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Klinische Psychologie- & Psychopathologie (Fach) / Demenzerkrankungen (Lektion)

Demenzerkrankungen

Diese Lektion wurde von joga erstellt.

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  • Wie entsteht eine Demenz? Bei einer Demenz führt eine organische Fehlfunktion im Gehirn zu einer, Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten (Merkfähigkeit, Urteilsvermögen, Beherrschung bestimmter Bewegungsabläufe, Erkennunungsfähigkeit. Diese Beeinträchtigung wirkt sich auf die Persönlichkeit und das soziale Leben des Betroffenen aus
  • Wie verläuft eine Demenzerkrankung im Allgemeinen? Der Beginn ist meist schleichend, schwer zu sagen wann genau die Krankheit begonnen hat. Der Verlauf der Demenz ist chronisch, die geistigen Fähigkeiten verschlechtern sich unheilbar weiter, bis zum Tod
  • Welche sind die zwei häufigsten Demenzerkrankungen? - Alzheimer-Krankheit - Pick-Krankheit
  • Kommt die Alzheimer-Krankheit nur bei älteren Menschen vor? Nein, von der Frühform sind vor allem Menschen zwischen 30. und 50. Lebensjahr betroffen. - Diese Form wird genetisch vererbt und macht 10% aller Alzheimer-Demenzen aus
  • Was ist die Ursache der Alzheimer-Krankheit? -Ursache ist das Absterben von Neuronen im Gehirn -Gehinschädigung beginnt im Hippocampus und breitet sich dann auf den Schläfenlappen der Grosshirns aus - diese Gehirnregionen spielen eine wichtige Rolle beim Erlernen und Abspielen von Informationen
  • Welche sind die ersten Symptome der Alzheimer-Krankheit und wieso? - bei 70% aller Fälle sind dass Gedächtnisstörungen oder - verluste - weil die Gehirnschädigung im Hippocampus beginnt und sich dann auf die Schäfenlappen des Grosshirns ausbreitet. Diese Gehirnregionen sind wichtig beim Erlernen und Abspielen von Informationen
  • Die Anzeichen und Symptome der Alzheimer-Krankheit? - kann im Alter von 40 Jahren beginnen, meistens aber mit über 60 - Fortschreitende Veränderungen der Merkfähigkeit und anderen geistigen Fähigkeiten. Wirken sich z. B. auf das Urteilvermögen und logisches Denken aus - Störungen des Sprachvermögens (Aphasie) - Störungen bestimmter Bewegungsabläufe (Apraxie) - Störungen der Erkennungsfähigkeit (Agnosie)
  • In welchen drei Phasen verläuft die Alzheimer-Krankheit? - Erstes Phase: Frühstadium - Zweite Phase: Mittleres Stadium - Dritte Phase: Endstadium
  • Erste Phase (Frühstadium ) der Alzheimer-Krankheit? - Gedächtnisstörungen sind die ersten Symptome, zunächst ist das Kurzzeitgedächtnis betroffen was das tägliche Leben sehr erschwert - Betroffener vergisst z.B. die Schüssel mitzunehmen, Wasserhahn zuzudrehen, Termine oder Verabredungen - Verschlechterung anderer geistigen Fähigkeiten wie: das Sprachvermögen od. logisches Denken (Rechnen, einfache Problemlösungen) - auch emotionaler Zustand verschlechter sich: Betroffener ist oft niedergeschlagen und Motivation nimmt ab -diese Phase dauert ca. 2 bis 4 Jahre, Pat. kann sein Leben selbstständig führen
  • Zweite Phase (Mittleres Stadium) der Alzheimer-Krankheit - die Störungen der geistigen Fähigkeiten nehmen stark zu, Pat. veliert nach und nach seine Selbständigkeit und kann nicht mehr alleine Leben - Erreignisse werden nicht mehr im Kurzzeitgedächtnis gespeichert und auch das Langzeitgedächtnis lässt nach - der kognitive Verfall geht mit aphasisch-agnostischem Syndrom einher z.B. Aphasie: Pat hat Wortfindungsstörungen er findet die richtigen Wörter nicht. Agnosie: Pat. erkennt Angehörige od. einen Prominenten nicht (Prosopagnosie) - Unfähigkeit bestimmte Handlungen auszuführen z.B. Apraxie beim Anziehen, Pat. zieht einen Pullover so an, als ob es eine Hose wäre - auch die Pesönlichkeit verändert sich: Apathie, Gleichgültigkeit, Wutanfälle, Erregung, Aggressivität, Essstörungen, usw
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  • Dritte Phase (Endstadium) der Alzheimer-Krankheit - stationäre Pflege wird unumgäglich - Kommunikation mit Pat. ist nicht möglich er ist volllkommen von seiner Betreuung abhängig - Allgemeinszustand verschlechtert sich (Kachexie, gestörter Flüssigkeitsaustausch) und acht bis zehn Jahre nach den ersten Symptomen tritt der Tod ein
  • Was ist das Ziel der Pharmakotherapie bei Alzheimer-Krankheit? Ziel ist es mittels Medikamenten das Fortschreiten der Erkrankung und die irreversiblen kognitiven Störungen zu bekämpfen
  • Was ist das Ziel der Psychotherapie bei Alzheimer? Ziel ist es, durch palliative Strategien d.h. Erhalten von Fähigkeiten und Fertigkeiten und der Selbständigkeit solange als möglich, damit der Pat. möglichst lange seine sozialen Kompetenzen erhalten kann. Dazu werden drei therapeutische Verfahren eingestzt: - Gedächtnisstützen - Eingliederung in die Umwelt - Ritualiesierung
  • Gedächtnisstützen bei der Psychotherapie - Pat. erlernt den Umgang mit Kalender und Terminplaner
