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Psychologie und Kulturelle Vielfalt (Fach) / 2 Definitionen, Theorien und Forschung (Lektion)
in diesem Kapitel grenzen wir den Begriff "Diversität" theoretisch ein und stellen Ihnen einige theoretische Ansätze vor, die sich damit beschäftigen, wie sich Kultur- und Gruppenzugehörigkeiten auf menschliches Erleben und Verhalten auswirken.
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- 2.1. Was ist Diversität unterschiedliche Bedeutungen des Begriffs Diversität im basalen Sinne = Kennzeichen eines sozialen Systems:" A mix of people in one social system who have distinctly different, socially relevant group affiliations" Cox Soziales System = kann auf viele Ebenen definiert werden: Land, Stadt, Organisation, Arbeitsgruppe, Markt für ein Produkt, Vertriebsstrukturen u.v.m. bezeichnen laut Loden and Rosener: Ausdruck Diversität bezieht sich prinzipiell auf Anderssein im Hinblick auf Dimensionen, die "mich" von "dir" und "uns" von "denen" unterscheiden. , dabei spielen folgende Dimensionen eine Rolle: " ..age differences, race, gender, physical ability, sexual orientation, religion and language. Diversity in terms of backgroung, professional experience, skills and specialisation, values and culture, as well as social class, is a prevailing pattern" Primäre und sekundäre Dimensionen der Diversität: Primäre Dimensionen angeboren, unveränderlich begleiten Menschen gesamtes Leben, kontinuierlichen Einfluss auf sein Selbstbild und seine Beziehung zu anderen Menschen Merkmale wie Ethnie, Geschlecht, sexuelle Orientierung 2. Sekundäre Dimensionen können während des Lebens erworben oder verändert werden. Merkmale wie Ausbildung, Wohnort, sozialer Status. Familienstand, religiöse Überzeugung, Berufsstand, Lebenserfahrung tendenziell weniger Einfluss als primäre Dimensionen , beeinflussen auch wie wir uns und andere sehen, Wertediversität Daniels und Macdonald fügen den Dimensionen eine weitere Unterscheidungsdimension hinzu: unterscheiden drei Aspekte: social category diversity: Unterschiede bezüglich soziodemografischer Faktoren wie Alter oder Ethnie (analog zur primären Diversitätsdimension) informational diversity: Unterschiede bezüglich Hintergrundvariablen, wie Ausbildung und wissen (analog zur sekundären Diversitätsdimension) value diversity: Unterschiede bezüglich Überzeugung, Einstellung und Werten. 1 & 2 relativ oberflächliche Unterscheidungsmerkmale psychologisch relevant und emotional involvierend werden diese Merkmal erst in Kombination mit Unterschiedlichkeiten auf der Wertdimension →wir mögen/verabscheuen/fürchten nicht aufgrund sozialdemografischer Charakteristika, sondern weil wir annehmen dass diese Merkmale Informationen über Einstellungen, Überzeugungen und Werte der Merkmalsträger/inne beinhalten. Diskussionen über eien vermeintlichen "Clash of Civilizations" = illustratives Beispiel Überzeugungen, beliefs beziehen sich auf Einschätzungen , die Personen als wahr oder als "realität" erachten variieren nicht nur zw Kulturen, auch innerhalb der Kultur. Beispiel= Überzeugungen , dass Gebiete einen großen Einfluss haben, dass alternative Heilmethoden besser als Schulmedizin wirken, Menschen ihr Leben durch ihre Handlung beeinflussen bzw. verbessern können. für einzelnen Pers. unterschiedl. zentral oder zentral innerhalb einer Kultur= grundlegende Lehren darüber, was Realität ist, wie die Welt funktioniert → Diskusison darüber schwierig, weil Überzeugung zu tief unbewusst verankert.→ Pers. kaum bewussten Zugang dazu. weniger zentral, aber wichtig= Überzeugungen die von Autoritäten wie Eltern, Lehrkräfte, wichtigen älteren Pers. vermittelt werden. Periphere Überzeugungen= Geschmackssache. dazu zählen= persönliche Ideen, Erwartunge, die jede Pers. innerhalb des größeren kulturellen Kontexts hat. Einstellung, attitude subjektive Bewetung des Objekts. kann positiv oder negativ sein (Valenz) unterschiedlich stark (beobachtbar an der Reaktion) Einstellungsobjekt kann vieles sein: nichtsoziale/soziale Stimuli (Personen, Produkte, etc.), Verhaltensweisen, Symbole oder abstrakte Begriffe. beispielsweise kann man einen fremden Dialekt in seiner Färbung nicht möge,negative Einstellung dazu haben. oder aber auch die Personen, die diesen Dialekt sprechen negativ beurteilen. Kulturelle Werte, cultural values wiederum sind "principles or qualities that a group of people will tend to see as good or right or worthwhile (erstrebenswert)" Peterson kennzeichnen erstrebenswerte Zustände oder übergeordnete, handlungsleitende Ziele, Beispiel= sozialethische und moralische Werte innerhalb von Gesellschaften, die das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und wechselseitige Rechte und Pflichte definieren unterscheiden sich in ihrer Valenz (positiv - negativ) und Intensität (Stärke, Wichtigkeit, Bedeutsamkeit des Werts)
