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Allgemeine Psychologie (Fach) / Allgemeine Psychologie - Gedächtnis (Lektion)
Gedächtnis
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- Was versteht man unter "Gedächtnis" Unter Gedächtnis versteht man die geistige Fähigkeit, Inhalte zu speichern und zu reproduzieren oder wiederzuerkennen. Unter Gedächtnis werden auch die so "gespeicherten" Inhalte (in ihrer Gesamtheit) verstanden.
- Hermann Ebbinghaus (1850-1909) Das reproduktive Gedächtnis bahnbrechende Publikation Über das Gedächtnis (1885) Methoden: Liste von "sinnfreien" Silben Ersparnismethode wichtige Ergebnisse: Je höher die Anzahl der ursprünglichen Lerndurchgänge, desto höher die Ersparnis Je länger die Zeit zwischen Lernende und Reproduktion, umso geringer die Ersparnis (Vergessenskurve)
- Frederic C. Bartlett (1866-1869) Das aktive und konstruktive Gedächtnis wichtige Experimente: The war of the ghosts Portrait d´Homme Methoden: Konfrontation mit "sinnhaftem Material": Geschichten, Zeichnungen wiederholte und serielle Reproduktion wichtiges Ergebnis: "Konstruktive Erinnerung": Angleichung (und Einpassung) des Erinnerten an/in bereits vorhandene Schemata und Skripte
- Aus welchen Komponenten besteht das Drei-Speicher-Modell des Gedächtnisses? Differenzierung des LZG? sensorisches Register oder Ultrakurzzeitgedächtnis Kurzzeitgedächtnis oder Arbeitsgedächtnis Langzeitgedächtnis Langzeitgedächtnis: episodisches Gedächtnis semantisches Gedächtnis prozedurales Gedächtnis
- Wie funktioniert das sensorische Register (Modell)? registriert und bewahrt Sinneseindrücke (physikalische Reize) bzw. die damit einhergehenden Informationen (Schnittstelle Außenwelt) max. 1-2 Sekunden (sensorische Erinnerung) keine begrifflich-kategoriale Identifizierung (präkategoriale Stufe) Reizspuren zerfallen in kürzester Zeit / werden durch interferierende Reize gelöscht Ikon (visuell): 1/2 Sekunde Echo (auditiv): länger erstaunliche Kapazität nur manche Reize, denen der Organismus ausgesetzt ist, werden wahrgenommen und im sensorischen Gedächtnis verarbeitet und nur wenige von den sensorischen Erinnerungen gelangen ins Kurzzeitgedächtnis
- Wie funktioniert das Kurzzeitgedächtnis (Modell)? max. 20-30 Sekunden, bevor Spurenzerfall eintritt Inhalte (mehr oder minder komplexe Einheiten, die auf versch. Weise kodiert oder repräsentiert sein können) sind dem Bewusstsein zugänglich und bewusst verarbeitbar (psychologische Gegenwart) Kodierarten: akustisch-artikulatorisch, visuell, olfaktorisch, semantisch durch erhaltendes Wiederholen sind die momentan aktiven Informationen quasi beliebig lange in diesem Zustand haltbar (z.B. Telefonnummer laut vorsagen) Übergang in den Langzeitspeicher: elaboratives Wiederholen (Einbinden redundanter Informationen in bereits bestehendes Netzwerk) sehr begrenzte Kapazität: 5-9 items Chunking: Gedächtnisinhalte werden als bedeutungshaltige Klumpen organisiert & im LZG gespeichert Abruf: Suchdurchlauf/Abtasten (scanning)
- Wie funktioniert das Langzeitgedächtnis (Modell)? beinhaltet das gesamte Wissen eines Menschen über sich selbst und die Welt (psychologische Vergangenheit) episodisches & semantisches Gedächtnis: bauen aufeinander auf, zusammen: deklaratives Gedächtnis demgegenüber: prozedurales Gedächtnis wichtigste Funktion: überdauernde, relativ stabile Bewahrung von Informationen, die im Bedarfsfall abgerufen und genutzt werden enorme Kapazität entscheidend: die Verarbeitungstiefe (gefördert z.B. durch Vernetzung) besser behalten lassen sich bedeutungsmäßige oder auch sinnlich-anschauliche Repräsentationen
- Wofür ist das episodische Gedächtnis zuständig? All das, was ein Mensch im Laufe seines Lebens an Lebens- und Handlungserfahrungen gemacht hat, kann zum Inhalt des episodischen Gedächtnisses werden: persönlich (mehr oder minder) bedeutsame Ereignisse beliebiger Art Kodierung in Bez. auf örtlichen, temporalen und sozialen Kontext auch autobiographisches Gedächtnis (kulturspezifischer Spezialfall?) Beispiel: erster Kuss
- Wofür ist das semantische Gedächtnis zuständig? Wissen über mehr oder minder abstrakte Begriffe und Regelsysteme sowie allgemeine Situationstypen und Handlungsabläufe: eine Art "geistiges Wörterbuch"/Lexikon Set von Regeln (grammatische, logische, mathematisch...) erlerntes Wissen über bestimmte Sachverhalte ermöglicht den Gebrauch der Sprache kleinste Einheiten: Begriffe (in ihnen ist das Wissen von Phänomenen verdichtet), nicht in isolierter, sondern in relationaler Form verdichtet (Netzwerkmodelle, Begriffhierarchien, vgl. Schemata, Skripte, Propositionen)
- Wofür ist das prozedurale Gedächtnis zuständig? Das prozedurale Gedächtnis umfasst jenes Wissen, das die Ausführung bestimmter erlernter Verhaltensweisen ermöglicht (z.B. Fahrrad fahren).
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- Wie vergessen wir? Vestreichen von Zeit bzw. Spurenzerfall Interferenz (pro- oder retroaktiv) Verdrängung (= motiviertes Vergessen) Misslingen des Abrufs