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3400 K1/ Psychologie M1 (Fach) / 6. Einführung in Psychologische Grundlagenfächer (Lektion)
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- 6. Grundlagenfächer Allgemeine Psychologie Biologische Psychologie Sozialpsychologie Entwicklungspsychologie Differentielle und Persönlichkeitspsychologie Psychologische Diagnostik ..,weil sie aus ihrer jeweiligen Perspektive Gesetzmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens erforschen, die möglichst weite Geltung aufweisen und nicht auf einen einzelnen anwendungsbezogenen Kontext beschränkt sein sollen. zu 6. Psychologische Diagnostik nimmt Sonderstellung unter den Grundlagenfächern ein Als Methodenlehre im Dienste d. Angewandten Pschologie kommt auch der Diagnostik grundlegende Bedeutung zu Die Prinzipien zur Konstruktion, Durchführung, Auswertung und Interpretation von Diagnostischen Verfahren gelten ebenfalls unabhängig von einer spezifischen diagnostischen Fragestellung in einem speziellen Anwendugskontext (z.B. Fragebögen werden in allen Anwendungsfächern nach denselben methodischen Prinzipien konstruiert u. durchgeführt)
- 6.1. Allgemeine Psychologie und deren biologische Folgen 6.1.1. Seele und seelisches als Gegenstand der Allgemeinen Psychologie Die Allgemeine Psy befasst sich mit dem allgemeinmöglichsten Aspekt mit der Seele d. Menschen, wenn unter "Seele" ein Sammelbegriff für seelische Eigenschaften, Prozesse und Funktionen des Menschen verstanden wird Seelische Eigenschaften und Funktionen wie "Rot sehen können" oder "sehen" sind real, denn seelische Eigenschaften + Fkt. lassen sich nur einzelnen lebendigen, körperlichen Dingen aufgrund bestimmter beobachtbarer Merkmale zuschreiben. "Ding" hier: abstrakt, eine Entität die in Raum und Zeit lokalisierbar + damit identifizierbar ist. Synonyme für "seelisch" = mental. psychisch, geistig kulturgeschichtlich lässt sich keine homogene Bedeutung des Seelenbegriffs auffinding machen.
- 6.1.2. Allgemeine Gesichtspunkte d. Gegenstandbereiches d. Allgemeinen Psychologie 6.1.2.1. Biologische Seelenbegriff, Seele als Organisation d. Organismus. Biologie überlappt sich erheblich mit Psy. , denn seelische Merkmale finden sich nur bei Lebewesen Seele als biologische Begriff bei Aristoteles "Seele" bezeichnet das Merkmal der dynamischen, offenen umgebungsbezogenen Organisiertheit biologischer Eigenschaften und Funktionen Aristoteles Auffassung, dass die Seele als Einheitserhaltende Organisation des Organismus zu verstehen ist. drei Arten von Seele: vegetativ, sensitiv motorisch, Denkseele
- 6.1.2.2. Organismus als psychophysische Einheit seelische Funktionen sind nur adäquat ökologisch, also unter Berücksichtigung ihrer Normalumgebung charakterisierbar Lern- u. Merkfähigkeit d. Organismus nötig, um günstige von ungünstigen Umgebungen/Situationen unterscheiden zu können →Erkennen u. Nutzen von Regelmäßigkeiten damit möglich, dafür Bewegungseinrichtungen nötig. Nach J. v. Uexkülls Überlegungen: Jeder Organismus muss über Wirk- und Merkorgane verfügen. Bewerten als eine komplexe Einheit von kognitiven und emotionalen Komponenten Dies kann alles dahingehen zusammengefasst werden, dass der Organismus eine innere Organisation "hinter" seiner Grenzfläche braucht. So Diagnose und EInwirken in die Umgebung möglich.
