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3400 K1/ Psychologie M1 (Fach) / 7. Einführung in psychologische Anwendungsfächer (Lektion)
Einführung in psychologische Anwendugsfächer
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- 7. Psychologische Anwendungsfächer Arbeits- und Organisationspsy. Pädagogische Psy. Gemeinsdepsy. Klinische Psy.
- 7.1. Arbeits- und Organisationspsychologie beschäftigt sich mit der Gewinnung und Anwendung psychologischer Erkenntnisse in der Arbeitswelt. Als Teilgebiet der Angewandten Psychologie ist AO-Psy. die wissenschaft vom Verhalten und Erleben von Menschen in (Arbeits-) Organisationen.
- 7.1.2 Gegenstandsbereich In der Eu dominiert der von William Stern geprägte Begriff Psychotechnik In Nordamerika Industrial Psychology früher: nur Gestaltung von Arbeitsbedingungen (Objektpsychotechnik) und Auswahl geeigneter Personen (Subjektpsychotechnik) Untersuchung sozialer Arbeitsbedingungen, Organisation als komplexes soziales System → anfangs eine Domäne der Nachbardisziplinen Unter Einfluss der Hawthorne- Studien + Arbeiten von Kurt Lewin kam Organisationspsy. als jüngstes Fach hinzu. seither in den USA : INdustrial and Organizational (IO) Psychology Im dt: Betriebspsychologie das IO und AO nicht deckungsgleich Bei der Organisationspsy wurde später zw.den Bereichen Personal und Organisation i.e.S. unterschieden → Dreiteilung: Arbeit, Personal, Organisation Arbeitspsychologie Im Fokus: Arbeitstätigkeit und Arbeitsbedingungen. Stellt Theorien und Methoden zur Verfügung, mit deren Hilfe eine Analyse hinsichtlich Tätigkeitsmerkmale (Arbeitsanalyse), ihre psychologischen Vorraussetzungen (Anforderungsanalyse) und unter Betrachtung humaner (d.h. menschengerechter) Arbeit und Lohngerechtigkeit bewertet (Arbeitsbewertung) machen lässt. Gestaltung von Arbeitstätigkeiten (Arbeitsgestaltung) und der äußeren Bedingungen (Ergonomie, Mensch-Maschine-Interaktion) Eforschung der Folgen von Arbeit (Fehlbanspruchungen wie : Stress Ermüdung) Greift auf Grundlagen der Allgemeinen Psy zurück → abstrahiert weitgehend vom individuellen arbeitenden Personalpsychologie Grundlagen aus der Differentiellenpsy, Diagnostik Berufseignungsdiagnostik: Auswahl v Platzierung von Mitarbeitern Leistungsbeurteilung: Messung + Bewertung individueller Arbeitsleistungen Personalentwicklung: gezielte, lernpsychokogisch fundierte Veränderung der Leistungsvorrausetzung Organisationspsychologie Erforschung allgemeiner Gesetzmäßigkeiten der Arbeitsmotivation und Arbeitseinstellung (B: Arbeitsunzufriedenheit) Teilgebiet befasst sich mit Arbeitsbeziehungen, die durch direkte Interaktion geprägt sind (Führung, Arbeitsgruppen) + deren Auswirkungen. (Vertrauen, Konflikte) dem Verständnis (Organisationstheorie) u. Gestaltung (Organisationsentwicklung)
- 7.1.3 Perspektiven und methodisches Vorgehen Zitat von Lewin "nichts ist praktischer als eine gute Theorie" Berufung auf scientist-practicioner model → professionelle psychologische Praxie erfordert wissenschaftl. Arbeiten. Anwendung wissenschaftl. Theorien, Methoden u. Forschungsergebnisse Es besteht kein Gegensatz zw. Wissenschaft und Praxis sondern symbiotische Beziehung Wem nutzt die AO-PSy? berufliche Richtlinien stets im Interesse der Mitarbeiter oder Bewerber → Ziel: Arbeitswelt humaner gestalten.
