33

Mikrosoziologie (Fach) / Mead, Joshua Meyrowitz, Goffman (Lektion)

Identitätsbildung nach Mead, Meyrowitz und Goffman

Diese Lektion wurde von LauraKraemling erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Mead- Symbolischer Interaktionismus. Wie kommunizieren Tiere im Gegensatz zum Menschen? Kommunikation Tiere: Anfangsphase der Handlung wird zum Zeichen für die Gesamthandlung ->Zähnefletschen Handlungshemmungen bei Tieren nicht vorhanden
  • Mead- Symbolischer Interaktionismus: Wie kommunizieren Menschen (im Gegensatz zum Tier)? Kommunikation Menschen Vom Reiz zur zeichenvermittelten Verständigung: Reaktion vom Gegenüber (Alter) löst nicht direkt Verhalten aus (≠ Reiz-Reaktions-Schema) Reaktion kann in mir selbst (Ego) hervorgerufen und antizipiert werden. Potentielle Reaktion des anderen ist in meinem Bewusstsein repräsentiert Ich kann auf diese zeichenhafte Repräsentation reagieren und Handeln steuern.
  • Mead- Symbolischer Interaktionismus: Wie heissen die 3 Formen der Identität und was zeichnet sie aus? I       - spontanes, kreatives Selbst Me   -Vorstellung von dem Bild, welches der Andere von mir hat,      Verinnerlichung von Erwartungen, die der Andere an mich hat. Self  -Ich-Identität als offener Prozess, Herausbildunhg einer je neuen Balance zw. dem aktiven selbst+Erwartungen anderer
  • Mead- Symbolischer Interaktionismus: Der Sozialisierungsprozess. Erläutere "Play" nach Mead. Sozialisierungsprozess- Play: spielerische Interaktion des Kindes mit imaginärem Parzner übt Fähigkeit der Verhaltensantizipation Einnahme der Perspektive des "Signifikanten Anderen" (konkrete Rolle der eigenen Mutter, Vater etc. aus engerem Familien und Bekanntenkreis) Bsp: Mutter, Vater, Kind spielen.
  • Mead-Symbolischer Interaktionismus: Sozialisierungsprozess. Erläutere "Game" nach Mead. Sozialisierungsprozess- game: Teilnahme an Gruppenspielen (Fußball etc) Verhalten aller Partner und Spielregeln werden zur Richtschnur des eigenen Handelns Orientierung an allgemeingültigen Regeln und Zielen Synthese aus Erwartungen der anderen, im Hinblick auf allg. Normen und Werte der Gruppe. Generalisierte Andere: alg. Rollen werden erlernt und antizipiert, es gibt nicht nur die eigene Mutter sondern eine generelle Mutterrolle, ausserhalb des Bekanntenkreises Es können abstraktere Rollen eingenommen werden wie zB Stürmer, Torwart etc
  • Mead- Symbolischer Interaktionismus: Rollenübernahme. Erläutere die Rollenübernahme. Rollenübernahme: Fähigkeit, sich in die Perspektiven anderer zu versetzen 2 Perspektiven gleichzeitig präsent: eigene Perspektive Perspektive des Anderen /Generalisierten Anderen
  • Joshua Meyrowitz: "No sense of place" (1985) Identitätsbildung unter den Bedingungen der elektronischen Massenmedien Woran ist die Identitätsbildung klassisch gebunden? (3 Punkte) Identitätsbildung klassisch gebunden an: gemeinsame Erfahrungsräume mit ortsspezifischen "generalized other" exklusives Wissen geteilte Hinterbühne
  • Joshua Meyrowitz: "No sense of place" (1985) Identitätsbildung unter den Bedingungen der elektronischen Massenmedien Inwiefern heben elektronische Medien (ortsspezifische) Grenzen auf? "mediated generalized other" ohne Raumbindung inklusives Wissen Sichtbarkeit von Vorder-und Hinterbühne Allegegenwart des sozialen Vergleichs Kontingenz der Lebensverhältnisse relative Deprivation (Benachteidigung Chancen, Mittel)
  • Joshua Meyrowitz: "No sense of place" (1985) Identitätsbildung unter den Bedingungen der elektronischen Massenmedien Was charatersisiert Doku-Formate? Doku-Formate: Vermittlung fremder Normalitäten mit Mittelschicht-Bias Daily-Soaps und Familienserien: Rollenmodelle Voyeurismus (Bsp:Frauentausch) Kontrast verschiedener Szenen/Milieus Stadt-Land Gefälle, Religiösität, Interesse Aber: oft keine unterschiedliche Bildungsbieveaus Daily-Soaps als Knigge ->Normen-Vermittlung