- 2.2. Theorien zu Kulturellen Einflüssen Definitionen und die Forschenden sich nicht einig was Kultur genau ist, welche Aspekte untersucht werden sollten. abhängig von der wissenschaftl. Disziplin und ihren Methoden Arbeitsdefinition, Latane: Kultur repräsentiert"socially transmittes beliefs, values, and practices.. (and) shared ideas and habits" zwei Aspekte dieser Def = zentral: Kultur wird sozial vermittelt → zeitstabil Kultur bezieht sich auf soziale Fabrikationen, sozial-geteilte Überzeugungen, Werte, Praktiken, Ideen, Gewohnheiten. Frage, wie menschliches Verhalten, Denken, Fühlen durch Kultur beeinflusst wird. integratives Modell zu dieser Frage con Oyserman et al.: kombiniert Forschungsansätze aus dem Bereich der evolutionären Psy, Sozialpsychologie und Kulturpsy. Ausgangspunkt = funktionale Perspektive auf Kultur. funktional, weil sie Antworten auf basale Fragen des menschlichen Lebens liefert: "an insight into how to be a person in the world, what makes for a good life, how to interact with others, and which aspects of situations require attention and processing capacity." Modell unterscheidet zw. unterschiedlichen Systemebenen: distale Ebene =Gesellschaft, proximale Ebene= Organisationen und Institutionen mit Einfluss auf Individuum, situationale Ebene= unmittelbarer sozialer und kultureller Kontext, in dem ein Individuum agiert. → Entwicklung einer Kultur basiert auf der evolutionären Anforderung , Lösungen für die drei grundlegenden Herausforderungen des Überlebens zu finden: Eigengruppe über die Zeit aufrechthalten, schützen soziale beziehungen organisieren Wohlstand erlangen welche Herausforderung hat Priorität? → beantwortet die Anforderung der speziellen Gesellschaft aber alle Gesellschaften mit diesen Herausforderung konfrontiert Evolutionäre Faktoren beeinflussen distale Faktoren auf der Ebene der Gesellschaft ( z.B.Produkte der Kultur = Sprache, religiöse o. philosophische Tradition) wirken auf proximale Faktoren auf der Ebene gesellschaftlicher Sozialisationsagenturen ein (Erziehungs- und Bildungseinrichtungen) proximale Faktoren auf der Ebene von sozialen Institutionen liegen näher am Individuum, aber doch "außerhalb" proximale Faktoren können das Denken, Fühlen und Handeln auf bewusster und unbewusster Ebene beeinflussen, , dadurch, dass die soziale Skripte prägen (d.h. individue→lles Wissen , wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll.) Stellen den Rahmen für die Entwicklung soziale Normen bereit. (sozialgeteiltes Wissen darüber, welches Verhalten in sozialen Situationen von anderen Personen als unangemessen erachtet und erwartet wird.) .................... Faktoren distal, proximal, evolutionär beeinflussen sowohl die sozialen Situationen selbst (wer mit wem in welchem kontext interagiert), als auch die subjektiven Interpretationen dieser Situation.→Interpretationen wiederum beeinflussen schließlich, wie und was Menschen in einer Situation denken, fühlen, handeln. relevante Erkenntnis= Annahme, dass Kultur jeder einzelnen sozialen Situation, der wir begegnen, einen Rahmen und Bedeutung gibt. → beeinflusst auch Situationen im Alltag, die wir gar nicht direkt mit Kultur in Verbindung bringen.
- 2.3. Theorie der sozialen Identität theoretischer Ansatz mit Schwerpunkt der Analyse auf die psychologischen Prozesse, die den Einfluss der Zugehörigkeit zu einer kulturellen oder sozialen Gruppe auf das individuelle Verhalten vermitteln.→steht in Ergänzung zum Modell von Oyserman. zentraler Ausgangspunkt = Annahme, dass die Zugehörigkeit zu sozialen kulturellen Gruppen das Selbstkonzept eines Menschen prägt. Begriff des Selbst= Gesamtheit des Wissens, über das eine Person bezüglich ihrer selbst und ihres Platzes in der sozialen Welt verfügt. (= sozialpsychlogischer Sinn) Selbstwertgefühl= Bewertung des Selbst auf der Dimension negativ - positiv. Selbst = nicht statische Größe→ flexible Form der Selbst-Definition, varriert mit dem sozialen Kontext. zwei (idealtypische) Varianten der Selbst-Definition. relevant für sozialpsychologische Forschung für Gruppenprozesse und Intergruppenbeziehungen: Selbstdefinition im Sinne personaler/individueller Identität Differenzierung der eigenen Person: ich vs ihr 2. Selbstdefinition im Sinne sozialer/kollektiver Identität Definitionals austauschbares Gruppenmitglied beruht auf Wahrnehmung von sozial-relevanten Ähnlichkeiten innerhalb der Eigengruppe wir vs. ihr .................. unterscheidung dieser Idenditäten geht auf die Theorie der sozialen Identität (Tajfel & Turner) bzw. ihre WEiterentwicklung in Form der Selbst-Kategorierungs-Theorie (Turner, Hogg, Oakes,Reicher &Wetherell) zurück. → beide Theorien = sozialer Identitätsansatz entscheidender Unterschied = im Inklusivitätsgrad der Selbst-Definition → soziale Identität = inklusiver, da Mitglieder einer relevanten Eigengruppe in die Selbst-Definition aufgenommen werden. → Selbstdef wird depersonalisiert = individuelle Merkmale treten zugunsten sozial geteilter Merkmal in den Hintergrund.