- 7.1.4 Berufsfelder und Perspektiven Berufseignungsdiagnostil Organisationsentwicklung u. Personalentwicklung (Schulung, individueller Coaching) öffentl. Dienst (Uni, Bundeswehr, Bundesagentur für Arbeit) Personalberatung, Personalabteilung (schließt Auswahl und Beurteilung ein)
- 7.2. Pädagogische Psy Lehren und Lernen im schulischen Kontext enge Beziehung zu Prozessen der erziehung schulische Entwiclungsförderung Gestaltung von Lehr- und Unterrichtsmaterial Didaktik Unterrichten Lehr- und Lernmethoden nicht nur auf schulische Aspekte bezogen → alle Prozesse in allen möglichen Institutionen un Organisationen, die sich mit Aus. Fort- und WEiterbildung beschäftigen. alle Bereiche in denen Aspekte der Bildung, Pädagogik, Lebenslanges Lernen von Bedeutung sind. Kaum zu unterscheiden von der Empirischen Pädagogik Schnittstellen mit den Erziehungswissenschaften, Bildungs- und Medienwissenschaften Educational Psychology
- 7.2.1 Ausgewählte typische Fragen der Pädagogischen Psy Was kennzeichnet eine nguten Schulunterrich? Welsches Wissen u Welche Fähigkeiten sind nützlich für welche Berufstätigkeiten nach der schule? was sind Schlüsselqualifikationen? lässt sich Lernen so lernen, dass man ein Leben lang selbstständtig ohne äußere Instruktion weiter- und neu lernen kann? wie kann man Lernschwierigkeiten beheben? für welchen Lerngegenstand sind welche Medien am besten geeignet? Welche auswirkungen haben Gewaltdarstellungen im Fernsehen auf Kinder? Wie kann man bei Kindern Gesundheitsförderndes Verhalten stärken? wie kann man am besten Eltern mit Erziehungsschwierigkeiten beraten? → spezifische Theorien aus anderen Disziplinen werden herangezogen, auch eigenständig gebildet → zwei Bereiche Lehren und Lernen Erziehung und Sozialisation
- 7.2.2 Lehren und Lernen Erkenntnisse und Befunde aus der Allg. Psy., insbesondere Lern- Denk-, Gedächtnis- u. Wissenspsy. Auch aus dem Bereich Fertigkeitserwerb, Handlungsregulation Geht um Themen, die mit den Bedingungen, Prozessen u. Effekten des Lehrens u. Lernens zu tun haben. Erforschung der Determinanten von Lernprozessen ausbildung von schulischen, akademischen und professionellen Leistungen → In diesem Kontext Lerntransfer von Bedeutung : Erkenntnis, dass jedes Lernen von dem anhängig ist, was man bereits weiß u. kann. (hat positive und negative Auswirkungen) Transfer von Person zu Person unterschiedlich (Vorwissen, Intelligenz, Motivationslage, Lernstrategie) Abhängig von der Lerndomäne (abstraktes Wissen wie Mathe, produktives Schreiben, praktische Fertigkeiten) Strukturiereun von der Lernumgebung Ziel der Unterrichtsgestaltung = Maximierung von positvem Transfer Relevante Erkenntnisse aus anderen psychologischen Disziplinene Diff. und Pers. Psy Diagnostik, B: individuelle Lernvoraussetzungen und Lernschwierigkeiten wie z.B Vorwissen, Hochbegabung, Intelligenz, Lernmotivation, Konzentrationsschwierigkeiten Entwicklungspsy: Bereich Fürhförderung, Schullaufbahnberatung, Erwachsenen Pädagogik, Lebenslanges Lernen) Sozialpsychologie (Erkenntnisse und Befunde aus dem Bereich der Gruppendynamik, Einfluss der Gruppe auf individuelle Leistungen..Gruppendynamische Prozesse, Projektgruppen, Teamwork) Rolle von Einstellungen, Personenewahrnehmung ( Mädchen schreiben sich zu nicht gut in Mathe zu sein) Soziokulturelle Stereotypen und Einstellungen von Lehrenden Auswirkungen auf den Unterrichtserfolg (Phygmalioneffekt)
