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Hochgebirge (Fach) / 4. Humangeographische Betrachtung - Fallbeispiel Himalaya (Lektion)

Überblick i. IPCC – Water tower – Flüsse - Gletscherschmelze ii. Hochgebirge als azonale Räume und daraus resultierende Höhenstufung iii. Ressourcen – Begrifflichkeit – Nutzung – Himalayas phytographische Regionen Nanga –Parbat i. Artenzahlen – Gunstraum montane Stufe ii. Vergleich Täler – agropastorale Nutzungssysteme iii. Austausch zwischen Tal und Hochland - KKH iv. Vergleich NP und Hindukusch Transhimalaya – Kumaon Ladakh i. Klima ii. Bewirtschaftung iii. Zwei Systeme iv. Neue Erwerbsmöglichkeiten v. Förderprogramme

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  • 1 Überblick - Fokus auf Himalaya - Debatte um Gletscherschmelze -> Bedeutung Gletscher           Debatte um Gletscherschmelze – zunehmende Bedeutung H-T-Beziehung – Bedeutung Wasserturm Himalaya – IPCC löste Diskussion – zunm. Politisierung – Hintergrund „Water towers“ abhängig Himalaya wie Anden – Wasserturm – Gletscher – Him+Kara+Tien Shan + Pamir Wasserschloss speist Flüsse – Ganges, Indus, Tarim – 70% aus Schmelzabflüssen – Wasser 1,3 Mia Kontext der politischen Betrachtung – Flüsse wie Indus und Brahmaputra grenzüberschreitend - beide werden vorwiegend durch Gletscher aus dem Trans-Himalaya gespeist – doch laut Hewitt (2014) wird kein Gebirge so sehr durch die Konflikte und Gewalt beeinträchtigt und die Gletscher so stark miteinbezogen wie in der Karakorum-Region Funktion zunehmend Power Tower    Schmelzen schneller – bedeutet häufigere Katastrophenereignisse – 2013 Ganges Region – Hochwasser 80 Jahren – restliche Zeit deckt Abfluss mit Bedarf In Initialphase Gletscherschmelze erhöhter Abfluss positive Auswirkungen – trockene Gebiete – langfristig Abbau G - Konsequenzen für Menschen  
  • 2 Siedlungen als Multi-Hazardstandorte -         Semiariden bis ariden HG, wie Karakorum, Hindukusch oder Himalayanordabdachung ·         Wichtiges Kriterium Wasserverfügbarkeit  und dessen gravitative Ableitung ·         Siedlungen häufig im Gletschervorfeld -> Gletscherdämme gehen bis in tiefe Regionen – mögliche Überschwemmung -         Monsunfeuchten Teile der Himalayaregion ·         Hang- und sogar Kammlagen bevorzugt besiedelt ·         Durch monsunale alljährliche Niederschläge Hochwasserkultur in Bezug auf die Infrastruktur ausgebildet ·         Häufig hangparallele, alternative Wege, die auf unterschiedliche Wasserstände eingestellt sind ·         Temporäre Isolation vom Haupttal Bestandteil des Siedlungsalltags ·         Räumliche Veränderung der Gebäude und funktionelle Umwandlung der Flächen möglich – Wohnhäuser an sichere Standorte verlagert -         multihazardstandorte – alltägliche Naturgefahren, wie Steinschlag oder Flussquerung beim Weg zur Alm in der Gefahrenpyramide vorrangig -         Kriterien für Zunahme des Gefahrenpotentials ·         Steigender Bevölkerungsdruck ·         Touristische Erschließung ·         Gerade zu den Seen – Imja-See zu den weltweit beliebtesten Trekkingrouten ·         Aber: Siedlungsgröße ist kleiner als in vielen anderen Hochgebirgen! ·         Anden Städte mit bis zu 100 000 Einwohnern in nur rund 10 km Entfernung von Gletschern lokalisiert