  • Eingliederung in die Umwelt bei der Psychotherapie Eine Detailanalyse der Lebensgewohnheiten des Pat. und seiner Umwelt wird erstellt. Dazu muss der Psychologe alle einfachen und komplexen Tagesabläufe des Pat. kennen. z.B. Kaffee kochen oder Brot holen. Diese Aktivitäten müssen zerlegt und aufgeschrieben werden, damit der Pat. sie weiterhin selbständig ausführen kann
  • Ritualisierung bei der Psychotherapie -eignet sich für Pat., bei denen noch Lernfähigkeit vorhanden ist -Pat. muss sein Leben sehr regelmässig und strukturiert organisieren - Täglicher Zeitplan muss aufgestellt werden und die Gegenstände, welche der Pat. in der Regel verwendet, müssen einen festen Platz haben
  • Anosognosie fehlendes Bewusstsein der eigenen Krankheit oder Funktionsausfälle
  • Psychologische Unterstützung des Patienten - ist wichtig im Anfagsstadium und entsprechend dem Ausmass der Anosognosie - Pat. muss erkennen, dass er Hilfe annehmen muss, und infolge dessen auch die Neuverteilung von Aufgaben in der Familie, sowie die Anwesenheit von Haushalts- und Pflegehilfen akzeptieren - Er muss verstehen welche Folgen seine Krankheit für die Angehörigen haben kann - Selten will er den Namen seiner Krankheit hören
  • Psychologische Unterstützung der Angehörigen des Patienten - es ist wichtig, den Angehörigen den neurologischen Ursprung der Krankheit und die Verhaltensstörungen des Pat. zu erklären - es muss betont werden das Pat. nicht für seine Störung verantwortlich ist , dass er sich nicht aus böser Absicht so verhält - sie müssen sich auf den Verlauf der Krankheit einstellen und Hilfe von aussen annehmen - soziale und emotionale Kontakte sollen aufrechterhalten werden - sie müssen sich nicht schuldig fühlen, wenn sie etwas Schönes ohne den Kranken erleben
  • Definition der Frontotemporale Demenz FTD? - ist eine eher seltene Form von Demenz - wird durch einen Nervenzelluntergang in den Stirnlappen (Frontallappen) und den Schläfenlappen (Temorallappen) des Gehirns verursacht - im Vordergrund der Symptomatik stehen Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens
  • Wie ist die Epidemiologie der FTD? - erste Symptome treten früher auf als bei Alzheimer - durchschnittlicher Erkrakungsalter liegt bei 50-60 Jahren - 3-9% aller Demenz-Erkrankten leiden an FTD - bei Pat. unter 65, sind FTD und Alzheimer gleich häufig - durchschnittliche Krankheitsdauer von 8 Jahre
  • Wer erkrankt an der FTD? - keine Risikofaktoren bekannt - in einigen Fällen liegt eine Veränderung des Erbguts vor
  • Symptome der FTD zu Beginn der Erkrankung - Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens - Pat. wirken oberflächlich, sorglos, unkonzentriert und unbedacht, vernachlässigen ihre Pflichten und fallen im Beruf wegen Fehlleistungen auf -Pat. zieht sich zurück, verliert Intersse an Familie und Hobbies, wird teilnahmslos, antriebslos und apathisch, ist leicht reizbar und aggressiv - infolge Enthemmung kommt es zu Delikten - Heisshunger auf Süssigkeiten od. Vorlieben für bestimmte Lebensmittel - Pat. halten sich für völlig gesund
  • Symptome der FTD im Verlauf der Erkrankung - Sprachstörungen in Form von Wortfindungsstörungen, Bennenungsstörungen usw - Beeinträchtigung des Gedächtnisses (nicht so ausgeprägt wie bei Alzheimer)
  • Symptome der FTD im fortgeschrittenen Stadium - dem Pat. fehlt jeglicher Antrieb - es treten, Inkontinenz, neurologische Symptome (wie bei Parkinson), Schluckstörungen und labiler Blutdruck auf -Wenn Pat. bettlägerig wird, treten häufig körperliche Erkrankungnen wie, Niereninsuffizienz und Lungenentzündungen auf - Todesursache meistens unklar
  • Wie erfolgt die Diagnostik von FTD? - schwierig zu erstellen da es zu Beginn leicht zu verwechseln ist mit einer psychischen Störung weil Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens im Vordergrund stehen - im späteren Stadium ist eine Unterscheidung zu Alzheimer unmöglich
  • Was beinhaltet eine Ausführliche Untersuchung zur Diagnostik der FTD? - Psychologische Tests des Gedächtnisses, der Sprache und des Denkvermögens sowie Gespräche mit den Angehörigen - auch bildgebende Vefahren wie CT und MR (Kernspintomographie) können eine Atrophie (Schrumpfung) der Stirn- und Schläfenlappen nachweisen - Positronemissionstomographie stellt die Stoffwechselaktivität des Gehirns dar - Gentests wenn Blutsverwandte ebenfalls betroffen sind
  • Medikamentöse Therapie bei FTD - bisher gibt es keine gezielte Therapiemöglichkeiten - Medikamente für Alzheimer erzielen keinen positiven Effekt - um die Verhaltensauffälligkeiten zu mildern wird Antidepressiva eingesezt - bei Unruhe und Aggressivität, Behandlung mit Neuroleptika und Antiepileptika
  • Nicht - medikamentöse Therapie bei FTD - Ziel ist es eine Milderung der typischen Verhaltensauffälligkeiten - Bei Pat. die zum Rückzug neigen: Aktivitätstraining wie Musik, Tanz, Kunst, Spaziergänge - Bei Pat. die aggressiv, agitiert und uneinsichtig sind: Körpeliche Aktivitäten wie Sport und Wanderungen (Therapie ist schwieriger)