→Selbstdef. als austauschbare Gruppenmitglied (wir Deutsche, wir Psychologen) Wechsel von personaler - zu sozialer Identität = entscheidender Prozess für die Erklärung von Gruppenphänomenen. B: Uniformität des Erleben- und Verhaltens von Mitgliedern kultureller oder sozialer Gruppen in bestimmten sozialen Situationen. Anzahl der möglichen sozialen Identitäten = Anzahl der Gruppen zu denen sich Mensch zugehörig fühlt wichtige Überlegung = Selbstdefinitionen können sich auf unterschiedliche Ebenen sozialer Inklusivität beziehen. B : Wir Europäer = inklusiver als wir Deutsche. wichtige Implikation = Selbst-Definitionenauf einer höheren Ebene enthalten die Subgruppen, die auf der niedrigeren Ebene identitätsstiftend sind. → Prozess der insbedondere im Hinblick auf die Reduktion von Intergruppenkonflikten eine wichtige Rolle spielt. soziale Identität ist in folgenden Hinsichten für die Erklärung des Einflusses von Kultur auf individuelles Erleben und Verhalten relevant: Werte, Normen, Standards , die , die kulturelle oder soziale Eigengruppe definieren werden in die eigene Selbstdef. aufgenommen = Prozess der Internalisierung → Werte, normen, Standards werden selbstverpflichtend, handlungsleitend. Gruppenzugehörigkeit einer Person hat Auswirkungen auf ihr Selbstwertgefühl: Menschen streben grundsätzlich nach einer positiven sozialen Identität →wenn Vergleichgruppe 1 : 0 Fremdgruppe → Bedürfnis = verletzt. → Mensch sollte bemüht sein Zustand zu ändern. hierfür eine Reihe von strategien : von individuellen Strategien sozialer Mobilität bis zu kollektiven Strategien sozialen Wandels. ob Wandel oder Mobilität gewählt wird abhängig von : Wahrnehmung bestimmter soziostruktureller Charakteristika der Intergruppenbeziehung. hier relevant = wahrgenommene Legitimität des Intergruppenstatus. (bzw. des neg. Vergleichsergebnisses), wahrgenommene Stabilität des Intergruppenstatus, Durchlässigkeit der Gruppengrenzen. Die Wahl einer Strategie zum "Identitätsmanagment" die Stärke der Identifikation einer Person mit der Eigengruppe eine wichtige Rolle. soziale Minoritäten : niedrigeren Status, weniger Macht bzw. Zugang zu gesellschaftlichen Gütern und Ressourcen. →in besonderem Maße vor der Aufgabe des Umgangs mit einer "negativen sozialen Identität" →naheliegend zu vermuten , dass Zugehörigkeit zu einer statusniedrigen und stigmatisierten Gruppe negativ auf das Selbstwertgefühl und das psychosoziale Wohlbefinden der Betroffenen auswirkt. Jackson et al. : Mitglieder stigmatisierter Gruppen zeigen höheres Risiko auf an Selbstwertminderung, Depressionen oder Kreislaufkrankheiten zu erkranken. Crocker & Major : Jedoch Minderung des Selbstwertgefühls keineswegs eine zwangsläufige Konsequenz der Mitgliedschaft in einer status-niedrigen Gruppe ist.→ Vielmehr zeigt sich sogar, dass Angehörige status-niedriger Gruppen, einschließlich Schwarzer, Behinderter oder gesichtsentstellter Personen, häufig ein Selbstwertgefühl ausgeprägt haben, dass dem von Angehörigen statushocher Gruppen entspricht. →statusniedrige Gruppen haben eine ganze Reihe von Kompensationsstrategien, um mit negativen Konsequenzen der Gruppenmitgliedschaft umzugehen.
- 2.4 Stereotype und Vorurteile Definitionen: Stereotype geteilte/gemeinsame Überzeugungen innerhalb einer sozialen Gruppe oder Kultur über (angebliche/s) Attribute, Eigenschaften und Verhalten von Mitgliedern anderer sozialer Gruppen. zu unterscheiden zw.: Heterostereotypen: Einstellung gegenüber Fremdgruppenmitgleidern Autostereotypen: Eistellung gegenüber Eigengruppenmitgliedern Metastereotypen: Annahmen über die Stereotype, die Fremdgruppen über die Eigengruppe haben. Stereotypisierung = wenn Stereotype über die eigene soziale Gruppe als Selbstdefinition verwendet werden. Vorurteile stellen positive/negative Bewertung einer sozialen Gruppe und ihren Mitgliedern dar, die sich auf die attribuierten Eigenschaften, Emotionen und Informationen über das Gruppenverhalten stützt. weniger beschreibend → wertend können positiv und negativ sein Forschung auf negative Vorurteile fokussiert, → diese weitreichende negative Konsequenzen für betroffene Individuen haben wie Diskriminierung Soziale Diskriminierung Ablehnung oder Benachteiligng von Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit Soziale Diskriminierung = isolierter Verhaltensakt. B: Ablehnung einer Bewerberin aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Verhalten zwischen Gruppen B: Gewalt gegen Immigranten durch rechtsradikale Terroristen. in institutionalisierter Form B: Gesetze, die bestimmten Gruppen die gesellschaftliche Teilhabe verwehren. Stigmatisierung ein mit dem Phänomen der sozialen Diskriminierung eng verbundener Prozess = der Prozess der Stigmatisierung. Stigma= ein negativ bewertetes Attribut, welches der Träger von normativen Erwartungen abweicht und welches ih in den Augen anderer derartig diskreditiert, dass er seinen Anspruch auf gesellschaftliche Gleichberechtigung verliert. .......................... In der Psychologie wird allgemein davon ausgegangen, dass prinzipiell jedes beliebige Merkmal unter bestimmten Kontextbedingungen dazu führen kann, dass die Merkmalsträger/innen als Angehöroge einer abgewerteten Minoritätsgruppe wahrgenommen werden . dazu gehören triviale Merkmale: Brille tragen , bestimmte Haarfarbe haben, oder kleiner oder größer zu sein, als der Durchschnitt. entscheidend = dass, das Merkmal im sozialen Kontext als sozial bedeutsam warhgenommen wird B: tragen einer Brille → Person = strebsam. Mackie , Queller, Stroessner &Hamilton : Kulturvergleichende Forschung zeigt, dass bestimmte Merkmale in den meisten menschl. Zivilisationen als sozial bedeutsam wahrgenommen werden. : Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit. Differenzierung wie Stereotype kognitiv verarbeitet werden: zwei unterschiedliche Verarbeitungsmechanismen automatische Verarbeitung: nicht viel Denken, in stereotyperweise