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Modul 1 - 03401 Forschungsmethoden der Psychologie (Fach) / 6 Datenerhebungsmethoden (Lektion)

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  • 6.1 Zehn Datenquellen und Erhebungstechniken   Ausgangspunkt = 10 Datenquellen umfassende Klassifikation von Kurt Pawlik Klassifikation erfolgt jeweils nach drei Kriterien der Datenmodalität: Es wird unterschieden: mentale Repräsentationen des Erlebens und Verhaltens oder direkt beobachtbares Verhalten oder  psychophysiologisch erfassbare Variablen handelt der erfassbaren Varianz: Daten erhebbar im Labor und/oder im Feld? der Reaktionsobjektivität: Ausmaß, in dem eine Datenquelle durch Ziele, Werte und Einstellungen eines Probanden beeinflusst oder sogar verfälscht wird. Konstrukte und Phänomene lassen sich zumeist auf allen drei Datenmodalitäten und sowohl im Labor als auch im Feld untersuchen B: Person füllt zur Erfassung ihrer Aggression Fragebogen aus Pers muss auf diesbezügliche mentale Repräsentationen zurückgreifen. Aggressives Verhalten kann aber auch direkt im Labor oder Feld beobachtet werden. psychophysiologische Veränderungen  können durch aparative Verfahren gemessen werden.  Da Aggression sozial unerwünscht → Gefahr, dass Person sich im Fragebogen weniger aggressiv beschreibt, als sie tatsächlich ist.  Muss sich nicht unbedingt um eine willentliche Verfälschung handeln, sondern kann ganz einfach der subjektiven Selbsteinschätzung eines Probanden entsprechen, die dann im Widerspruch zu Fremdeinschätzung stehen kann. → hängt von den Items im Fragebogen ab, ob willentlich/ subjektiv gültige Selbsteinschätzung. das Beobachten unter Laborbedingungen unterliegt ethischen Grenzen und ist ebenfalls nicht reaktionsobjektiv da das Bewusstsein an einer psychologische Studie teilzunehmen, das gezeigte Verhalten mehr oder weniger stark verändern kann.   es gibt keine ideale Erfassungsmethode → multi-methodale erfassung empfiehlt sich, bei der verschiedene Datenerhebungsmethoden kombiniert werden, um die Vorteile der jeweils einzelnen Methoden nutzen und die Nachteile ausgleichen zu können. Zehn Datenquellen Biographische und aktuardaten:  soziodemographische Daten: alter, Geschlecht, Beruf, Familienstand.. können reaktionsobjektiv erfasst werden.  andere objektive Daten  wie Daten zur Lebensgeschichte, der Schul- und Berufsbildung oder auch Krankengeschichten zählen dazu.  können mit speziellen biographischen Fragebogen in einem sogenannten anamnestischen Interviev oder durch Rückgriff auf Aktenquellen erhoben werden.  Zuordnung dieser Datenquelle  der Modalität "Verhalten"  im weiten Wortsinn.  Veraltensspuren: direkt beobachtbare Nachwirkungen (Produkte) menschlichen Verhaltens: am äußeren Erscheinungsbild einer Person direkt beobachtbar: An einer Person die mit Turnschuhen verschwitzt aund außer Atem aus dem Wald kommt, sind Spuren des Verhaltens "Laufen" sichtbar.,  Intentionale Verhaltensprodukte: Zeichnungen.  entstehen zufällig Verhaltensspuren können mit Persönlichkeitsmerkmale assoziiert sein: hochgewissenhafte Person → aufgeräumter + ordentlicher Schreibtisch Farbikeit (offenheit, Extraversion), Ordentlichkeit (Gewissenhaftigkeit) Datenmodalität: Verhalten, feldbezogen, reaktionsobjektiv erhebbar Verhaltensbeobachtung methodisch kontrolliert und systematisiert muss sich an Gütekriterien messen lassen mit einer weiterführenden quantitativ - statistischen Analyse der protokollierten Verhaltensdaten verbunden.  