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Psychische Stoerungsbilder im Kinder- und Jugendalter (Fach) / Essstoerungen (Lektion)

Essstoerungen

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  • Anorexia Nervosa - Diagnostische Kriterien   Tatsaechliches Untergewicht mindestens 15% unter dem erwarteten Gewichtsverlust wird selbst herbeigefuehrt durch: Vermeidung hochkalorischer Speisen; und eine oder mehrere der folgenden Moeglichkeiten: Selbst induziertes Erbrechen Selbst induziertes Abfuehren Uebertrieben koerperliche Aktivitaet Gebrauch von Appetitzueglern und oder Diuretika Koerperschemastoerung; Angst dick zu werden = ueberwertige Idee Endokrine Stoerung auf der Hypothalamus-Hypophysen- Gonaden Achse Bei Frauen: Amenorrhoe; bei Maennern: Libido- und Potenzverlust durch den Abfall des Leptinspiegels im Blut Verzoegerte Abfolge der pubertaeren Entwicklungsschritte bei Beginn der Erkrankung vor der Pubertaet (z.B. Wachstumsstopp;fehlende Brustentwicklung) nach Remission wird die Pubertaetsentwicklung haeufig normal abgeschlossen  
  • Anorexia Nervosa - Epidemiologie Epidemiologie: Praevalenz: 0,3-1% Subklinische Syndrome: ca. 1,3% Geschlechtsverhaeltnis: 10:1 Onset: Zwischen 10 und 14 Jahren Erkrankungsgipfel: 14 Jahre Hoeheres Auftreten in Schichten mit hoeherem soziooekonomischen Status  
  • Anorexia Nervosa - Komorbiditaet Komorbiditaet Zwangserkrankungen (10%-70%) Essrituale Ordnungs und Saeuberungszwaenge Perfektionismus Angsterkrankung (20%-60%) Soziale Phobie Einfache Phobie Panikstoerung mit und ohne Agoraphobie Depression
  • Anorexia Nervosa - Prognose und Verlauf Prognose und Verlauf Verbesserung der Prognose junger Patientinnen Guenstigerer Verlauf als bei aelteren Mortalitaetsrate: 5%-10% Heilungsraten: 70%-80%
  • Anorexia Nervosa - Prognostische Faktoren   Krankheitsdauer Ausmass des Gewichtsverlusts vor Behandlungsbeginn  
  • Anorexia Nervosa - Multifaktorielles Aetiologiemodell   Genetische bedingte Vulnerabilitaet wird duch fruehere Umwelteinfluesse(z.B. perinatale Risikofaktoren) oder traumatisierende Erfahrungen (z.B. Missbrauch, Misshandlung) verstaerkt. Es zeigen sich Auswirkungen auf das serotoninerge System, das mit Verhaltensinhibition und -kontrolle assoziiert wird. Ausserdem wird vermutet, dass die Dysfunktion des Serotonins mit einer Stoerung des Affekts, Angst- und Zwangserkrankungen und Stoerungen der Appetitregulation einhergeht. Hinzu kommen familiaere Einfluesse, die in einem wechselseitigen Prozess Einfluss nehmen. Hier zeigt sich das behuetende und kontrollierende Erziehung mit einer Foerderung des angepassten und vermeidenden Verhaltens und einer Hemmung des flexiblen und explorativen Verhaltens einhergeht. Dies verstaerkt die genetischen Einfluesse auf Temperament und Persoenlichkeitsmerkmale. Durch eine unsichere Persoenlichkeitseigenschaft entsteht noch mehr Anpassungsbereitschaft und damit auch der Versuch die gesellschaftlichen Normen optimal zu erfuellen. Der Einfluss der gesellschaftlichen Werte zeigt unter anderem die hohe Praevalenz in westlichen Kulturen. Die daraus bedingten Diaeten und Starvationsphasen fuehren zu einer "Entgleisung" des ohnehin vulnerablen serotononergen Systems, was wiederrum zu weiteren Komplikationen (z.B. depressive Symptomatik, Koerperschemastoerung) fuehren kann.  
  • Anoraxia Nervosa - Kriterien fuer eine stationaere Behandlung   Letale Gefaehrdung: BMI < 16,5 Elektrolytenstoerung Erstes Drittel einer Schwangerschaft Komplexe komorbide Stoerung Psychosoziale Krisen Scheitern eines ambulanten Behandlungsversuchs  
  • Anorexia Nervosa - Besonderheiten der Behandlung   Akzeptierende und konfrontierende Haltung Motivationsabklaerung und Informationen Festlegen des Zielgewichts Ab wann Sonderernaehrung Juristische Absicherung Vertrag ueber woechentliche Gewichtszunahme Behandlung des gestoerten Essverhaltens Behandlung der Koerperbildstoerung  
  • Anorexia Nervosa - Einbezug der Eltern Eine tragende Saeule in der Behandlung Familientherapie wirksamer als einzeltherapeutische Behandlung Erkrankung kuerzer als 3 Jahre; Beginn vor 19. Lj Methodische Maengel der Studien Familie ungleich Ursache = wirksame Ressource
  • Bulimia Nervosa - Diagnostische Kriterien A. haeufige Episoden von "Essattacken" (innerhalb von 3 Monaten min. 2 mal pro Woche) B. andauernde Beschaeftigung mit Essen C. Entgegensteuern der Gewichtszunahme durch: Selbstinduziertes Erbrechen Missbrauch von Abfuehrmitteln Zeitweilige Hungerperioden Gebrauch von Appetitzueglern D. Selbstwahrnehmung als zu "fett" Aufdraengende Furcht, zu dick zu sein
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  • Bulimia Nervosa - Epidemiologie Praevalenz: 1% (Adoleszenz und junges EA) 2/3 der Frauen halten regelmaessig Diaet Jede fuenfte Frau berichtet gelegentlich Essanfaelle Geschlechtsverhaeltnis: 1:20 Onset: zwischen 16 Jahren und 19 Jahren
  • Adipositas - Diagnostische Kriterien Pathologisch erhoehter Koerperfettanteil an der Gesamtkoerpermasse Folge einer positiven Energiebilanz durch:-Hypertonie-Hyperplasie Unterscheidung primaerer und sekundaerer Adipositas Uebergewicht: 90. Perzentil Adipositas: 97.Perzentil
  • Adipositas - Epidemiologie Praevalenz: 10%-20% Entwicklung: 400% Anstieg in den letzten 30 Jahren Risikofaktoren: Elterliches Uebergewicht Niedriger soziooekonomischer Status Hoher Fernsehkonsum Kein Stillen
  • Adipositas - Binge-Eating-Disorder Essen ohne Hungergefuehl Kontrollverlust ueber das Essen Assoziation mit min. einem Merkmal: Essen als Affektantwort Essen als Belohnung Heimliches Essen oder Verstecken von Essen Symptome ueber 3 Monate Abgrenzung von Bulimie Epidemiologie: Praevalenz 2% (Achner Vorschulkinder) 6% (adipoese Kinder) 12% (adipoese Kinder) Anfaelle ohne Kontrollverlust Geschlechtsverhaeltnis 3,1% der Maedchen, 0,9% der Jungen 57%  der Maedchen, 35% der Jungen (extreme Adipositas) Naechtliches Essen (NED- Night Eating Disorder) Morgendliche Apetitlosigkeit Abendliche Hyperphagie Min. einmaliges, naechtliches Erwachen in mind. 3 Naechten/Wochen Bei der naechtlichen Nahrungsaufnahme haeufig Verzehr hochkalorischer Nahrungsmittel Symptome ueber min. 3Monate