- 7.2.3 Erziehung und Sozialisation Mikroebebe: Familienprozesse, Erziehungshandeln der Eltern, Interessen, Bildungsorientierung der eltern, ob ein Kind mit oder ohne geschister aufwächst, welche Freunde es hat und wie all diese Gegebenheiten und Prozesse sich auf die Persönlichkeitsentwicklung auf Interessen und Leistungsmotivation sowie die Lernbereitschaft ausübt. Mesoebene: Beziehung zw Elternhaus und Schule, B: Wertschätzung der Schule, der Lehrer seitens der Eltern Makroebene: indirekte Einflüsse auf das Erziehungs und Bildungsgeschehen, B: Bildungskanon, Arbeitsplatz der Eltern, Medien, Schul- u. Kulturpolitik, Einfluss von Kulturgegebenheiten generell. hier: Interventionsmaßnahmen auf der Ebene der Erziehungsberatung sowie Austausch zw. Eltern und Schule. relevante Erkenntnisse aus anderen psychologishen anwendungsfächern Psychologische Diagnostik: Klinische Psychologie AO-Psy individuelle Leistungs- und Lernproblemdiagnostik B: Lese-Rechtschreib-Schwäche, Umgang mit Lernbehinderung, Aufmerksamkeitsstörung, problematisches Verhalten wie Gewalt. Lernen findet nicht nur in Organisationen statt deren institutionelle Verfassung sowie personelle u materielle Zusammensetzungberücksichtigt werden muss, sondern Lehren und Lernen = Arbeitshandlung → vielfältige Ausbildungsfelder, betreibliche Weiter- u Fortbildung, Weiterqualifikation von Arbeitslosen Freizeit- und Gesundheitspädagogik Medienpädagogik, das Lernen u. Lehren im Internet "distance educaton" , die Fernlehre und Fernlernen inwieweit können Menschen im mittleren o hohen Erwachsenenalter für das Berufsleben weiter und/oder neuqualifiziert werden, damit sie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
- 7.2.4 Forschungsmethoden Anwendung finden alle emp. forschungsmethoden der Psychologie und der emp. Sozialwissenschaften,Dazu gehören: Beobachtungen (Beobachtung des Unterrichtsgeschehens, Interaktionsanalyse) experimentelle Methoden(B: Variation von Material- Lernmethoden) Leistungsmessung aller Art (Intelligenztest, Schulleistungstest, Wissens- u. Interessenstest) Einstellungs u. Persönlichkeitstest, Befragung, Interview verfahren können nicht nur querschnittlich: Vergleich mehrerer Klassenstufen, sondern auch sondern auch längsschnittliche: Leistungsänderung einer/mehrerer Schulklassen im Laufe eines Schuljahres Aus Kombi der Verfahren → komplexe Untersuchungspläne , die Verfahren nötig machen (Mehrebenenanalyse, multivariate Verfahren wie konfirmatorische Faktorenanalyse, kanonische Korrelation)
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- 7.3 Gemeindepsychologie (Community Psychology) demographische wandel an Städte und Gemeinden generationsgerechte Stadt wie lassen sich Vorurteile und Feindseligkeiten zw. unterschieldichen Bewohnern- gruppen in einem Stadtteil abbauen? Welche Wege gibt es Präventivprogramme für bestimmte Gruppen o. Communities zu entwickeln, die besonderen Risiken ausgesetzt sind?
