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I. Einleitung (Fach) / I.I Paradigmen und PSA (Lektion)
Paradigmen der Persönlichkeitspsychologie
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- 7 Paradigmen der Persönlichkeitsforschung: Psychoanalytisches ParadigmaBehavioristisches ParadigmaEigenschaftsparadigma Informationsverarbeitungsparadigma Neurowissenschaftliches Paradigma Dynamisch-interaktionistisches Paradigma Evolutionspsychologisches Paradigma
- Definition Paradigma aktueller theoretischer und methodischer „common sense“ einer Mehrheit (oder bedeutenden Minderheit) von Wissenschaftlern in einer bestimmten historischen Periode der Entwicklung einer Wissenschaft mehrheitsfähig
- Der Mensch als Energiesystem der Mensch als geschlossenes System mit einem begrenzten Quantum an Energiejede menschliche Aktivität (einschließlich Erleben und Verhalten) beruht auf der Verarbeitung von EnergieEnergie, die für eine Aktivität verbraucht wurde, steht für andere Aktivitäten nicht mehr zur Verfügungdas Seelenleben (d.h. psychische Prozesse wie Wahrnehmung, Denken, Erinnern, Träumen) beruht auf dem Fluss von Energie
- Grundannahmen der Psychoanalyse 1.Der Mensch als Energiesystem2.Angeborene Triebe als Energiequelle3.Determiniertheit des Verhaltens4.Strukturelles Konzept (Es, Ich und Über-Ich)
- Kriterien für die Theorien in empierischen Wissenschaften (8) Explizitheit Empirische Verankerung Wiederspruchsfreiheit Prüfbarkeit Vollständigkeit Sparsamkeit Produktivität Anwendbarkeit
- Sigmund Freud * 1856 in Freiberg† 1939 in London•österreichischer Arzt und Tiefenpsychologe•Begründer der Psychoanalyse
- Ursprüngliche Annahme von Freud jede psychische Energie stammt aus dem angeborenen Sexualtrieb (Eros)jedes Verhalten ist letztlich sexuell determiniert (→Libido = sexuelle Triebenergie)Durch verschiedene Instanzen der Persönlichkeit und soziale Anforderungen können diese Impulse in sozial erwünschtes Verhalten umgewandelt werden (Sublimierung).
- Lustprinzip Anstiege von Energie werden als unangenehme Spannungen erlebt, die nur durch Triebbefriedigung oder Abreaktion entladen werden könnenSpannungsreduktion wird als lustvoll erlebtalso: Jedem Verhalten liegt die Tendenz zur Spannungs- reduktion und das damit verbundene Streben nach Lustgewinn zugrunde.
- Realitätsprinzip Konflikt mit gesellschaftlichen Anforderungen, die es dem Individuum verbieten, jederzeit seinen Triebimpulsen nachzugeben
- Unterteilung des Geistes in: (freud) Bewusstsein (kleinerer Teil)Unbewusstes (größerer Teil): unbekannt und unzugänglich, übt aber einen starken Einfluss auf das Bewusstsein aus–enthält Antriebe, Motive, Leidenschaften, unterdrückte Ideen und Gefühle, die unbewusst das Verhalten determinieren
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- Strukturmodell (Freud) Es, Ich, Über-Ich
- Das Es: - psychische Repräsentation der gesamten Triebenergie des Sexualtriebs und des Aggressionstriebs (ursprünglich Unbewusstes) - vom Ich ins Unbewusste verdrängte, früher bewusste Wünsche, Vorstellungen, Erinnerungen und Affekte (verdrängt Unbewusstes)
- Das Es Funktion: Lösung der Triebspannungen durch Trieb- befriedigung und damit Aufrechterhaltung des physiologischen Gleichgewichts des Organismus - funktioniert irrational und ausschließlich nach dem Lustprinzip ohne Rücksicht auf äußere Realität, moralische, ethische, logische oder soziale Hindernisse - funktioniert von Geburt an; tritt im Laufe der normalen Entwicklung Teile an das Ich ab, so dass sich sein Einfluss mit der Zeit verringert alle Inhalte und Funktionen des Es sind unbewusst
- Das Ich Funktionen: Wahrnehmung, Denken, Erinnern, Fühlen,Willkürbewegungen
- Das Ich Aufgabe: Vermittlung zwischen den impulsiven Wünschendes Es und der Realität durch Berücksichtigung der moralischen, perfektionistischen Forderungen des Über-Ich -Lösung der Konflikte zwischen Es, Realität und Über-Ich mit Hilfe von Blockierung, Verteilung oder Verzögerung der Triebbefriedigung - Funktioniert rational und nach dem Realitätsprinzip