entschieden, → Assimilationseffekt kontrollierte Verarbeitung: Person bemerkt, dass Entscheidung vom Stereotyp beeinflusst werden könnte, korrigieren für diese Verzerrung mehr oder weniger stark (flexible correction model, Petty, Wegener), wenn Einfluss überschätzt, überkorrigiert → Kontraeffekt Messung Beispiel = Princeton-Trilogie → zum Teil hoche Nennungshäufigkeiten, Replikation zeigte sowohl Stabilität als auch Veränderung der Stereotype, →Übereinstimmungen bei negativen Eigenschaften Konzept und Messung Vorschläge wie zu messen sei gehen weit auseinander eine Definition: Stereotype sind kognitive Strukturen, die sozial geteiltes Wissen über die charakteristischen Merkmale von Angehörigen sozialer Kategorien enthalten (Stangor &Schaller) Stereotype als Wissenstruktur = strikt zu unterscheiden von Prozessen der Sterotypisierung Stereotypisierung = Anwendung stereotypgestütztes Wissen auf einzelne Angehörige einer sozialen Kategorie/ oder Gruppe. Ordnung von Messverfahren = ein System mit drei Dimensionen zentrale Dimension: direkt vs indirekte Messverfahren, direkt= Individuen werden nach ihren Stereotypen befragt. → direkte Stereotypmaße / explizite Maße indirekt = Prozesse der Verarbeitung stereotypbezogener Information, wobei Vp häufig garnicht wissen, dass es um ihre Stereotype geht. → indirekte Stereotypmaße / implizite Maße konsensuelle vs individuelle Messverfahren konsensuell = sozial geteilte Stereotype werden erfasst. Struktur vs. Merkmalsliste Frage = Untersuchung der Struktur des Stereotypwissens? Direkte Messverfahren haben die längste Tradition in der Anwendung einfach, rasch, wenig technischer Aufwand Checklistenverfahren (Katz und Braly) zielt auf konsensuelle Stereotype wie Eingangsbeispiel →pro Gruppe und Merkmal wird Prozentsatz der Vp ermittelt (78% hielten Deutsche für "wissenschaftlich") Mekmal = Stereotyp, wenn es unter die Merkmale mit den höchsten Nennungshäufigkeiten fällt (meistens 10 oder 12) Stereotype definiert durch diese Liste von Merkmalen Umso weniger Merkmale es in die "top-five" schaffen, desto größer ist der Stereotypenkonsens Probleme: a) verlangt dichotome Antworten (ja/nein) → abgestufte Urteile nicht möglich b) Stereotype werden durch Auflistung von Merkmalen definiert. c) können sich nur aus Merkmalen zusammensetzen, die VL ausgewählt hat. d) keine Trennung zw. Akzeptanz und Kenntnis des Stereotyps e) sozial erwünschte Antworten mögl. f) Individuelle Unterschiede, nur unzureichend zu erfassen. einige der Probleme lassen sich durch die Anwendung eines der folgenden Verfahren zum Teil vermeiden Ratingverfahren abgestufte Urteile B: fünfstufige Skala1= übe→rhaupt nicht, 5= voll und ganz zur verringerung sozial erwünschter Antworten→ Hinweis:"nicht persönliche Ansichten, einschätzen wie andere Menschen Dinge wahrnehmen" Stereotypdifferenzial technik des semantischen Differnzials/Eindrucksdifferenziel/Polaritätsdprofil Beurteilung anhand vorgegebener bipolarer Adjektivskalen (z.B. stark - schwach) häufig 7stufig , 4 = neutrale Punkt. pro Skala und Gruppe → Berechnung des Arithmetischen Mittels Merkmale die signifikant vom Skalenmittelwert abweichen (überprüft mittels t-Test) werden dem Stereotyp der Gruppe zugeordnet individuelles Stereotypmaß = bestimmbar → Beurteilungen werden aufsummiert oder gemittelt. Prozentschätzverfahren zu wie viel Prozent ist ein Merkmal vorhanden? Merkmale werden vom Untersucher vorab bestimmt/ oder von Vp im freien Antwortverfahren genannt. Oft erhalten die Vp eine Prozentskala.von 0-100, die in 5er oder 10er Schrittten unterteilt ist. dann nur den Wert markieren, der am meisten zutrifft. sowohl konsensuell als auch individuell leich zu bestimmen erzeugt in der Regel keine Widerstände auf versch. Klassen potenzieller Stereotypmerkmale anwendbar. (Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen, offenes Verhalten, äußere Erscheinung) nicht einfach sind folgende Fraen zu beantworten a) ab welchem Prozentwert gehört ein Merkmal zum Stereotyp b) geben wirklich alle Merkmale mit sehr hohen Prozentschätzungen (etwa 80%) wirklich wichtige Stereotypinhalte wieder? c) wie sind Merkmale mit sehr niedriger Schätzung zu behandeln? Diagnostischer Quotient = DQ geschätzt wird sowohl Prozentsatz von Angehörigen einer Gruppe die das Merkmal besitzen, als auch Prozentsatz aller Menschen die das Merkmal besitzen. DQ ergibt sich = erste Prozentschätzung / zweite Prozentschätzung DQ-Wert > 1,0 = Merkmal ist charakteristisch = positiv-diagnostisches Merkmal DQ< 1,0 = Merkmal weniger charakteristisch = negativ - diagnostisches Merkmal DQ-Werte i.d.R gut zu interpretieren, wenn Prozentschätzungen hoch liegen. (50% und höher) bei niedrigen Prozentschätzung liegt Interpretation schwerer. Wahl einer geeigneten Vergleichsgruppe = die Eigengruppe könnte der Vp könnte als Versuchsgruppe bestimmt werden, in anderen Fällen stellt sich diese Problem garnicht. (Geschlechtsgruppen) Stereotypevaluation inhalte von Typen haben deskriptive und evaluative Anteile: Erfassung evaluativen Aspekt: Vp gibt zuerst Urteil über Gruppe mit Prozentschätzverfahren ab, anschließend Betrachtung der jedes der betrachteten Merkmale auf einer siebenstufigen Skala. (-3 bis +3) , Prozentschätzung werden in eine Skala von 0 bis 1 überführt