  • Joshua Meyrowitz: "No sense of place" (1985) Identitätsbildung unter den Bedingungen der elektronischen Massenmedien Was ermöglichen /vermitteln Medien? -territoriale Bestimmung von Rollen (Uni, Krankenhaus) -Medien: Einblick in Welten, in die man zuvor keinen Einblick hatte Vermitteln typischen Eindruck, wie best. Orte aussehen (Kloster, Gericht etc) Medienebene als Hinterbühne Mediale Dauerbeobachtung beeinflusst Identitätsbildung: Auflösung von Raum+Zeit Einblick in fremde Welten
  • Anzeige
  • Joshua Meyrowitz: "No sense of place" (1985) Identitätsbildung unter den Bedingungen der elektronischen Massenmedien Was wird als "mediated generalized other" verstanden? mediated generalized other: Über eigene Milieugrenzen hinwegschauen relative Deprivation, wenn man andere (Lebens)-Optionen sieht eigenes Leben wird kontingent, Leben könnte auch anders verlaufen (Auswanderer, Superreiche) Vietnamkrieg: Erste mediale Verarbeitung eines Krieges
  • Erving Goffman ->meistgelesener Sozialwissenschaftler, interpretative Sozialforschung. Welche Situationen untersucht Goffman vor allem? Face-to-face-Situatuionen ->Mittel und Techniken der Darstellung der Beteidigten
  • Goffman- Was ist Interaktion? Interaktion: Wechselseitige Handlungsbeeinflussung, die Individuen aufeinander ausüben, wenn sie füreinander Anwesend sind gegenseitige, wechselseitige Beeinflussung,
  • Goffman- Was versteht man unter nicht-zentrierter Interaktion? Kommunikatives Verhalten, das allein durch die Kopräsenz mindesten zweier Individuen auftritt Bedeidigte nehmen sich gegenseitig wahr, orientieren ihr Verhalten daran, dass sie von anderen wahrgenommen werden Bsp: Party, aneinander vorbeigehen
  • Goffman- was versteht man unter zentrierter Interaktion? Zentrierte Interaktion: Beteidigte kooperieren in Interaktion, idem sie für bestimmten Zeitraum in "visueller und kognitiver Aufmerksamkeit" gemeinsam aufeinader oder auf eine Sache oder Tätigkeit gerichtet sind Bsp: Gespräch, Tanzen
  • Goffman- dramaturgischer Ansatz- Theatralität Was ist für das Theater charakteristisch in Hinblick auf Interaktion? im Theater: Klare Interaktionsgrenzen Als-ob-Welten: Man kann eintauchen, ohne Konsequenzen für das eigene Leben strukturelle Unterschiede: Mehrere Darsteller, die Rolle spielen   ≠ Realität: Reine Zuschauerrolle im wahren Leben schwierig, da man eingreifen will Theater als Modell der sozialen Welt
  • Goffman- dramaturgischer Ansatz- Theatralität Was zeichnet die Realität im Gegensatz zum Theater aus? Realität: Kein reines Publikum Jeder Zuschauer verkörpert (potentiell) eine Rolle "Selbst" ist situativ erzeugt -> keine realistische, offene Darstellung sondern immer wieder Interaktionsprodukt
  • Goffman- dramaturgischer Ansatz- Theatralität Wende Hinter-und Vorderbühne nach Goffman auf das Beispiel eines Kellners an! Kellner Hinterbühne: Rauchen, Trinken, Pause machen erlaubt, inoffizielle Ebene, für Gäste nicht einsehbar, nur für Insider (Mitarbeiterraum) Vorderbühne: Höflichkeit, Fleiß, offizieller Bereich (Gastraum)
  • Goffman- dramaturgischer Ansatz- Theatralität Ausdruckstypen: Was ist mit "Ausdruck, den man sich selbst gibt" gemeint? Ausdruck, den man sich selbst gibt: Worte, Symbole, Kommunikation im tradionellen, engeren Sinne Wortsymbole und Substitute, die man dazu verwendet, diejenigen Infos zu vermitteln, die man im Allgemeinen mit diesen Symbolen verknüpft
  • Goffman- dramaturgischer Ansatz- Theatralität Ausdruckstypen: Was ist mit Ausdruck, den man ausstrahlt" gemeint? Ausdruck, den man ausstrahlt: Körperebene: kann vom Darsteller nicht bewusst kontrolliert werden Es werden keine Informationen weitergegeben Ausdrücke, die andere als aufschlussreich über den Handelnden ansehen Vorraussetzung: dürfen nicht aus Gründen der Information erfolgen
  • Goffman- Rahmen Bennene das Thomas-Theorem! Thomas-Theorem: "Wenn Menschen eine Situation als wirklich definieren, dann ist sie wirklich in ihren Konsequenzen." Wirklichkeitsdefinition: Nach Goffman kein bewusster Prozess.
