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Anästhesie und Notfallmedizin (Fach) / Komplett (Lektion)

Examensvorbereitung

Diese Lektion wurde von ju89li erstellt.

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  • Welchen Stellenwert haben Opiode im Rahmen einer Anästhesie? unverzichtbar, da sie volatilen (Ausnahme: Lachgas, Xenon) und die intravenösen (Ausnahme: Ketamin) Anästetika keine analgetische Wirkung haben -> Analgesie
  • Mit welcher Referenzsubstanz wird die Wirkstärke (analgetische Potenz) eines Opiods stets verglichen? Morphin
  • Was ist der Ceiling-Effekt? bei der Gabe eines Arzneimittels kommt es trotz Dosissteigerung zu keiner weiteren Zunahme der Wirkung auch: Sättigungseffekt z.B. bei Opioiden
  • Was sind Nebenwirkungen von Opioden? Atemdepression -> Kommandoatmung Senkung des Sympathikotonus Sedierung Übelkeit Obstipation -> + Laxans Thoraxrigidität Miosis: "stecknadelkopfgroße Pupillen" Suchtentwicklung, Toleranzentwicklung
  • Wodurch kann die Wirkung von Opioiden antagonisiert werden? Naloxon, kurze Wirkdauer
  • Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen Opioiden, die im Rahmen der Anästhesie bzw. der chronischen Schmerztherapie eingesetzt werden? Anästhesie: schnell wirksam, hohe analgetische Potenz, gute Steuerbarkeit, i.v. Schmerztherapie: konstante Wirkspielel, möglichst unkomplizierte Einnahme
  • Was ist Fentanyl Standardopiod in der Anästhesie
  • Wie werden Muskelrelaxantien eingeteilt? anhand ihres Wirkmechanismus in depolarisierende und nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien
  • Wie ist der Ablauf der neuromuskulären Ubertragung? Vermittlung über Acetylcholin: Ankunft eines Reizes -> präsynaptische Freisetzung von ACh -> Diffusion durch den synaptischen Spalt, Bindung an postsynaptische nikotinerge ACh-Rezeptoren -> Öffnung von Natrium-Kanälen -> Auslösung eines AP Abbau des ACh durch die ACh-Esterase
  • Was bedeutet ED95? Effektivdosis, die zu einer 95%igen neuromuskulären Blockade führt zur Intubation wird meist eine 2fache ED95 verwendet
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  • Was ist Succinylcholin? einzig relevantes depolarisierendes Muskelrelaxans löst einmaliges Aktionspotential aus (kurzzeitige Muskelfaszikulation) schnelle Anschlagzeit, kurze Wirkdauer
  • Was sind Nebenwirkungen von Succinylcholin? Kaliumfreisetzung -> HRST, Bradykardie Phase-II-Block/Dualblock: neuromuskuläre Blockade -> daher immer nur 1malige Gabe zur Intubation Triggersubstanz der malignen Hyperthermie kurzzeitge Erhöhung des intrakraniellen, intragastralen und des Augeninnendrucks
  • Wann wird ein Dualblock (Phase-II-Block) beobachtet? bei Succinylcholin
  • Wie wirken nichtdepolarisierende Muskelrelaxantien? kompetetive Antagonisten am ACh-Rezeptor ohne intrinsische Aktivität, d.h. ohne Auslösen eines Aktionspotentials
  • Wie erfolgt die Metabolisierung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien? "urium" wie Atracurium, Cis-Atracurium-organUnabhägig, daher gut geeignet für Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz Mivacurium-Abbau über die Plasmacholinesterase "uronium" wie Pancuronium, Rocuronium, Vecuronium-hepatische Metabolisierung
  • Wie kann die Wirkung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien aufgehoben werden? Acetylcholin-Esterase-Inhibitoren (Pyridostigmin, Neostigmin) -> ↑Ach im synaptischen Spalt -> Verdrängung des Muskelrelaxans
  • Was wird bei Acetylcholi-Esterase-Inhibitoren immer mit verabreicht? Atropin, aufgrund der parasympathomimetischen Wirkung
