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Verdauung - Innere Medizin (Fach) / Wdk - Tympanien (Lektion)
1 Skript, Mireille Meylan
Diese Lektion wurde von tn12b131 erstellt.
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- Definition Tympanie Symptome (grob) Verlauf Unterteiilung Pathogenese Definition: Tympanie = Blähung, Ansammlung von abnormal viel Gas im Pansen Symptome: Symptome einer Störung der Vormagenfunktion, oft sekundär Verlauf: akut, subakut, chronisch-rezidivierend Unterteilung: Tympanie mit grosser Gasblase und +/- erhaltener Schichtung → meist Einzeltierkrankheit → Ursache im Tier selber Tympanie mit schaumiger Durchmischung → meistens mehere Tiere betroffen → Futter anschauen Pathogenese: Druckrezeptoren mit tiefer Reizschwelle in Pansenwand → zuerst Anregung der Motorik dann Druckrezeptoren mit hoher Reizschwelle → abe gewissem Überdehnungsgrad Hemmung der Motorik
- Tympanie mit Gasblase Ätiologie: Problem, 2 Formen Ätiologie: ≠ übermässige Gasproduktion sondern Eliminiation des bei Gärung von Futtermitteln entstehenden Gases durch Ruktus verhindert mechanische Obstruktion → Schlundverstopfung, FK im Pansen, Papillome, Tier in Seitenlage motorische Störung → Indigestion, Pansenüberladung, metabolische Störung
- schaumige Gärung Problem Ätiologie gefährdete Populationen Pathogenese prädisponierende Faktoren Konsequenzen Problem: durch Gärungsvorgänge gebildete Gase bleiben im Panseninhalt stecken, anstatt zu einer grossen dorsaeln Gasblase zusammen zu fliessen Ätiologie: gefährliche Futtermittel → reich an Chloroplastmembranen, löslichem Protein und sehr feinen Partikeln; Futtermittel mit wenig Rohfasern, mit leicht verdaulichen KH und vielen Proteinen → z.B. schnell gewachsene Leguminosen, Rüben, Kartoffeln, fein gemahlene Getreideprodukte gefährdete Populationen: Weidekühe und Tiere in Rindermast Pathogenese: rascher Abbau der Pflanzen und Freisetzung von Nährstoffen aus Pflanzenblättern → Bildung von stabilen Septen zwischen Gasblasen → Schaumbildung prädisponierende Faktoren: Futter mit hohem Wassergehalt, hohe Wasseraufnahme vor/nach Fütterung, verdorbenes oder gefrorenes Futter, Muzin im Speichel, Vorschädigung der Pansenmotorik Konsequenzen: Pansen mit schaumiger Masse gefüllt, Kardia öffnet nicht weil keine Gasblase oder teils auch verstopft → kein Ruktus → akute, oft lebensbedrohliche Blähung
- rezidivierende Tympanie: Ätiologie, Obstruktion der Kardia, Diagnose Tympanie beim Kalb: Ätiologie Ätiologie: Passagebehinderung Kardia oder Ostium reticulo-omasicum motorische Störung, Störung der mikrobiellen Verdauungsvorgänge im Pansen, Hoflund-Syndrom Obstruktion der Kardia: Papillome, Narben, Granulationsgewebe, Infektionen, FK im Pansen (Haarballen, Plazenta, Schnur, Plastiksack) → akute Tympanie wie Schlundverstopfung, meistens rezidivierend Diagnose: klinische Symptome, weiterführende Untersuchungen (Sondierung), evtl. Rumenotomie weil Ultraschall und Rx nichts bringen Tympanie beim Kalb: oft bei eitrigen Pneumonien → Schaden an Ösophagus und/oder Vagus, Haarballen, Milch im Abomasum während Absetzen → Überladen → verminderte Pansenmotorik → Tympanie