  • 3 HG als azonale Räume und daraus resultierende Höhenstufung -         Azonale Räume – erheben über Grenze des Waldes -         natürliche Vegetation Ausdruck ökologischen Bedingung Raumes – homogenste, längste Klimamessreihe – Indikator Standortverhältnisse – Kriterium Bedingungen menschl. Lebensraum als hygrischer Gunstraum  
  • 5 Ressourcen - Begrifflichkeit - Phytographische Regionen - Nutzung -         Ressource (mensch genutzten nutzbaren Stoffen Energiearten) von Interesse – Nützlichkeit Verfügbarkeit – Nutzungssystem eingebunden – neue Anreize (Innovationen) Laufe Zeit verändern - Dynamisch funktional betrachten  Phytographische Regionen  -         Korrespondenz großklimatischer Ausstattung – 3 kennz. Phytographischen Regionen – monsunal sinohimalayaische R. – WW geprgt. Iranoturane – kontinental-trockene zentralasiatische -         Ziel Analyse – Erfassung veränderungen Bereich V, LNutz, Siedlstrkt – Dynamik Landschaftswandel -         Management Dimension Bewertung in sozioökonomischen Kontext   -         Naturräumliche nutzungsrelevante Aspekte eng verzahnt – Sicherung Existenz – Gebirgsbevölkerung angepasste Wirtschaftsweisen/Strategien -> Humanökologisches Wirkungsgefüge   -         Wechselwirkungen – Naturraumausstattung Nutzungsmustern – beeinflusst durch – Entwicklungen (Innovationen) und sozioökonomischen Bedingungen (Limitierungen, Potentiale) ·         Tierhaltung neben Bewässerungsfeldbau – ökonomische Rückgrat Existenzsicherung – optimale Nutzung Weideflächen   -         Fallbsp. NP – kleinräumige Differenzierung - talspezifische regionale Phänomene -         Rückschlüsse Spannungsfeld „Nachhaltigkeit und Tragfähigkeit der Bewirtschaftung“ – rezente Entwicklungen – historische Daten abzuleiten -         Exogene/endogen induzierte Veränderungen – unterliegt humanökologische Gefügemuster steten Wandel – Form: landschaftlicher Dynamik manifestiert Bergbewohner: Flexibilität bei gleichzeitiger Persistenz – Form von Anpassung an Gegebenheiten                          
  • 6.1 Nanga Parbat - Fokus auf -         Besonderer Fokus – gekennzeichnet hoher Reliefenergie – größere Differenzierung ökologische Ausstattung damit nutzbaren Ressourcen -         Deutliche Höhenstufung durch Steilheit: ·         Colline S. (trocken-subtropische Wüsten) 1100 – 2000 m ·         Submontane und montane S. (Steppen- und Waldformation) 2000 – 3400 m ·         Über obere Waldgrenzen bis zu alpinen Stufe mit offenen Schutt- und Felshängen – 3900 – 4500 m  
  • 6.2 Artenzahlen - Gunstraum montane Stufe -         Verfügbarkeit abiotischen F Wasser Temp – Gunstraum – Siedlungen Wirtschaftsraum gebirgsbäuerlichen Bevölkerung – variieren Jahresverlauf -         Intensivste Nutzung montane Höhenstufe – maximale Diversität Artenzahlen -         Ausbau Siedlungs- Anbau- und Weidestaffeln nutzen GRaum optimal ·         Wintermonate Futterengpässe – Kombination Bewässerungsfeldbau Tierhaltung – teilen Gruppen – Tiere auf/ab Weideressourcen erschließen – anderen Ackerbau -         Tal Winter nutzbar – Sommer karg trockenheiß
