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HP für Psychotherapie (Fach) / Für Prüfung wichtig (Lektion)

Wichtige Notizte

Diese Lektion wurde von SoheilaSafari erstellt.

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  • Was heißt unterstützend zu behandeln? Beispiele: Tagesstrukturierung, Motivationsaufbau, Soziale Kompetenz, Selbstsicherheitstraining, Sressmanagement, Kommunikationstraining und dsgl. Es wäre dem Heilpraktiker Psychotherapie allerdings rechtlich gesehen möglich, in Absprache mit dem behandelnden Fach-Arzt (Psychiater), ausserhalb der akuten Stadien der Erkrankung, Betroffenen  mit Störungen aus dem endogenen Formenkreis (F2- F3) mit einer stützenden (nicht aufdeckenden) z.B. verhaltenstherapeutisch orientierten Psychotherapie (Tagesstrukturierung, Motivationsaufbau, soziale Kompetenz)  unter Vermeidung überstimulierender psychotherapeutischer Maßnahmen zu behandeln.  Besonderheiten den Bereich endogener und exogener StörungsbilderEs ist nachvollziehbar, dass der körperlich begründete Bereich psychischer Erkrankungen (F0, F1) dem Facharzt obliegt; genauso der Bereich schwerer affektiver und schizophrener Störungen (endogener Formenkreis oder F2 und F3) im aktuten Stadium der Erkrankung dem Psychiater, da meist zwingend medizinische Maßnahmen oft mit medikamentöser Behandlung und Zwangseinweisung einhergehend erforderlich sind.  Ähnliche Kooperation mit den behandelnden Ärzten betrifft die Therapie von Sucherkrankungen. Nach klinischer Entgiftungs- und Entwöhungsbehandlung kann auch hier der Heilpraktiker Psychotherapie unter Voraussetzung entsprechender Weiterbildung als Suchttherapeut Betroffene hinsichtlich Wiedereingliederung und Stabilisierung in Krisen psychotherapeutisch unterstützen  
  • Was ist eine Neurose, was ist eine Depression?   - Eine Neurose ist eine seelisch bzw. psychosozial bedingte Gesundheitsstörung ohne nachweisbare organische Grundlage. Neurosen mit sogenannter typischer Symptombildung werden beispielsweise als Zwangsneurose, Angstneurose, hypochondrische Neurose und eben depressive Neurose oder neurotische Depression bezeichnet. Weitere Einzelheiten dazu siehe das entsprechende Kapitel über die Neurosen, einschließlich neuer Einteilungsvorschläge. (Die meisten Symptome seelischer Leiden sind natürlich auch seelischer Natur. Einige aber äußern sich körperlich, ohne dass der Arzt eine organische Ursache feststellen kann. Das nennt man dann psychosomatische oder auch funktionelle Störungen, weil die Organe, Gelenke usw. nicht mehr richtig zu funktionieren scheinen, obwohl sie nicht krankhaft verändert sind.) - Eine Depression ist eine Gemütsstörung (Fachausdruck: affektive Störung). Sie gehört zu den gefürchtetsten Krankheiten überhaupt (hohe Selbsttötungsgefahr!). Frühere Klassifikationen teilten sie ein in endogene (biologisch erklärbare) sowie somatogene (durch körperliche Krankheiten ausgelöste) Depressionen. Und psychogene, also rein seelisch bedingte Depressionen. Dazu zählte man die reaktive Depression (auf Grund einer akuten Belastung), die depressive Entwicklung, z.B. die Erschöpfungs- und Entwurzelungsdepressionen sowie die neurotische Depression oder depressive Neurose. Nachfolgend eine kurz gefasste Übersicht zu dieser Art von depressiven Zuständen.  