und mit bewertung multiplizert → Ergbenisse werden über alle Merkmale gemittelt. Werte des Stereotypmaßes > 0 → Maximum 3.0, zeigen positiv Stereotype Werte des Stereotypmaßes < 0 → Minimum - 3,0, zeigen negative Stereotype. Gruppenvariabilität Stereotype enthalten auch Info über Ausmaß der Unterschiedlichkeiten innerhalb einer Gruppezu Maße der Grupenvariabilität zählen: Prozentschätzungen (Prozentwert für stereotypkonforme Merkmale minus Prozentwert für stereotypkonträrer Merkmale) Beurteilung der allgemeinen Ähnlichkeit zwischen Angehörigen einer Gruppe Anzahl freiproduzierter Subgruppen Arten von Verteilungsmaßen (Standardabweichung, Streubreite, Einschätzung von Gruppenangehörigen auf Merkmalsskalen) Rasch-Skalierung direkte Verfahren wie Ratingverfahren, Stereotypdifferenzial und Stereotypevaluation, lassen sich durch eine Analyse (Item-Response-Modellen) ergänzen. Multifacetten-Rasch-Modell : damit kann untersucht werden: wie gut die Vp in ihren Einschätzungen übereinstimmen. Ob es Vp mit stark negativer (oder positiver) Evaluationstendenz gibt, wie konsistent jede einzelne Vp urteilt, wie groß die Unterschiede zw. den beurteilten Gruppen auf der latenten Evaluationsdimension (oder Kompetenz- oder Wärmedimension) sind und ob es Wechselwirkungen zw Vp (bzw. Vp-Merkmalen, wei Geschlecht, Alter oder ethische Zugehörigkeit ) , beurteilten Gruppen und Merkmalsskalen gibt. Indirekte Messverfahren Hauptkritik an direkten Messverfahren richtet sich auf die folgenden beiden Punkte: a) direkte Maße unterliegen verfälschenden, motivationalen Einflüssen (wie Tendenz zu sozial erwünschten Antworten. (Selbstdarstellung) b) nicht alle Teile des Stereotypwissens sind der Introspektion zugänglich.→ direkte Maße können im günstigsten Fall nur jene Anteile wiedergeben, auf die die Befragten bewusst zugreifen können →Befragte wollen oder können nicht alles sagen was sie über Gruppen wissen indirekte Messverfahren Versuchen a) und b) zu umgehen. verwenden die gleichen methodischen Ansätze wie indirekte Verfahren zur Messung von Vorurteilen, erfassen individuelle stereotypfestützte Verarbitungsprozesse. stützen sich größtenteils auf Reaktionszeitverfahren. Vp werden gebeten eine bestimmte Aufgabe auszuführen/bestimmte Frage zu beantworten. gemessen wird : wie viel Zeit bis zur ausführung der Aufgabe verstreichen. Vp wissen i.d.R nicht, dass die Untersuchung ihre Stereotype zum Gegenstand hat. Annahme,=Stereotype im Gedächtnis als assoziatives Netzwerk (oder auch als kognitives Schema oder als Prototyp) repräsentiert. Je stärker Assoziationen zw. Kategorie und Merkmal in diesem Netzwerk → desto schneller die Reaktion auf eine Aufgabe. B= lexikale Entscheidungsaufgabe: Vp sollem so schnell und genau wie möglich entscheiden, ob zwei gleichzeitig dargebotene Buchstabenfolgen Wörter sind oder nicht, → Ja-Antworten erfolgen schneller, wenn die beiden Wörter eng miteinander verwandt sind →nutzten diesen Effekt als Nachweis ethnischer Stereotype. B= BLACK, WHITE wurden mit neg. / pos Wörtern kombiniert (LAZY, SMART) Primingtechnik vor der eigentlichen Aufgabe wird ein Stimulus dargeboten (der Prime) im Falle des Stereotypbezugs durch Voraktivierung der kognitiven Kategorie zu einer Beschleunigung der Reaktion führen sollte Implizite Assoziationstest besthet aus mehreren auf sich aufbauenden Kategorisierungsaufgaben geprüft wird in der kritischen Phase des Tests , welche von zwei kombinierten Kategorisierungen, die vorher seperat für eine Zieldimension(z.B. schwarz vs. weiß) und eine Merkmalsdimension (angenehm vs. unangenehm) vorzunehmen waren von den Vp schneller ausgeführt wird (also z.b schwarz/angenehm, weiß/unangenehm und umgekehrt) Nützlichkeit impliziter Maße = gut belegt Problem = niedrigen Korrelationen innerhalb der Klasse der indirekten Messverfahren. Metanalyse liefert auf der Basis von 126 Studien eine mittlere Korrelation zw IAT-MAßen und expliziten Maßen von lediglich .24,→ IAT und direkte Messverfahren scheinen demnach unterschiedliche Anteil des Stereotypwissens zu erfassen Unterschiede finden sich im Ausmaß der kognitiven Zugänglichkeit und der bewussten Kontrolle stereotypgestützter Reaktionen. Strukturanalytische Verfahren Merkmale einer Gruppe weisen unterschiedlich enge Verbindungen zueinander auf Gruppen sind sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Merkmalscharakteristiken mehr oder weniger ähnlich bzw. unähnlich. Um die Struktur dieser Ähnlichkeitsbeziehungen zu untersuchen werden in der Stereotypen dimensionsanalytische Verfahren wie die mehrdimensionalen Skalierungen oder Clusteranalysen verwendet. Fiske Untersuchungen zum Stereotypinhaltsmodell →Kombi aus hierarchischen und nichthierarchischen Clusteranalysen. Merhdimensionale Skalierung→ Annahmen = Menschen nehmen Merkmale einer Gruppe entlant einer geringen Anzahl kontinuierlicher Dimensionen wahr. Clusteranalyse → Annahme = Gruppen, bzw. ihre Merkmale kategorial geordnet wahrgenommen werden. Beide Klassen lassen sich kombinieren multiple Regressionsanalyse: Merkmalsskalen eines Stereotypdifferenzials können zusätzlich zur Interpretation als gerichtete Dimension eingepasst werden. Beispielstudie: Eckes, Trautner & Behrendt: Stereotype von Schülerinnen und Schülern gegenüber Gleichaltrigen