  • 6.3 Vergleich der Täler mit agropastoralen Nutzungssystemen und Austauch Hoch - Tiefland -         Tal zu Tal unterschiedlich – 800 (Rupal) vs 2400 m (Raikot) – Zugang zu colline Stufe ·         Unterscheiden Anbaugrenzen, Weidegänge, saisonal agropastorale Migrationsmuster zwischen Tälern ·         Zusätzliche Problematik – territoriale Nutzungsrechte + Zugang, Konflikte, ökonomische Kooperationen und Arrangements zwischen autochthoner GebBevölkerung – Nomaden   Austausch zwischen Tal und Hochland – KKH   -         Möglichkeiten – verbunden mit Ressourcenkontrolle, Routenzugänglichkeit, Austauschbeziehungen, Machtanspruch -         Verkehrserschließung – Einfluss KKH – 1979 – Entwicklung: ehemals traditionellen, subsistenzorientierten Gebirgsdörfern -> Siedlungen marktorientierter Landwirtschaft – Tourismuspotential – verbesserte Verkehrserschließung
  • 7 Vergleich NP und Hindukusch -         Vergl. Siedlungsstrukt- und Vegetationsstrkt. Dörfer Rupal, Churit und Chirtal: ·         Vergrößerung der Siedlungsfläche ·         Waldrückgang ·         Erklärbar – Bevölkerungswachstum – erhöhtem Brenn- und Bauholzbedarf -         Bedeutungswandel – saisonal permanent – Zunahme Laubbäume entlang Bewässerungsarealen -> Ausbau Siedlungs- und Bewässerungsflächen -         Zusammenfassende Bewertung der Kulturlandschaftsdynamik – zusätzliche sozioökoniomische historische Info für Interpretation unverzichtbar – vergleichender Bildanalyse – zusätzlichen Erhebungen -> Rückschlüsse Ursachen und Relevanz Entwicklung
  • 8 Transhimalaya - Kumaon -         4 Zonen – in Abhängigkeit von Höhenlage - eigenständige agrarökologische Potentiale -         Ähnlich NP - mobile TH – mehrgliedrigen Staffelsystem -         Nachfrage Inhaltsstoffen medizinisch-nutzbarer Pflanzen – neue ökonomische Bedeutung peripheren HGRaumes -> nur am Rande erwähnt
  • 9.1 Ladakh -         Bilderbuchbsp. Für Mensch-Umweltbeziehungen zeigen N und Dame Artikel „Irrigation and Development in the Upper Indus Basin“ – soziohydrologische Komplexität bewässerten Gebiete -         Zusammenspiel aus ·         Hydrologischen Konditionen und Dynamiken ·         Soziowirtschaftlicher Entwicklung ·         Institutionellen Vereinbarungen/Beschlüssen ·         Externen Interventionen -         Geschichte Ladakh - eng Tibet – heutige kulturelle Prägung – stets auch Einflüssen Zentralasien, Indien ausgesetzt
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  • 9.2 Klima -         Regenschatten - < 100 mm/Jahr – Variabilität im Jahr -         Oberer Teil Indusbecken – nördlichsten Staat Jammu/Kaschmir – Norden Ladakh Range – Süden Stk Gebirgszug begrenzt -         Aridität – oberen Gebiete mit Schnee – trotz niedriger Temp – G liegen hoch (>5200 m) – klein – perennierende Schneefelder -         Gravitative Massenbewegungen sind weit verbreitet, wie das vergleichsweise häufige Auftreten von Bergstürzen und resultierenden Schutthalden sowie Hangrutschungen belegt. Die Region ist zudem immer wieder von extremen Niederschlagsereignissen getroffen, die zur Auslösung von Murgängen und Sturzflutenführen können
  • 9.3 Bewirtschaftung -         Das Abflussverhalten der Bäche und Flussläufe Ladakhs ist durch ein glazialnivales Abflussregime charakterisiert, das durch Schnee- und Gletscherschmelzwasser gespeist wird. -         Das Einsetzen der Schneeschmelze ist für die Wasserverfügbarkeit zur Kultivierung der Bewässerungsflächen ein kritischer Faktor. Für die Ausaperung von Gletschern und Schneedecken ist neben der Temperatur auch die Exposition entscheidend. Eine Variabilität des Abflussgangs birgt unter den ariden Bedingungen ein hohes Anbaurisiko. -         Anbauzeit - Mai September – Flurparzellen – Gartenbau – Sammeln ergänzende Aktivitäten -         Tierhaltung – Zug/Transportkraft – erweitern Nahrungsspektrum – Wolle/Dung – Elemente landwirtschaftlicher Nutzung
