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Sozialwissenschaftliche Forschung (Fach) / 1. Positivismus und kritischer Rationalismus (Lektion)

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  • c) 5. Vom Positivismus (klassischer Rationalismus) zum Kritischen Rationalismus - Problemfelder 1. Induktionsproblem nur Aussagen über Gegenwart/Vergangenheit möglich, keine Prognosen Bsp. Alle bekannten Schwäne sind weiß -> Verallgemeinerung (Ziel): Alle Schwäne sind weiß; Induktionsproblem: Entdeckung schwarzer Schwäne 2. Problem der Letztbegründung Aussagen einer empirischen Wissenschaft müssen - sofern sie unzutreffend sind -an der Erfahrung scheitern können/dürfen (Popper) kein sicheres Wissen möglich (kritischer Rationalismus) 3. Abgrenzungsproblem empirischer und nicht empirischer Wissenschaften Theorieabhängigkeit der Erfahrungsbasis (vs. tabula rasa)
  • 6. Kritischer Rationalismus: Gute Theorien eine gute Theorie macht umfassende/konkrete Aussagen über die Welt, ist dadurch in hohem Maße falsifizierbar, hält der Falsifizierung aber stand umso mehr Falsifikationsmöglichkeiten (Beobachtungsmöglichkeiten, die Gesetze falisifizieren können) desto umfassender / besser ist die Theorie hoch falsifizierbare Theorien sollten weniger falsifizierbarer vorgezogen werden, sofern sie nicht falsifiziert werden Falsifizierbarkeit von Theorien hat die positive Konsequenz, dass Theorien eindeutig und exakt aufgestellt werden müssen, um sich damit auf Risiko der Falsifikation einzulassen vage Theorien mit unklaren Aussagen können hingegen entsprechend interpretiert werden und so leicht gegen Falsifikation verteidigt werden
  • d) 7. Kernannahmen des Kritischen Rationalismus 1. Theorien können nur falsifiziert, nicht verifiziert werden Mensch ist durch seine Wahrnehmung in Erkenntnisfähigkeit über die Welt eingeschränkt ist (Mensch kann 'die Wahrheit' gar nicht erfassen) Es können also keine 'wahren' Theorien/Gesetze aufgestellt werden, sondern nur vorläufige, die für den Moment beste Theorie bspw. Newtons Gravitationstheorie die 200 Jahre lang immer wieder bestätigt wurde, bis Einstein sie mit Relativitätstheorie falsifizierte  2. Beleg der Falschheit (Falsifikation) im Fokus nicht Entdeckungszusammenhang (Aufstellen von Theorien) sondern Begründungszusammenhang (Prüfen von Theorien) von Interesse nicht falsifizierbare Theorien/Hypothesen besitzen keinen wissenschaftlichen Wert Falsifikationismus kein Relativismus: Unterscheidung zwischen wahren und falschen Aussagen 3. Verwerfen der Idee der Letztbegründung 4. Verwerfen des Induktivismus als Methode zur Generierung von sicherem Wissen 5. Wissenschaftler forschen nach gleichen Maßstäben (normatives Paradigma)  
  • 8. Kritischer Rationalismus [Popper] - Falsifikation wissenschaftstheoretische Grundaussage: Ablehnung der Induktionsmethode (Verallgemeinerung eines Sachverhalts ausgehend von einzelnen Beobachtungen) Gegenvorschlag: Methode der Falsifikation Fortschrittsvorstellung: Problem - spekulative Hypothese - kritische Überprüfung durch Falsifizierungsversuche durch Befunde bei Beobachtungen/Experimenten - mögliche Falsifikation Bsp.: Fledermäuse können trotz schlechter Augen nachts fliegen - können trotzdem irgendwie mit ihren Augen sehen - Verbinden der Augen, können trotzdem fliegen - Fledermäuse sehen nicht mit Augen durch falsifizierte Theorien rückt man der Wahrheit immer näher
  • a) Positivismus in historischer Perspektive Kennzeichen: Betonung des Faktischen (der positiven Tatsachen) und Zurückweisung metaphysischer Spekulation Verpflichtung auf die Idee des (gesellschaftlichen) Fortschrittes Ursprung: Begriffsprägung durch Auguste Comte in Abgrenzung zur Theologie, Glaube, Metaphysik Dreistadiengesetz / Gesetz der Geistesentwicklung:1. Theologisches / Fiktives Stadium2. Metaphysisches / Abstraktes Stadium3. Positives / Wissenschaftliches Stadium  
  • b) Prinzipien des Positivismus [ähnlich Flick] 1. Welt existiert auch ohne uns -> Fundament der Wissenschaft liegt in beobachtbaren Phänomenen (Phänomenalismus) wirkliches Wissen: durch Sinne beobachtbare Phänomene Forschung soll von tabula rasa ausgehen <-> Abhängigkeit des Wissens von der Erfahrung 2. Zu Wissen gelangt man durch die Sammlung von Fakten, die die Basis der Gesetze liefern -> Induktivismus 3. Theorien und Hypothesen werden an Tatsachen getestet -> Deduktivismus 4. Unterscheidung zwischen wissenschaftlichen und normativen Aussagen -> Objektivismus normative Aussagen können nicht durch Sinneserfahrungen beurteilt werden Hume'sches Gesetzt / Seins-Sollens-Dichotomie -> Werturteilsfreiheit (deskriptive Aussagen leiten keine normativen ab) 5. Streben nach Letztbegründung / sicherem Wissen Wissenschaft als wachsende Bibliothek (Poincaré)  
  • e) Erklärungszusammenhänge Kritischer Rationalismus - Deduktiv-nomologisches Modell / Hempel-Oppenheim-Schema   Klärung allgemeiner Gesetzmäßigkeiten Beschreibung einzelner Ereignisse 2 Bestandteile: Explanans (Erklärung): - allgemein anerkannte Gesetze- Randbedingungen (Antecedens) Explanandum (zu Erklärendes):- Beschreibung des zu Erklärenden- Ergebnis eines Schlusses Bedingungen: Logische Angemessenheit:- Folgerungsbedingung: deduktiver Schluss des Explanandums aus dem Explanans- Gesetzesbedingung: Explanans beinhaltet allgemeine (notwendige) Gesetze- Signifiganzbedingung: Explanans muss falsifizierbar sein Empirische Angemessenheit / Wahrheitsbedingung:- Explanans ist wahr  
  • f) Erklärungszusammenhänge Kritischer Rationalismus - Postulate möglichst 'kühne' Hypothesen mit hohem Informationsgehalt diese einer Vielzahl empirischer Prüfungen unterziehen Hypothesen, die die Falsifikationsversuchen widerstehen, werden (vorläufig) behalten, andere ausgesondert  
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