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Verdauung - Innere Medizin (Fach) / Wdk - Indigestionen (Lektion)

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  • Definition Indigestion Untersuchungen der Vormägen Pansensaftentnahme Pansensaftuntersuchung: Beurteilungskriterien Indigestion = Vormagenerkrankung Untersuchungen: Adspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, FK-Proben, Kotbeurteilung, Rektaluntersuchung, Pansensaftentnahme Pansensaftentnahme: Sonde mit Gewicht am Ende → geht durch feste Phase durch, Sonde übers Maul → Speichel → 1. Teil aus Sonde wird mit Bicarbonat vermischt sein Entnahme durch Punktion → ! Peritonitis Pansensaftuntersuchung: Farbe → grün bis rotgrün normal, gelb wenn Milch getrunken, rot wenn blutig Geruch → aromatisch, leicht sauer, ohne Geruch → Bak inaktiv Beschaffenheit → viskös pH → 5.4-6.8, viel Kraftfutter → mehr Laktose → pH sinkt, mehr Heu und Raufutter → pH steigt weil mehr Speichel produziert wird Methylenblau-Reduktionstest → Bak reduzieren diese Substanz → sollte farblos werden nach 1-3-6 Minuten Gram-Färbung → normal gram- (rot) > gram+ (blau) Flottation →grosse Teile werden mit Gasblase nach oben getragen wen genügend Tragfläche → zeigt metabolische Aktivität der Bak Sedimentation → kleine Teile sedimentieren, wenn reduziert → zu wenig Verkleinerung (könnte auch an Zähnen liegen), wenn zu stark → Abflussstörung Baumwollfaden → in Pansensaft, sollte abgebaut werden und Gewicht daran nach unten fallen Flora → wenig lebendige → chronische Erkrankung, viele tote → akute Erkrankung
  • primäre Indigestionen Ätiologien Pathophysiologie bei Motorikstörung im Reticulorumen mögliche Ursachen wenn Motorik gestört mögliche Ursachen wenn Verdauung gestört Ätiologien: motorische Störung → Pansen-, Haubenwand, Innervation vom Reticulorumen, Passagebehinderung Störung der Verdauungsvorgänge → mikrobielle Verdauung, biochemische Vergärung Pathophysiologie: schlechte Durchmischung der Ingesta → schlechte Vermischung mit Speichel → Versacken von unverdauten Partikeln und verdauten Endprodukten → weniger Kontakt mit Pansenwand und somit weniger Resorption → gestörte Verkleinerungs- und Sortierfunktion → gestörter Ruktus → Ansammlung von Gas mögliche Ursachen wenn Motorik gestört: Reticuloperitonitis traumatica, Rumenitis, Tympanie, weiche FK (Obstruktion der Kardia), Hoflund-Syndrom mögliche Ursachen wenn Verdauung gestört: einfache Indigestion, Futter schlechter Qualität, Pansenazidose, Pansenalkalose, Pansenfäulnis
  • Rumenitis Ursachen und Pathogenese Ursachen und Pathogenese: chronische Pansenazidose → Schädigung der Pansenwand → Eindringen von Keimen (T. pyogenes, F. necrophorum, Pilze) Parakeratose → ständiger Reiz durch hohe FFS-Konzentrationen (Butyrat > Propionat > viel Kraftfutter) Parakeratose bei Kälbern → oft infolge Reizung durch Haarballen (Trichobezoare) → Schädigung der Wand führt zu gestörter Motorik
  • einfache Indigestion Definition Ursachen Pathogenese Therapie Definition: akute/subakute Störung der Verdauungsvorgänge im Pansen Ursachen: aprupte Futterumstellung, Medis, Narkose, verdorbenes Futter Pathogenese: gestörte Pansenmotorik → nach 1-2 Tagen evtl. Durchfall, abnormale Ingesta und Verdauung (weil Flora noch nicht angepasst) Therapie: oft Spontanheilung, langsame Anfütterung/Umstellung
  • Inaktivität der Pansenflora Ätiologie Pathogenese Ätiologie: oft bei sekundären Indigestionen, bei Futter ungenügender Qualität oder schlecht verdauliches/zu grobes Futter Pathogenese: Futteraufnahme sinkt → Absterben der Pansenflora → Pansen schlecht gefüllt → Peristaltik nimmt ab → evtl. leichte Tympanie oder: zu wenig verdauliche KH/Proteine → Pansenflora verhungert/stirbt → Pansen angefüllt mit festem Inhalt bei schlechtem Nähzustand → Pansenmotorik nimmt ab → rezidivierende Tympanie, schlechte Schichtung (festes Material unten) → wenig Kot, trocken, mit zu langen Fasern