- 7.3.1 Gegenstand und fachgeschichtliche Entwicklung im engen Austausch mit anderen gesundheits- und sozialwissenschaftlichen Disziplinem (Gesundheitspsy, Stadtsoziologie, Raumplanung) Beschäftigt sich damit womit sich das Wohl von Gemeinden, kommunalen Institutionen, Gruppen u. Individuen durch psychologische und partizipative Methoden verbessern oder optimieren lässt. Zentrale Themen: Förderung des Empowerments: ) bezeichnet man Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften erhöhen sollen und es ihnen ermöglichen, ihre Interessen (wieder) eigenmächtig, selbstverantwortlichund selbstbestimmt zu vertreten. Empowerment bezeichnet dabei sowohl den Prozess der Selbstbemächtigung als auch die professionelle Unterstützung der Menschen, ihr Gefühl der Macht- und Einflusslosigkeit(powerlessness) zu überwinden und ihre Gestaltungsspielräume undRessourcen wahrzunehmen und zu nutzen. Verbesserung urbaner Lebensqualität Verbesserung und Präventions psychischer Probleme Vorbeugung vone Kriminalität Bekämpfung von Armut und ihren Folgen optimieren lässt. gehört in Deutschland noch ncit zum traditionellen Spektrum psychologischer Anwendungsfächer → noch auf Identitätssuche Anfänge und Entwicklung der Gemeindepsychologie: politisch und soz.Bewegung → ablehenende Haltung gegenüber der Klynischen Psy Hauptkritikpunkt: individualistische Konzeption der ursachen psy. Störungen und der daraus abgeleiteten individuumszentrierten Therapieansätze: → diese Therapie vernachlässigt die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen, die für Entstehung und Aufrechterhaltung individueller Problemlagen verantwortlich sind. Gegenmodell zur Psychatrie : Entwicklung alltagsnaher therapeutischer Interventionsverfahren, die sich einer systemischen und ökologischen Perspektive verpflichtet. Ansatzpunkt war nicht mehr das individuum, sondern die materiellen, sozialen und systemischen Faktoren, die die Beziehunng zw. Individuum und seiner Lebenswelt beeinträchtigt Schwerpunkt auf Maßnahmen der Prävention und Ressourcenstärkung
- 7.3.2 Nationale Unterschiede USA, Australien, Neuseeland (Fach als erstes etabiliert) → Schwerpunkt: Förderung d psychosozialen Wohlbefindens + mentalen Gesundheits InGB thematische Orientierung: Erforschung und Förderung sozialer und politischer Partizipation und des Empowerments sozial benachteiligter Gruppen. Im Mittelpunkt : Fragen der Förderung sozialer und wissenschaftlicher Gerechtigkeit, unterstützung polit. Partizipation vn Minoritäten und Stärunk sozialer Verantwortlichkeit (Gemeinsinn) u. des kollektiven Handelns In lateinamerikanischen Ländern: Community psychology = Socialpsychological Community Psychology. Ausrichtung vergleichbar mit GB. Gründe warum in Deutschland noch nicht etabiliert: Gemeindepsy Themen auch Gegenstand anderer Anwendungsfächer(Gesundheitsförderung, Mensch-Umweltbez...Gesundheitspsy und Umweltpsy) akademische Psy hat sich mehr naturwissenschaftl und forschungsorientiert ausgerichtet, anstatt sozialwissenschaftlich und anwendungsorientiert.
- 7.3.3 Wege und Methoden gemeindepsychologischen Forschend und Handelns Übergeordnetes Ziel: durch Wissenschaftl.-fundierte Forschung, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern, soziale und wirtschaftliche ungerechtigkeit und Diskriminierung veringern Organisationsziele der SCRA(Society for Community Research and Action) eigene Abteilung bei APA Förderung der Anwendung sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse und ihrer Communities u. der Prävention schädigender Einflüsse Förderung der Theorienentwicklung u. der Forschung, die das Verständnis menschl. Verhaltens im kulturellen, soz, ökonomischen, gepgraphischen u historischen Kontext voranbringt. Förderung eines anhaltenden und wechselseitigen Wissens und Technologietransfers zw. Gemeindepsychologen, vertreter anderer akademischer Disziplinen und lokaler Akteure, do dass gemeindepsy Forschen und Handeln von den Stärken unterschiedl. Perspektiven profitiert. Einflussnahme auf die Institutionalisierung wirtschafts und sozialpolitischer Maßnahmen im Einklang mit Prinzipien u. Werten, die gemeindepsychologisches Handeln u. Forschen leiten (soziale Gerechtigkeit. Solidarität, Respekt von Diversität u.a.) Methoden; zur Explorierung und Beschreibung sozialer Prozesse im Kontext Gemeinde (Netzwerkanalyse, qualitative Interviews, Ethnographie) Methode der Aktionsforschung von Kurt Lewin = Forscher und Klient versuchen gemeinsam die Probleme zu klären und zu lösen
