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Entwicklungspsychologie (Fach) / 12. Entwicklung von Gleichaltrigen-Beziehungen (Lektion)

Spiel Freundschaften Peerbeziehungen in Gruppen Beziehungen zu Gleichaltrigen in der Adoleszenz

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  • Was sind Peer Beziehungen? Peer-Beziehungen sind horizontal –  kein oder kaum Machtgefälle  –  kaum Altersunterschiede –  keine festgelegten Rollen –  keine Unterschiede in Privilegien >  Je nach Form haben diese Beziehungen andere Funktionen und somit Folgen für die kurz- und längerfristige Entwicklung Es gibt: –  Spielbeziehungen –  Freundschaften –  Gruppenbeziehungen –  Romantische Beziehungen, usw.
  • Spielverhalten der Gleichaltrigen •  komplexerer soziale Spielformen (z.B. mit komplementären Rollen) -> zwischen 2 - 3 Jahre  •  Explizite Metakommunikation in der Spielgestaltung -> ca. zwischen 4 - 6 Jahren  •  Pretend-Play: Mädchen > Knaben  •  Mädchen im Als-ob-Spiel kooperativer, ausdauernder und stärker durch Spielmaterial beeinflusst  •  Rollenspiel: Mädchen grössere Rollenflexibilität  •  Physisches Spiel: Mädchen < Knaben (z.B. rough-and-tumble)
  • Wofür spielen Kinder rough and tumble? Um Freundschaften zu festigen und Fähigkeiten zum Emotionserkennen zu erlernen
  • Wie sehen Beziehungen zwischen Säuglingen aus? •  mit 3 Monaten Interesse für andere Babys •  einfache Interaktionen erst in 2. Hälfte des 1. Lebensjahres •  einseitige Kontaktaufnahme häufiger als reziproke •  etwa mit 12-18 Monaten  Präferenzen
  • Wie sehen Beziehungen bei Kleinkindern aus? •  häufigere und komplexere Peer- Interaktionen •  längere, interaktive Sequenzen •  Spielsachen werden zunehmend einbezogen und geteilt •  Ende des 2. Lebensjahrs mehr Peer- spiele als alleine •  mehr Imitation und Pretend-Play unter Freunden
  • Die Beziehung im Vorschulalter? •  Freundschaftsbegriff ab ca. 4 Jahren" •  Freundschaft = Mögen, Aktivität, zusammen spielen " •  Instabil und konfliktanfällig
  • Die Beziehungen im Schulalter? •  Komplexer und selektiver" •  Freundschaft =  psychisch begründet (ca. 10 J.)" •  Unterstützung und Vertrauen" •  bessere Konfliktlösungen und soziale Kompetenzen
  • Wie sieht eine Beziehung im Jugendalter aus? •  Freundschaft = Ähnlichkeit, Vertrauen, Loyalität, Intimität, emotionale Unterstützung" •  hohe zeitliche Intensität
  • Wie sehen Beziehungen im Alter aus? •  Freundschaft = Ähnlichkeit" •  gemeinsame Biografie" •  Verlust durch Todesfälle" •  Qualität > Quantität
  • Wofür sind Peer-Beziehungen und Freundschaften gut? Protektion gegen Stressoren: •  Bessere psychologische Anpassung •  Höherer Selbstwert •  Emotionale Unterstützung (Pufferfunktion) •  Bessere Schulleistungen (positive Einstellung gegenüber Schule) •  Weniger Einsamkeit, geringeres Risiko für Psychopathologien, weniger emotionale Probleme
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  • Wie stabil sind reziproke Freundschaften? •  Höhere Stabilität mit zunehmendem Alter" •  Ca. 2/3 der Freundschaften bleiben im Schulalter über ein Jahr stabil" •  Prädiktoren für Stabilität: a) Nähe, Sicherheit und Hilfe, b) grössere Selbstoffenbarung und c) konstruktiver Umgang mit Konflikten
  • Gründe für Auseinandergehen von Freundschaften >  am häufigsten und unabhängig vom Alter:  •  Konflikte (physisch, verbal, relational) >  in Abhängigkeit vom Alter: •  Vorschulalter: Freundschaften enden ohne erkennbaren Grund, plötzlich, Kinder können oft Gründe auch nicht nennen •  Schulalter: Ego-Verletzung (Beleidigung, üble Nachrede), Verletzung der Exklusivität •  Jugendalter: Vertrauensbruch, fehlende Unterstützung, Unähnlichkeit
  • Was bedeutet distal und proximal? Distal = früher in der Entwicklung Proximal = aktuell
  • Wie beeinflussen gestresste Eltern ihre Kinder und deren Beziehungen? -> Eltern die gestresst sind, tendieren dazu weniger warm und unterstützend zu sein; zeigen weniger Monitoring -> Kindern aus Familien mit wenig Ressourcen und viel Stress werden öfter von ihren Peers abgelehnt
  • Geschlechtsunterschiede der Freundschaften >  Mädchenfreundschaften: Fokus auf  Vertrauen, emotionale Unterstützung, Intimität, Selbstoffenbarung. >  Knabenfreundschaften: Fokus auf  gemeinsame Aktivitäten und Interessen. >  Gruppengrösse: Mädchen mehr in  Dyaden, Triaden – Jungs mehr in  grösseren (>3) Gruppen,  mit grösseren Projekten und gemeinsamen Ziel >  Mädchen trennen sich häufiger von Freundschaften als Knaben >  Männer- und Frauenfreundschaften  werden mit zunehmendem Alter ähnlicher
  • Welche Formen von imaginären Freundschaften gibt es? •  personifizierte Objekte („lebendige Stofftiere“) •  unsichtbare Gefährten -meist lieb aber in selten Fällen auch schwierig oder angsteinflössend. -meist menschliche aber auch viele andere Formen (Tiere, Monster Ausserirdische, TV- od. Spielzeugcharaktere...)   -einzeln oder in Gruppen (verheiratet, Zwillinge, ...)
