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Psychische Stoerungsbilder im Kinder- und Jugendalter (Fach) / Bindungsstoerungen (Lektion)
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- Bindungstheorie - Kernannahmen Tiefes, emotionales Band -> Kind <-> Bindungsperson Basiert auf endogenem, evolutionaer entstandenem, Bindungssystem des Kindes Durch Erfahrungen eines Individuums mit seiner/n Bindungsperson -> Konzept (Internes Arbeitsmodell) Praegt wie Individuen ihre Umwelt entdecken und interpretieren IAM -> Basis fuer die Entwicklung von Selbstwertgefuehl & Beziehung zu anderen.
- Mutter/Kind - Bindung Innere Disposition & Organisation von Kindern in den ersten Lebensjahren, mit Ausrichtung koerperliche Naehe zur Mutter zu suchen Relativ dauerhafte emotionale Orientierung an Bindungsperson in 4 Aspekte unterteilbar: -Naehe von Mutter suchen -Unter der Trennung von Mutter leiden-Sich freuen bei der Rueckkehr der Mutter-Sich auch dann an der Mutter orientieren, wenn sie nicht in unmittelbarer Naehe ist
- Normale Fuersorgecharakteristika Intuitive Elternschaft- Biologisch angelegtes Erlebens- und Verhaltensmuster- Ermoeglicht es Eltern entwicklungsgerecht und angemessen auf biologische, soziale und emotionale Beduerfnisse ihrer Kinder einzugehen Intersubjektivitaet- Prozess durch den Gehirnentwicklung des Kleinkindes durch das intuitive Antwortverhalten der Eltern oder anderer Betreuungspersonen unterstuetzt wird- Konkordant- Diskordant
- Pathogene Fuersorge Missachtung grundlegender emotionaler und/oder koerperlicher Beduerfnisse Wiederholte nicht entwicklungsangemessene Wechsel wichtiger Bezugspersonen
- Pathogene Fuersorge in Institutionen Heutzutage: Bezugspersonenpflege Stellenschluessel Bessere Ausbildung der Paedagogen -> paed. Institutionen nicht unbedingt schlecht Diskontinuitaeten durch:- Einsparungsmassnahmen- Krankheiten, Urlaube der Heimerzieher/-innen(meist Schichtdienst)- Haeufiger Wechsel Institution, Pflegefamilien
- Pathogene Fuersorge in Familien Risikofaktoren auf Seiten der Eltern- Erhebliches Ausmass von elterlicher Psychopathologie- Elterlicher Suchtmittelmissbrauch- Haeufiger Wechsel von Bezugspersonen aufgrund familiaerer Notlagen- fehlende intuitive Elternschaft Keine Spezifitet reaktiver Bindungsstoerungen
- Strange Situation Test -> Mary Ainsworth Strange Situation Test -> Mary Ainsworth 4 Bindungstypen: Typ B - sichere Bindung Typ A - Unsicher/Verm. Bindung Typ C - Unsicher/Ambiv. Bindung Typ D - Desorganisierte Bindung
- Prozentuale Verteilung in westlichen Gesellschaften Prozentuale Verteilung in westlichen Gesellschaften 60%-80%: Sichere BIndung 30%-40%: Unsicher-Ambivalente Bindung 3%-15%: Unsicher-Vermeidende Bindung
- Attachment Disorder - Was ist das? Kinder, die frueh depriviert und vernachlaessigt werden haben ein signifikan erhoehtes Risiko emotionale oder verhaltensstoerungen zu bekommen. Risikofaktoren: Verlust eines Elternteils, Trauma, muetterliche Befindlichkeitsstoerungen, Substanzmissbrauch der Mutter, Armut, Heimunterbringung, Missbrauch, Beobachtung haeusslicher Gewalt Behavioral Disorders (Allen): Sozial: luegen, stehlen, unangemessenes sexuelles Verhalten, verminderter oder wahlloser sozialer Bindungsaufbau, wahllose Freundlichkeit Emotional: Schwierigkeiten mit Emotionsregulation, Depression Kognitiv: Wenig Aufmerksamkeit, Hyperaktivitaet, Aenglichkeit, Bindungsstoerung, Hypervigilanz,Bedrueckung, Probleme die Welt zu erkunden und wenige soziale Faehigkeiten. Hormone: Oxitocyn Vasopressin (Zusammenhang mit sozialem Verhalten)
- Bindungsstoerungen allgemein - Reaktive Bindungsstoerung Reaktive Bindungsstoerung Soziale Beziehungsfunktion ist in den meisten Lebensbereichen deutlich gestoert Entspricht nicht dem Entwicklungsstand des Kindes Beginnt vor dem 5. Lebensjahr Verbunden mit Merkmalen pathogener Fuersorge (wahrscheinlich dadurch verursacht)
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- Leitsymptome nach ICD-10 F 94 - Stoerungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend F 94.1- Reaktive Bindungsstoerung des Kindesalters F 94.2- Bindungsstoerung des Kindesalters mit Enthemmung