Das zu beobachtende Verhalten umfasst alle visuell und akustisch wahrnehmbaren Aktivitäten und Veränderungen des Zustands einer Person, z.B. Körperbewegung, Laut- und Sprachäußerungen, physiologische Reaktionen, z.B. Erröten oder Schwitzen.  kann von der Pers selbst oder anderen Pers beobachtet werden:Selbstbeobachtung, Fremdbeobachtung Verhaltensbeobachtungen = reduktive Deskriptionen, die sich auf bestimmte, theoretisch relevante Beobachtungseinheiten (Kategorien, Verhaltensklassen) beschränken Kategoriesystem zielt darauf ab, jede Verhaltensweise innerhalb einer gegebenen Verhaltensstichprobe durch Beobachtung zu erfassen.  Handhabung und Anwendung eines Kategoriesystems muss innerhalb eines Beobachtertrainings eingeübt werden. Beobachtung im sinne reduktiver Deskription bedeutet = durch das Zeichen- oder Kategoriesystem definierte Verhaltensweisen identifizieren und den unterschiedlichen Kategorien des Beobachtungssystems zuzuordnen. Dabei muss genau und eindeutig definiert sein, welche Verhaltensweisen zu welcher Beobachtungskategorie gehören. Im Feld, im Labor möglich Reaktionsobjektivität dann gegeben, wenn eine Person nicht weiß, dass sie beobachtet wird (sogenannte verdeckte Beobachtung, bei der allerdings ethische Probleme auftreten können) Verhaltensbeurteilung betrifft subjektive und summarische Einschätzungen und Bewertungen der Häufigkeit, Intensität und Ausprägungsform des eigenen Verhaltens oder des Verhaltens anderer Personen.  wenn eine Person eigenes Verhalten einschätzt: auf der Basis mentaler Repräsentationen des zumeist bereits vergangenen Verhaltens. Beurteilung des Verhaltens anderer Personen basiert auch auf mentalen Repräsentationen, da das Verhalten nicht im Hinblick auf einzelne Mikroaspekte registriert und in diesem Sinne gemessen, sondern summarisch eingeschätzt wird,   Verhaltensbeurteilung geben im Gegensatz zu Verhaltensbeobachtung nicht oder zumindest nicht so genau vor, auf welche Mikroaspekte des Verhaltens die Aufmerksamkeit fokussiert werden soll.  Verhaltensbeurteilungen lassen sich von Verhaltensbeobachtungen abgrenzen, je mehr subjektive Wertungen und Interpretationen in die Verhaltensbeurteilung eingehen.  Letzteres immer dann der Fall, wenn Abstufungen einer Ratingskala nicht quantitativ definiert sind + wenig verhaltensnahe Beurteiligseinheiten zugrunde liegen.  Datenmodalität:Mentale Repräsentation,  im Feld, Labor möglich Reaktionsobjektivität, wenn pers nicht weiß dass sie beurteilt wird, nicht wenn sie weiß, dass die beurteilt wird. Ausdrucksverhalten eigene Datenquelle, obwohl es auch der Verhaltensbeobachtung oder -beurteilung hätte zugeordnet werden können.  Umfasst solche Variationen der Mimik, Stimme, Sprechweise sowie der Ganzkörpermotorik, in denen sich Gefühle, Stimmungen und Afffekte äußern. Auch Handschrift als Verhaltensspur zählt zum Ausdrucksverhalten: Persönlichkeitsmerkmale nicht ableitbar, aber Handschrift verändert sich unter Stress. → spiegelt aktuelle Befindlichkeit wider. international verbreitetes Beobachtungssystem zur Registrierung der mimischen Muskelbewegung ist das Facial Action Coding System (FACS): mehrere Action Units (AUs) definiert. = kleineste gerade noch sichtbare mimische Veränderungen bzw. Bewertungseinheiten. B= Heben der Augenbrauen (AU!) , zusammenpressen der Lippen wichtig: zunächst objektive Erfassung, AU werden dann mit Hilfe eines Auswertungsprogramms bestimmten Emotionen zugeordnet.  Grundlage = annahme, nach der die Ausdrucksformen bestimmter Primäremotionen wie Angst, Wut, Ekel biologisch determiniert → gelten universell. Interview das am häufigsten eingesetzte diagnostische Instrument.  