  • Indigestionen mit pH-Verschiebung Pansenalkalose: Definition, Ätiologie, Pathogenese, Komplikationen Pansenfäulnis: Ätiologie, Pathogenese, Symptome 2 weitere Erkrankungen (anderswo genau beschrieben) Pansenalkalose: Definition → pH und Ammoniakgehalt im Pansen zu hoch Ätiologie → mehr N-haltige Verbindungen im Futter, evtl. auch Proteine, Harnstoff, Nitrit und Nitrat erhöht (im Futter) Pathogenese → Endprodukt = Ammoniak, Pansensaft pH 7.7-8.5, Ammoniakgeruch → Absterben der Flora, starke Indigestion Komplikationen → Ammoniak- und Nitritvergiftungen Pansenfäulnis: Ätiologie → Verfütterung von faulen Futtermitteln, Jauchekontamination, proliferation von gram- Keimen (E.coli, Proteus,...), Verdrängung der normalen Flora Pathogenese → abnormale Zersetzung des Panseninhaltes →toxische Abbauprodukte und Bakterientoxine → Pansensaft 7.7-8.5, fauler Geruch → Absterben der Pansenflora → starke Indigestion Symptome → Allegemeinsymptome (u.a. Kreislaufstörungen), Durchfall, Toxämie
  • sekundäre Indigestionen - Ätiologie (4) 1. Allgemeinerkrankungen (systemisch) 2. Fieber, Toxämie 3. Stoffwechselstörungen (Ca++), Medis (UAW → hemmend auf Pansenmotorik) 4. schmerzhafte Prozesse (z.B. Klauenleiden) → haben direkte Wirkung auf Vormagenwand → Inappetenz, Inaktivität/Absterben der Pansenflora
  • Indigestion - Allgemeinsymptome (8) spezielle diagnostische Hinweise (6) 1. höhere Körpertemperatur 2. veränderte Herzfrequenz 3. Pansenanfüllung 4. wenig-kein Panseninhalt 5. gesteigerte Pansenperistaltik 6. Erbrechen (selten) 1. reduzierter AZ 2. reduzierter Appetit 3. reduzierte Milchleistung 4. weniger Wiederkauen 5. reduzierte/fehlende Pansenperistaltik 6. Pansenfüllung, grösserer Bauchumfang 7. veränderte Schichtung des Panseninhaltes 8. weniger Kot, unverdauter Kot 1. oft FK 2. z.B. Tympanie, Hoflung 3. Abflussstörung 4. chronische Inappetenz 5. Frühstadium einer Tympanie oder vordere funktionelle Stenose 6. Pansenüberladung, Abflüssstörung, Rumenitis, Zwerchfellhernie
  • Indigestion - Pansensaftuntersuchung Farbe und Konsistenz Geruch und pH Reduktionsprobe Flotation, Sedimentation Protozoen Chlorid-Gehalt Farbe und Konsistenz normal Geruch reduziert, pH erhöht Reduktionsprobe verlangsam Flotation und Sedimentation verringert Protozoen verringert Chlorid-Gehalt normal
  • Indigestionen Therapie (5) Prophylaxe Therapie: 1. Abstellen der Ursache 2. Normalisierung des Pansenmilieus → Pansensaftübertragung, Ruminantia (getrocknete pflanz. Bestandteile), Korrektur des pH's, Volumenzufuhr zum Peristaltik anregen, Abtöten abnormaler Flora (mit AB, Bikarbonate) 3. Diät und langsames Anfüttern 4. Optimierung der Fütterung 5. Behandlung von Begleitkrankheiten Prophylaxe: mehr Raufutter, mehr grobes Futter, langsame Futterumstellung, Futter selten zu grob (höchstens bei Mutterkühen)
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  • Vormagenerkrankungen Symptome Obstruktion am Ostium reticulo-omasicum: Ätiologie, Pathogenese, Ddx Psalteranschoppung: Formen, Pathogenese, Diagnose, Therapie, Prognose Symptome: v.a. am Pansen feststellbar Obstruktion am Ostium reticulo-omasicum: Ätiologie → Papillome, Narben oder Granulationsgewebe, Infektionen (Aktinomykose, Aktionbazillose), FK (Bezoare, Plazenta, Schnur, Plastiksack) Pathogenese → Abflussstörung aus Pansen → Pansenanschoppung Ddx → vordere funktionelle Stenose, Zwerchfellhernie mit Vorfall des Reticulum (aber Diaphragma eig. sehr stark) Psalteranschoppung: Formen → primäre Funktionsstörung, zu tiefe Wasserversorgung, zu kurz gehacktes Futter, bei anderen Verdaunngs-/metabolischen Störungen (alle sekundär) Pathogenese → Anschoppung des Psalters (wird grösser und härter) → klinisch häufig Kolik im Vordergrund → sekundäre Pansenindigestion Diagnose → Ausschlussdiagnose, evtl. Ultraschall, definitive Diagnose oft erst intraoperativ (explorative Laparatomie) Therapie → viel Fl. und Öl per os, Pansensaft und/oder Ruminantia, Unterstützungstherapie mit Infusionen,... Prognose → im Prinzip gut