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Psychische Stoerungsbilder im Kinder- und Jugendalter (Fach) / Bedeutung und Praevalaenz von Stoerungen des Kindes- und Jugendalters (Lektion)

Bedeutung und Praevalaenz von Stoerungen des Kindes- und Jugendalters

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  • Indirekte und direkte Kosten fuer das Gesundheitssystem Direkte Kosten: Bestehen aus den konkreten Kosten fuer Akutbehandlungen, Arztbesuche, Therapie- und Rehabilitationsmassnahmen etc. Indirekte Kosten: Entstehen durch Fruehberentungen, krankheitsbedingte Arbeitsunfaelle, fruehzeitige Todesfaelle etc. Indirekte Kosten: Sind deutlich schwerer kalkulierbar als die direkten Kosten
  • Wittchen et al. (2011) zeigten, dass psychische Krankheiten... Nur in 26% aller Faelle behandelt werden Stoerungen des Kinder- und Jugendalters epidemiologisch weiter erforscht werden muessen, da die momentane Datenlage eher duenn ist.
  • Die epidemiologische Studie ueber Europa von Wittchen et al. (2011) hatte folgende Ergebnisse... 38,2% der europaeischen Bevoelkerung leiden an einer mentalen Stoerung (mental bedeutet hier: alle psychischen Stoerungen zuzueglich neurologischer Stoerungen wie Epilepsie, Demenz, Ausfallerscheinungen nach einem Herzinfarkt etc.) In Zahlen sind das 164,8 Millionen Betroffene Die haeufigsten Psychischen Stoerungen dabei waren Angststoerungen (14%), Major Depression (6,9%) und ADHS (5%) bei Kindern und Jugendlichen
  • In Bezug auf Stoerungen des Kindes- und Jugendalters fanden Wittchen et al. (2011) heraus... Tiefgreifende Entwicklungsstoerungen (bspw. Autismus-Spektrum) sind mit 0,6% weniger haeufig Verhaltensstoerungen (bspw. antisoziale Verhaltensweisen) sind mit 3% vertreten
  • Die "Global Burden of Disease" - Studie von Gore (2011)... Veranschaulicht, dass die Altersgruppe der 10-24 Jaehrigen weltweit 27% der Weltbevoelkerung ausmacht und die Praeventionsprogramme in dieser Gruppe lohnen wuerden Zeigt, dass die Anzahl der neuropsychiatrischen Krankheiten ueber verschiedene Kulturkreise und Kontinente hinweg, relativ stabil ist, es sich also nicht nur um ein westeuropaeisches, sondern globales Problem handelt.
  • Epidemiologische Kerndaten Wichtiger Begriff: Disability-adjusted life year (DALY)   Ein im Gesundheitswesen haeufig verwendetes Mass sind die sogenannten DALYs DALY ist eine Masszahl, sowohl fuer die Sterblichkeit, als auch fuer die Beeintraechtigung des normalen, beschwerdefreien Lebens durch eine Krankheit.Dieses Mass setzt sich aus zwei Werten zusammen: YLL (Years of Life Lost): Durch vorzeitigen Tod verlorene Lebensjahre YLD (Years Lived with Disability): Anzahl mit der Behinderung gelebten Lebensjahre; gewichtet mit Schweregrad der Behinderung DALY = YLL + YLD DALY werden in der Regel nicht pro Person berechnet, sondern pro 1000 Personen in der Bevoelkerung Quantifiziert somit die Beschwerdelast innerhalb der Bevoelkerung durch ein bestimmtes Stoerungsbild Weitere Analysen der vorhandenen Daten haben ausserdem gezeigt, dass der Anteil der YLD (Years Lived with Disability) bei den DALYs psychischer Stoerungen besonders hoch ist. Probleme sind also nicht die Anzahl der Todesfaelle, sondern die "Behinderung", die durch de Stoerung entsteht  
