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Chirurgie AF (Fach) / Knieverletzungen (Lektion)
Meniskusverletzungen und Kreuzbandruptur
Diese Lektion wurde von Claudi3562 erstellt.
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- 1. Knieverletzungen - Allgemein Schädigungen der Kniebinnenstrukturen (Bänder, Menisci, Knorpel, Sehnen) = sehr häufige Verletzungen des Bewegungsapparates. Sportverletzungen stehen als Unfallursache ganz im Vordergrund. Seit Einführung der Arthroskopie als diagnostisches und operatives Verfahren → Behandlung von Knieverletzungen viel differenzierter möglich. Mit Veränderung der operativen Techniken haben sich die Nachbehandlungskonzepte in Richtung frühfunktionelle Mobilisation geändert.
- 2. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Allgemein/ Funktion Menisci Menisci bestehen aus kollagenen Fasern: gleichen Inkongruenz der Femur- und Tibiagelenksflächen aus Stoßdämpferfunktion erhöhen Stabilität des Kniegelenks daher sollten sie wenn möglich im Rahmen von Operationen erhalten bleiben Innenmeniskus ist mit Gelenkkapsel und Seitenbandstrukturen verwachsen → weniger mobil → häufiger verletzt
- 3. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Ursachen Ursachen: bei jungen Patienten → akut traumatische Ruptur oft kombiniert mit Bandverletzungen bei älteren Patienten → degenerative Ruptur auf dem Boden einer Vorschädigung
- 4. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Einteilung nach Form des Mensikusrisses Einteilung nach Form des Meniskusrisses: Längsriss Korbhenkelriss Lappenriss Querriss
- 5. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Klinik Klinik: Druckschmerz im Gelenkspalt Beugerotations-, und Überstreckungsschmerz Nachtschmerz Manchmal entzündlicher Gelenkerguss durch Mensikusruptur
- 6. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Diagnose Diagnose: Klinische Tests: Steinmann I: Schmerz bei AR USCH (ruckartige AR bei 30 ° FLEX) Steinmann II: Schmerzpunkt wandert bei zunehmender Beugung nach hinten Böhler-Zeichen: In Extension Schmerz bei Valgus - (AM) bzw. Varusstress (IM) Payr-Zeichen: Schmerz im Bereich des IM im Schneidersitz und beizusätzlichen Druck auf die Knie Richtung Boden (Varusstress). Insbesondere hinweisend auf HH-Läsion Apley-Zeichen: Patient ist in BL, KNIEFLEX 90° → Schmerz im Gelenkspalt bei Kompression und USCH-Drehung
- 7. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Diagnostik Diagnostik: MRT Arthroskopie
- 8. Knieverletzungen - Mensikusverletzungen - Therapie Therapie: Arthroskopie: Beim jungen Patienten gilt es wenn iwie möglich, den Meniskus zu erhalten! Rupturen im durchbluteten Bereich: → Meniskusnaht (Refixation) → falls Naht nicht möglich → verletzter MeniskusanteIl wird mit Hilfe arthroskopischer Instrumente reseziert. Grundprinzip: so viel als nötig, aber so wenig wie möglich resezieren.
