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Sozialwissenschaftliche Forschung (Fach) / Verständnisfragen (Lektion)

Diese Lektion wurde von Alixobert erstellt.

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  • 1. Erklären Sie die Sein-Sollen-Dichotomie Hume‘sches Gesetz aus wissenschaftlichen Aussagen folgen keine Beurteilungen / Folgerungen = aus deskriptiven Aussagen lassen sich keine normativen ableiten Werturteilsfreiheit Prinzip des Positivismus: Objektivität (Trennung von normativen und wissenschaftlichen Aussagen)
  • 2. Diskutieren Sie Verifikation vor einem kritisch-rationalen Verständnis Positivismus: sicheres Wissen durch mit Sinnen beobachtbare Phänomene → Verifikation Kritischer Rationalismus: 1. Theorien können nur falsifiziert, nicht verifiziert werden Mensch ist durch seine Wahrnehmung in Erkenntnisfähigkeit über die Welt eingeschränkt ist (Mensch kann 'die Wahrheit' gar nicht erfassen) Es können also keine 'wahren' Theorien/Gesetze aufgestellt werden, sondern nur vorläufige, die für den Moment beste Theorie bspw. Newtons Gravitationstheorie die 200 Jahre lang immer wieder bestätigt wurde, bis Einstein sie mit Relativitätstheorie falsifizierte  2. Beleg der Falschheit (Falsifikation) im Fokus nicht Entdeckungszusammenhang (Aufstellen von Theorien) sondern Begründungszusammenhang (Prüfen von Theorien) von Interesse nicht falsifizierbare Theorien/Hypothesen besitzen keinen wissenschaftlichen Wert 3. Verwerfen der Idee der Letztbegründung kein sicheres Wissen möglich  
  • 3. Erklären Sie das Hempel-Oppenheim-Schema mit Hilfe eines selbst gewählten Beispieles Zwei Bestandteile: Explanans: das Erklärende- allgemein anerkannte Gesetze- Randbedingungen (Antecedens) Explanandum: das zu Erklärende- Beschreibung des zu Erklärenden- Ergebnis eines Schlusses Bedingungen: Logische Angemessenheit:1. Folgerungsbedingung: deduktiver Schluss des Explanandums aus dem Explanans 2. Gesetzesbedingung: Explanans beinhaltet allgemeine (notwendige) Gesetze3. Signifikanzbedingung: Explanans muss falsifizierbar sein Empirische Angemessenheit / Wahrheitsbedingung:- Explanans ist wahr Beispiel: Bei schönem Wetter gehen viele Menschen in den Biergarten. Explanans: - Gesetz: Bei schönem Wetter gehen viele Menschen in den Biergarten - Randbedingung: das Wetter ist schön Explanandum: Viele Menschen gehen in den Biergarten Folgerungsbedingung: Menschen gehen aufgrund des schönen Wetters in den Biergarten Gesetzesbedingung: Menschen gehen bei schönem Wetter in den Biergarten Signifikanzbedingung: Menschen können auch nicht in den Biergarten gehen (Falsifikationsmöglichkeit) Wahrheitsbedingung: Sätze des Explanans sind wahr
  • 4. Wo liegt der Unterschied zwischen einer Hypothese und einer These These: einfache Behauptung, die es gilt in einer Analyse/Theorie zu erklären/bestätigen, bzw. zu widerlegen Hypothese Zusammenhangsbehauptung zwischen mindestens zwei Variablen Variable: Name für die Menge von Merkmalsausprägungen, die Objekt (Person, Gegenstand) zugeschrieben werden Bsp. Geschlecht: zwei Variablen -> männlich und weiblich Hypothesen können als wenn, dann- und je, desto-Aussagen formuliert werden → Unterschied: Thesen beanspruchen eine allgemeine Gültigkeit, während Hypothesen immer nur unter bestimmten gegebenen Bedingungen gelten
  • 6. Erklären Sie das Thomas-Theorem anhand eines selbst gewählten Beispiels Sobald ein Mensch eine bestimmte Situation für sich als real definiert, wird diese auch in ihren Konsequenzen für ihn real. Mensch handelt der Situation entsprechend, die Folgen sind also real, egal ob die ursprüngliche Situation es war, oder nicht. Ein klassisches Beispiel ist das Bankenbeispiel. Man stelle sich vor, in einem kleinen Ort entsteht das Gerücht, dass die ortsansässige Bank pleite sei. Daraufhin heben alle Menschen ihr gespartes Geld ab. Als Folge wird die Bank, die vorher nie Probleme hatte, wirklich pleite gehen, obwohl es sich anfangs nur um ein Gerücht handelte.
  • 9. Erklären Sie die vier Dichotomien des Strukturalismus 4 Dichotomien als forschungsleitende Annahmen: langue/parole- langue: System/soziale Institution/Regelwerk einer Sprache (kollektiv)- parole: genutzte Sprache (individuell) synchron/diachron- synchron: wie ist etwas zu einem Zeitpunkt (statisch)- diachron: wie verändert sich etwas (dynamisch) Paradigma/Syntagma- Paradigma: gedankliche Ordnung von Dingen (distinktiv)- Syntagma: Abfolge von Dingen, Elemente mehrerer Paradigmen (kumulativ) Bezeichnetes/Bezeichnendes -> System von Differenzen bezogen auf Vorstellungen und Lautbilder-Signifikat: Bezeichnetes, Vorstellung, conceptus/Interpretant (Konstitution des Zeichens/Objekts)- Signifikant: Bezeichnendes, Lautbild, vox/Repräsentamen (Zeichenträger, Typisierung, Merkmal)
  • Erklären Sie die Auffassung Horkheimers und Adornos, die Aufklärung schlage in Mythologie zurück die Theorie der Aufklärung besagt, dass alles mithilfe der (instrumentell gewordenen) Vernunft analysiert und beschrieben werden kann/sollte durch das strikte Festhalten an der Vorstellung, die Welt durch Vernunft ordnen zu können, wird diese „entzaubert“ → alles muss rational erklärbar sein, nichts darf im Dunklen, "Draußen" gelassen werden diese so entstandene „Ideologie“, dass Gesellschaft/Kultur/die ganze Welt wie in den Naturwissenschaften durch Modelle erklärbar ist, bezeichnen Adorno und Horkheimer als „Mythologie“, da sie dieses Dogma ablehnen die so in Mythologie zurückgeschlagene Aufklärung bedingt dadurch bspw. Herrschaftsmechanismen wie das 3. Reich (Rassengesetze naturwissenschaftlich „bewiesen“) Emanzipation durch Erkennen der Herrschaftsmechanismen und Loslösen von diesen
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