- 6.1.2.3. Organismus-Umgebungsbeziehung: Repräsentationalität und Informationsverarbeitung als mentale Modellbildung. zwei weitere psy. Fkt. im Mittelpunkt d. Allgemeinen Psy: (1) Repräsentation, (2) Informationsverarbeitung Diagnose und Wirkmöglichkeit materiell realisiert z.B. Sinnessystem, motorisches System. ZNS= das komplexeste Steuerungs- u. Regelungssystem. Zum Lernen, Erstellung eines "Umgebungsbilds" notwendig. Dies geschieht im Rahmen der Info.verarbeitung. Fachterm: Repräsentation, das Resultat der Info.verarbeitung. Das Repräsentierte nicht im Organismus sonder als Repräsentandum zeichenhaft im Organismus als Repräsentat vertreten. Ohne Repräsentate können wir numerisch verschieden gleichartiges nicht als das gleiche erkennen. Das Umgebungsbild darf nicht mit einem Bild gleichgesetzt werden, da man ansonsten im Organismus immer wieder ein weiteres Wesen braucht, das dieses Bild abliest.(Homunkulus- Fehlschluss) → daher angemessen von einem Umgebungsmodell zu sprechen. In welchem Maßstab due Modelle zur Umgebung stehen ist ebenfalls eine Forschungsfrage der Allgemeinen Psy. Die Genese (Wahrnehmung) und Struktur (Wissen), die Aufrechterhaltung (Gedächtnis), Nutzung (Wiedererkennen, Reproduktion, Denken und Problemlösen, Handeln) und Modifikation (Lernen, Problemlösen) von Mentalen Modellen ist ein wesentlicher Forschungsgegenstand der Allg. Psy.
- 6.1.2.3.1. Intentionalität als Merkmal den Mentalen, Seelischen, Geistigen. Franz Brentano hat die Intentionalität als das wesentliche Merkmal des Mentalen verstanden. (Daher sind mentale Modelle auch als intentionale Modelle zu verstehen) Intentionalität meint, dass mentales einen semantischen Gehalt hat. gilt für (1) Welt-auf-Kopf-Beziehung (2) Kopf-auf-Welt-Beziehung zu (1) Organismus-Umgebungsbeziehung von den Reizen der Außenwelt iniziert. Beim Wahrnehmen wird etw. wahrgenommen, beim Vorstellen etw. vorgestellt, beim Fühlen etw. gefühlt. zu (2) Intentionalität = ausgerichtet sein auf ein Ziel hin, wie sich es in Wünschen, Wollen, Beabsichtigen, Enscheiden ausdrückt. Die Organismus-Umgebungsbeziehung wird vom Organismus gesteuert. Beide Ausrichtungen können fehlgehen.In Form von Aussagen können semantische Gehalte auf ihre Wahrheit hin beurteilt werden. Handlungen sind weder wahr noch falsch. Sie können aber nach Erfolg und Misserfolg beurteilt werden. über die beiden Ausrichtungen d. Intentionalität kommt damit ein normativer Aspekt in die Psy. Die Evaluation d. Erkennens nach d. Normen d. Wahrheit u. d. Handelns nach den ethischen Normen des Sollens verweist darauf, dass intentionale Erklärungen stets im logischen Raum d. Gründe, d.h. der rationalität stehen. Sprach Intentionaltität u. Repräsentationalität verweisen auf den semantischen Gehalt des Mentalen und dieser auf Sprache Sprache = das komplexeste Repräsentationssystem, deren Inhalt = Wissen. Auch Tiere verfügen über Repräsentationssysteme. z.B Navigationssystem von Vögeln. Interaktion und Kommunikation= Merkmale der menschl. Handlungskompetenz, die in der Handlungspsy. zu berücksichtigen sind. (Sprechakte) Das Wählen von Umgebungsmerkmalen und von Handlungen sowie Koordination beider Wahlen ist Gegenstand der Aufmerksamkeitsforschung. mentale Simulationsmodelle: Im Denken kann man vorwegnehmend wählen und vermutete Folgen simulieren. Die Rückkopplung der Handlungsausführung an die Wahrnehmung erlaubt eine Wechselseitige Kontrolle v. Wahrnehmen und Handeln. Dies wird von der Willens- u. Handlungspsy; als wesentl. Teil der Allg. Psy. thematisiert.
