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empirische Sozialforschung (Fach) / WS 13/14 Bamberg (Lektion)
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- Epistemologie: Lehre von den Möglichkeiten der Erkenntnis
- Methodologie: Lehre von der Vorgehensweise bei wissenschaftlichen Tätigkeiten
- Analytische Aussage: Beurteilung Wahrheitsgehalt nach Logik analytisch wahr: Tautologie (es regnet/es regnet nicht) analytisch falsch Kontradiktion (es regnet und es regnet nicht)
- normative Aussage: Beurteilung nach Logik und durch übergeordnete normative Aussage beschreibend -Werturteile, Normen, Soll-Sätze -nicht wissenschaftlich begründbar BSP: du sollst nicht töten
- empirische Aussage: Beurteilung durch beobachtbare Fakten und Logik Geltungsbereich: singuläre Aussagen: Personen nicht singuläre/eingeschränkter Geltungsbereich: Menschen Demo nicht singuläre/uneingeschränkter GB: alle Menschen Geltungswahrscheinlichkeit: deterministische Aussage: keine Ausnahmen (alle arm) probabilistische Aussage: mit Ausnahmen (oft arm)
- Bestandteil Theorien: Theoriekern: schwer prüfbare Grundannahmen (Axiome) Definition grundlegender Begriffe Theoriepheripherie: aus a und b abgeleitete Hypothesen Regeln zur Messung der Variablen
- Hypothesen: Vermutungen/Aussagen über den kausalen Zusammenhang zwischen mindestens 2 Variablen
- Variablen: Namen für die Menge von Merkmalsausprägungen, die Objekten zugeschrieben werden (männlich/weiblich)
- Theorie: System von Aussagen, das mehrere Hypothesen umfasst
- Arten von Hypothesen: Deterministische: allgültiger Zusammenhang zwischen X und Y Probabilistische: kein allgültiger, sondern statistischer Zusammenhang Wenn-dann-H: Wenn X auftritt, dann wird Y erwartet Je-desto-H: Zusammenhang zwischen Variablen (linear/nicht-linear) Individualhypothese Kollektivhypothese
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- Anforderungen an Hypothesen: mindestens 2 gehaltvolle Begriffe, verbunden durch logische Operatoren keine widersprüchlichen Aussagen intersubjektiv nachvollziehbar empirsiche Falzifizierbarkeit möglichst hoher Informationsgehalt
- Anforderungen an Theorien: widerspruchsfrei einfach möglichst hoher Informationsgehalt soll wahr sein --> empirisch prüfbar
- Deduktiv-nomologischer-Syllogismus: logische Formulierung, bietet Grundlage für empirisch fundierte Wissenschaft Explanans: allgemeine Gesetze, empirisch wahr nomologische Hypothese (wenn x, dann..) → Arbeitslose wählen Rechtsradikale Parteien. Gesetzesaussage, Randbedingung (gegeben sei z) → Herr Müller ist arbeitslos Explanandum: logische Folge des Explanans singulärer Satz, beschreibt zu erklärendes Ereignis (es gilt y) → Herr Müller wählt rechtsradikale Parteien
- probabilistisch/induktiv-statistische Erklärung: im Explanans probabilistische Aussage anstelle des Gesetzes Explanans: probabilistische Hypothese (wenn x, dann mit Wahrscheinlichkeit p y) → Arbeitslose wählen mit Wahrscheinlichkeit von 60% rechtsradikale Parteien. Antezendenzbedingung (es gilt y) → Herr Müller ist arbeitslos. Explanandum: folgt nur noch probabilistisch beschreibt zu erklärendes Ereignis (es gilt b) → Herr Müller wählt mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtsradikale Parteien Hypothese nur mit Wahrscheinlichkeit p: Theoretisch nicht falzifizierbar!
- Induktiv: logisches Verfahren, vom Besonderen zum Allgemeinen
- Deduktiv: Ableitung des besonderen vom Allgemeinen
- 1. Wahl des Forschungsproblems Auftragsforschung oder selbst initiierte Wahl des Forschungsproblems
- Wissenschaftliche Fragen sollten.. In Frageform formuliert einfach und präzise gestellt Beziehungen zwischen Variablen explizieren empirisch prüfbar sein
- 2. Theoriebildung Nutzung bereits existierender oder Adaption an Verwandte Themen Ableitung überprüfbarer Hypothesen
- 3. Konzeptspezifikation/Operationalisierung: Präzisierung verwendeter Begriffe und Konzepte Zuordnung von Indikatoren Exakte Messvorschriften
- 4. Auswahl Forschungsdesigns: Trend/ Panel/ Kohorte Untersuchungsebene individuell, kollektiv, Mehrebenen exp./nicht experimentell
- 5. Auswahl der Untersuchungsobjekte: Definition der Grundgesamtheit Vollerhebung oder Stichprobe Zufallsauswahl oder bewusste Auswahl
- 6. Datenerhebung (davor Pretest) Befragung: Fragebogen Beobachtungen Inhaltsanalysen nicht-reaktive Messverfahren
- 7. Datenaufbereitung: Datenerfassung -> Übertrag auf Computer Codeschemas Codierung offener Antworten Fehlerkontrolle und Fehlerbereinigung
- 8. Datenanalyse Anwendung statistisch-quantitativer Methoden oder qualitativer Techniken Rückkoppelung an Theorie
- 9. Publikation Bei Auftrag: Endbericht Publikation in Buch oder Zeitschrift
