Evaluation (Fach) / Prozessforschung und Einzelfallstudien (Lektion)
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Kap. 5
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- Arten der Psychotherapieforschung - Wirksamkeitsforschung (RTCs, Metaanalyse) - Prozessforschung - Kombination aus beiden
- Prozessforschung erforscht nicht nur, ob Therapie wirkt sondern auch wie, warum, für wen, unter welchen Bedingungen. z. b. Einzelfallstudien, In-session-Mikroanalyse, Differentielle Prozessanalyse
- Wichtige Fragen in der Prozessforschung Zeitlicher Verlauf der Änderung? (Form der Veränderung?) Moderatoren? (Bedingungen, Einflussfaktoren) Mediatoren? (Warum/wie geschieht die Veränderung?)
- Änderungsverlauf soll Form der Veränderung darstellen z. B. individuelle Verläufe während Psychopharmakabehandlung z. B. mittels Mehrebenenanalyse
- Moderatoren beispiel z. B. moderiert die Schwere oder Art der Depression den Erfolg der Psychopharmakabehandlung?
- Mediatoren bsp. Was beeinflusst die Veränderung? Therapeutische Beziehung, gesteigerte Problemsicht, Engagement des Therapeuten u. ä.
- Aspekte eines Zusammenhangs, die vor Vermutung kausaler Beziehung betrachtet werden sollten nach Austin Bradford Hill Stärke der Assoziation (je stärker, desto wahrscheinlicher kausale Verursachung) Konsistenz über Personen, Orte, Umstände, Zeit Spezifität der Ass. Zeitliche Abfolge (Effekt nach der Ursache) Biologischer Gradient (Bsp. Dosis-Reaktion) Plausibilität (plausibler Mechanismus zwischen Ursache und Effekt) Kohärenz (zwischen Epidemiologie und Labor?) Experiment Analogie (zu ähnlichen Fällen)
- Untersuchung kausaler Beziehungen mit cross-lagged Design Was beeinflusst was über die Zeit?
- Differentielle Prozessanalyse In der differentiellen Psychotherapieforschung: Wenn keine mittleren Unterschiede in zu vergleichenden Therapieformen, aber die Prozesse und ihre Wirkweise verglichen werden sollen >> Vergelcih von Prozess und Ergebnis.
- Fazit der differentiellen Prozessanalyse von Grawe: -Therapieerfolg je nach Therapieform qualitativ verschieden - Therapieeffekte kommen auf unterschiedliche Weise zustande - Unterschiedliche Personen profitieren von unterschiedlichen Therapieformen - >>> wichtig für differentielle Psychotherapie-Forschung: sowohl Prozess als auch Outcome messen
- Einzelfalluntersuchungen: Sinn? Überprüfung von Annahmen über Merkmale oder Verhaltensweisen einer Person/objekt Prüfung des Effekts eines Treatments bei Menschen mit bestimmter Erkrankung, um zu sehen ob die Behandlung im Prinzip erfolgsversprechend ist. >> später Generalisierung möglich!
- Einzelfalluntersuchungen: Vorteile? Effekte sind nicht über Personen gemittelt Intervention, Verlauf, Störvariablen können detailliert beschrieben u. individuell kontrolliert werden anschaulicher!
- Bsp. für Einzelfallhypothesen Zeitreihe einer quantitativen Variable (Anzahl Zigaretten) folgt best. Trend Treatment senkt die Auftretenswahrscheinlichkeit von Ereignissen (Bsp Migräne) zeitliche Abfolge von Ereignissen hängt mit anderen Geschehnissen zusammen
- Merkmale von Einzelfallstudien Verhaltensstichproben derselben Person zu verschiedenen Zeitpunkten abhängige Messungen Untersuchungspläne unterscheiden sich hins: Häufigkeit von A- und B-Phasen Anzahl der AVs etc.
- Was sind Baselines? A-Phasen: Variationen-/Entwickung der AV ohne Interventionen. Bei Vergleich kann geschaut werden, ob Intervention Veränderung bewirkt.
- Einzelfalldesigns: Ab mit Follow-Up AB mit Follow-UP (mehrere Settings) ABA (zusätzliche Baseline) ABAB (Häufigstes Single-Case-Design) BAB ABCB Changing Criterion Design (Erfolgskriterium ändert sich während Treatment) Multiple Baseline
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- Wo ist Multiple Baseline geeignet? Bei Prüfung von Behandlungen, die man nicht wieder abbrechen/neu einführen kann aus Gründen von Ethik/Widerstand der Patienten
- 8 Kriterien für Einzelfalldesigns Daten durch multiple Baseline-Messungen erfasst (vor Intervention). Variablen werden im Fall einer Intervention manipuliert, mehrfach erfasst Kontrolle zusätzlicher Einflüsse (um reliable Interventionen möglich zu machen) standardisierte Methoden zur Datenerhebung Schriftliche Datenaufzeichnung graphische Darstellung/statistische analyse Bestimmung der Interrater-Reliabilität bei Beobachtungsdaten Bestimmung von Stabilitäts- und Transfer-Effekten (Übertragung der Effekte auf Variablen, bei denen das nicht intendiert ist)
- Interne Validität bei Einzelfalluntersuchungen > Probleme Effekte müssen sofort auftreten, reversibel sein und sollten in manchen Fällen nicht auf andere generalisieren Störvariable die mit der Zeit kovariiert, kann Veränderung verursachen (um dies zu kontrollieren, ABAB-Designs, mutliple Baseline etc.) Hier ist aber auch ein Vorteil: Störvariablen lassen sich in Single-Case design besser erfassen und handhaben als in Gruppendesigns.