  • Epidemiologische Kerndaten II Kessler et al. (2005): Kessler et al. (2005):  Analysen von Daten der National Comorbidity Survey Replication(NCS-R) Untersuchte Lebenszeitpraevalenzen und Alter bei Beginn einer psychischen Stoerung Life Time Risk (Bis 75 Jahre) irgendeine Stoerung zu bekommen. 50,8% Es zeigt sich, dass 75% aller psychischen Stoerungen bis zum 24. Lebensjahr ausbrechen Kinder & Jugendliche relevante Zielgruppe bei Praevantion von         psychischen Stoerungen In sehr vielen Faellen haben Stoerungen ihren ersten Ausbruch in Kindheit und Jugend Mit Tendenz zur Chronifizierung oder erneutem Auftreten in anderen Lebensphasen Hoechste Lebenszeitpraevalenzen fuer: Angststoerungen (besonders spezifische und soziale Phobie), MDE Substanzmissbrauch (Alkohol) Kohorteneffekte: In juengeren Kohorten mehr psychische Stoerungen Bedarf wird steigen  
  • Epidemiologische Kerndaten II Kessler et al. (2005): Kessler et al. (2005):    Analysen von Daten der National Comorbidity Survey Replication(NCS-R) Untersuchte Lebenszeitpraevalenzen und Alter bei Beginn einer psychischen Stoerung Life Time Risk (Bis 75 Jahre) irgendeine Stoerung zu bekommen. 50,8% Es zeigt sich, dass 75% aller psychischen Stoerungen bis zum 24. Lebensjahr ausbrechen Kinder & Jugendliche relevante Zielgruppe bei Praevantion von         psychischen Stoerungen In sehr vielen Faellen haben Stoerungen ihren ersten Ausbruch in Kindheit und Jugend Mit Tendenz zur Chronifizierung oder erneutem Auftreten in anderen Lebensphasen Hoechste Lebenszeitpraevalenzen fuer: Angststoerungen (besonders spezifische und soziale Phobie), MDE Substanzmissbrauch (Alkohol) Kohorteneffekte: In juengeren Kohorten mehr psychische Stoerungen Bedarf wird steigen    
  • Epidemiologische Kerndaten III Kim-Cohen et al.(2003) Kim-Cohen et al.(2003) Untersuchten das Alter bei Erstdiagnose einer psychischen Stoerung (bei erneut oder immer noch erkrankten Erwachsenen) Ueber die Haelfte haben bereits in jungen Jahren ihre erste Diagnose erhalten! Psychische Stoerungen im Kinder- und Jugendalter als Risikofaktor fuer das erneue Auftreten einer psychischen Stoerung im Erwachsenenalter
  • Epidemiologische Kerndaten IIII Kessler et al. (2012) Kessler et al. (2012)   National Comorbidity Survey Replication Situation fuer Kinder und Jugendliche in den USA Stichprobe: 10 148 Jugendliche zw. 13-17 Jahren Ergebnisse: 12-Monatspraevalenz fuer irgendeine Stoerung nach DSM-IV liegt bei 40,3% 12-Monatspraevalenz fuer Angststoerungen: 24,9% 12-Monatspraevalenz fuer Verhaltensstoerungen: 16,3% 12-Monatspraevalenz fuer Depressive und bipolare Stoerung:10,10% 12-Monatspraevalenz fuer Substanzmissbrauch: 8,3%  Wichtig: Nicht nur die "typischen" Stoerungen des Kinder- und Jugendalters, also die Verhaltensstoerungen fallen ins Gewicht Alle Klassen von psychischen Stoerungen sind relevant! Aber: Weitere Analyse der Daten (auch Kessler et al., 2012) zeigte: In den meisten Faellen handelt es sich nur um milde Faelle  
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  • Risikofaktoren Kessler et al. (2010): Zusammenhang von widrigen Lebensumstaenden in der Kindheit und psychischen Krankheiten bei Erwachsenen In 29,8% aller Faelle "Childhood Adversities" Bester Praediktor: Dysfunktionale Familienmuster ->Misshandlungen, Missbrauch, Vernachlaessigung ->Psychische Krankheiten eines Elternteils