- 7.3.4 Berufsfelder und Tätigkeiten Gesundheitswesen Stadtteilbüro kommunale Einrichtung + Verwaltung Bildungseinrichtungen non-profit-Organisationen Politikberatung
- 7.4. Klinischer Psychologie 7.4.1 Was ist klinische Psy? Gegenstand: Erleben und Verhalten bei psychischen Störungen u. die psy aspekte von somatischen Störungen u. Krankheiten bei Personen in allen Altersgruppen Grundlagenforschung zw. den Bedingungen für die Entstehung und aufrechterhaltung psy. Störungen Themen der klinischen Psy sind: Konsoldierung fundierte Methoden zur Diagnose u Behandlung. emp beährt , trifft besonderst auf kognitiv-behaviorale Therapien zu. Standardisierung Standards haben sich herausgebildet → System zur Klassifikation Differenzierung: Persönlichkeitsmerkmale des Klienden und Therapeuten werden berücksichtigt Pluralismus verschiedene Modelle, theoretische Ansätze für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Veränderung von psy. Störungen aus unterschiedl. Pradigmen der Psy.
- 7.4.2 Klinische Diagnostik und Klassifikation In der klinischen Diagnostik betrifft die Datensammlung und Verarbeitung folgende Zielsetzung: Beschreibung: Definition u Identifikation psy. Störungen und Probleme Klassifikation: Zuordnung einer Person zu einem Element eines Klasssifikationssystems Erklärung: sind die Bedingungen für Entstehung und Aufrechterhaltung einer Störung bekannt → aufrechterhaltenden, auslösenden Bedingungen im individuellen Einzelfall können diagnostiziert werden. Indikation: indikationsaussagen sind allg. Handlungsregeln, die angeben, welche psychotherapeutischen Maßnahmen unter vorgegebenen Randbedingungen am günstigsten sind, z.B. welche Therapieformen bei welcher Störung die höchsten Erfolgsaussichten hat. Prognose: Vorhersage von Verläufen psy. Störungen (mit oder ohne Intervention) Evaluation der Intervention und von Veränderungen im Verlauf Klassifikation psychischer Störungen stützt sich auf zwei international verbreitete Systeme: 1. ICD (International Classification Diseases) von WHO herausgegeben 2. DSM-IV-TR : Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders Klassifikationssystem der APA Multiaxiale Diagnostik: Sowohl im ICD als auch im DSM wird eine multiaxiale Diagnostik vorgenommen, die darauf abzielt, nicht nur die klinische Symptomatik einer betroffenen Perosn zu erfassen, sondern auch psychosoziale und medizinische Merkmale,die zum besseren Verständnis einer psychischen Störung beitragen könnnen Kriterien für eine psychische Störung wenn zutreffen, oder nicht zutreffen: momentanes Leiden (B: an einem schmerzhaften Sympthom) o eine Beeinträchtigung (B: Einschränkung in einem oder mehrerern wichtigen Sozialen- o Leistungsbereichen) oder ein stark erhöhtes Risiko zu sterben, Schmerz, Beeinträchtigung oder einen tiefgreifenden Verlust an Freiheit zu erleiden. das psychische Syndrom oder Verhaltensmuster ist nicht nur eine verständliche oder kulturell sanktionierte Reaktion auf ein subjektiv belastendes Ereignis, z.B. eine Trauerreaktionnach dem Verlust eines geliebten Menschen. vorlliegen einer verhaltensmäßigen, psychischen oder biologischen Funktionsstörung weder normabweichende Verhalten (politischer, religiöser oder sexueller Art) noch Konflikte des Einzelnen mit der Gesellschaft sind psychische Störungen, solange die Abweichung oder der Konflikt kein Symptom einer Funktionsstörung bei der betroffenen Person darstellt.