- Konzeptspezifikation: Um Ergebnisse empirisch messbar zu machen Definition von Variablen Strukturierung des Untersuchungsgegenstands: -Exploration des Forschungsfelds, um Objektbereiche zu strukturieren -Übersetzung theoretischer Begrifffe in Dimensionen Konzepte können mehrdimensional sein, deshalb Zerlegung in Unterkatgeorien Selektion der Unterkategorien, nicht verwendete nicht mehr analysierbar
- Indikatoren Beobachtbare Sachverhalte, die auf die Ausprägung des eigentlich interessierenden theoretischen Sachverhalt schließen lassen
- Korrespondenzregeln Annahmen über die Zuordnung konkreter empirischer Beobachtungen zu theoretischen Konstrukten
- Items-Fragen: Dichotom: ja oder nein polytom: voll, eher nicht, überhaupt nicht
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- Messen Zuordnung von Zahlen zu Objekten oder Ereignissen nach bestimmten Regeln
- Empirisches Relativ Menge von Objekten, über die Relation definiert wurde
- Numerisches Relativ: Menge von Zahlen, über die Relation definiert wurde
- Morphismen Strukturtreue Abbildungen, Ziffern werden zu Beobachtungen zugeordnet und vereinfacht in Zahlen dargestellt Isomorphismus: Spezialfall, eindeutig umkehrbar - 4 verschiedene Objekte, 4 verschiedene Ausprägunhen Homomorphismus: alle mit gleichem Ergebnis, sind nicht mehr eindeutig zu unterscheiden
- Skala: Mindestens homomorphe Abbildung eines empirischen Relativs in ein numerisches Relativ
- Axiomatische Messtheorie: Repräsentationsproblem: gibt es mind 1 homomorphe Abbildung? Messung einer Rangfolge 54321 Eindeutigkeitsproblem: wieviel Transformation erlaubt, ohne die Struktur zu verändern? Reihenfolge bewahren Bedeutsamkeitsproblem: welche numerischen Operatoren sind sinnvoll und trotzdem wahr? Mittelwertbildung ist nicht sinnvoll
- Nominalskala: Unterscheidung von Gleichheit/Verschiedenheit (Geschlecht, Parteipräferenz) eindeutige Transformation (gleich oder verschieden)
- Ordinalskala: Unterscheidung von Gleichheit/Verschiedenheit + Rangordnung (soziale Schicht, Zufriedenheit) positiv monotone Transformation (größer, kleiner oder gleich)
- Intervallskala: Unterscheidung von Gleichheit/Verschiedenheit + Rangordnung + Gleichheit der Intervalle (Intelligenz, Geburtsjahr) positiv lineare Transformation (Vergleichbarkeit von Differenzen)
- Ratioskala: Unterscheidung von Gleichheit/Verschiedenheit + Rangordnung + Gleichheit der Intervalle und Verhältnisse (Dauer von Arbeitslosigkeit, Einkommen) positiv proportionale Transformation (Aussagen über Verhältnisse, prozentuale Vergleiche)
- Skalenniveau: Klasse der zulässigen Transformationen Welche Berechnungen sind empirisch sinnvoll Alle bei niedrigen zulässigen sind auch bei höheren zulässig (nicht umgekehrt) Höhere Messniveaus = höherer Informationsgehalt
- Reliabilität Reproduzierbarkeit Maß für die Reproduzierbarkeit Verhältnis aus Varianz der wahren Werte und der ermittelten Werte ermittelt: Korrelation zwischen gemessenen Werten zweier Messungen
- Ausmaß zeitlicher Stabilität bei der Reliabilität: Test-Retest-Methode: gleiche Messung am selben Beobachtungsobjekt zu verschiedenen Zeitpunkten Kottelation der Werte aus T1 und T2 Problem: Veränderung über längeren Zeitraum sehr wahrscheinlich
- Reliabilität: Vergleichbare Messungen zum selben Zeitpunkt Paralleler Test mit 2 Messinstrumenten: Korrelation der Werte zwischen A und B Problem: Erstellung von 2 vergleichbaren Messinstrumenten Maße interner Konsistenz: Aufteilung der Items in 2 Testhälften, Durchschnitt der Korrelationen aller möglicher Testhälften Problem: unterschätzt Reliabilität, da verkürzte Messinstrumente verschiedene Aufteilung der Items in Testhälften möglich
- Validität =Zuverlässigkeit
- Inhaltsvalidität Gemessene Werte repräsentieren die Zieldimension -> Werte sind die, die es sein sollen alle relevanten Aspekte berücksichtigt, keine objektiven Kriterien, evtl Expertenbefragung
- Kriteriumsvalidität = Zusammenhang der gemessenen Werte mit Außenkriterium Vorhersagevalidität: Bestätigung durch schon früher getätigte Messungen Übereinstimmungsvalidität: Bestätigung durch gleichzeitig erhobenes Kriterium
- Konstruktvalidität Theoretischer ermpirischer Zusammenhang eines Konstrukts mit anderen konvergenzvalidität: Messungen eines Konstrukts müssen untereinander stark zusammenhängen diskriminanzvalidität: Zusammenhang zwischen Messungen verschiedener Konstrukte muss deshalb schwächer sein prüfung: multitrait-multimethod-Verfahren (Mtmm) - zu aufwendig deshalb: Indikatoren Korrelationsmatrix oder Faktorenanalyse konfirmatorische: Messmodell, empirische Überprüfung explorativ: Zusammenhang zwischen Variablen und Faktoren aus Daten ermittelt