  • So können beispielsweise folgende Erziehungsbedingungen eine (neurotische) Depression fördern wirken: Eine an übermäßig strengen Grundsätzen orientierte Erziehung. Sie begünstigt die Entstehung von Schuldgefühlen, unterdrückt die Äußerung von natürlichen Aggressionsregungen und untergräbt das Selbstvertrauen. Das Fehlen von Zärtlichkeit und Geborgenheit oder gar eine direkte Ablehnung, bis hin zu Härte und Brutalität. Das mangelnde Verständnis der Eltern für ihre Kinder, worunter vor allem deren Selbstwertgefühl und Kontaktbereitschaft leiden. Die Tabuisierung der Sexualität. Dabei wird - oft aus pseudoreligiösen Erwägungen - alles geschlechtliche ausgeklammert, verdrängt, unterdrückt oder als etwas "Böses" bestraft. Neben verängstigenden, gespannten oder aggressionsgetönten familiären Verhältnissen schadet aber auch eine überfürsorgliche Verwöhnung. Sie unterdrückt das Bedürfnis des Kindes, sich nach und nach selbstständig zu machen. Diese Einengung kann noch schwerwiegender sein als das Ausbleiben liebender Zuwendung in früher Kindheit. Verschlossene, ernste und wenig lebensbejahende Väter und Mütter binden ihre Kinder oft eng an sich, verhindern deren Selbstverwirklichung und halten mitunter selbst erwachsene Töchter und Söhne lange in Abhängigkeit.
  • es eine charakteristische Persönlichkeitsstruktur (im Falle der neurotische Depression)? Das alles legt den Verdacht nahe, hier könne es sich schon im voraus um eine problematische Persönlichkeitsstruktur handeln, deren "Krankheitsbild im Wartestand" nur auf den entsprechenden Auslöser wartet. Doch die Persönlichkeit der Betroffenen muss nicht unbedingt auffällig neurotische Züge zeigen. Bei genauer Betrachtung lässt sich jedoch öfter eine Reihe sogenannterc Brückensymptome aufdecken, die gleichsam den Boden von mitunter weit zurückliegenden Ereignissen bis in die Gegenwart spannen. Dazu gehören psychische, psychosoziale und psychosomatisch interpretierbare Störungen (unverarbeitete seelische Probleme, die sich in körperlichen Symptomen äußern) aus früher Kindheit. Beispiele: Nägelkauen, nächtliches Aufschrecken, Einnässen, Sprachstörungen, Essschwierigkeiten, Kloß im Hals, seelisch bedingte Herz- und Atembeschwerden, Ängstlichkeit, Gehemmtheit, Unsicherheit, Unfähigkeitsgefühle, überdurchschnittliches Anlehnungsbedürfnis, Zwänge, Aggressivität, Fortlaufen, Schulschwänzen, krankhafte Überangepasstheit und anderes mehr. Später leiden die Betroffenen nicht selten unter geringem Selbstwertgefühl bzw. mangelndem Selbstvertrauen, dem aber ein übersteigertes Bedürfnis nach Selbstwertbestätigung und Anerkanntwerden gegenüber steht. Im weiteren quälen sie oftmals peinliche Gewissenhaftigkeit, übersteigertes Pflichtbewusstsein, Angst vor Missachtung gesellschaftlicher Richtlinien, eine Neigung zu Abhängigkeit und Unselbstständigkeit sowie die Tendenz, die eigenen Aggressionen zu unterdrücken und alles zu vermeiden, was Vorwürfe oder feindliche Regungen bei anderen auslösen könnte. Übertrieben erscheint auch häufig ihre mitunter krampfhaft erscheinende Suche nach Wärme und Nähe sowie ihre einseitige Bindung an enge Wertvorstellungen (tun, was "man" tut). Die Kontaktfähigkeit im zwischenmenschlichen Gefühlsbereich wird dadurch immer schwerer. Manche Kranke entwickeln schließlich einen eigenartigen, fast selbstzerstörerischen Hang, sich überkritisch zu sehen und immer die Schuld bei sich selber zu suchen. Das führt notgedrungen zu einem Teufelskreis von Schuldgefühlen und Selbstbestrafungs-Tendenzen. Eine so labilisierte Persönlichkeit muss langsam Furcht vor Bewährungssituationen und damit ein verstärktes Bedürfnis nach Hilfe und Unterstützung von außen entwickeln. Dies mündet nicht selten in den Versuch, sich an andere anzuklammern oder