- 7.4.3 Forschungsgegenstände der Klinischen Psy. epidemiologische Forschung: Häufigkeit von Erkrankungen: damit zusammenhängende soziale und stukturelle Merkmale werden ermittelt wichtigsten Maßzahlen = Inzidenz und Prävalenz Inzidenzrate gibt an wie viele Fälle EINER psychischen Störung (in einer festgelegten Bevölkerungsgruppe innerhalb eines bestimmten Zeitraums (üblicherweise ein Jahr) neu aufgetreten sind. Erkrankungsrisiko an EINER Störung Prävalenz quantifiziert wie viele psychische Störungen zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz: ane einem bestimmten Stichtag) oder in einem bestimmten Zeitraum (Strecken- o. Periodenprävalenz, z.B: Lebensprävalenz) in einer bestimmten Population überhaupt der Fall sind. Chronizität, Rückfall Ätiologie-Forschung: Untersucht Bedingungen und Ursachen psychischer Störungen → warum treten psychische Störungen auf? Ein Merkmal kann als Ursaceh bezeichnet werden, wenn A zeitlich vor B liegt A und B kovariieren für das Auftreten von B, A verantwortlich ist (für psy Störungen nicht erfüllbar → mehrere Bed. Prädisponierende Bed: genetische, biologische, ungünstige Umweltbedingungen in der Kindheit und Jugend. Auslösende Bed: Ereignisse die dem ersten oder erneuten Auftreten unmittelbar vorausgehen, B: traumatische oder belastende Ereignisse (sog. Life Events) oder Frustrationen Aufrechterhaltende Bed: fördern Stabilisierung von Chronifizierung einer psy. Störung. B: Etikettierungsprozesse: seitens der Umwelt, einschließlich des med. Systems (Sie sind krank), sowie Vermeidungsverhalten d. Betroffenen ( → soz. Phobie) biopsychosoziales Modell + multikausale Bedingtheit Psychotherapie vs. Interventionsforschung: Ist psychotherapei überhaupt wirksam? wirken unterschiedliche Psychotherapien unterschiedl? wie wirkt Psychotherapie bzw. welche Variablen und Komponenten (B= Merkmale d. Therapeuten/Kliente) Frage ob Psychotherapie überhaupt wirkt. Spontanemission = spontane Verbesserung.
- 7.4.4 Klinisch-psychologische Interventionen und Psychotherapie umfasst: Prävention, Rehabilitation. Krisenintervention, Aufklärung, Ressourcenaktivierung, Beratung, Training, Übung primäre Prävention: Senkung der Inzidenzrate psychischer Störungen sekundäre Prävention:Zielt darauf ab die Prävalenzrate zu senken. tertiäre Prävention: soll die negativen Folgen einer psychischen Störung für den betroffenen und seine Umgebung reduzieren. Beratung: Grenzen zw. Beratung und Therapie sind fließend. geht weniger um die Wiederherstellung von Funktionen → Erhaltung und Verbesserung bereits vorhandener Fähigkeiten (Stichwort: Ressourcenaktivierung). vermittlung von Info, aufklärung von der Ratsuchenden Person, Angehörige, Familie, Institutionen Bedingungen für Psychotherapie: Wirksamkeit der Psychotherapie muss emp. belegt sein Wirkungsweise der Psychotherapie muss mit dem aktuellen Wissen d. Psychologie vereinbar sein u. theoretisch begründet werden können. Psychotherapeutische Ansätze: Pschoanalyse kognitiv-behaviorale Therapien (Verhaltenstherapien) humanistische Therapieformen (Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie) systemische Therapie Psychoanalyse umfasst allgemeinpsychlogische wie sowie Persönlichkeits- u. kulturpsychologische Theorieteile auch Bezeichnung für eine therapeutische Behandlungsform Katharsis-Hypothese: Alle hysterischen Sympthome verschwinden wenn die traumatischen Erlebnisse wieder erinnert und erlebt werden. Patient leistet Widerstand gegen das Bewusstwerden . Analytiker gibt im richtigen Moment Deutungen und Konfrontattionen