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B&E (Fach) / B&E-Prüfung (Lektion)
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- WHO-Gesundheitsdefinition 1946 Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Beeinträchtigung.
- Gesundheitsdefinition WHO 1986 Gesundheit ist als wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel.--> Gesundheit ist der Weg, nicht das Ziel.
- 1950: Erstmalige Gesundheitsaufklärung und –Erziehung / Hygiene (Ziel? Massnahmen?) Ziel: Die SuS vor körperlichen Gesundheitsschäden bewahren.--> Die Psyche spielte noch keine Rolle.Massnahmen: Körperliche Hygiene, Zahnhygiene, Fusspilz-Bekämpfung, Floh- / Lausbekämpfung, saubere Räume, helle Räume mit grossen Fenstern
- 1960: Zweiter Entwicklungsschritt bezüglich Gesundheit; Prävention / Vorsorge (Ziel? Massnahmen?) Ziel: Die SuS vor körperlichen Gesundheitsschäden, Unfällen, substanzbezogener Sucht bewahren. --> Die Psyche spielte weiterhin keine Rolle, aber die Prophylaxe kommt dazu.Massnahmen: Verkehrsunterricht, Zahnprophylaxe, Impfungen, ärztliche Kontrolle, Fluortablette, Schulmilch
- 1980: Dritter Entwicklungsschritt bezüglich Gesundheit; Betonung der Selbstverantwortung (Ziel? Massnahmen?) Ziel: Die Vorsorgebemühungen weiterziehen & Hilfestellungen für das psychische Wohlbefinden der Schüler- und Lehrerschaft anbieten. Massnahmen: Schulpsychologie, Logopädie, Teamsupervision, Einzelsupervision, Bera- tungsstellen
- Wer war Aaron Antonovsky? Israelisch-amerikanischer Medizinsoziologe: Er entdeckte, dass Gesundheit kein Zustand ist, sondern als Prozess verstanden werden muss.Er nannte das Modell in den 1980-er-Jahren „Salutogenese“, d.h. Entstehung (Genese) von Gesundheit (Salus).
- Was ist unter Salutogenese zu verstehen? „Salutogenese“, d.h. Entstehung (Genese) von Gesundheit (Salus).
- Was sind die drei Elemente des Kohärenzgefühls (sense of coherence)? • Verstehbarkeit (sense of comprehensibility) o Die Ereignisse im Leben sind strukturiert, vorhersehbar und erklärbar. o Sie sind nicht chaotisch, zufällig, ungeordnet oder unerklärlich. o Das ist der kognitive Aspekt.• Handhabbarkeit (sense of manageability) o Die Probleme sind handhabbar, die Ressourcen sind verfügbar, um den ausden Ereignissen stammenden Anforderungen gerecht zu werden. o Die Ressourcen können vom Individuum selbst oder bei Dritten mobilisiertwerden. o Das ist der praktische Aspekt.• Sinnhaftigkeit (sense of meaningfulness) o Die Anforderungen werden als sinnhaft erlebt. o Es sind Herausforderungen, für die sich Interventionen und Engagement lohnen. o Das ist der emotionale Aspekt.
- Worum geht es beim Sense of coherence? Beim Sense of coherence geht es um das flexible Verfügen über ein Repertoire von Bewältigungsmöglichkeiten, die der Situation angepasst eingesetzt werden können.