Fragestellung Ziel = Geschlechterstereotypen im Jugendalter Kennzeichen Jugendalter: Identifikation mit eigener Geschlechtsgruppe, Einstellung zum anderen Geschlecht → positiver Folge = wachsende Ambivalenz (Zwiespältigkeit) gegenüber dem anderen Geschlecht Hypothese = Jugendliche: Eigengruppe positiver wahrnehmen als beide Arten von Fremdgruppen, d.h. Fremdgruppen wie des einen oder anderen Geschlechts Fremdgruppen des anderen Gecshlecht positiver wahrnehmen als Fremdgruppen des eigenen Geschlechts (Streben nach optimaler Distinktheit) beide Arten von Fremdgruppen ambivalenter wahrnehmen als Eigengruppen, Fremdgruppen des anderen Geschlechts ambivalenter wahrnehmen als Fremdgruppen des eigenen Geschlechts Vorgehen Vp = 126 Schülerinnen und Schüler, Gymn., Alter zwischen 16 und 19 Jahren ausschließlich direkte Messverfahren angewandt Vp nennen Subgruppen ihrer Altersstufe, beurteilen: mit Adjektivpaaren gut - schlecht, positiv - negativ, angenehm - un angenehm, beliebt - unbeliebt, anziehend - abstoßend (sieben stufige Skala von -3 bis +3) → Vp aus Liste von 124 Merkmalen, Merkmale auswählen die für Gruppe besonders typisch + Angabe: Schätzung wie viele der Gruppe von Merkmal betroffen vorletzter Schritt: jedes Merkmal bewerten (neg. - pos. 7 Stufige Skala) letzter Schritt: Vp gebeten aus ihrer Liste von Subgruppen durchsehen, eigene Gruppe markieren Ergebnisse weibliche Subgruppen: Tussi, Schlampe, Streberin weibliche Eigengruppen: Freundin, Zicke, Emanzipierte männliche Subgruppen: Macho, Streber, Angeber männliche Eigengruppen: Sportler, Kumpel, Macho Klassen von Subgruppen: Eigengruppe Fremdgruppe des eigenen Geschlechts Fremdgruppe des anderen Geschlechts abhängige Variable: Einstufung auf dem Stereotypdifferenzial, Evaluative Stereotyp, Anzahl der positiv bzw. negativ Merkmale, Ambivalenz Ambivalenzmaß: umso höher je mehr positive und negative Merkmale für die selbe Gruppe Eigengruppe: Stereotype signifikant positiver als bei anderen Klassen Fremdgruppe des eigenen Geschlechts: signifikant negativer als bei Fremdgruppen des anderen Geschlechts Stereotypdifferenzial und das Evaluative Stereotyp korrelieren hoch signifikant miteinander Ambivalenzhypothese bestätigte sich
- 2.5. Auswirkungen soziale Exklusion durch die europäische Kommission folgendermaßen definiert: "a process whereby certain individuals are pushed to the edge of society and prevented from participating fully by virtue of their poverty, or lack of basic competencies and lifelong learning opportunities, or as a result of discrimination. This distance them from jobs, income, and education opportunities as well as social and community networks and activities. They have little access to power and decision-making bodies and thus often feeling powerless and unable to take control over the decisions that affect their day- to - day lives." (European Commission) Bemühungen soziale Diskriminierung zu reglementieren, unzählige Beispiele von sozialer Exklusion, hängt mit Zugehörigkeit in verschiedenen sozialen Gruppen zusammen. zwei Besipiele für Ungleichheiten in europäischen Ländern Behinderung: , weitere Risikofakroren= schlechte Gesundheit, geringes Einkommen, Arbeitslosigkeit, geringes Bildungslevel. (70% mehr Armut als Bevölkerungsdurchschnitt) Kinder = Altersgruppe mit dem höchsten Risiko für Armut und soziale Exklusion (0-17jahre)→ weniger gesund, weniger erfolgreich bzgl. ihrer Bildung, höheres Risiko arbeitslos, arm und sozial ausgeschlossen zu werden. ................... Kosten→ aus finanzieller sicht lohnen sich Initiativen für sozialen Zusammenhalt und Diversität. durch soziale Exklusion werden Kosten verursacht. (Ursachen liegen auf unterschiedlichen Ebenen(z.B. Arbeitslosigkeit, Gesundheitsversorgung, Unterstützung, Kriminalität) → Kosten für die betroffene Familie, Gesellschaft, Person) B= UK 90 Millionen Britische Pfund and Wirtschaftsverlusten und Arbeitslosenunterstützung/ Woche. 1Milliarde Pfund für die Jugendkriminalität/Jahr. ........................ Verhaltensbezogene Auswirkungen von Stereotypen und Vorurteilen. B für Auswirkungen von Stereotypen auf Leistung = stereotipical threat =Zustand , dass Minoritätsmitglieder in einer Situation Angst haben, ein negatives Stereotyp über ihre Gruppe zu bestätigen oder als das Stereotyp bestätigend wahrgenommen zu werden, und sich somit unter Druck gesetzt fühlen. reduzierte intellektuelle Leistungsfähigkeit in verschiedenen Test von verschiedenen Gruppen → Besipielsweise schneiden Mathematik - oder Technikstudentinnen schlechter in Mathetests ab, wenn sie mit dem Stereotyp "Frauen können kein Mathe" konfrontiert werden, Gruppenzugehörigkeit wird immer besonders deutlich, wenn sie nicht zum Kontext passt (z.B.Frauen in männerdominierten Bereichen) → schwierig Bedingungen ohne stereotype threat zu schaffen Phänomen trifft auf jede negativ stereotypisierte Minderheit zu. durch stereotyp threat verschlechterte Leistungen in Testsituationen = Bedeutsam für Bildungserfolg, Karriere, Arbeitsperspektiven, soziale und ökonomische Ressourcen, Unterschied zw. Einstellung und Verhalten man kann jmd. gegenüber pos./neg. eingestellt sein aber sich ganz anders Verhalten. Aufgabe 2.8 Vorurteile und Diskriminierung Annahme = enge Ursache-Wirkungs-Relation zw. Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten. historischer Überblick über Studien zur Ursache Wirkungs-Relation zw Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten Die klassische Studie von LaPiere USA, starke Vorurteile gegenüber Chinesen.→LaPiere bereiste mit einem chinesischen Ehepaar die vereinigten Staaten von einem einzigen von 250 Hotels nicht aufgenommen worden. Lapiere vesendet Briefe an die Hälfte der Hotels pb sie Chinesen aufnehmen würden: 90%sagen ab, eine Zusage.→Widerspruch zu dem gezeigten Verhalten, Übereinstimmung mit dem bestehenden Vorurteil. Schlussfolgerung = Vorurteile und tatsächliches Verhalten in keinem nennenswerten Zusammenhang stehen. methodische Fehler der Studie= Erhebung von Einstellung und Verhalten vermutlich nicht bei der Selben Person erfolgt. aufgrund der überraschenden Ergebnisse → Anregung von Nachfolgestudien. Ergebnisse experimenteller Studien zusammenhang von Vorurteil und Verhalten in vielen Studien untersucht, unterschiedl. experimentelle Designs in denen verschiedene Verhaltenskategorien untersucht wurden: Konformität in einer Gruppendrucksituation in Abhängigkeit von der Rasse der anderen urteilenden Personen. Bereitschaft der Vp, mit Mitgliedern vorurteilsbehafteter Gruppen soziale Interaktionen einzigehen Aktivität der Vp für/gegen Rassenintegration B=Unterzeichnung einer Petition für Rassenintegration Bereitschaft mit Vorurteilsträgern gemeinsame Aktivitäten durchzuführen Bereitschaft aggressives Verhalten - operationalisiert (B=Lernexperiment, Elektroschock) - gegenüber Vorurteilsträgern zu zeigen Schütz und Six Studien in Meta-analyse einbezogen: geringe Produkt-Moment-Korrelation zwischen Vorurteilen und Diskriminierung (=geringer Zusammenhang) Analyse: Verhalten oder Verhaltensintentionen in den Studien erhoben? → größerer Zusammenhang zwischen Vorurteilen und diskriminierender Verhaltensintention als zwischen Vorurteilen und diskriminirendem Verhalten Analysen bezogen auf Verhaltenkategorien: "Aktivitäten für/gegen Rassenintegration" → höchste Zusammenhänge, "Konformität in Gruppensituationen" → niedrigsten Zusammenhänge Studie, nur Verhaltensintention erfasst, Ergebnisse in den Kategorien: interethnisches Verhalten → höchsten Zusammenhänge, aggressives Verhalten gegenüber Vorurteilstrgern → niedrigste Zusammenhnge Vorurteile auf einem globalem Niveau (Sexismus) = größerer Zusammenhang zwischen Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten + Vorurteilen und diskriminirender Verhaltensintention bei Vorurteilen in Bezug auf spezifische Gruppen, B= Homosexuelle, AIDS + ethnische/nationale Gruppierungen → spezifische Gruppen + ethnische/nationale Gruppierungen > Zusammenhang > globales Niveau Folgerung: Zusammenhang zwischen Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten = nachgewiesen, aber schwach Subtile und offene Vorurteile Vorurteilsforschung: "Konstrukt Vorurteil" differenzierter betrachtet → nach Qualität unterschieden, für verschidene Vorurteilsklassen unterschiedliches diskriminierendes Verhalten postuliert Petigrew und Meertens offene Vorurteile (blatant prejudice) subtilen Vorurteile (subtle prejudice) zu 1.: assoziiert mit starken negativen Gefühlen führen zur direkten Diskriminierung auf der Verhaltensebene Grundannahmen: a. Fremdgruppe = Gefahr für Wohlergehen der Eigengruppe, b. Fremdgruppe = der Eigengruppe unterlegen, c. Kontakt mit Fremdgruppe muss vermieden werden, d. Fremdgruppe sollte so wenig Macht und Rechte wie möglich besitzen zu 2.: nicht mit starken Emotionen assoziiert nur diskriminierende Verhaltensweise, wenn Umfeld = Norm → sozial akzeptabel/Autoritäten dazu auffordern + positiv sanktionieren drei Komponenten, die subtile Vorurteile auszeichnen Verteidigung traditioneller Werte → Fremdgruppenmitglieder ≠ diese Werte Überprononcierung kultureller Unterschiede → große Differenzen werden wahrgenommen Abwesenheit positiver Emotionen für Fremdgruppe Einstellungen und Verhaltensintentionen gegenüber Einwanderern von Personen mit offenen/subtilen Vorurteilen und vorurteilsfreien Personen Pers. mit offenen Vorurteile: begrenzte Rechte für Einwanderer offen ausgedrückt Pers. mit subtilen Vorurteile: nicht alle Einwanderer abschieben aber solche für die sich ein nicht mit Vorurteilen assoziierte Grund finden lässt (B=Abschiebung nach Straftat) vorurteilsfreie Pers.: für Ausweitung der Rechte von Einwanderern, verbesserung der Beziehung zwischen Eigen- und Fremdgruppe → Studie verdeutlicht, dass Einbezug der Variable "Qualität der Vorurteile" → differenzierte Ergebnisse bei der Analyse diskriminierender Verhaltensintentionen und Einstellungen Beispielstudie Petersen & Dietz: Differenzielle EInflüsse von subtilen und offenen Vorurteilen auf diskriminierendes Verhalten Fragestellung Studie zielt darauf ab, die differenzielle Bedeutung von subtilen und offenen Vorurteilen für konkretes diskriminierendes Verhalten zu untersuchen Situation: Versuchspers. soll bei Vorstellungsgespräch zwischen Bewerbern der Eigengruppe und Fremdgruppe entscheiden Hypothese: offene Vorurteile → direkte Diskriminierung auf der Verhaltensebene, subtile Vorurteile → nur Diskriminierung, wenn Pers. mit subtilen Vorurteilen im sozialen Kontext akzeptabel Überprüfung der