- 9. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Nachbehandlung Nachbehandlung: Nach Meniskusresektion: Mobilisation am 1. Tag post-op. Frühzeitiger Beginn mit Muskelaktivierungsübungen und Gangschule für 2 Wo. mit TB 20 kg → Anschließend VB CAVE!!! Volle sportliche Rehabilitation unterschiedlich, üblicherweise 4 - 6 Wo. Nach Meniskusnaht: Mobilisation am 1 Tag. post-op. mit UAGST abrollende bzw. TB für 4 Wo. keine forcierten Bewegungsübungen, da zwischen max. Beugung und Streckung erheblicher Zug auf die Naht ausgeübt wird. VB ab der 4. Wo. post-op. und Beginn mit Muskelaufbautraining CAVE!!! Sportliche Belastung frühestens 3 Mo. nach Meniskusnaht
- 10. Knieverletzungen - Meniskusverletzungen - Komplikationen Komplikationen: Gefahr der Arthrose mit hartnäckigen Schmerzen besteht nach jeder Meniskusentfernung
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- 11. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Ursache/ Verletzungsmechanismus Ursache: Isolierte Kreuzbandverletzungen sind selten → häufig als kombinierte Bandverletzung mit medialer Seitenbandruptur Häufiger vorderes Kreuzband ruptiert Häufigster Verletzungsmechanismus: Kombination von Valgus-, Flexions-, und Außenrotationsbelastung, bei dem es zur Zerreißung des Innenbandes, Kreuzbandes und Verletzungen des Innenmeniskus kommt = "Unhappy Triad"
- 12. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Klinik Klinik: Schmerzen Instabilitätsgefühl Schwellung über KG Beweglichkeitseinschränkung
- 13. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Diagnostik Diagnostik: Anamnese: Patienten berichten über typisches Unfallereignis (= Verdrehung des Gelenks bei fixiertem Fuß, Einwirken äußere Gewalt) Stabilitätstests: Wichtigstes Zeichen ist die Instabilität in Sagitalebene: Test: Vordere Schublade in 20° - 30° FLEX und dann noch mal in 90 ° FLEX → vordere Kreuzband Hintere Schublade in 90° FLEX → hintere Kreuzband Der Grad der Instabilität wird bestimmt: einfach positiv + = Schublade 3 - 5 mm zweifach positiv ++ = Schublade 5 - 10 mm dreifach positiv +++ = Schublade > 10 mm Bildgebende Verfahren: MRT Röntgenaufnahmen um knöcherne Ausrisse zu beurteilen Punktion eines Kniegelenkergusses: Blut → Kniebinnenverletzung Fettaugen (Markfett) → v.a. Knorpel-Knochenläsion Diagnostische Arthroskopie: Neben der Beurteilung aller im KG vorhandener Strukturen ist auch therapeutische Behandlung möglich.
- 14. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Therapie - Allgemein Konservativ/ Operativ Therapie: Ob konservativ oder operativ ist abhängig von folgenden Faktoren: Alter Aktivitätsgrad Sportgewohnheiten Kooperation
- 15. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Vordere Kreuzbandruptur - Therapie - Konservativ Therapie: Konservativ: Funktionelle konservative Therapie mit elastischer Binde Muskelaufbautraining Belastung und Beweglichkeit bis zur Schmerzgrenze Solange Gelenkerguss → keine FLEX über 90° um Überdehnung der Gelenkkapsel zu vermeiden Orthesen nur bei gleichzeitiger Seitenbandinstabilität notwendig
- 16. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Vordere Kreuzbandruptur - Therapie - Operativ inkl. Nachbehandlung Therapie: Operativ: Überwiegend arthroskopisch A) Kreuzbandnaht Bei proximalen Abriss Nachbehandlung: Gips für 6 Wochen im Bewegungsausmaß 0/ 0/ 70 → Anschließend: Muskelaufbautraining Unterwassertherapie Koordinationstraining B) Kreuzbandplastik Wenn Naht unmöglich, kann Kreuzband durch Sehnenplastiken ersetzt werden Lig. Patellae-Plastik: Das zentrale Drittel des Lig. Patellae mit Knochenblöcken von der Patellaspitze und Tubersositas tibiae wird entnommen → über Bohrkanäle in der Tibiae und im Femur wird das Transplantat eingezogen → Fixiert wird mit Schrauben oder Nähten. Die Fixation ist so stabil, dass sofortige Mobilisation des KG möglich ist. Semitendinosus-Plastik: Sehne des M. Semitendinosus wird als Transplantat verwendet → sie kann 2-, 3-, oder 4-fach verwendet werden. Nachbehandlung: DonJoy Kniegelenkschiene mit Bewegungsausmaß 0/ 0/ 70 für 6 Wochen Nach Wundheilung aktive Bewegungstherapie, Unterwassertherapie Muskelaufbau und Koordinationstraining während der ersten 6 Wochen Ab 6. Woche → forciertes Muskeltraining Ab 3. Monat post-op. zunehmende sportliche Belastung Kniegelenksportarten (Hallensport, Fußball, Skifahren) erst ab 6 Monaten erlaubt mit gut trainierter OSCH-Muskulatur
- 17. Knieverletzungen - Kreuzbandrupturen - Komplikationen Komplikationen: Streckdefizit! CAVE!!! Physiotherapeut muss dies frühzeitig diagnostizieren: Wenn Defizit nicht muskulär bedingt ist → Rearthroskopie Verkürzung der Patellarsehne durch Vernarbung → führt zu Patellatiefstand und retropatellaren Problemen, welche schwer zu beeinflussen sind. Kraftdefizit der Beugemuskulatur durch Ausfall der Semitendinosus-Sehne Schmerzen an der Entnahmestelle bei knieenden Tätigkeiten