- Mit welchen Programmen kann die Gesundheit der SuS gefördert werden? • Anhand des Lehrmittels „Fit und stark fürs Leben“ (1.-9. Klasse durchführbar) o Die Themen sind: Selbstwahrnehmung & Einfühlungsvermögen, Körperbewusstsein & gesundheitsrelevantes Wissen, Umgang mit negativen Emotio- nen / Stressmanagement, Kommunikation, Standfestigkeit & kritisches Denken o Eine Lektion pro Woche wird anhand dieses Lehrmittels durchgeführt; Eröffnung, Besprechung der Hausaufgaben, Entspannungsteil, Hauptthema, neue Hausaufgabe, gemeinsamer Abschluss• Anhand des Erziehungsprogramms „Triple P“ (positive parenting program) für Eltern o Wissen um die Ursachen kindlicher Verhaltensprobleme o Systematische Verhaltensbeobachtung o Förderung angemessenen Verhaltens o Erziehungsroutinen und der Umgang mit Risikosituationen und Anwendung o Interventionsebene Elternhaus• Kombination der beiden Programme „Fit und stark fürs Leben“ und „Triple P“
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- Welches schulische Gesundheitsprogramm hat laut Studie am besten abgeschnitten? Ergebnisse SuS: Die „Doppelgruppe“ hat am besten abgeschnitten. Folgende Ergebnisse konnten beobachtet werden: Rauchen ist weniger „cool“, Stärken nehmen zu & Schwächen nehmen ab, gutes Klima Schule & Elternhaus. Ergebnisse LPs:Die psychische Widerstandsfähigkeit nimmt...• bei der Gruppe „Fit & stark und Triple P“ zu.• bei der Gruppe „Fit & stark“ und „Triple P“ bleibt sie gleich.• in der Kontrollgruppe nimmt sie deutlich ab.Ergebnisse Eltern:Die Eltern haben am meisten bei „Fit & stark und Triple P“ profitiert. Bei „Triple P“ haben sie ebenfalls profitiert.
- Wann und wo wurde das Modell des offenen Kindergartens entwickelt? Das Konzept wurde ca. Ende 1970 entwickelt und geht aus Montessori, Rudolf Steiner, etc. hervor.
- Warum heisst der Kindergarten "offen"? Offen bedeutet in diesem Zusammenhang die Öffnung nach aussen. Die Umwelt soll in ihrer ganzen Komplexität erfasst, Bedürfnisse und Wünsche anderer Menschen sollen erkannt werden. Der Kindergarten kann allerdings auf unterschiedliche Arten geöffnet werden. Man ist offen für die Wünsche, Interessen, Ideen und Bedürfnisse der Kinder.
- Wie wird das Kind im offenen Kindergarten angesehen? Dem Kind im offenen Kindergarten wird zugetraut, sich selber entwickeln zu wollen. Es ist fähig, sich selbst zu organisieren und eigenständig zu handeln. Jedes Kind ist einzigartig. Das Kind erlangt den Zugang zur Welt, indem es auf seine Art lernt und versteht.
- Die Erzieherin im offenen Kindergarten Sie gestaltet die Räume drinnen und draussen, führt Angebote, Projekte und Gemeinschaftserlebnisse durch, nimmt die Kinder an und liebt sie. Sie wahrt sowohl Nähe als auch Distanz: Distanz, um den Kindern den nötigen Freiraum zu ermöglichen – Nähe, um beobachtend im Hintergrund zu stehen, aber jederzeit zu Stelle sein, wenn sie gebraucht wird.Sie begleitet die Kinder und regt sie an.Die Erzieherin muss den schmalen Grat finden zwischen den Dingen, die sie als notwendig empfindet, den Kindern beizubringen und gleichzeitig zu akzeptieren, dass das Kind nur das lernt, was es selbst als sinnvoll empfindet.
- Methode im offenen Kindergarten Die Beobachtung der Kinder steht an erster Stelle. Zusätzlich wird erfragt, wie das Kind im Kindergarten zurechtkommt und wie es sich entwickelt. Die Interessen und Entwicklungsbedürfnisse werden auf das Kind abgestimmt.Vorhandene Fähigkeiten sollen weiterentwickelt werden – nicht „fehlende Fähigkeiten werden antrainiert“.
- Wie erlangt das Kind im offenen Kindergarten Zugehörigkeit und Unabhängigkeit? Das Kind findet eher wenig Geborgenheit in der Gruppe, da diese ziemlich gross ist im Kindergarten. Die Vertrautheit findet sich im Raum und der Atmosphäre.Auch gegenseitig geben sich die Kinder Halt; dies jedoch eher in Zweierfreundschaften oder kleinen Freundschaftsgruppen.Eine wichtige, ebenfalls haltgebende, Komponente bietet jedoch die gute Zusammenarbeit unter den Erziehern und auch zwischen Erziehern und Kindern.Das Kind muss sich willkommen und akzeptiert fühlen, um dieses Gefühl der Zugehörigkeit erlangen zu können.Im offenen Kindergarten gibt es klare Grenzziehungen für die Kinder. Hat ein Kind Probleme damit, Regeln einzuhalten, sucht der Erzieher das Gespräch mit ihm und versucht herauszufinden, warum sich Schwierigkeiten ergeben.Den Kindern wird auch zugetraut, Konflikte untereinander selbstständig zu lösen und sinnvolle Regeln für ein gutes Zusammensein zu finden.
