausfinden und Einprägen der relevanten Fakten --> starke Abhängigkeit von externen cues (Hinweisreitzen, wie Instruktion + feedback) Selbstinstruktion (--> Starke bewusste Beteiligung) langsam, kleine Teilschritte, relativ viele Fehler
  • Assoziative Phase Etablierung direkter Input-Handlungs-Verbindungen Reduzierung verbaler Mediation (Selbstinstruktion) Verringerung von Aufmerksamkeitsanforderungen Aufdecken und Eliminieren von Fehlern
  • Autonome Phase Automatisierung Performanz wird schnell und fehlerlos keine bewusste Kontrolle mehr notwendig gleichzeitige Parallelaufgaben möglich (concurrent task)
  • Theorie der Prozeduralisierung (prinzip) Deklarativ: Faktenwissen verbalisierbar bzw. im Arbeitsgedächtnis vorhanden Prozedural: Wissen, das in WENN - DANN Regeln gespeichert ist. Psychol. Evidenz für 2 Gedächtnissysteme: Verbalisierbarkeit
  • Erinnern und Vergessen (Ebbinghaus 1895) KVK - Trigramme Methoden: Erlernmethode:Anzahl der Wiederholungen bis zur vollständigen Wiedergabe einer Liste Ersparnismethode: Eingesparter Aufwand beim Neuerwerb bereits vollständig gelernten Materials "Methode der behaltenen Glieder": Anzahl der Silben, die unmittelbar nach einer Wiederholung reproduziert werden können
  • Lernrate (total time hypothsis) führt doppelt lange Lernzeit dazu, dass die doppelte Materialmenge erinnernt wird? -->JA! Behaltensleistung ist proportional zur Anzahl der Wiederholungen! Aber:
  • Verteilte Übung Verteiltes Üben führt zu günstigeren Behaltensleistungen als massiertes (ausnahme von der total time hypothesis) Bedeutsames (und konkretes) Material wird besser behalten als unbedeutendes (und abstraktes)
  • Experimentelle Designs (Verteilte Übung) Freie Reproduktion Wiedererkennen Paar- Assoziationslernen
  • Potenzgesetz des Vergessens (Wixted und Ebbesen, 1991) d= CT^b d ... Behaltensleistung T ... Verzögerung C ... Konstante b ... Vergessensrate
  • Untersuchungen und Nahmen zu "Vergessen" Namen und Gesichter: z.B. Bahrick (1984) Fremdsprachen: Bahrick und Phelphs (1987) Komplexe Fertigkeiten : Mc Kenna und Glendon (1985) Autobieographische Ereignisse : Linton  (1975)
  • Erinnern und Vergessen: Erklärungsansätze Zerfallstheorie: Gedächtnisspuren zerfallen über die Zeit Interferenztheorie: Der "Zugriff" ist gestört
  • Retroaktive Interferenz = Neues Wissen überlagert altes Wissen Esperiment: KG (kontrollgruppe): Liste 1 lernen -Füllaufgabe -Liste 1 Test EG (experimentalgruppe): Liste 1 lernen - Liste 2 lernen- Liste 1 Test KG>EG --> Nachweis von reteroaktiver Interferenz
  • Proaktive Interferenz =altes Wissen erschwert den Erwerb neuen Wissens. Experiment: KG: Füllaufgabe -Liste 2 lernen - Liste 2 Testen EG: Liste 1 lernen - Liste 2 lernen - Liste 2 Testen KG>EG --> Nachweis von proaktiver Interferenz  
  • Interferenz Varianten: Reteroaktive H. Proaktive H Ähnlichkeits H. oder Ranschburgsche H. Assoziative oder reproduktive H. Ekphorische H. Affektive H. Fan-Effekt
  • Reteteroaktive H G.E.Müller & Pilzecker 1900 Das lernen einer zweiten Liste unmittelbar im Anschluss an das LErnen einer ersten erschwert deren Reproduktion
  • Proaktive H. Withely 1927 Das Lernen einer Liste wird beeinträchtigt, falls unmittelbar davor eine andere gelernt wurde
  • Ähnlichkeits H. (oder Ranschburgsche H.) Ranschburg 1911 Je ähnlicher die Items, desto schwerer sind sie zu erlernen
  • Assoziative oder reproduktive H. G.E. Müller 1894 Bestehende Assoziationen erschweren die Verknüpfung der assoziierten Inhalte mit einem neuen Inhalt.
  • Ekphorische H. Rohracher 1960 Wird kurz vor der Wiedergabe gelernten Materials neues gelernt, so wird das früher gelernte Material schlechter reproduziert
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  • Affektive H Affekte im Anschluss an einen Lernvorgang stören die Wiedergabe gelernten Materials  
  • Fan-Effekt Anderson 1974 Je mehr Fakten mit einem Begriff assoziiert sind, desto länger dauert der Abruf jedes Faktums
  • Primering Erhöhung der Verfügbarkeit von Information aufgrund der Verarbeitung von "primes" (Hinweisreizen) Zeigt Auswirkung eines Verarbeitunsvorgangs (Wahrnehmung , Lernen etc.) auf einen anderen, in der Regel unmittelbar nachfolgenden Ratcliff&McKoon (1981) Lernene: "Der Arzt hasst das Buch." War Zielwort in gelerntem Satz? Prime:"Arzt" Zielwort: "Buch"  
  • Implizietes vs explizietes Lernen Explizit: absichtsvoller, bewusster Vorgang des Erwerbs von Wissen oder Fertigkeiten (z.B. Lernen von Vokabeln) Implizit: "un"-bewusste, nicht-absichtliche Identifikation und Speicherung von Regelmässigkeiten Paradikma: serielle Reaktionszeitaufgaben- Sequenzlernen (Nissen& Bullemer, 1987; Buchner & Frensch 2000)
  • Implizietes vs. explizietes Gedächtnis Explizietes Gedächtnis: Wissensbestand, der bewusst (absichtlich) erinnert werden kann Implizites Gedächtniss: Wissensbestand, der nicht bewusst erinnert werden kann, sich aber in verbesserten Leistungen zeigt
  • Wiedererkennen vs. Reproduktion Ausserordentlich hohe Gedächtnisleistung beim Wiedererinnern verglichen zur Reproduktion (Mandler et al. 1969) Je ähnlicher die Distraktorreize, desto schwieriger die Wiedererkennung ( Dale & Baddeley 1962) Wichtig u.a. bei Zeugenaussagen (Loftus 1979)
  • Kontext-Kongruenz-Effekt für Lern- und Testsituation Stimmungskongruenz (Teasdale und Russel, 1983) Zustandsabhängiges Lernen: Marihuana beim Lernen und Erinnern (Eich, Weigartner, Stillman & Gillin, 1975) enkodierkontext: Ort (Godden & Baddeley, 1975)
  • Experiment: Kontexteffekte im Gedächtnis (Godden & Baddeley, 1975.1980) Experiment mit Tauchern: Aufgabe: Lernen von Wortlisten an Land oder unter Wasser Testort: an Land oder unter Wasser Testart: Reproduktion und Wiedererkennen
  • Enkodierspezifität "enkodierung specficity princificity principle" (Tulving, 19769 Wichtig: Ähnlichkeit der bei der Enkodierung und beim Zugriff beteiligten Repräsentationen Prinzip: "Die Gedächtnisleistung für Wörter steigt, wenn dies Wörter im Kontext derselben Wörter getestet werden in dem sie unrsprünglicg gelernt wurden"