  • 9.4 Zwei Systeme -         Schnee- und Gletscherbewässerungssysteme Nebenflusstälern – Tributeren – Schmelzwasser – Wasser über Kanalsystem mit Haupt-, Neben- und Feldkanäle auf terrassierte Parzellen geleitet ·         Dorfgemeinschaften tragen gemeinsam Verantwortung – Instandhaltung – Verteilung – Absprachen: Wasserwärter ·         Sommer gut – zwischengespeichert (Zing) – kritische Phase – Frühjahr – Schneeschmelze – überbrückt – G so hoch – verzögert Wasser abgeben ·         Wandel: FB Stok – 1969 – 2006 – zunahme bewässerte Flächen, Häuser, brachliegende -> mangelnde Arbeitskräfte außerland – marktbedingte Aufforstungen   -         Bewässerungssystem Industal – keine Wasserknappheit – Ableitung Wasser Indus - Dämme und Kanäle – Flächen ·         Wandel: Zunahme Wälder, Brachen – Umnutzung Backziegelherstellung – Bäume auf stillgelegten Areal -> Zeremonien/Touristische Attraktion
  • 9.5 Neue Erwerbsmöglichkeiten -         Politische und sozioökonomische Veränderungen – Diversifizierung Erwerbsstrategien – Öffnung Grenze 1974 – Fremdenverkehr – neue Einnahmequelle – Tourismus mittlerweile wichtige Stütze – saisonale Erwerbsmöglichkeiten zwischen Juni und September – Bergführer, Eselstreiber, Taxifahrer -         Weiteren – Arbeitsmöglichkeiten Armee, Administration – -         Nebenwirkung Wandels – Wirtschaftliche Entwicklung – finanzielle Ressourcen  für – Nahrungsmittel, Konsumgüter und Schulbildung erforderlich
  • 9.5 Förderprogramme Staat und NGOs – Unterstützung   -         Staat – Straßenbau – PublicDistributionSystem (Vermarktung Überschussprodukten, subventionierte Grundnahrungsmittel, Kerosion Region verteilt -> saisonale Engpässe überwunden) o    Kanal Igu Phey Projekt – Wasser unfruchtbare Landteile – Ziele: Bewässerte Fläche vergrößern, Energieversorgung Nutzung Wasserkraft o    Politische Zielsetzung: sicherung Ansprüche gegenüber P und C   -         NGOs – National Water Shed development program – erstmals neben staatlichen Institutionen – Fokus kleinere Maßstäbe (Bau/Erneuerung Wasserkanäle) o    Leh Nutrition Project – Gesund, Bildung, Landwirtsch, Bewässerung – Herausragend: Artificial Glaciers – oberhalb 4200 Dämme im Flussbett – Abflussgeschwindigkeit herabgesetzt – Okt/Nov gefriert W zwischen Dämmen – Frühjahr Schmelzwasser schneller zur Verfügung als nat. G   -         > Spannungsfeld zw Subsidenz Subventionen –vielfältige Handlungsweisen Gebirgsbev. Zur Ernährungssicherung hin – bis heute Schwierigkeiten Saisonalität, geringe Nahrungsmittelvielfalt – Situation gekennzeichnet Überschuss Mangel -         Kontext politischer + sozioökonomischer Veränderungen – diversifizieren lokale Akteure Wirtschaftsweise – finanzielle Ressourcen erhalten -         FBsp. verdeutlicht Komplexität – Zusammenspiel Akteure – durch externe Unterstützung/Einfluss – Verbesserung Ernährungssituation -         Nicht nur beschränken auf Wassermangel, auch weitere Einflüsse mit bei Fragestellung berücksichtigen! -         Weiterentwicklung -> angepasste, sektorübergreifende Gebirgspolitiken – eingehen lokale Bedürfnisse – Integrieren unterschiedlicher Akteure