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Wirtschaftspädagogik (Fach) / Sozioökonomische Theorien VO3 (Lektion)

Vorlesung 3

Diese Lektion wurde von residesi erstellt.

Lektion lernen

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  • Kognitivismus: Was bedeutet Kognition? Unter Kognition versteht man alle Vorgänge, durch die ein Organismus Kenntnis von seiner Umwelt erlangt. Im menschlichen Bereich sind diese: Wahrnehmung, Vorstellungen, Denken, Urteilen, Sprache. Durch Kognitionen wird Wissen erworben.
  • Kognitive Ansätze:   Beschäftigen sich mit der Black-Box. Fokussieren interne Vorgänge. Versuchen diese in Modelle abzubilden. Teilen weitgehend die Annahme, dass menschliches Denken ein Prozess der Informationsverarbeitung ist.  
  • Mehrspeicher Modell Drei-Speicher-Modell unterscheidet nach zeitlicher Reichweite. (Sensorisches Gedächtnis --> Arbeitsgedächtnis --> Langzeitgedächtnis) Gedächtnisspeicher nach Markowitsch unterscheidet nach unterschiedlicher Funktion. Das Mehrspeicher Modell des Gedächtnisses verbindet beide miteinander: Alle Reize treffen aus Sensorisches Register  - durch Aufmerksamkeit(sprozesse) ausselektiert -> Arbeitsspeicher / Kurzzeitspeicher - durch Wiederholen / Einprägen in den Langzeitspeicher : Im Langzeitspeicher:   Episodisches Gedächtnis (autobiographisches Wissen - Wissen über sich selbst) Semantisches Gedächtnis (Schulwissen über die Welt und deren Zusammenhänge - Gefühlsneutrales Wissen) Prozedurales Gedächtnis (motorisches / mechanisches Wissen - internalisierte Handlungsabläufe) Priming (sich erlebtes in Erinnerung rufen durch bestimmen Reiz - Musikstück - vermittelt zwischen Reiz in der Gegenwart mit Erfahrungen in der Vergangenheit )
  • Entwicklungstheorie nach Jean Piaget - Kognitive Struktur Schablone für die Wahrnehmung der Welt   Geistiges Vermögen, das dem beobachtbaren Verhaltens zurgrunde liegt interne/mentale Repräsentation von Wissen beinhalten / verknüpfen von kognitiven Schemata Durch Struktur-Begriff -> Form der Anordnung, Vernetzung der mentalen Repräsentation, der kognitiven Schemata Lernen: Veränderung der kognitiven Struktur
  • Die grundlegenden Eigenschaften des menschlichen Geistes Vorhandene Schemata reichen nicht aus, um Erfahrungen zu erklären -> Kluft zwischen Bekanntem und Neuen -> vorhandene Schemata werden angepasst: Kognitive Adaption -> Anpassung - sich in die Umwelt einfügen. Durch Assimilation und Akkomodatoin werden individuelle kognitive Strukturen weiter ausdifferenziert. (Denk- und Handlungsweisen erweitern sich - Lernen) Assimilation: kognitive Muster werden  in der Begegnung mit der Umwelt angewendet, verinnerlichte kognitive Struktur. Zuordnung einer Wahrnehmung zu einem bereits vorhandenen Wahrnehmungsschema. Akkomodation: kognitivte Muster erfahren eine Differenzierung / Konflikt, sie werden akkomodiert. Anpassung der inneren Welt durch Schaffen eines neuen Wahrnehmungsschemas Kognitive Organisation -> einzelne Erfahrungen sind nicht Aneinanderreihungen zerhackter Einzelteile, sondern sie stehen in Beziehung miteinander, zusammenhängendes Weltbild Kognitive Äquilibration -> Streben nach Gleichgewicht mit sich und der Umwelt
  • Didaktisch relevante Implikation kognitiver Ansätze: Aktive Rolle des Lernenden Zentrale Bedeutung der aktuellen Kenntnisstruktur der Schüler (Vorwissen/kognitive Struktur) Erklärung von Lernen als Prozess der Assimilation und Akkomodation Geziele und behutsame Störung des kognitiven Gleichgewichts, Erzeugung von Neugier und Selbsttätigkeit Lernerzentrierte Unterrichtsform Zulassen von Fehlern
  • Kontruktivismus Kernannahmen Sinneswahrnehmung und die interne Infoverarbeitung liefern kein fotografisches Abbild der Umwelt (außerhalb des Individuums liegende objektive Realität) Wahrgenommene Reize sind nicht von sich aus mit Bedeutungen behaftet, sie stellen lediglich unterschiedliche Formen von Energie dar, die das Gehirn interpretiert. Individueller Konstruktionsakt Fundamentale Konsequenz: das Wissen über die Realität (Wirklichkeit) ist eine individuelle Kreation, eine Konstruktion des Beobachters Realität an sich ist unerreichbar, alles was wir von ihr wissen, ist von Menschen erzeugt. Realität =Original, =physische Umwelt Wirklichkeit =psychische individuelle Konstruktion Wahrnehmungen sind die Erfahrungen von Dingen, nicht die Dinge  Gehirn erzeugt eine veränderte subjektive Wahrnehmung. Gehirn erzueugt individuelle Welt. selbst