  • In welchem Alter kommen imaginäre Freunde vor? •  bei ca. 2/3 der 7-jährigen irgendwann in irgendeiner Form •  etwas häufiger bei Erstgeborenen und Einzelkindern •  oft etwa 6-12 Monate 
 manchmal aber länger /
 wechselnde Charaktere •  ca. zwischen 2.5 u. 12 Jahren
 aber v.a. bei 4-5 Jährigen •  z.T. noch bei Erwachsenen
 (in anderer Form)
  • Sind imaginäre Freunde ein Grund zur Sorge? Nein! Einzige Unterschiede sind: •  schneiden oft besser ab in Theory-of-Mind Aufgaben(können sich gut in andere hineinversetzen) •  können sich gut ausdrücken, sind kreativ, fantasievoll •  spielen weniger mit anderen Kindern und Geschwistern •  bessere soziale Kognition und kooperativer mit Erwachsenen und Peers Keine Unterschiede in: •  Problemverhalten •  Kommunikation mit anderen Kindern und Erwachsenen •  Scheuheit
  • Was sind positive oder negative Nominationen? •  „Wen willst du auf deine nächste Geburtstagsparty einladen?“  •  „Wer soll im Klassenzimmer neben Dir sitzen?“  = positive Nominationen •  „Wen würdest Du auf keinen Fall einladen?“  •  „Wer sollte nicht mit auf die Schulreise gehen?“   = negative Nominationen
  • Welche sozimetrischen Status gibt es? 1.  durchschnittlich (keine intensive Ablehnung oder Popularität) 2.  beliebt (viele positive, wenig negative Nominationen)  3.  abgelehnt (wenige positive, viele negative Nominationen) 4.  vernachlässigt (wenig positive und wenige negative Nominationen)  5.  kontrovers (viele positive und viele negative Nominationen)
  • Was war zuerst eigene Charakteristika worauf die Peers reagieren oder Anpassung des Verhaltens an Peers? - Kinder bringen eindeutig Charakteristika mit, die Peers dazu bringen, in spezifischer Weise auf diese Kinder zu reagieren (Temperament) - gilt besonders für abgelehnte: diese Kinder zeigen Verhalten, auf das selten positiv reagiert wird (werden kann) - aber: soziale Erfahrungen fördern und akzentuieren auch spezifische Eigenschaften und Verhaltensdefizite -> Zirkuläres Feedback! Sie wirken gegenseitig
  • Wie können soziale Kompetenzen trainiert werden? 1.  Wissen (soz. Regeln, Erwartungen, Strategien) 2.  Performanz (Umsetzung, Verhaltenskontrolle) 3.  Monitoring & Selbstevaluation (Wahrnehmen und Interpretieren von eigenem Verhalten sowie sozialen Cues, Situationen, Gesichtsausdrücken, Verhalten von anderen, ...)