- Wie werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen im offenen Kindergarten behandelt? Fremdsprachige, behinderte, hochbegabte, entwicklungsverzögerte, etc. Kinder sollen eine gleichwertige Chance auf eigenständige Entwicklung bekommen. Sofortmassnahmen in Form von Therapien sollen möglichst verhindert werden. Dem Kind wird zugetraut, seine Defizite anhand von Stärken auszugleichen.
- Wie sieht das Freispiel im offenen Kindergarten aus? Das Kind darf hierbei selber entscheiden, was, wo und wie lange es spielt.
- Herausfordernde Umgebung mit offenem Charakter Ständig sollen neue Angebote eröffnet werden; musikalisch-rhythmische Erfahrungen, unbekannte Materialien, spezielle Aufgaben. Dem Kind stehen Angebote zum Handeln und Bewegen, sowie zum Ausruhen oder zu ruhigen Tätigkeiten zur Verfügung.
- Erlebnisorientiertes Lernen im offenen Kindergarten • Erlebnisthemen aus dem Alltag: „Regen in der Stadt“, „Wind und Blätter“, „der Geräusche-Baum“,...• Spielideen, mit denen sich die Kinder identifizieren können; Rollenspiele „Piraten- schiff bauen“ --> Warum sollen sich die Kinder ausgerechnet damit identifizieren können – so nach M&U-Kriterien?!• Spannendes Aussengelände: Feuerstelle, Spiel im Dickicht• Gemeinsame Ausflüge, Übernachtungen im Kindergarten• Aussenstehende Personen, die etwas über den Beruf erzählen
- Kindergartenalltag im offenen Kindergarten als Lernfeld Gemeinsames Znüni, Boden fegen, Räume schmücken; dies erzieht zur Mitverantwortung.
- Lernen durch Nachahmung und Identifikation Kinder sollen die Gelegenheit haben, bei älteren Kindern und bei Erwachsenen zu beobachten und zu lernen.
- Offene Planung Die Lehrpersonen planen den Unterricht anhand von Interessen und Lebenswelten der Kinder. Die Planungen sollen flexibel sein, die Kinder im Mittelpunkt stehen.
- Was bedeutet die Öffnung der Gruppe im offenen Kindergarten? Stammgruppen auflösen; zwei Kindergärten zusammen nehmen für gewisse Stunden. Gemeinsames Freispiel. Die Kinder sollen selber entscheiden können, welcher Gruppe sie sich anschliessen.
- Öffnung zur Familie Eltern und Lehrpersonen legen gemeinsam Erziehungsmethoden und –ziele fest.
- Wann, wo, von wem und warum wurde der Waldkindergarten entwickelt? In Dänemark, ca. 1950, von der Dänin Ella Flatau entwickelt und dafür gedacht, der zunehmenden Entfremdung von der Natur entgegenzuwirken.
- Unterschied klassischer Waldkindergarten vs. integrierter Waldkindergarten Klassischer Waldkindergarten Der klassische Waldkindergarten hat kein festes Kindergartengebäude, sondern lediglich eine Schutzhütte, die bei extremen Wetterbedingungen aufgesucht werden kann und als Materiallager dient. Integrierter Waldkindergarten Beim integrierten Waldkindergarten wechseln z.B. zwei Kindergruppen zwischen Wald und Gebäude (wochenweise oder in einem sonstigen Turnus).
- Rahmenbedingungen im Waldkindergarten (Bildungsziele, Mitzunehmendes, etc.) Bildungsziele müssen, genau wie im Regelkindergarten, angestrebt und erreicht werden. Den Kindern darf nur ein eingegrenztes Gebiet zur Verfügung stehen, welches im Einverständnis mit dem Waldbesitzer eingegrenzt werden muss. Zudem müssen im Wald- kindergarten ein Erste-Hilfe-Kasten und ein Mobiltelefon mitgeführt werden. Auf Sitzgelegenheiten, sowie wetterfeste Kleidung muss geachtet werden. Die Lehrpersonen haben die Aufgabe, parallel ein Schlechtwetterprogramm zu planen und bei Bedarf durchführen zu können.