  • Zentrale Begriffe des Konstruktivismus Menschliches Gehirn ist:   autopoietisch - selbsttätig , kognitive Struktur (geistiges         Vermögen),  von sich selbst heraus produziert selbstreferentiell - und bezieht sich immer auf sich selbst geschlossenes System - ohne Kontakt zur Umwelt es ist Produzent und Produkt in einem eigene innere Struktur bestimmt, was der Mensch wahrnimmt   Äußere Realität ist uns sensorisch und kognitiv nicht zugänglich Lediglich strukturelle Kopplung mit der Umwelt Menschen erzeugen / konstruieren ihre Wirklichkeit, die keine Abbildung der Außenwelt, sondern eine viable Konstruktion darstellt. Somit gibt es prinzipiell kein richtiges oder falsches Verhalten sondern unterschiedliche Verhaltensweisen und Einsellungen  
  • Lernen aus konstruktivistischer Sicht:   Lernen als individuelles Konstruieren von Wissen - nicht von außen zu determinieren, nicht 1:1 zu transportieren, von außen angestoßen, nicht in Verlauf und Ergebnis gesteuert --> Frage nach Bedingung unter der gelernt wird.  Lernen als selbstständiger Erkundungs- und Suchprozess des Individuums Lernen als selbsttätiger Aneignungsprozess, in dem sich Lernende auf Basis ihres Vorwissens, Lerngegenstände in einer inneren Auseinandersetzung aneignen Der Lernende als Protagonist des Lerngeschehens
  • Aspekte für die Gestaltung von Lernumgebungen (Konstruktivismus   Authentizität und Situiertheit - realitätsnahe Multiple Kontexte - Transferleistungen (Übertragen auf andere Kontexte) Verhindern von trägem Wissen Multiple Perspektiven - Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven erleben; Rollenspiel - aktiver Wissensaufbau wird erleichtert Sozialer Kontext - Kooperation in Ausarbeitung - Abgleich untereinander
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  • Unterschiedliche Auffassung von Aktivität im Kognitivismus und im Konstruktivismus Kognitivismus   Verarbeitung vorgegebener Informationen Aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt -> Aufbau kognitiver Strukturen Konstruktivismus Wahrnehmungsprozess als aktiver Konstruktionsprozess
  • Didaktische Modelle – wodurch zeichnen sie sich aus?   helfen unterrichtsdidaktisch zu denken und zu bewerten sind komplexitätsreduzierend (fokusiert auf bestimmte Elemente) Liefern einen Rahmen (Denkraster) für die Ordnung eines Praxisfeldes (wesentliche Merkmale des Unterrichts) dienen allgemein dazu didaktische Strukturen und Prozesse zu beschreiben und erklären (fachdidaktisch indifferent) bieten eine Grundlage für Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von didaktischem Handeln in Lern-Lehr-Situationen    
  • Piaget erklärt lernen als Zusammenspiel von Assimilation- und Akkommodationsprozessen („kognitiver Adaptation“) a) Was ist darunter zu verstehen? Kognitive AdaptationàAnpassung an die Umwelt durch Assimilation- und Akkommodationsprozessen Die Zentrale Grundlage der kognitiven Entwicklung erkannte Piaget in der Beziehung zwischen dem Denken und Handeln eines Kindes und den Gegenständen seiner Erfahrung Die beiden Vorgänge der Assimilation und Akkommodation sind unlösbar miteinander verwoben. -        Assimilation à das Kind passt das, was es aus seiner Umwelt erfährt, in seine eigene Organisation ein.              Akkommodation à das Kind passt seine Mentalen Repräsentationen an die Anforderungen der Wirklichkeit an. Beispiel:  „Das Gedächtnis ist ein Ding, das sich im Kopf befindet und das macht, was wir denken. Es ist ein kleines Viereck, in einer Haut, ein wenig oval, und darin sind die Geschichten. Sie sind auf das Fleisch geschrieben, mit Bleistift. Der liebe Gott hat sie geschrieben.“ Das Mädchen assimiliert sein Bild vom Gedächtnis in einer Art kindlichem Realismus, bis es in die Vorstellungswelt einer Neunjährigen passt. In einer späteren Lebensphase wird es in die Lage kommen, zu erkennen, dass dieses Bild in vielem nicht zutrifft à die Vorstellung wird schrittweise neu organisiert à denken passt zu der späteren Erfahrung.   Piagets einfache, aber revolutionäre Behauptung besagt, das Wissen kein Zustand sondern ein Prozess ist… Wahrnehmung und Handeln sind von Anfang an immer schon miteinander verbunden und sollten beim Lernen nicht künstlich voneinander getrennt werden.