- Tympanien klinische Symptome Diagnosestellung Sondieren klinische Symptome: Auftreibung der linken Flanke, ängstlicher Blick, evtl. Kolik, Sägebockstellung, Pansenperistaltik zuerst erhöht, dann vertieft, erhöhte AF und HF, Zyanose, Atemnot, Maulatmung (weil Druck auf Zwerchfell), Kollaps und Schock, rascher Verlauf und Exitus möglich (in Minuten) Diagnosestellung: Bestimmung der Ursache ist Problem, nicht Diagnose der Tympanie → Anamnese (v.a. Fütterung), klinische Symptome, Einführung einer Schlundsonde, Pansensaft, evtl. Blutuntersuchung Sondieren: bei Verdacht auf Schlundverstopfung, wenn möglich immer zuerst, Spasmolytika geben und 10-15min warten → Entspannung + Speichel →löst sich vielleicht selber (wenn nicht gemacht → Kunstfehler) Sonde kann nicht bis zum Pansen vorgeschoben werden → Schlundverstopfung Sonde kann erst nach Überwinden eines Widerstandes bis in Pansen geschoben werden + Gas fliesst aus → Ösophaguskompression, Kardiastenose Sonde kann ohne Widerstand in Pansen geschoben werden + Gas fliesst aus → verminderte Pansenmotorik, Störung der Pansenflora und der mikrobiellen Verdauung, Hypokalzämie, Rumenitis, Tympanie mit Gasblase Sonde kan ohne Widerstand in Pansen geschoben werden + kein Gas fliesst aus → schaumige Gärung oder schaumiger Panseninhalt bei Motorikstörungen (Hoflund) → beim Entfernen der Sonde grüner Schaum am Ende
- Tympanien - Ddx Ddx für vergrösserten Bauchumfang (6) 1. Labmagenverlagerung 2. Darmverschlüsse 3. fortgeschrittene Trächtigkeit 4. Eihautwassersucht 5. diffuse Peritonitis (Fl. in Bauchhöhle) 6. Bursitis omentalis (Fl. zwischen 2 Blättern des Netzes)
- Therapie Tympanie mit Gasblase Kaltenböcksonde Tympanie beim Kalb Pansenstick schaumige Gärung Tympanie mit Gasblase: Notfall = nur bei Schlund- oder Kardiaverstopfung → Pansenstick Primärursache bestimmen, Sondieren mit Kaltenböcksonde → Primärursache behandeln, evtl. Rumenotomie (Exploration, Ausräumen) + unterstützende Massnahmen wie Tier vorne hochstellen, Kaustab (regt Ruktus an durch Speichelproduktion), Massage der linken Flanke,... Kaltenböcksonde: Gewicht vorne damit es absinkt, Löcher in Mitte → sind dann auf Höhe Gasblase Tympanie beim Kalb: Abgasen mit Sonde Pansenstich: mit Trokkard, oder -Trokkard bei chronischen Fällen ! kann subkutanes Emphysem geben schaumige Gärung: OF-aktive Substanzen per Kaltenböcksonde (polymerisierte Silikone, Poloxalene, Öl) → Schaum zerfällt in Fl. und Gas, Trokardierung meist erfolglos, wenn möglich Rumenotomie, im Notfall Pansenschnitt (nicht chir. Eingriff → Kontamination der Bauchhöhle)
- Prognose + Prophylaxe Tympanie mit Gasblase schaumige Gärung Tympanie mit Gasblase: von günstig bis infaust, Schlundverstopfung verhindert durch Vermeiden von gefährlichen Futtermitteln (Obst, Kartoffeln) schaumige Gärung: Anfangsstadium → gut nach Entzug des blähenden Futters, nach Sondieren und Behandlung mit Blähmitteln zweifelhaft bis gut nach Pansenstich → zweifelhaft (meist nutzlos) nach Pansenschnitt → zweifelhaft bis ungünstig wegen Kontamination der Bauchhöhle Tier schon festliegend → ungünstig, rascher Tod Exposition zu gefährlichen Futtermitteln minimieren, limitierter Zugang zu solchen Weiden, eventuell prophylaktische Gabe von OF-aktiven Mitteln, gute Beobachtung und schnelle Reaktion
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