Evaluation (Fach) / Zielbestimmung und Bedarfsanalyse (Lektion)

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Kapitel 2

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  • Oberstes Ziel der Evaluation Nutzenmaximierung.
  • Welche Schritte sind zur Nutzenmaximierung erforderlich? 1. Zielexplikation (was sind überhaupt die Ziele der Eva.?) 2. Bewertungsprozess (wie bewertet man die Zielerreichung?) 3. Einschätzung des Nutzens des Ergebnisses und möglicher Alternativen (mittels Bewertungs- und Entscheidungshilfen).
  • Unterschied Forschung und Evaluation? Forschung: Aufstellen und Testen einer Hypothese Evaluation: Bewertung der Zielerreichung einer Maßnahme  
  • Evaluation als Zielerreichung einer Maßnahme - wo liegen hier Probleme?  - keine eindeutige Zielsetzung - Zielsetzung unklar formuliert - divergierende Ziele, Interessenkonflikte - komplexe Ziele - Hidden Targets - sich verändernde Ziele
  • Standards für die Evaluation bei der Zielsetzung: 1. Explikation der Zielsetzungen auf der Metaebene - Steuerungsfunktion? > Optimierung - Erkenntnisgewinn > Entscheidungsgrundlage 2. Ziel- und Nutzenanalyse  Welche Ziele sollen erreicht werden? Was sind die Zielgruppen? Wie sollen die Ziele erreicht werden, mit welchen Maßnahmen? Woran erkennt man die Zielerreichung, mit welchen Indikatoren?
  • Zielsetzungen in der Prävention können unterschiedlichster Art sein. Beispiele? Motivation zu gesundheitsbewusstem Verhalten Problembewusstsein für gesundheitsschädliches VH schaffen Reduktion von Risikofaktoren Verbesserung des Wissensstandes Stärkung von Eigenverantwortung Steigerung der Inanspruchnahme von Früherkennungsmaßnahmen Kostenersparnis im Gesundheitswesen Aufbau von gesundheitlichen Netzwerken  
  • Dimensionen von Zielen konkret, verhaltensnah, symptomorientiert vs. komplex,konstruktorientiert, poythethisch operationalisierbar vs. nicht operationalisierbar individuell vs strukturell implizit vs explizit Resultatsziele vs Prozessziele kurz-, mittel-, langfristig
  • worin unterscheiden sich Ziele außerdem? - Hierarchie und Priorität - Eindeutigkeit und Abgrenzung
  • Drei Aufgaben der Zielexplikation und jeweils Methoden dazu 1. Zielgruppenbestimmung > Verständigung auf Zielgruppen. Methode: Assoziationsketten. Bsp: Kinder 2. Konkretisierung des Evaluationsobjekts > Methode: Experteninterviews, Gruppendiskussionen mit Betroffenen, Brainstorming, freie Assoziation). Bsp: Schule 3. Antizipatorische Ergebnisverwertung > Antizipation möglicher Veränderungen. Methode: Szenario-Technik (Trendszenario, Extremszenario), Planspiel, Rollenspiele. Beispiel: AKW
  • Zielgruppenbestimmung Def., Ablauf Def. Identifikation von Personen/Organisationen die von der Intervention (IV) betroffen sind (insbesondere Personen mit Nutzenerwartung) Ablauf: in Gruppensitzung, unter Beteiligung der Auftraggeber (dessen Vorstellung erweitert werden soll). Erarbeitung mit Hilfe hierarchischer Assoziationsketten, Kreativitätstechniken (Ausdifferenzierung und Komination von Obermengen)  
  • Konkretisierung des Evaluationsobjekts irgendwo auf der Dimension zwischen theoretisches Konstrukt-operationalisierter Indikator Bsp. Konstrukt: Ganztagsschule, offener Strafvollzug, Altenpflege Bsp. Indikator: Techniken, Frequenz der Sitzungen, Dauer der Therapie usw.
  • Antizipatorische Ergebnisbewertung Antizipation möglicher Veränderungen, die sich auf spätere Bewertung auswirken können 1. Änderung der Rahmenbedigungen (projektunabhängig, Bsp. Marktlage) 2. Wissen um Projektergebnisse verändert Sichtweise der Beteiligten (projektabhängig). Techniken: Szenario-Techniken, Planspiel (Präsentation fiktiver Ergebnisse)
  • Wie wird nun die Zielerreichung bewertet? 1. Assessment von Bedürfnissen 2. Bewertungsprozess
  • Assessment von Bedürfnissen: Identifikation von Bedürfnissen (Vs. Bedarf) Analyse sozialer Indikatoren Analyse der Ressourcen und der Versorgungsstruktur Analyse und Erfassung spezifischer Gruppeninteressen (GAS, Delphi) Erstellen und Bewerten von Bedürfnishierarchien
  • Bewertungsprozess 1. Auswahl der Bewertungskriterien (mit Brainstorming, Kartenabfrage. Am besten im Team) 2. Nebenfolgeabschätzung (Bsp. andere Anreize durch Fallpauschale) 3. Operationalisierung von 1. und 2. durch nomothetische (standardisiert) idiographische Ansätze (individuell, qualitativ)
  • Idiographische Ansätze Qualitative Methoden Interviews Fallbeispiele Strukturlegetechnik Goal Attainment Scale
  • Goal Attainment Scaling Methode zur Spezifizierung von Therapiezielen und Quantifizierung der Zielerreichung. Vorgehen: Benennen wichtiger Probleme Positivie Zielformulierung Ordnen der Ziele nach Bedeutsamkeit Kennzeichnen der Veränderung durch Indikatoren, Bewertung in Stufen (0, +1, +2)
  • Wo ist GAS nützlich? 1. Therapieplanung Erarbeitung individueller Ziele (Antragstellung) Erleichterung von Therapieplanung und Indikationsstellung Konsens über die Ziele > Förderung realistischer Erwartungen und Therapiemotivation Transparenz in der Therapie 2. Veränderungsmessung Überprüfung des Therapiefortschritts Mehr Sensibilität für kleine Veränderungen  
  • Delphi-Methode Methode zur Gewinnung von Ideen und Konsensfindung Vorgehen: Befragung von Experten. Auswerten und Zusammenfassung der Ergebnisse mit Rückmeldung wiederholte Befragungsrunden idealerweise Konvergenz der Meinungen Entscheidung über Ziele oder Lösungsvorschlag
  • Beispiel für Delphi Erarbeitung von therapeutischen Leitlinien durch Leitungsgremium, Expertenteam und Fachgesellschaften
  • Multiattributive Nutzentheorie MAUT soll zur Auswahl der Handlungsalternativen führen, die den jeweils größten Nutzen haben. Vorgehen: Berechnung der gewichteten Summe der Nutzenwerte. Entscheidungsproblem wird in Teile zergliedert.