  • Was für Auswirkungen auf die Leistungfähigkeit hat Ablehnung der Gleichaltrigen? Abgelehnte Schüler (insbesondere aggressive):  •  insgesamt niedrigeres Leistungsniveau •  schlechtere Leistungsentwicklung •  fehlen häufiger •  erscheinen weniger motiviert -> je länger Ablehnung anhält, umso gravierender für schulische  Leistungsentwicklung
  • Die 4 Kriterien von Bullying 1. Wiederholungsakt:
 Angriffe wiederholt und über längere Zeit hinweg 2. Verletzende Absicht:
 Angriffe gezielt darauf ausgerichtet, dem Opfer 
 physischen und/oder psychischen Schaden zuzufügen 3. Kräfteungleichgewicht:
 nur wenn kein symmetrisches Kräfteverhältnis zwischen Täter(n) und Opfer(n) vorliegt. 4. Hilflosigkeit:
 Opfer nicht in der Lage, sich zur Wehr zu setzen; fühlt sich der Situation und dem Täter hilflos ausgeliefert -> Cyberbullying (Einsatz moderner Kommunikationsmittel: Handy, Chat, soz. Netzwerke, Facebook, Foren, Blogs, etc.)
  • Was sind negative Einflüsse bei Peerbeziehungen von Jugendlichen? •  Jugenddelinquenz: häufiger in Gruppen (Gangs) als alleine •  Aggresivität: Jugendliche mit aggressiven Freunden verhalten sich auch oft aggressiv •  Substanzmissbauch: Jugendliche mit Akohol- und Drogenproblemen haben auch Freunde mit solchen Problemen  
  • Was ist ein Bidirektionaler negative Effekt? Bspw. wenn die Jugendlichen sich gegenseitig aufschaukeln bei gewalttätigen Videospielen. Einer beginnt eines zu spielen, der andere auch. Zusammen spielen sie immer mehr und immer härtere Sachen, bis beide völlig das Einfühlungsvermögen verlieren.
  • Welche Faktoren begünstigen den Gruppendruck? 1.  Alter  (jüngere beeinflussbarer) 2.  Soziale Ängstlichkeit/Unsicherheit 3.  Sozialer Status der Peers 4.  Peers sind Freunde 5.  Keine klaren Standards und Normen 6.  Beziehung zu den Eltern 7.  kalter und distanzierter Erziehungsstil (bei autoritativem Stil weniger beeinflussbar) 8.  Kulturelle Faktoren
  • Definition von romantischen Beziehungen Definition: Romantische Beziehungen sind andauernde, freiwillige, gegenseitige und exklusive Interaktionen dyadischer Natur, welche eine emotionale Bindung (Liebe, Sehnsucht), gegenseitige Fürsorge,! Affiliation und Sexualität beinhalten. Mit dem Alter nimmt die Wichtigkeit von gegengeschlechtlichen Beziehungen zu  
  • Die typischen 4 Schritte der Freundes Auswahl mit wachsendem Alter 1. Gleichgeschlechtliche Cliquen & Freundschaften 2. Gemischtgeschlechtliche Cliquen 3. Dating im Gruppenkontext 4. Romantische Beziehungen
  • Was können negative Folgen von frühen romantischen Beziehungen sein? >  mehr erlebte Aggression (verbale und physische) >  Trennungen von romantischem Partner -> wichtigster Prädiktor für Depressionen im Jugendalter  >  Folgen/Gefahren von frühem Dating /sexuellem Kontakt:  •  viele wechselnde Partner •  geringe Zukunftsorientierung  •  negativer Affekt, geringer Selbstwert •  schlechtere Schulleistungen / mehr Schulabbrüche •  Delinquenz (nur Gruppe nicht alleine) •  Alkohol- und Drogenmissbrauch
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  • Was sind Risikofaktoren, die zu früher sexueller Aktivität führen? •  Beziehung •  Alkohol •  Selbstwert •  Neigung zu Konformität (Übereinstimmung mit gesellsch. Norm) •  Schulleistungen und Motivation •  Werte, Kontrolle, Unterstützung, Bildung der Eltern •  sexueller u. physischer Missbrauch (Mädchen)
  • Zusammenfassung über Peer Kontakte >  Peer-Kontakte spielen für die soziale, normative und kognitive Entwicklung eine wichtige Rolle vom 1. Lebensjahr bis ins Jugend- und Erwachsenalter. >  Imaginäre Gefährten sind kein Grund zur Beunruhigung.  Sie können sogar mit besseren sozialen und kognitiven Fähigkeiten einher gehen (Kooperation, Kreativität, Theory-of-Mind). >  Eltern haben Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung von  Peer-Beziehungen (aber eigentlich nur bis zur Pubertät!)  >  Peer-Status in der Gruppe ist ein bedeutsamer Prädiktor für die Entwicklungen in den Bereichen Leistung, Sozialkontakte und psychische Gesundheit. >  Peer- und romantische Beziehungen können auch negative Folgen haben. Die Funktion, Qualität, Stabilität etc. von romantischen Beziehungen ist allerdings erst in jüngster Zeit erforscht worden.