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Modul 1 - 03435 Kulturelle Vielfalt (Fach) / Kapitel 7 - Behinderung (Lektion)

Begriff, Statistische Daten, Prävention von Behinderung, Stereotype und Einstellungen, Political Correctness

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  • Behinderung Einschränkungen durch: Beeinträchtigungen (impairment): Probleme der Körperfunktionen Aktivitätseinschränkungen (limitation of activities): Schwierigkeiten, aktiv zu sein, z.B. beim Essen Einschränkung der Teilhabe (limitation of participation): Schwierigkeiten, am öffentlichen Leben teilzuhaben, z.B. Diskriminierung am Arbeitsplatz oder im Nahverkehr
  • Modell der ICF Internal Classification of Functioning, Disability and Health von der WHO und Behindertenverbänden entwickelt Aktivität wird beeinflusst durch: Gesundheitszustand, Körperfunktionen und -strukturen, Teilhabe, Umweltfaktoren und persönliche Faktoren
  • Soziales Modell von Behinderung Oliver 1996, Shakespeare 2006 Behinderung entsteht nicht durch biologische Gegebenheiten, sondern durch Mängel in der Gesellschaft und unzureichende politische Unterstützung Unter Umweltfaktoren fallen auch die Einstellungen und Sterotypen der anderen Menschen gegenüber behinderten Menschen
  • Statistische Daten zu Behinderung ca. 11 Milliarden Menschen weltweit mit Funktionseinschränkung (WHO, 2011), d.h. ca 15% der Weltbevölkerung 110-190 Millionen Menschen haben sehr beeinträchtigende Probleme Behinderung in engem Zusammenhang mit Alter - ältere Menschen häufiger behindert Behinderungen häufiger in Ländern mit geringem Einkommen Starker Zusammenhang zwischen Behinderung und chronischen Erkrankungen
  • Primäre Prävention Versuche, die Ursache eines Gesundheitsproblems anzugehen, bevor das Problem auftritt, sowohl auf individueller als auch gesellschaftlicher Ebene Beispiele: Polio-Impfung, Rauchverbot
  • Sekundäre Prävention Versuche, ein Gesundheitsproblem im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln, seine Verbreitung zu stoppen oder langfristige Schäden zu vermeiden Beispiel: HIV-Tests und -Aufklärung
  • Tertiäre Prävention Versuche, ein schon bestehendes Problem zu behandeln, d.h. die körperliche Funktionstüchtigkeit wieder herzustellen und Komplikationen, die durch eine Krankheit entstehen können, zu vermeiden Beispiel: Reha-Aufenthalte für Schlaganfallpatient/innen
  • Bedeutung von Behinderung für Betroffene Nicht nur die Behinderung an sich stellt ein Problem dar, sondern auch: Folgeerscheinungen, wie z.B. Schmerzen, die durch den eingeschränkten Gesundheitszustand auftreten Komorbidität: Begleiterkrankungen, die zusätzlich zur Behinderung auftreten, aber nicht zwingend ursächlich mit ihr verbunden sein müssen - bei mehreren Krankheiten "Multimorbidität" Menschen m. Behin. meist stärker auf das Gesundheitswesen angewiesen, aber Zugang ist meist erschwert, z.B. durch mangelnde Transportmöglichkeiten
  • Stereotype warm, wenig kompetent (egal welche Behinderung) undifferenzierte Urteile über Menschen mit Behin. "spread effect" - durch die Behinderung wird auf andere Merkmale der Person geschlossen Wahrnehmung von Behinderung als zeitstabiles und unkontrollierbares Merkmal  Zuschreibung bestimmter sozialer Rollen (z.B. "kranker Patient") und Ausschluss aus anderen Rollen (z.B. "kompetenter Manager", "verführerische Geliebte") Stereotype über versch. Arten von Behin. hinweg generalisiert, egal ob lern- oder körperbehindert - und diese Stereotype sind selten positiv
  • Messung der Einstellung gegenüber Behinderten (Skalen) Ranking (Abroms / Koder 1979), um die Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung zu messen ("rank in order to the extent of disabling someone - cancer, blindness, epilepsy, diabetes") Adjektiv-Checkliste (Gottlieb 1995), Erfassung der Einstellung von Personen gegenüber Kindern mit Lernbehinderungen (Ankreuzen von Adjektiven, die mit Beh. in Verbindung gebracht werden) Paarvergleiche (Janicki 1970): Welche Behin. im vorgegebenen Paar ist beeinträchtigender? Semantische Differentiale (Kravetz, Katz und Albez 1994): Inwieweit werden Behinderte für ihre Behin. verantwortlich gemacht? Soziale Distanzskala (Tringo 1970): Inwieweit sind Probanden zu Kontakt mit Beh. bereit (z.B. Heirat, als Freund, als Nachbar, etc)
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  • Verfälschende Effekte beim Messen von Einstellungen/Stereotypen Versuchsleitereffekt: Probanden antworten, wie sie glauben, dass es sich die Versuchsleitung erhofft Faking-Good-Effekt: Probanden versuchen von sich einen toleranten und vorurteilsfreien Eindruck zu vermitteln Soziale-Erwünschtheit-Effekt: P. geben Antworten an von denen sie vermuten, dass sie gesellschaftlich erwünscht sind Sabotage/Faking-Bad-Effekt: P. versuchen die Studie durch falsche bzw. keine Antworten zu sabotieren Verweigerungseffekt: P. weigern zu antworten, aus Angst kontroverse oder untypische Einstellungen preiszugeben
  • Indirekte Messmethoden unwissentliche Verhaltensbeobachtung projektive Techniken (die Teilnehmer wissen zwar, dass sie beobachtet werden, sind sich aber über die Forschungsfrage im Unklaren) Cover-Stories (Teilnehmer werden über den wahren Zweck der Studie getäuscht, und erst am Ende aufgeklärt) Physiologische Techniken (die Teilnehmenden wissen zwar, worüber geforscht wird, können aber nicht beeinflussend eingreifen - z.B. Lügendetektor)
  • IAT Impliziter Assoziationstest misst die Assoziationsstärke zwischen mentalen Repräsentationen von Objekten oder Gruppen Teilnehmend haben keine Möglichkeit, über die Fragen "nachzudenken"
  • Person-Zuerst-Prinzip Prinzip der Political Correctness Nomen werden als stabiler eingeschätzt als Adjektive oder Verben (der Behinderte vs. er spricht schlecht). Bei ersterem wird die Person dann kaum über diese Dimension hinweg wahrgenommen