- Pädagogisches Konzept im Waldkindergarten Die Kinder sollen die Natur schätzen, Pflanzen und Tiere in ihrer natürlichen Umgebung sehen und ihren Bewegungsdrang ausleben. Kinder, die einen Waldkindergarten be- sucht haben, können sich in der Schule später besser konzentrieren.
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- Das Kind im Waldkindergarten Ähnlich wie beim offenen Kindergarten wird das Waldkindergartenkind als eigenständiges Individuum angesehen, welches fähig ist, sich selber zu orientieren und zu strukturieren. Kinder haben eigene Konfliktlösungsstrategien und ein eigenes Bedürfnis nach Unabhängigkeit, aber auch nach Sicherheit und Ordnung.
- Lernen im Waldkindergarten Kinder sollen mit Kopf, Herz und Hand lernen können. Im Waldkindergarten werden sie sozial, emotional, intellektuell, schöpferisch und körperlich gefördert. Kinder sollen Dinge und Lebewesen sehen, anfassen und somit begreifen können um ihr Wissen zu erweitern. Die Lebewesen des Waldes sollen in ihrer natürlichen Umgebung bleiben können. Nicht: „Ich hole den Wurm ins Schulzimmer.“
- Der Wald als Erfahrungsraum Der Wald verändert sich dauernd; was gestern war, sieht heute vielleicht bereits ganz anders aus oder ist nicht mehr da. Kinder sehen den Wald im Wandel der Jahreszeiten. Da das Gebiet begrenzt ist und keine wirklichen Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind, müssen die Kinder lernen, Rücksicht aufeinander zu nehmen.Die Vielfalt der Erfahrungen ist gross: Tiere und Pflanzen in verschiedenen Jahreszeiten entdecken, Beeren essen, auf Bäume klettern, etc.
- Was kann im Waldkindergarten an unterschiedlichen Strukturen möglich sein (Was kann vorhanden sein?)? Jeder Waldkindergarten bietet ein anderes Umfeld, da nicht überall dieselben Pflanzen und Tiere heimisch sind und das Gelände unterschiedlich aufgebaut ist. Tierbauten, Steine, totes Holz, Pfützen, Bäche, Teiche, Pfade, etc. unterscheiden sich voneinander.
- Die Erzieherin im Waldkindergarten Die Erzieherin ist Begleiterin und teilnehmende Beobachterin. Sie legt Regeln und Umgangsformen fest und lebt diese auch vor, sodass sie von den Kindern als Vorbild wahr- genommen wird. Die Erzieherin arbeitet situationsorientiert und geht auf Interesse und Persönlichkeit der Kinder ein.
- Naturerfahrung (Nutzen, Ziele, Begründung, Bedeutung des Waldkindergartens) Naturerfahrungen im kindlichen Alltag sind unverzichtbar, da Kinder nur über das Nachspüren der natürlichen, menschlichen Wurzeln auch ihren eigenen Wurzeln nahe kommen können. Kinder lernen, sich in die Natur einzufügen, sie wo möglich zu verändern aber auch ihre Statik zu akzeptieren. Das Kind soll sich der Natur zugehörig fühlen, ihr Respekt erweisen und sich in ihr geborgen fühlen. Die Kinder sollen die Natur mit allen Sinnen kennenlernen. Ein Moospolster anfassen und riechen zu können, ist viel authentischer und eindrücklicher, als ein Moospolster auf einem Bild zu betrachten.Die Stille, die der Wald bietet, macht ebenfalls einen wichtigen Punkt aus. Kinder werden wieder auf kleine Dinge (raschelndes Laub, Wind in den Bäumen) aufmerksam. Waldkindergartenkinder sind gesünder, da sich Bakterien nicht so schnell ausbreiten können wie in geschlossenen, beheizten Räumen. Die Kinder müssen ihre Fantasie nutzen, um ein Spiel zu entwickeln, denn Spielzeug gibt es im Waldkindergarten nicht. Bäume, Äste, steile Abhänge, etc. regen die Kinder an, sich von sich aus zu bewegen und kleine „Risiken“ einzugehen.
- Soziales Lernen im Waldkindergarten Respekt voreinander, das Einhalten von Regeln, Konfliktlösestrategien, einander zuhören, gegenseitige Hilfe, etc. bilden die Basis für funktionierendes soziales Lernen.