  • Bei welchen Patienten sollte die Gabe von Acetylcholinesteraseinhibitoren vermieden werden? Asthma bronchiale wegen Bronchokonstriktion
  • In welchem Zusammenhang wird Sugammadex eingesetzt? schnelle Wirkaufhebung von Rocuroium und Vecuronium (=nicht depolarisierende Muskelrelaxantien) ohne schwere Nebenwirkungen
  • Wie ist die Wirksamkeit von Lokalanästhetika in entzündetem Gewebe? schwach oder gar nicht wirksam entzündetes Gewebe = saurer pH -> LA liegen in geladener Form vor -> hydrophil, können Nervenfasermembran nicht durchdringen
  • Was sind Symptome einer Intoxikation durch Lokalanästhetika? ZNS-Symptome-Schwindel, Ohrensausen, Übelkeit-periorales Kribbeln oder Taubheit, metallischer Geschmack-verwaschene Sprache-Nystagmus-Somnolenz-Krampfanfall kardiale Symptome-HRST-Hypertonie-Kreislaufstillstand
  • Was sind Zeichen einer unzureichenden Narkosetiefe? Schwitzen Augentränen weite Pupillen
  • Was können Ursachen für falsche RR-Messungen sein? zu schmale RR-Manschette -> falsch hohe Werte zu breite RR-Manschette -> falsch niedrige Werte
  • Was ist ein Normalwert für die Sauerstoffsättigung und wie wird sie gemessen? 95-99% Messfühler an Finger, Zehe, Nase oder Ohrläppchen Messprinzip beruht auf der unterschiedlichen Lichtabsorption von oxygeniertem und nicht oxygeniertem Hb
  • Unter welchen Umständen können bei der Messung der Sauerstoffsättigung Messfehler auftreten? Schock Vergiftung mit Methämoglobin und Kohlenmonoxid: falsch hohe Werte Anämie: Gerät misst einen korrekt hohen Sättigungswert, allerdings fehlen dem Körper die Sauerstoffträger
  • Was misst die Kapnometrie? das endexspiratorische CO2 (=endtidales CO2 = etCO2) als Ausdruck des alveolären CO2
  • Wie werden Wirkung und Abbau von Muskelrelaxantien überprüft? mit der Relaxometrie: Platzierung von 2 Elektroden am Unterarm über Verlauf des N. ulnaris elektrische Stimulation, meist 4 Reize in kurzer Folge, Train-of-four (erst am narkotisierten Patienten, da schmerzhaft) Auswertung der Kontraktion des M. abductor pollicis tiefe Muskelrelaxation: kein Ausschlag messbar
  • Wozu dient der Allen-Test? Testung der Durchlutungssituation der Hand, Durchführung vor Punktion einer Arterie (z.B. A. radialis) Kompression von A. radialis und ulnaris, wiederholter Faustschluss bis Hand weiß wird, Dekompression, wenn Hand innerhalb von 15 s wieder normal durchblutet ist, kann Arterie punktiert werden, da Perfusion auch bei einer Thrombosierung des punktierten Gefäßes ausreichend ist
  • Was ist der Standardzugang für einen ZVK? rechtsseitige V. jugularis interna  
  • Wie ist der Ablauf bei ZVK-Anlage? Punktion meist der rechten V. jugularis interna unter Ultraschallkontrolle Einführug des Katheters in Seldinger-Technik bis zum rechten Vorhof Spitze des ZVK = EKG-Elektrode, mit zunehmeder Nähe zum rechten Vorhof vergrößert sich die P-Welle und wird bei Lage im rechten Vorhof größer als die R-Zacke, Zurückziehen des ZVK bis sich die P-Welle normalisiert  
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  • Wie erfolgt die Beatmung unter Berücksichtigung der Lungencompliance? Beatmung im Bereich zwischen dem unteren (Offenhalten der Lunge durch einen BEEP) und oberen Inflektionspunkt (Vermeidung von Spitzendrücken) = im Bereich der größten Compliance
  • Was ist der Unterschied zwischen kontrollierter und assistierter Beatmung? kontrolliert: Gerät übernimmt Beatmung vollständig, volumen- oder druckorientiert assistiert: Auslösung des Atemzuges durch Patient, Unterstützung durch Gerät