- F 94.1 reaktive Bindungsstoerung Beginn vor dem 5. Lebensjahr Deutliche widerspruechlche oder ambivalente soziale Reaktionen in verschiedenen sozialen Situationen (mit Variation von Beziehung zu Beziehung) emotionale Stoerung mit Verlust emotionaler Ansprechbarkeit, sozialem Rueckzug, mit aggressiven Reaktionen auf eigenes Ungluecklichsein oder das anderer/oder aengstliche Ueberempfindlichkeit Nachweis, dass soziale Gegenseitigkeit und Ansprechbarkeit moeglich ist und zwar durch Elemente normalen Bezogenseins in der Interaktion mit gesunden Erwachsenen Nicht-Erfuellung der Kriterien fuer eine tiefgreifende Entwicklungsstoerung (F 84)
- F 94.2 - Bindungsstoerung des Kindesalters a) Diffuse Bindungen als ein anhaltendes Merkmal waehrend der ersten fuenf Lebensjahre (nicht notwendigerweise bis in die mittlere Kindheit andauernd) Die Diagnose fordert ein relatives Fehlen selektiver sozialer Bindungen mit der normalen Tendenz, beim Ungluecklichsein Trost bei anderen zu suchen abnormer (reaktiver) Wahllosigkeit bei der Auswahl der Personen, bei denen Trost gesucht wird b) Wenig modulierte, soziale Interaktionen mit unvertrauten Personen c) Die Diagnose erfordert mindestens eines der folgenden Merkmale: Allgemeines Anklammerungsverhalten in der Kindheit, aufmerksamkeitsheischendes und unterschiedsloses freundliches Verhalten in der fruehen oder mittleren Kindheit. d) Eindeutig keine Situationsspezifitaet der oben angegebenen Merkmale
- Bindung in der fruehen Kindheit Sicher-gebunden (62%): Explorieren ihre Umgebung, wirken besorgt, wenn die Bindungsperson weggeht und nehmen ihre Bindungsperson positiv wahr. Unsicher/Vermeidend (15%): Explorieren weniger haeufig die Umgebung, wirken nicht besorgt bei einer Trennung, lehnen die erneute Annaeherung durch die Bindungsperson ab Unsicher/Ambivalent(9%): Besorgt wegen ihrer Bindungspersonen, verangstigt bei der Trennung, lehnen die Annaeherungsversuche der Bndungsperson ab. Disorganisiert (15%): Ekzentrisch, ziellos oder widerspruechlich
- Epidemiologie Hochgerechnete Schaetzung der Praevalenz (Vernachlaessigung, Missbrauch): 1%
- Prognose Unguenstige Prognose
- Komorbiditaeten Verhaltensstoerung Emotionale Stoerungen Hyperkinetische Stoerungen Angststoerungen mentale Retardierung
- Behandlung - Wie man die Erkenntnisse der Bindungstheorie fuer die Behandlung von Kindern mit Bindungsstoerungen nutzen kann Um eine gute Bindung aufzubauen ist es wichtig die Faehigkeit der Bindungsperson zu verbessern, die Emotionen und Verhaltensweisen des Kindes zu verstehen und zu beantworten. Phase 1: Caregiver Sessions In dieser Phase geht es darum sich die Erfahrungen des Kindes und der Bindungsperson zu verdeutlichen. Der Therapeut sollte der Bindungsperson beibrignen, wie sie mit dem Kind spielen kann, um seine Entwicklung zu foerdern (wertschaetzend, empathisch). Auch sollten dem Elternteil Entspannungstechniken und Copingskills beigebracht werden, sowie das Anbieten von besserer sozialer Unterstuetzung.
- Behandlung - Wie man die Erkenntnisse der Bindungstheorie fuer die Behandlung von Kindern mit Bindungsstoerungen nutzen kann Um eine gute Bindung aufzubauen ist es wichtig die Faehigkeit der Bindungsperson zu verbessern, die Emotionen und Verhaltensweisen des Kindes zu verstehen und zu beantworten. Phase 1: Caregiver Sessions In dieser Phase geht es darum sich die Erfahrungen des Kindes und der Bindungsperson zu verdeutlichen. Der Therapeut sollte der Bindungsperson beibrignen, wie sie mit dem Kind spielen kann, um seine Entwicklung zu foerdern (wertschaetzend, empathisch). Auch sollten dem Elternteil Entspannungstechniken und Copingskills beigebracht werden, sowie das Anbieten von besserer sozialer Unterstuetzung. Phase 2: Gemeinsame Eltern-Kind Sessions Wie man mit dem Kind auf eine pflegerische Art und Weise umgeht. Eltern koennen dazu angeleitet werden bei einem Verhaltenstraining Techniken zu erlernen problematisches Verhalten zu verringern, indem entwicklungsfoerdernde Auswahlmoeglichkeiten geboten werden, angebrachtes Verhalten belohnt und unerwuenschtes Verhalten ignoriert wird, sowie Kontingenzplaene (mit Belohnungen) erstellt werden. Phase 3: Individuelle Behandlungen mit dem Kind Individuelle Behandlungen sollten die letzte Komponente darstellen. Der Therapeut kann ge aktiv die Wahrnehmung des Kindes ueber sich selbst und andere beurteilen und beurteilen, ob diese berechtigt oder unberechtigt ist. Bahendlungen koennen empirically supported treatments (ESTs) verwenden um bleibende problematische Verhaltensweisen anzugehen.