eine Art Symbiose (d. h. überenge zwischenmenschliche Bindung) zu bilden, wenn nicht gar zu erzwingen. Daraus resultiert dann eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Verlusterlebnissen wie Enttäuschungen und Kränkungen, die bei solch übersteigerten Bindungsversuchen nicht ausbleiben können. Das äußerlich registrierbare Beschwerdebild ist dann vor allem neben depressiven Verstimmungen durch unmotivierte, aber auch umschriebene oder zwanghafte Angstzustände (Phobien), durch Zwänge sowie psychosomatische Beeinträchtigungen charakterisiert. Ein grundlegendes Problem ist die Unfähigkeit Zufriedenheit, Glück, Ausgeglichenheit und Ruhe zu finden ("ruhig-konzentriert-gelassen, das wäre mein Wunsch"). Der Zugang zum eigenen Inneren scheint aber versperrt, der Kranke hat sogar oftmals die Beziehung zum eigenen Körper verloren. Viele Neurotiker sind auch nicht imstande sich einmal unerlaubte oder gar feindliche Regungen zuzugestehen. Das führt dazu, dass die sich aufstauenden Aggressionen unterdrückt und dann als einzige mögliche Lösung gegen sich selber gerichtet werden. Solche selbstaggressiven Regungen können leicht Todesphantasien oder gar Suizidversuche auslösen, wenn nicht gar tödlich enden - von eigener Hand. Daher ist die Suizidneigung bei (depressiven) Neurotikern nicht selten. Im Gegensatz zum akut-überwältigenden Selbsttötungsdrang in der endogenen Phase einer (vor allem biologisch verankerten) Depression ist jedoch die Suizidgefahr bei der neurotischen Depression eher unterschwellig, dafür aber langwierig und damit für Arzt und vor allem Angehörige ausgesprochen beunruhigend, belastend bis zermürbend.
  • Behandlung von Neurotische Depression oder Dysthymia /Dysthymie Was kann man tun? Alle diese Gründe lassen es ratsam erscheinen, Patienten mit einer neurotischen Depression einem Psychiater, Nervenarzt oder psychiatrisch und psychotherapeutisch geschulten Psychologen vorzustellen. Die Psychotherapie - in welcher Form auch immer - ist das Mittel der Wahl (Einzelheiten siehe das Kapitel über Neurosen heute mit der Aufzählung einiger Psychotherapie-Formen. Antidepressiva und (vor allem früher verordnete) niederpotente Neuroleptika in vorsichtiger Dosierung können zusätzlich versucht werden. Doch werden gerade bei diesen Patienten die niemals ausschließbaren Nebenwirkungen besonders ausgeprägt beklagt. Bei schwereren neurotischen Depressionen oder Dysthymien dürfte aber nur noch ein sogenannter Gesamt-Behandlungsplan helfen, der aus Psychotherapie, soziotherapeutischen Hilfen und Korrekturen, entspannenden und kräftigenden Maßnahmen besteht (autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation, Krankengymnastik, Massagen u.a.) - und ggf. bestimmten Antidepressiva in angepasster Dosierung. Der unkritische Einsatz von Beruhigungsmitteln (Tranquilizer vom Benzodiazepin-Typ) hingegen kann die aufzuarbeitenden Konflikte zudecken und den für eine Psychotherapie erforderlichen Leidensdruck reduzieren, was dann auch die Behandlungsmotivation zu untergraben pflegt. Deshalb ist man mit dieser Form der medikamentösen Stützung inzwischen vorsichtiger geworden. Dasselbe gilt für die früher gerne eingesetzten Neuroleptika (siehe oben) in Form einer Wochenspritze. Dafür hat man wieder den Segen der täglichen körperlichen Aktivität entdeckt, nämlich den "täglichen Gesundmarsch bei Tageslicht", insbesondere in der "dunklen Jahreszeit". Körperliche Aktivität ist - eine alte Erkenntnis, inzwischen wissenschaftlich bewiesen - nicht nur körperlich heilsam, sondern auch seelisch stabilisierend, vor allem antidepressiv und angstlösend. Und das wäre im vorliegenden Falle die beste Zusatz-Therapie - vor allem in eigener Initiative.
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