zielgerichtete mündliche Kommunikation zw einem o. mehreren Befragern und einem oder mehreren Befragten, wobei eine Informationssammlung über das Verhalten und Erleben im Vordergrund können im Hinblick auf Wortlaut, Anzahl und abfolge der Fragen mehr oder weniger standardisiertsein. Dasselbe gitl für die antwortmöglichkeiten des Probanden, Verhalten des Interviewers und Ausertung.  Je nach Grad der Standardisierung werden verschiedene Interviewformen unterschieden.  Freie Exploration: nur wenige Fragen/Aufträge festgelegt. mögliche Nachfragen hängen vom Verlauf der Exploration ab,  halb-strukturiertes Interview: einzelne Bereiche und Fragen sind festgelegt , die auf jeden Fall abgehandelt werden müssen. , zusätzliche nachfragen sind erlaubt Standardisierte Interviews werden in der Diagnostik psychischer Störungen eingesetzt, : Fragen und deren Abfolge genau festgelegt. Interviewer hat u.U. die Aufgabe die antworten zu kodieren, um z.B: Schweregrad des Symptms zu quantifizieren.  Prozesse laufen auf mehreren Ebenen ab: interviewer und der Interviewte nehmen sich gegenseitig wahr, stellen Hypothesen auf und nehmen implizit Beurteilungen vor: Macht, Kompetzen und Absichten des Interviewers und auch des Interviewten spielen eine Rolle. Sozialspsychologisch: Eindrucksbildung, Streotype,  Motivationspsychologisch: Bedürfnisse nach Kontrolle und Komplexitätsreduktion, Selbstdarstellungstendenzen, aber auch Interesse relevant sein.  Emotionale Gestimmtheiten wie Angst, Sympathie, Argwohn. soziale Ängstlichkeit....können Einfluss auf die Interviewsituation nehmen. Konkret wird der Interviewte mehr oder weniger über folgende Fragen nachdenken: Was geht hier vor? Was will man von mir? Wie soll ich mich am besten verhalten? Warum will der Interviewer bestimmte Dinge wissen? Projektive Tests geben mehrdeutiges Reizmaterial vor (Klecksbilder...) , wird von Pbn interpretiert, ergänzt, gestaltet. Projektive Verfahren sind im Kontext der Psychoanalyse bzw. Tiefenpsychologie entstanden und sollen helfen, sogenannte Abwehrmechanismen zu umgehen und Zugang zu wichtigen psychologischen Informationen ermöglichen, die den Probanden nicht bewusst sind.  Wert projektiver Verfahren umstritten, eher niedrig eingeschätzt klassischen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität, Validität nicht gegeben falsch diese Verfahren als völlig unbrauchbar zu bewertem da die vor allem in der Arbeit mit Kindern eine nützliche Hilfe zur Exploration oder Kontakt- und Beziehungsanbahnung sein können. Sceno-Test: enthält Spielmaterial (Puppen, Bausteine etc.) das gerade für Kinder einen hohen Aufforderungscharakter bietet und einen indirekten Weg darstellt über Spiel Hypothesen aufzustellen projektive Tests spielen insbesondere der Thematische Apperzeptionstest in der Forschung zur impliziten Machtmotivation eine wichtige Rolle Implizite Motive sind im Gegensatz zu expliziten Motiven nicht bewusst präsentiert und können deshalb auch nicht mit Hilfe von Verfahren erfasst werden, die einen solchen bewussten Zugang voraussetzen Objektive Tests an Testgütekriterien überprüfte Srichprobe z.B. von Leistungsaufgaben, über die eine Verhaltensstichprobe erhoben + ausgewertet wird. Intelligenztest = Objektivertest andere Variante von Objektiven Tests: meint solche Verfahren, deren Messintention für den Probanden nicht per Augenschein erschließbar , sind also undurchschaubar.  Test soll damit unverfälschbar. z.B. im Sinne sozialer Erwünschtheit sein.  B für objektiven Test = Subtest "Flächengrößen vergleichen". aus der Testbaterie Arbeitshaltung. Test computergestützt administriert, kognitiver Stil "Impulsivität vs, Reflexivität soll undurchschaubar erfasst werden. Impulsivität = schnell unf fehlerreich vs Reflexivität = langsam und fehlerarm.  