  • Was bedeutet PEEP und was sind Wirkungen? positiver endexspiratorischer Druck: PEEP-Niveau oberhalb des unteren Inflektionspunktes führt zu Zunahme der Compliance Verhinderung eines Alveolarkollaps Eröffnung nicht belüfteter Alveolen Erhöhung der funktionellen Resiualkapazität Verbesserung des Ventilations-Perfusions-Verhältnisses Erhöhung des intrathorakalen Drucks -> verminderter venöser Rückstrom
  • Was ist der kooperative Effekt des Hämoglobins? erleichterte Sauerstoffanlagerung wenn bereits ein Sauerstoffmolekül gebunden ist
  • Was ist die Hüfner-Zahl? 1g Hb kann 1,34 ml O2 transportieren
  • Wie hoch ist der Sauerstoffpartialdruck im arteriellen bzw. gemischt-venösen Blut? arteriell: 100 mmHg gemischt-venös: 40 mmHg
  • Wozu dient der C-Griff? zur optimalen Maskenhaltung bei Beatmung
  • Welche supraglottische Atemwegshilfe wird am häufigsten eingesetzt? Larynxmaske kein Passieren der Glottis, Stimmbandschonung kein sicherer Aspirationsschutz
  • Wie wird ein Endotrachealtubus platziert? mithilfe eines Laryngoskops durch die Stimmlippen in die Trachea meist orotrachael, selten nasotracheal Cuff am distalen Ende, Schutz vor Aspiration
  • Wozu dient die Einteilung nach Carmack und Lehane? beschreibt die direkte Sichtbarkeit der Stimmritze unter Laryngoskopie während einer endotrachealen Intubation 4 Grade I: gesamte Stimmritze einstellbar II: Stimmritze teilweise sichtbar (hintere Kommissur)III: Stimmritze nicht einstellbar, nur Epiglottis sichtbarIV: auch Epiglottis nicht einstellbar, nur Zungengrund sichtbar  
  • Woran kann man sich bei der Bestimmung der Tubusgröße bei Kindern orientieren? Durchmesser des Kleinfingers
  • Was sind sichere Zeichen der korrekten Tubuslage? Nachweis von CO2 in der Ausatemluft bei der Laryngoskopie passiert der Tubus die Stimmlippen in der Bronchoskopie durch den Endotrachealtubus ist die Trachea sicher zu identifizieren
  • Warum muss nach Intubation auskultiert werden? zur Vermeidung einer einseitigen Tubuslage, in den meisten Fällen liegt der Tubus dann im rechten Hauptbronchus (analog der Fremdkörperaspirationen)
  • Welche Pharyngealtuben werden unterschieden? =liegen im Pharynx oberhalb der Glottis Guedel: oropharyngeal Wendl: nasopharyngeal, oft bessere Toleranz beide ohne Cuff
  • Welche Endotrachealtuben werden unterschieden? Magill-Tubus = Standard Woodbridge-Tubus = wie Magill + Drahtspirale
  • Was bedeutet "Cannot intubate, cannot ventilate"? Notfallsituation, in der weder Maskenbeatmung noch Intubation möglich sind
  • Was sind Hinweise auf einen schwierigen Atemweg? Mundöffnung < 3cm Mallampati ab Grad III Unmöglichkeit, untere vor die oberen Schneidezähne zu positionieren thyreomentaler Abstand < 6cm bei Reklination (Patil-Test) eingeschränkte HWS-Beweglichkeit z.B. Morbus Bechterew faziales oder zervikales Trauma Tumoren, Z.n. Hals-OP kurzer, kräftiger Hals Schwangerschaft
  • Wie ist das Vorgehen bei erwartetem schwierigem Atemweg? fiberoptische Wachintubation: Atemwegssicherung unter Spontanatmung und bei erhaltenen Schutzreflexen
  • Wozu dient die Mallampati-Klassifikation? zur Beurteilung der Atemwege vor Intubation maximale Mundöffnung, herausgestreckte Zunge I: Gaumenpfeiler und Uvula voll sichtbar II: eingeschränkt sichtbar, Uvulaspitze verdeckt III: nur Uvulabasis sichtbar IV: nur weicher Gaumen sichtbar
  • Wie wird die fiberoptische Wachintubation durchgeführt? Besprühen der Nasenschleimhäute mit Vasokonstriktor, Oberflächenanästhesie bis tiefer Pharynxbereich Einführen des flexiblen Brochoskops bis vor den Larynxeingang Benetzung der Stimmlippen mit LA Einführung des Bronchoskops in die Trachea, Vorschub des Endotrachealtubus Narkoseeinleitung erst nach sicherer endotrachealer Tubuslage