um dem Patienten dabei zu helfen sich seiner verdrängten Probleme bewusst zu werden → Verhält sich ansonsten abstinent und sitzt im klassischen Setting für den Klienten unsichtbar hinter der Couch. Übertragung: Patient projiziert liebevolle Gefühle o Hass auf den Therapeuten → sind wichtig , da diese in Behandlung bearbeitet und behandelt und reflektiert werden können. Gegenübertragung unerwünscht. Psychoanalytiker muss seine eigenen unbewussten u. verdrängten Konflikte kennenlernen u bearbeiten, damit Gegenübertragungsprozesse seine therapeutische Arbeit nicht beieinträchtigen. Ziel der psychoanalytischen Therapie = Einsicht eines Klienten in seine verdrängten Konflikte., erfahrung fördern, Das Ich stärken. (wo es war soll ich werden) Kognitiv-behaviorale Therapien (Verhaltenstherapie, kognitive Verhaltenstherapie) entstanden vor dem Hintergrund des lerntheoretischen u später des kognitiven Paradigmas. Veränderung von Umgebungsvariablen, aber auch von Variablen im inneren des Organismus zur Veränderung von Verhalten, Erleben und Kognitionen Ziel: verbesserte Selbstkontrolle und Eigensteuerung d. Patienten. Zentrale und emp. fundierte Grundidee d Verhaltenstherapie: besagt, dass psy. Störungen aus Lernprozessen resultieren u durch Lernprozesse auch wieder verändert werden können. (→ funktionale und dysfunktionale verhaltensweisen werden gelernt) zwei Prozesstheorien für die Entstehung und aufrechterhaltung on Angststörungen klassische Konditionierung operante Konditionierung
- 7.4.5 Ausblick gemeinsame Wirkfaktoren unterschiedlicher Psychotherapieformen Therapeut-Klient-Beziehung: gute u. funktionale Beziehung = wichtig Ressourcenaktivierung; Merkmale eines Klienten lassen sich in einer Therapie als Ressourcen nutzen B: Patient strebt nach Autononmie, dies kann als Ressource genutzt werden. → Einsatz von non-dirctiven Methoden (B:Gespräche, die den Klienten dabei unterstützen, selbst Problemlösungen zu finden). Oft besteht Ressourcenaktivierung dann, dem Patienten bewusst zu machen, was er/sie schon besonders gut kann/ was schon gut funktioniert Problemaktualisierung: Probleme eines Klienten werden erfahrbar gemacht u. bearbeitet. In der Verhaltenstherapie werden z.B gefürchtete vermiedene Situationen aufgesucht o problematische Interaktionen mit Hilfe von Rollenspielne nachgestellt Motivationale Klärung: zu Beginn oder auch im Verlauf einer Therapie werden die Ziele Motive u Werte eines Klienten geklärt Problembewältigung: Therapie = positive Problembewältigungserfahrungen in der Verhaltenstherapie unterstützt der Therapeut die körperlichen und psychischen Belastungen die mit dem aufsuchen einer gefürchteten Situation verbunden sind durchzusetzen Klinische Neuropsychologie: Gegenstand: Untersuchung u Behandlung psy. Fkt. bzw. Funktionsstörungen nach Hirnschädigungen, neuropsychologische Grundlagen psychischer Störungen in Mittelpunkt klinisch.neuropsychologischer Forschungsbemühungen restitutive, kompensatorische und integrartive Verfahren werden angewendet. Restitution: Annahme, dass das Gehirn im Erwachsenenalter noch eien ausreichende Plastizität aufweist u deshalb funktional verändert werden kann: so können bei Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen alltagspraktische und berufliche Routinehandlungen dadurch wiederhergestellt werden , dass eine Handlung häufig wieer holt, geübt u. dadurch "neu eingeschliffen" werden. Kompensation: Patienten mit checklisten oder elektrischen Impulsgebern ausstatten, die ihn bei der Bewältigung von alltagssituationen unterstützen.