  • Goffman- wie im Theater gibt es in der Alltagswelt Vorder und Hinterbühne. Definiere beide! Vorderbühne: Ort des Offiziellen für alle sichtbares Geschehen Bsp: Restaurant-> Gaststättenraum Bsp: Politik        -> Öffentliches Statement vor der Kamera Hinterbühne: Ort des Inoffiziellen Nur für Eingeweihte und Beteidigte sichtbares Geschehen Mit welchen Mitteln kommt Inzenierung auf Vorderbühne zu stande? Bsp: Restaurant ->Küche Politik                 ->inoffizizielle Sitzungen etc
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Erläute das Rahmen-Konzept nach Goffman anhand von 3 Aspekten! Situationen werden in Erfahrungsschemata eingeordnet, in bestimmten Rahmen wahrgenommen und erhalten vor diesem Hintergrund einen Sinn. Situationen sind nur im Rahmen eines bestehenden Wissensvorrat sinnhaft. Rahmen sind Elemente, mit deren Hilfe wir Stuationen definieren+sinnhaft machen
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Was sind primäre Rahmen? Primäre Rahmen: allgemeine Interpretationsschemata zur Situationsdefinition als ursprünglich erlebt+unbewusst angewendet ermöglichen unmittelbares erkennen+identifizieren von Situationen aller Art gewährleisten Vorstellung von Normalität gewährleisten Unterstellung, das sich alles in die "Kosmologie" (in den gesellschaftlichen Wissensvorrat) einordnen ließe.
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Was ist mit "Modulation" bei der Transformation primärer Rahmen gemeint? Modulation: Anwendung eines Systems von Konventionen (Spiele, Rituale, Theater)
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Was ist mit Transformation primärer Rahmen gemeint? Nenne ein Beispiel! Transformation primärer Rahmen: Bezeichnung für die Anwendung eines Systems von Konventionen, wodurch eine bestimmte Tätigkeit, die bereits im Rahmen eines primären Rahmens sinnvoll ist, in etwas transformiert wird, das dieser Tätigkeit nachgebildet ist, von den Beteidigten aber als etwas ganz anderes gesehen wird. Bsp: Streit zwischen Paar->Streit zw. Paar auf Bühne-> Streit zwischen Paar auf Bühne in einer Filmszene
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Was wird als "Täuschung" bezeichnet? Täuschung (fabrication): Das bewusste Bemühen eines Menschen, das Handeln so zu lenken, dass andere zu einer falschen Vorstellung gelangen, was vor sich geht.
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Es gibt zwei verschiedene Arten von Täuschung. Benenne und definiere diese. Es gibt zwei Arten von Täuschung: gut gemeinte Täuschung: Aufklärung würde Beziehung der beteidigten nicht beeinflussen. Böswillige Täuschung: Aufklärung ziehte (harte) Konsequenzen nach sich (auch juristisch)
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept Was sind Klammern und was ist ihre Funktion? Klammern: Sie zeigen, wie und wo die Situation wechseln kann dienen zur Markierung+Abgrenzung sozialer Vorgänge von der sie umgebenden Umwelt  begrenzen Ereignisse räumlich+zeitlich markieren Übergänge der verschiedenen Rahmen Modulationssignale, die die Beteidigen auf Rahmentransformation hinweisen (Scheinwerfer, Vorhang)
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept (Klammern) Nenne 2 Beispiele für "aus der Rolle fallen" Patientenrolle: Rückfrage an den Arzt, wie es ihm geht Erwachsenenrolle: Schnuller zur Rachentwöhnung benutzen  
  • Anzeige
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept (Klammern) Was sagt Goffman zu Rollen und Hierarchie? Rolle und Person müssen unterschieden werden Rollen muten Personen viel zu, Anstrengung Rollen kreieren Hierarchien: Wer darf wen anfassen? Wer geht als erstes aus dem Aufzug?
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept (Klammern) Was ist die Funktion von Klammern bei Rahmenbrüchen? Rahmen dienen dazu, Situationen zu definieren Rahmen enthalten normative Implikationen ->Klammern werden benötigt, um Rahmen bei einem Rahmenbruch wieder zu markieren Bsp: Flirt beim Arzt
  • Goffman: Das Rahmen-Konzept (Klammern) Was sind Rahmen und Klammern im Fernsehen? Was kann als zentraler Rahmen im TV gesehen werden? Zentraler Rahmen im TV: Fiktionalität- Nichtfiktionalität Rahmen im TV:                 Formate, Serien, Sendereihen Klammern:                        Titelmusik, Logo, Studiodesign