Fragebogen: erhebungsinstrumen mit festgelegten Antwormögl. , klar vorgegebene Fragen oder Feststellungen werden angekreuzt.  Beginn= Instruktion wie auszufüllen evtl Beispiel Item Antworten werden nicht für sich ausgewertet und interpretiert, sondern es werden stets Antworten auf ein egrößere Zahl von Fragen oder Feststellungen nach bestimmten statistischen Prinzipien in einem einzigen Messwert zusammengefasst. # dienen meistens der Selbsteinschätzung der Persönlichkeit. auch Fremdeinschätzungen möglich Psychophysiologische Diagnostik Veränderungen des Erlebens und Verhaltens kovariiren mit organismischen Variablen , z.B mit dem Blutdruck, der Herzfrequenz, Ausschüttung bestimmter Hormone, Aktivität in bestimmten Hirnarealen betreffen körperlich-organismische Veränderungen und  werden mit Hilfe elektrophysiologischer Registriermethoden (elektrodermale Aktivität, Herzkreislauf Aktivität, Muskelaktivität, Hirnaktivität)  biochemische messgrößen: hormonspiegel im blut, immunbiologische Analysen des Speichels, Messung der regionalen zerebralen Durchblutung oder des regionalen zerebralen Stoffwechsels) reaktionsobjektiv, Labor mittlerweile auch im Feld  
  • 6.2 Datenerhebung im Internet   Einschränkungen: nur personen mit Internetzugang, mit medienbedingte Problemen verbunden: mehrfachbeantwortung eines Fragebogens durch dieselbe Person wichtige Ressource für die Erhebung von Daten, Bedeutung nimmt zu zumeist Objektive Tests und Fragebogen auch wahrnehmungspsychlogische Experimente werden durchgeführt Vorteile: Asynchronizität und Alokalität: unabhängig von Raum und Zeit.Probanden müssen icht zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein, um an einer Studie teilnehmen zu können. flexibilität: multimediale Elemente können eingesetzt werden.Bilder Fotos. Töne, Animationen und Filme. adaptive Tests = nachfolgende Items oder Aufgaben vorgegeben in Abhängigkeit von den Antworten auf bereits bearbeitete Items Objektivität: Durchführung + automatisierte Auswertung sind von möglichen Verzerrungen und Fehlern die durch VL entstehen können unabhängig und damit objektiv im Sinne der Definition der klassischen Testtheorie. Dokumentierbarkeit als medieninhärentes Merkmal: können im hinblick auf Teilnahmezeitm Teilnahmedauer und anderen Variablen dokumentiert werden. Ökonomie: kein Druck, Kopie → geringe Kosten, keine Medienbrüche, Dateneingabe → von vornherein Speicherung im Medium . auch als SPSS-DAtei.  großangelegte interkulturellen Studien höhere Repräsentativität und Diversität: im Hinblick auf soziodempgraphische Variablen, wie Alter, Geschlecht und Berufsstand wesentlich diverser, umfangreicher und damit tendenziell auch repräsentativer als die üblichen STudierenden-Stichproben. Ergebnisse, die auf Internetstudien basieren vergleichbar mit Ergebnissen die auf traditionellen Methoden basieren.  (pencil-Paper) Probleme und Nachteile der Datenerhebung im Internet: Internetstudien sind im Vergleich traditionell durchgeführten Untersuchungen mit höheren Abbruchquoten verbunden. Bei nur partiell ausgefüllten Fragebögen stellt sich die Frage, inwieweit diese nicht doch in die auswertung einbezogen werden können, wenn sie. z.B. bis zu einem gewissen Prozentsatz oder bis zu einem bestimmten Abschnitt des Fragebogens bearbeitet wurden. problematischer = Möglichkeit der wiederholten teilnahme durch ein- und dieselbe Person. Zur Identifikation solcher Personen im Datensatz sind mittlerweile einige Methoden vorgeschlagen worden.