  • Drei-Speicher-Modell von Atkinson & Shiffrin (1968) Gedächtnisspeicher mit unterschiedlicher zeitlicher Reichweite o   Sensorisches Gedächtnis             à Ultrakurzzeitspeicher o   Arbeitsgedächtnis                             à Kurzzeitspeicher o   Langzeitgedächtnis                           à Langzeitspeicher Unterrichtskonsequenzen:   -        Aktive Rolle des Lernenden -        Zulassen von Fehlern -        Erzeugung von Neugier und Selbsttätigkeit -        Lernerzentrierte Unterrichtsformen -        Zentrale Bedeutung der aktuellen Kenntnisstruktur der SchülerInnen (Vorwissen)  
  • Stellen sie die drei Lernparadigmen im Hinblick auf nachstehende Kategorien gegenüber: a) Gehirn als … b) Das Bild des Lerners c) Das Bild des Lehrers/ der Lehrerin Behaviorismus a) „black box“ b)     b) Lernende ist passiver Rezipient. Das Lernen ist eine Rekonstruktion der Instruktion. c)     c) Dominante Rolle des Lehrers: Reiz setzen, steuernde Rolle, Belohnung und Bestrafung. Der Lehrende setzt die Instruktionen und gibt den Lernweg vor und das Wissen wird durch Wiederholung und externe Verstärkung angeeignet. Kognitivismus a)     a) Informationsverarbeitung und Speicherung b)     b) Lernen= verändern der kognitiven Strukturen und somit ein Informationsverarbeitungsprozess; der Lernende ist ein aktiver Rezipient der auf der Suche nach dem Lösungsweg ist. Lernen ist somit ein Prozess der Assimilation und Akkommodation. c)     c) Lehrer ist Begleiter der das kognitive Gleichgewicht stört und somit Neugier weckt. Zulassen von Fehlern, Lehrer als Experte und Problemsteller. Konstruktivismus a)     a) Selbständiger Kreator der Wirklichkeit, autopoietisch – Produkt und Produzent b)    b)  ALerner ist ein individueller (aber im sozialen Kontext stattfindendes) konstruieren Wissen. Lernen ist ein selbsstndiger und Erkundungs- und Suchprozess des Individuums. c)    c)  LehrerIn als GestalterIn von Lernsituationen/Lernumgebungen, Begleiter sowie die Schaffung von Ereignissen, in denen die Lernenden sich zurechtfinden müssen. Wichtige Punkte sind:      Authentizität und Situiertheit     Multiple Kontexte     Multiple Perspektiven     Sozialer Kontext 
  • Piaget erklärt lernen als Zusammenspiel von Assimilation- und Akkommodationsprozessen („kognitiver Adaptation“) Welche grundlegenden Annahmen (Eigenschaften des menschlichen Geistes) „rahmen“ diese Vorgänge bzw. treiben diesen Prozess voran? Vorhandene Schemata reichen nicht aus, um Erfahrungen zu erklären -> Kluft zwischen Bekanntem und Neuen -> vorhandene Schemata werden angepasst: Kognitive Adaption -> Anpassung - sich in die Umwelt einfügen. Durch Assimilation und Akkomodatoin werden individuelle kognitive Strukturen weiter ausdifferenziert. (Denk- und Handlungsweisen erweitern sich - Lernen) Assimilation: kognitive Muster werden  in der Begegnung mit der Umwelt angewendet, verinnerlichte kognitive Struktur. Zuordnung einer Wahrnehmung zu einem bereits vorhandenen Wahrnehmungsschema. Akkomodation: kognitivte Muster erfahren eine Differenzierung / Konflikt, sie werden akkomodiert. Anpassung der inneren Welt durch Schaffen eines neuen Wahrnehmungsschemas Kognitive Organisation -> einzelne Erfahrungen sind nicht Aneinanderreihungen zerhackter Einzelteile, sondern sie stehen in Beziehung miteinander, zusammenhängendes Weltbild Kognitive Äquilibration -> Streben nach Gleichgewicht mit sich und der Umwelt