  • Probleme bei MAUT - Intervallskalen-Niveau der Daten? - Konsensbildung bei Gewichtung der Kriterien schwierig
  • Nomothethische Ansätze sind standardisierte, testmethodisch entwickelte Verfahren. dienen der Zielorientierten Ergebnismessung. Auswahl relevanter Merkmale Verwendung standardisierter Verfahren Verwendung der Merkmale mit Auffälligkeit Individuelles Ausgangsprofil
  • nomothethische Ansätze Problem? - Eigung zur Veränderungsmessung? diese sind ja intraindividuell v. a. - Prüfung der Zielerreichung nur für auffällige Merkmale!
  • Bewertungs- und Entscheidungshilfen Ergebnisbewertung vor dem Hintergrund des subjektiven Nutzens. Aber für wen?
  • Ablauf (der Nutzenbewertung?) Ausprägungsgrad der Kriterien erheben (z. B. subjektives Wohlbefinden nach Reha) Nutzenmessung (für jeden Ausprägungsgrad) Nutzenverrechnung  (Gesamtnutzen über mehrere Kriterien, z. B. subjektives Wohlbefinden nach Reha)
  • Nutzen subjektiver Wert einer Konsequenz (kann auch negativ sein!)
  • Evaluatives Urteil Absolutes Urteil, bsp. der Wein ist gut.
  • Präferentielles Urteil relatives Urteil, Präferenzwerte. Bsp. der Wein ist besser als der andere. Aus relativem Urteil kann evaluativees Urteil abgeleitet werden.
  • Erfassung von Präferenzen Wählen zwischen Optionen (bsp. Partei wählen) Ablehnung, Ausschluss von Optionen (Welche Partei wählen Sie nicht?) Rangvergabe, Ranking Ableitung von Nutzenwerten aus Präferenzurteilen.
  • Methoden der Nutzenverrechnung 1. Direkt und indirekte Messung 2. Alternative Nutzenverrechnung .Vorselektion (Ausschluss, wenn Alternative niedrige Nutzenwerte auf meheren Dimensionen /Cut-Off unterschreitet) Entscheidung zwischen Alternativen (durch Konsens-Findung oder Expertengruppen)
  • Methode der Entscheidungsfindung durch Betroffene Planungszelle -Betroffene werden in Kleingruppen zusammengefasst (repräsentativ oder durch Zufall) Freistellung oder Vergütung Laienteilnehmer werden fachlich begleitet ähnlich wie Qualitätszirkel  
  • Probleme systematischer Nutzenbewertung - komplexes Netzwerk von Beteiligten und deren Zielen - Meinungen werden teilweise zurückgehalten und gehen nicht in die Nutzenbewertung mit ein - manchmal sind auch Entscheidungsspielräume jenseits system. Nutzenbewertung sinnvoll für Entwicklung neuer, kreativer Ansätze!
  • Fallbeispiel: wie viele Behandlungsplätze in einer Klinik?Mögliche Arbeitsschritte! 1. Nutzenbestimmung für wen? 2. Nutzenbestimmung für was? (Problem, Entscheidung) 3. Identifizierung der zu evaluierenden Alternativen 4. Zusammentragen der Bewertungskriterien 5. Zielanalyse (Was ist optimale Ausprägung der Bewertungskriterien? >> Zielexplikation) 6. Nutzenmessung (für jedes Bewertungskriterium und jede Alternative) 7. Nutzenverrechnung (pro Alternative mit Hilfe von Bewertungs- und Entscheidungsfindungsmethoden) 8. Entscheidung  
  • Beurteilungs- und Bewertungsfehler - Ursprungsabhängigkeit (wie kam es zu der Konsequenz?) - Besitztumseffekt (Objekt, das man besitzt wird höher bewertet) - Einbettungseffekt (Art der Erhebung?) - Ausgabeneffekt (wenn schon investiert, bleibt man eher dabei!) - Mentale Buchhaltung (Kategorisierung von Optionen und Konsequenzen auf verschiedene "Konten") - Zeitpräferenz (wann traten die Konsequenzen auf?   >>>> Effekte noch genau nachlesen.