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Chirurgie AF (Fach) / Acetabulumfrakturen (Lektion)
- 1. Acetabulumfrakturen (= Fraktur der Hüftpfanne) - Ursache Ursache: Ganz typisch sind axiale Stauchungsverletzungen bei Autounfällen. Durch Gewalteinwirkung auf das KG von unten → Femurkopf wird in die Hüftpfanne getrieben. = sog. "Dash-Bord-Injury" = Anprall mit gebeugtem Kniegelenk gegen das Amaturenbrett
- 2. Acetabulumfraktur - Einteilung Einteilung: Typ A = Fraktur der vorderen oder hinteren Säule (= Pfeiler) Typ B = Fraktur des Pfannenbodens (= Fossa acetabuli = dünnste Anteil) Typ C = Trümmerfraktur, vordere und hintere Säule (=Pfeiler) → Acetabulum ist vollständig vom übrigen Becken abgetrennt Dabei kann Oberschenkelkopf in verschiedene Richtungen luxiert sein. Schwerste Verletzungsform = zentrale Hüftluxations-Fraktur, bei welcher der Kopf durch die Pfanne zentral in das kleine Becken durchgetreten ist.
- 3. Acetabulumfraktur - Klinik Klinik Auffällig ist das Bild der Hüftlux = Bein verkürzt und steht in ADD und IR Verletzung der Gefäße bzw. Organe des kleinen Beckens sind bei Acetabulum-Frakturen seltener.
- 4. Acetabulumfraktur - Diagnostik Diagnostik Röntgen CT Abklärung von Begleitverletzungen speziell Überprüfung von peripherer Motorik und Nervenfunktion
- 5. Acetabulumfraktur - Therapie - Konservativ Therapie Konservative Therapie: Bei nicht dislozierten Frakturen mit einer Langzeitextensionsbehandlung durch Extension supracondylär am OSCH mit Längszug und fallweise durch Trochanterschraube (Zugschraube wird in Oberschenkelhals eingebracht und Seitzug angelegt - Bei starker Dislokation des Femurkopfes Richtung kleines Becken) Extensionsdauer: 12 Wo mit hohen Zuggewichten aktive und passive Bewegungstherapie nicht betroffener Gelenke Nach Beenden der Extension → Gangschule Unterwassertherapie
- 6. Acetabulumfraktur -Therapie - Operativ Therapie Operative Therapie Benötigt eingeübtes OP-Team, weil es zu den anspruchvollsten Eingriffen der Traumatologie gehört! Fixierung erfolgt mit Schrauben und Platten und beherbergt Komplikationen: Große Zugänge zum HG nötig → Schädigung des N. gluteus sup. beim hinteren Zugang gefürchtet → Insuffizienz der Glutealmuskulatur (Trendelenburg-Zeichen) Heterotrope periartikuläre Ossifikation (=HPO): Es kommt zu Kalkeinlagerungen in verletzten Gelenke v.a bei SHT- Patienten. Ursache dieses Phänomens noch weitgehend ungeklärt. Im Röntgenbild deutliche Kaluswolken in den betroffenen Gelenken sichtbar. → Therapeutische Massnahmen in dieser Zeit reduzieren, um Prozess zu beruhigen. Bewegungseinschränkung muss meist operativ beseitigt werden, da es sich nicht von alleine zurückbildet. Medikamentöse Behandlung mit NSAR (=NSAID)
- 7. Acetabulumfraktur - Komplikationen Komplikationen Posttraumatisches Arthrose des HG mit Bewegungsseinschränkungen Femurkopfnekrose, wenn die zentral versorgende A. capitis femoris verletzt wird (→ Teile des Knochens gehen unter, kann bis zu 2 Jahre nach dem Unfall einsetzen → TEP) Läsionen des N. ischiadicus bzw. peronaeus durch Überdehnung: → frühzeitige - Schwellstromtherapie der betroffenen Muskelgruppen - frühes Anlegen von Peroneusschienen mit Spitzfußprophylaxe.
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