- Generalisierbarkeit bei Single-Case-Design: Probleme Fokus liegt auf Intrasubjektforschung >> keine Aggregation über Subjekte praktikabel oder praktiziert. Es gibt zwar Lösungsansätze zur Generalisierung (Replikation), wird aber oft nicht versucht.
- Wie können Single-Case-Ergebnisse generalisiert werden? Replikation in weiteren Single-Case-Designs(N-of one at a time-Design) Direct replication >> Gleiches Treatment an möglichst ähnlichem Subjekt systematic replication >>> Systematische Suche nach verschiedenen Effekten an verschiednen Subjekten.
- Analyse von Einzelfalldaten (Möglichkeiten) ANOVA/T-Test Randomisierungstest Monotone Trendhypothese Zeitreihenanalyse mit ARIMA
- Mittelwertsvergleiche bei Einzelfalldaten (ANOVA oder T-Test) Vergleich von A- und B-Phasen Problem: Voraussetzungen verletzt! Unabhängigkeit der Beobachtungen Normalverteilung der Daten nicht sensitiv für Veränderungen außerhalb der Phasen
- Ranodmisierungstest Für jede Phase wird Mittelwert berechnet Aufstellung aller möglichen Wertekombinationen: zu den wieiviel % extremsten Kombinationen gehört die gemessene Wertekombination? >>> mehr A/B-Phasen nötig, sonst keine Signifikanz auf dem 5%-Niveau
- Monotone Trendhypothese Nullhypothese besagt, dass Mittelwerte von 4 Phasen zufällig erfolgen. Demnach sind alle 24 Möglichkeiten mit der gleichen Wahrscheinlichkeit. Trendhypothese gilt als bestätigt, wenn die 4 gemessenen Mittelwerte genau in der erwarteten Reihenfolge auftreten (muss genau so sein!)
- Problem monotone Trendhypothese: WEnn nicht exakt die vorhergsagte Reihenfolge auftritt, gilt H1 als nicht bestätigt. Lösung: exakter bzw. asymptotischer Permuationstest
- Zeitreihenanalysen mit ARIMA =Auto Regressive Integrated MOving Average es können drei verschiedene Hypothesenarten bei mind. 50 gleichabständigen Messpunkten getestet werden
- Drei Verschiedene Hypothesenarten bei ARIMA: Vorhersagemodelle: die in der Zeitreihe entdeckten Regelmäßigkeiten setzen sich auch zukünftig fort. Interventionsmodelle: ein Treatment verändert Zeitreihe in bestimmter Weise Transferfunktionsmodelle: Änderungen einer Zeitreihe sind auf eine/mehrere andere Zeitreihen zurück zu führen
- Beispiel für In-Session-Mikroanalyse Luborskys CCRT-Methode. (core conflictual relationship theme method). Analyse von Beziehungs-Narrativen des Klienten. Kodiert werden: geäußerter Wunsch Reaktion der Interaktionspartner Reaktion Klient
- Was ist kontrollierte Praxis? Methode der Qualitätssicherung im therapeutischen Prozess. Umfasst Definition und Beschreibung von Problem und Therapie, Prozess- und Outcome-Kriterien, Datenerhebung und -dokumentation.
- Kontrollierte Praxis - Ziel? den therapeutischen Prozess mithilfe von Einzelfallstudien in praktisch relevanter Weise zu beschreiben/überwachen/dokumentieren/optimieren.
- Voraussetzungen für kontrollierte Praxis Problematik muss klar definiert sein Patient muss Therapieziele formulieren (für die Erfolgskriterien) Monitoring macht es dem Therapeuten möglich, Veränderungen die durch die Therapie bewirkt wurden, zu erheben Therapeut muss einen Behandlungsplan erstellen
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- Ablauf kontrollierter Praxis Therapie Problembeschreibung Patient formuliert Therapieziele Therapieplan Intervention Therapieende Follow-Up Untersuchung
- Ablauf kontrollierter Praxis Einzelfallstudie (läut parallel ab) Kontextbeschreibung Fragebogen zum Therapieprozess Beschreibung des therapieplans Datenerhebung Datenanalyse Application (?)
- Erfassung von Veränderung während Therapieverlauf (KP) Erfolgskriterien werden individuell, abhängig von den Zielen, zusammengestellt Erstellung von Verlaufskurven (Monitoring)
- Prinzipien der kontrollierten Praxis KP ist zweitrangig! (Therapie kommt an erster Stelle!) Strukturierte Therapie ist erforderlich Planung, Ausführung und Evaluation der Therapie müssen empirisch fundiert sein Datensammlung folgt operationalisierten Zielen Patienten- und Therapeutenperspektive sollen integriert sein Analyse der Daten erfolgt nach festen Regeln Systematische Dokumentation von Therapie und Einzelfallanalyse