- Tagesablauf im Waldkindergarten Wegen der vielen Freiheit, die der Wald an sich bietet, ist es wichtig, den Kindern trotzdem einen sicheren Tagesablauf zu bieten, an dem sie sich orientieren können. Dazu können Strukturen wie Morgenkreis, Geschichten, Entdeckungen, Kreisspiele, Bastelarbeiten, Znüni, Freispiel, Sachthemen, Schlussritual, etc. gehören.
- Schulfähigkeit im Waldkindergarten Durch das natürliche und vielfältige Bewegungsangebot wird vor allem die Motorik der Kinder geschult. Jedoch auch kognitive und soziale Lernziele können im Waldkindergarten erreicht werden. Waldgegenstände werden gesammelt und geordnet, Naturthemen werden behandelt, etc.Arbeitsblätter, der Umgang mit Schere und Leim, sowie das Malen mit Stiften könnten eher zu kurz kommen im Waldkindergarten. Dafür lernen die Kinder andere Dinge und fördern ihre Feinmotorik anhand von Naturmaterialien.
- Was hat sich von 1997-2007 bezüglich der Gesundheit im Lehrberuf verändert? In den letzten Jahren (ca. 1997 – 2007) hat die Zahl der Frühpensionierungen und der krankgeschriebenen Lehrpersonen signifikant zugenommen. Nervosität, Gereiztheit und Müdigkeit, welche ganzheitlich als Burnout beschrieben werden können, kommen immer öfter vor.
- Wie kann die Gesundheit bei LPs erhalten, respektive wiederhergestellt werden (externale / internale Ressourcen, Unterstützungsarten)? Externale (äussere) Ressourcen: Dienstleistungen, Geld, psychologische Unterstützung. Studien belegen: LPs fühlen sich besonders unterstützt durch Arbeitskollegen, von der Schulleitung, aber auch von Eltern oder SuS. Auch das private Umfeld (Partner, Familie) spielt eine grosse Rolle. Lehrerinnen nehmen mehr Unterstützung an als Lehrer. Sie bieten auch von sich aus eher Unterstützung an. Unterstützungsarten: Aufmunterung, gemeinsame Unterrichtsvorbereitung, Tipps, Rückmeldungen, etc. Besonders für Berufseinsteigende ist die Unterstützung wichtig. Mit zunehmender Berufsdauer wird das soziale Netzwerk dichter und die Unterstützungen nehmen zu. Internale (innere) Ressourcen: Physisches System (Atmung, Kreislauf, Muskelkraft) und psychisches System (Wissen, Überzeugungen). Stärkung der Selbstwirksamkeitserwartung: Berufserfahrung, aber auch soziale Unterstützung stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
- Was ist Coping (reaktives / proaktives)? Studien haben gezeigt, welche Strategien Lehrpersonen anwenden, um den Berufsalltag erfolgreich zu bewältigen (reaktives Coping = Reaktion auf eine schwierige Situation): Hilfe suchen bei Kollegen Wechsel der Arbeitsstelle oder des Berufs Verändern der Rahmenbedingungen (mehr Engagement, Regeln einführen) Weiterbildungen besuchen Die Zeit spielt ebenfalls eine Rolle: Manche Bewältigungsstrategien führen auf Dauer zu mehr Stress, andere gerade eben nicht. Proaktives Coping = präventives Bewältigungsverhalten, welches LPs anwenden: Sport Natur Geselligkeit fachlicher Austausch Musik Reisen Räumliche Distanz Weiterbildungen
- Warum ist Coping wichtig? LPs sahen das Copin aber oftmals als selbstverständliche Handlungen an und nicht als „Bewältigungsstrategien“. Daraus kann geschlossen werden, dass dieses proaktive Coping noch nicht bewusst ausgeführt wird. Es sollte mehr Seminare geben, welche über proaktives Coping informieren. So hätten die LPs die Möglichkeit, zu agieren, bevor es zu Problemen kommt, auf die sie reagieren müssen. Die LPs sollen sich selber und ihr professionelles Handeln reflektieren. So können sie Stressoren, aber auch personale und soziale Ressourcen erkennen und gezielt abbauen, respektive nutzen. Nur wenn LPs, Schulleitungen, Politiker, Fachpersonen aus Beratung und Weiterbildung, aber auch SuS und deren Eltern, sowie die Forschung mithelfen, kann die gesundheitliche Situation im Lehrberuf gesteigert werden.