Annahme: Versuchsbedingung = Autorität signalisiert: Diskriminierung = angemessen Vorgehen deutsche Teilnehmer der Studie zunächst Präsentation von "Blatant and Subtle Prejudice Scale" (Erfassung der offenen und subtilen Vorurteile der Teilnehmer gegenüber Ausländern) Aufteilung der Vp in Gruppen: offene Vorurteile, subtile Vorurteile, Vorurteilsfrei Teilnahme an einem in Assessmentcenter üblichen Rollenspiel + Bearbeitung einer Postkorbübung Aufgabe: Besetzung einer Stelle, Bewerbungen von Deutschen und Ausländern liegen vor ein Teil der Vp erhielt Aufforderung: ausländische Bewerber nicht berücksichtigen Ergebnisse Vorurteilsfreie Pers. wählt mehr ausländische Bewerber als Pers. mit subtilen/offenen Vorurteilen Pers. mit subtilen Vorurteilen liesen sich mehr von der Instruktion zur Diskriminierung verleiten + Versuchspers. ohne Instruktion verhalten sich wie Vorurteilsfreie Pers., mit Instruktion Verhalten = wie Pers. mit offenen Vorurteilen Erklärung = aus normativer Perspektive: Annahme = in Westeuropäischen Ländern Norm = offen-ausländerfeindliche Einstellungen + diskriminierende Handlungsweise verboten unterschiedlicher Umgang mit dieser Norm, auf den Konzepten "Compliance", "Identifikation" und "Internalisierung": vorurteilsfreie Pers. internalisieren die Norm Pers. mit offenen Vorurteilen → ignorieren oder weisen zurück Pers. mit subtilen Vorurteilen → Verhalten entspricht der Norm (beweisen Compliance in Bezug auf die Norm), zeigen ausländerfeindliches Verhalten wenn im Umfeld Diskriminierung akzeptiert oder aufgefordert dazu Intergruppenkontakt Frage wie Kontakt zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen am besten gestaltet sein sollte Welche Vor- und Nachteile bringen solche Kontaktsituationen mit sich? Kontakthypothese: Kontakt mit Fremdgruppenmitgliedern = hilfreich beim Abbau von Vorurteieln. hilfreiche Indizien = Kontakt über einen längeren Zeitraum. (Mitglieder der Fremdgruppe zuerst als positiv besetzte Individuen wahrgenommen → Übertragung der positiven Eigenschaften auf die Gruppe. klare Spielregeln für alle Beteiligten (von Autorität überwacht) Auf Augenhöhe begegnen + gemeinsames Ziel verfolgen. skulturelle Kontaktsitutationen: unterschiedliches Verhalten in unterschiedl. kulturellen Situationen haben unterschiedliche Bedeutung → + unterschiedl Status + strukturelle Benachteiligung + Diskriminierung → soziale Realitäten von Pers. unterschiedlich wahrgenommen = "distinct worlds" (verschiedene Welten) Personen in interkulturellen Interaktionen sehen andere Interpretation der Situation nicht. Personen rechnen damit, dass Interaktionen mit Personen anderer Gruppen stressreicher und weniger erfolgreich bezüglich einer positiven Beziehung verlaufen als Interaktionen mit Personen der eigenen Gruppe. Aufgrund dieser Erwartungen → Aufmerksamkeit auf Verhaltenshinweise ihres Gegenübers → überschätzen der Bedeutung möglich → Wahrnehmung und Ausdruck von Emotionen, die die vorab bestehenden Erwartungen bestätigen. hinweise aus der Sicht der nichtdominierenden Gruppe = Diskrepanzen zwischen explizitem/ verbalem/ formalem Verhalten und implizitem/ nonverbalem/ interpersonellem Verhalten von Mitgliedern der dominanten Gruppe sein, die manchmal als "echte" Voreingenommenheit interpretiert werden , da dikriminierende Einstellungen nicht mehr akzeptiert und oft unterdrückt werden. wenn Mitglied der Majorität unvoreingenommen ist und wirklich gute Absichten verfolgt, können verbales und nonverbales Verhalten offensichtlch voneinander abweichen wenig Erfahrung und wenig Kompetenz für "gemischte" Interaktionen → Druck um unvoreingenommen zu wirken → Stress und Angst um Interaktion wird erhöht → inkonsistentes Verhalten → bietet Interpretationsspielraum für grundlegende Vorurteile. anders gesagt: obwohl ein Majoritätsmitglied positives explizites Verhalten zeigt, wird die Kombination aus implizitem nonverbalen Verhalten , das auf Ängstlichkeit hindeutet und die Möglichkeit der Abneigung wahrscheinlich als Zeichen von Vorurteilen gedeutet , auch wenn der Grund für Ängstlichkeit gar nichts damit zu tun hat aufgrund ihres Wissens um ihren Status und vorherige negative Interaktionenerfahrungen + Erwartung diskriminiert zu werden→potentiellen diskriminierenden Personen misstrauen, negative Interpretation von mehrdeutigem Verhalten. Erwartung von tatsächlichen oder möglichen Vorurteilen →erhöhte Ängstlichkeit Konsequenz der Wahrnehmung und negative Interpretation des inkonsistenten Verhaltens → Minoritätsmitglied negatives Verhalten gegenüber dem Majoritätsgruppenmitglied zeigen (evtl ebenso inkonsistent → diese können wiederum negativ vom Majoritätsmitglied interpretiert werden.→ Teufelskreis: ANgst vor der Situation vor der Situation (auf beiden Seiten) → unbefriedigende Erfahrung beider interagierender Personen führen →reduziert das Interesse an weiterem Intergruppenkontakt Selbstreflexion Viele von uns Gehören vielen dominanten sozialen Gruppen an →was heißt das für uns? müssen wir aktiv unsere Privilegien in Frage stellen? um Personen mit niedrigem Status in unserer Gesellschaft besser zu stellen? Privilegien der Majoritätsgruppen sind Teil des Prozesses von sozialer Exklusiion und Diskriminierung
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