- Das Über-Ich Inhalte: Gebote, Verbote, Vorbilder, Vorstellungen vonGut und Böse
- Das Über-Ich Funktionen: Kontrolle des Ich bei seiner Auseinandersetzungmit dem Es und der realen Umwelt - versucht, verbotene Impulse aus dem Es zuverhindern, moralische Zielsetzungen durchzusetzen - strebt nach perfektionistischem Verhalten -bestraft unmoralisches, verbotenes oder Ich-Ideal nicht entsprechendes Verhaltens durch Schuld- oder Minderwertigkeitsgefühle -belohnt erwünschten Verhaltens durch Gefühle des Stolzes und der Selbstliebe
- PSA und Persönlichkeit: •Je nach der Art der Über-Ich-Funktion, der Stärke des ES und der Impulsivität des ES unterscheiden sich Menschen in typischer Weise in ihrem Verhalten.•Stärke der Es-Ansprüche angeboren ist •Stärke und Art der Ich-Funktionen sowie Ansprüche des Über-Ich erfahrungsabhängig variieren Persönlichkeit („Charakter“):= individuelle Ausformung der weitgehend unbewusst ablaufenden Triebdynamik einer Person
- Charakterbildung: zwei relevante Konzepte Konzept der Abwehrmechanismen: Individualtypische Bevorzugung bestimmter Abwehrmechanismen .Konzept der Fixierung: Frühkindliche Entwicklung der Triebdynamik sowie daraus resultierende Charaktertypen
- Konzept der Angst Angst entsteht automatisch immer dann, wenn das Ich durch Reize überflutet wird, die es nicht mehr bewältigen kann sie hat Signalcharakter (signalisiert Überforderung des Ich)
- 3 Typen von Angst: Realangst: Reize aus der realen Umwelt; zeigen subjektiv oder objektiv Gefahren an Neurotische Angst: Reize aus dem Es, welche durch das Ich nicht ausreichend abgewehrt werden können Über-Ich-Angst: Moralische Angst; Ich kann den Ansprüchen aus dem Über-Ich nicht genügen (Gebote und Verbote des Über-Ich)
- Mögliche durch Angst signalisierte Gefahren: Kastrationsangst, Angst vor Liebesverlust, Angst vor Objektverlust Die Gefahren werden als Strafen für das vom ES gewünschte Verhalten antizipiert.
- Furcht und Angst Furcht: objektspezifisch (d.h man hat immer Furcht vor einem spezifischen Objekt)–Angst: objektunspezifisches Alarmsignal, das aus einer (wie auch immer bedingten) Überforderung des Ichs herrührt
- Wichtigster Abwehrmechanismus nach Freud: Verdrängung
- Konzept der Abwehrmechanismen Bewusstseinsinhalte (Gedanken, Erinnerungen, Triebimpulse, Wünsche etc.) werden vom Ich aus dem Bewusstsein ins Unbewusste (in das Es) verdrängt, wenn sie als Gefahrensignale Angst auslösen Die Verdrängung selbst erfolgt unbewusst, erfordert aber dauernd Kräfte des Ich, die stärker sein müssen als die der verdrängten Triebe. Bei herabgesetzter Ich-Stärke (alkoholisierter Zustand, Ich-schwache Personen, Traum etc.) können diese verdrängten Inhalte aus dem Es hervorbrechen und zu unkontrollierten Handlungen führen (z.B. Aggressionsausbruch) Auch bei vollständiger Verdrängung können Es-Inhalte unbewusst bleibende Wirkungen erzielen (Fehlleistungen, neurotische oder psychosomatische Symptome): Angst wird durch Leid ersetzt
- Abwehrmechanismus (8) Verdrängung Projektion Verschiebung Reaktionsbildung Verleugnung Rationalisierung Sublimierung Regression
- Psychosexuelle Entwicklung & Charaktertypen Orale Phase (erstes Lebensjahr):Anale Phase (zweites bis drittes Lebensjahr):Phallische / ödipale Phase (drittes bis fünftes Lebensjahr):
- Oraler Charakter passiv, abhängig, fordernd, sicherheitsbedürftig, selbstbezogen (übermäßiger Nahrungsgenuss, Rauchen und Drogenmissbrauch als orale Ersatzbefriedigungen)
- Analer Charakter grausam, destruktiv, ungestüm und unordentlich oder zwanghaft ordentlich, pedantisch und geizig (abhängig von Art der Reinlichkeitserziehung in der Kindheit)
- Phallischer Charakter (beim Mann): übertriebene Männlichkeits-bedürfnisse, Potenzdemonstration und Erfolgsstreben („Machogehabe“) oder Schuldgefühle, Impotenz und Erfolglosigkeit
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- John B. Watson * 1879 (Greenville)† 1958 (New York) •US-amerikanischer Psychologe•Begründer des (klassischen) Behaviorismus1913: “Psychology as the Behaviorist views it”