- Wie heisst der Artikel 1 der Menschenrechtserklärung? Warum fällt es uns schwer, diesen einzuhalten? „Alle Menschen sind frei und an Würde und Rechten gleich geboren“. Es fällt uns schwer, jemandem menschenverachtendem gleich viel Würde entgegenzubringen als jemandem, der sich für wohltätige Projekte einsetzt. Würde und Achtung sind zentrale Begriffe der Ethik. Je besser sich ein Mensch moralisch verhält, desto mehr Würde kommt ihm zugute, desto mehr wird er von anderen Menschen geachtet.
- Was sind die Unterschiede zwischen Moral und Ethik? Moral: Regeln, die wir in unserer Gesellschaft einzuhalten haben, damit ein Zusammenleben funktionieren kann. Diese gilt jedoch unter Umständen nur innerhalb des eigenen Volkes; man darf die eigenen Stammesmitglieder nicht belügen oder töten, die Mitglieder anderer Stämme jedoch schon. Globale Moral: Wenn diese nicht eingehalten wird, könnte ein Weltkrieg ausbrechen. Ethik: Ethik ist die Kunst, unter den gegebenen Verhältnissen ein Leben in Glück zu führen. Ethik steht für die kollektive Lebensgestaltung, das Ensemble an Sitten. Im Vergleich zur Moral gibt es bei der Ethik keine Vorschriften, Verbote und Appelle. Das „moralisierende“, welches einen negativen Charakter hat, fällt also weg. Das ethische Handeln bedeutet das Handeln aus eigener Einsicht und nicht aus Zwang, das Richtige tun zu müssen. Die Moral bildet das Parterre, während die Ethik die erste Etage bildet. Die Ethik baut also auf der Moral auf. Die Ethik reflektiert die Moral. Die Moral ist eher privat; jede Person hat ein eigenes Bild für sich, was Recht und was Unrecht ist. Die Ethik beschreibt hingegen die öffentlich geltenden Regeln einer Gesellschaft.
- Regeln, Normen, Pflichten Würden wir in einer Gesellschaft leben, in der sich manche über die allgemeingültigen Regeln hinwegsetzen könnten, würde dies zu Unmut gegenüber diesen „Ausscherenden“ führen. Für das friedliche Zusammenleben ist es von grosser Bedeutung, dass sich alle Beteiligten an diese Regeln halten.
- Warum halten wir uns an die Moral? Wenn uns jemand ertappt dabei, wie wir unmoralisch handeln, gäbe es Konsequenzen. Auch wenn es keine Konsequenzen gäbe, verlören wir vor dieser Person unser Gesicht. Auch vor sich selbst kann man das Gesicht verlieren – man hat ein schlechtes Gewissen. Sich ethisch korrekt zu verhalten, muss erlernt werden.Wenn ich mich an die Regeln halte und mit meinen Mitmenschen kooperiere, werden diese dasselbe für mich tun.
- Moralische Rechte (und Pflichten): Was sind Rechte und Pflichten im Schulzimmer? Z.B. im Schulzimmer: Die SuS haben das Recht, ungestört arbeiten zu dürfen. Ihre Pflicht in diesem Zusammenhang ist aber, sich dementsprechend ruhig zu verhalten. Das Recht, von niemandem überfallen zu werden, funktioniert nur dann, wenn ich die Pflicht einhalte, niemanden zu überfallen.
- Moralische Emotionen (Empathie) Wir können nur moralisch handeln, wenn wir mit unseren Mitmenschen mitfühlen können (Empathie). Ich zeige einer Person Sympathie, Liebe und Mitleid und verberge negative Gefühle wie Hass und Neid.
- Moralische Sanktionen (auf sich selbst, auf Zweit- und auf Drittpersonen bezogen) Auf sich selbst bezogen: Ich habe Schuldgefühle aufgrund des moralischen Fehlverhaltens. Auf eine Zweitperson: Ich bin dir böse, aufgrund deines moralischen Fehlverhaltens. Auf eine Drittperson: Ich verurteile ihn / sie moralisch.Fast alle Menschen haben Schuldgefühle, noch viel eher sind sie in der Lage dazu, entrüstet zu sein über das Fehlverhalten anderer.Reicht es aber, wenn man nur moralische Sanktionen beizieht?