- 6.1.2.4 Phänomenale Welt als Gegenstand der Allg. Psy. Aufgabe: Erforschung d. phänomenalen Welt ist wichtige Aufgabe der Allg. Psy. denn alle Erfahrungswissenschaften gehen von Phänomenen aus, untersuchen diese unter der Perspektive der Objektivität, d.h. der Denkunabhängigkeit. wohingegen die Psy. das Erfahren d. Phänomene selbst z.B. phänomenale Idendität u. Beständigkeit,phänomenale Ordnung und die Weise des Habens von Phänomenen (Erleben), selbst zum Gegenstand der Forschung macht. Neben der Intentionalität und Repräsentationalität ist es ein besonderer Zug unserer Erfahrung, dass Phänomene uns stets in einer bestimmten Weise d. Erlebens gegeben sind → Dies wird als phänomenales Bewusstsein bezeichnet.
- 6.1.3. Gegenstandsbereich, Aufgaben, Methoden, der Allgemeinen Psy. erforscht psy. Funtionen, die dem Erleben, Verhalten, Handeln zugrunde liegen unter möglischt Allgemeinen Gesichtspunkten. Zusammenfassende Charakterisierung d. Gegenstands d. Allgemeinen Psy.: charakterisiert jeden durch einen biologisch verstandenen Kollektivbegriff d. Seele als Insgesamt seelischer Funktionen und Eigenschaften (vgl 3.1.2.1) wobei der Mensch als psychophysische Einheit anzusehen ist (vgl 3.1.2.2.) Die Organismus- Umgebungsbez. ist neben der Energieverarbeitung durch Infoverarbeitung gekennzeichnet, deren Resultat mentale Modelle sind, die durch die Eigenschaft der Repräsentationalität charakterisiert sind. Mentale Modelle ermöglichen das Wahrnehmen, Denken u. Handeln (vgl. 3.1.2.3) Der wesentl. Unterschied zw. mentalem und psychischem besteht darin, dass das Mentale als Intentionalität zu verstehen ist. Mentales hat semantischen Gehalt, wobei die rezeptive (Welt-auf-Kopf-Beziehung) und produktive Seite(Kopf-auf-Welt-Beziehung) eine Einheit bilden Unterschied zwischen Mensch und Tier: Mensch= animal rationales, d.h. kann Gehalt seines Handelns und Erkennens mit mehr o. weniger rationalen Argumenten begründen.(vgl 3.1.2.3.1) Zentral die Fähigkeit eine Sprache zu beherrschen. In dieser semiotischen Kompetenz kommt Intentionaltät und Rationalität in besonderem Maße zur Geltung. Intentionalität und Rationalität sind unverzichtbar um menschl. Handeln zu erklären Von besonderer Bedeutung ist das phänomenale Bewusstsein(vgl. 3.1.2.4), das in der Weise des Erlebens die phänomenale Welt konstruiert Das Bewusstsein ist keine isolierte Fkt. sondern die Weise wie uns etw. gegeben ist über die wir im Medium d. Kommunikation u. reflexion nachdenken u. es erforschen können Allen Menschen können also psychische Fkt. und phy. Eigenschaften zugeschrieben werden. Diese werden unterteilt in Erleben, Verhalten, Handeln welche widerum in die Themenbereiche: Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein, Urteilen, Kognition, Informationsverarbeitung, Sprache, Sensomotorik, Emotion, Motivation, Lernen, Gedächtnis, Wissen aufgeteilt werden. Taxonomie psychischer Funktionen: zu den Aufgaben Allg. Psy. gehört auch eine allgemeine Taxonomie psy. Fkt. vorzunehmen (Aufbau u. Überprüfung d. Taxonomie) Taxonomien= Werkzuege um komplexe Systeme zu analysieren, gehen hierarchisch vor. Beispiel: Begriff Kognition ↓ ↓ Wahrnehmung Wissen ↓ ↓ Zeitwahrnehmung Raumwahrnehmung ....... wobei: Wahrnehmung nicht gleich Wissen, z.B Lautstrom einer fremden Sprache akkustisch wahrnehmen aber nicht wissen was gesagt wird. Methoden: Es werden bevorzugt Beobachtungsmethoden eingesetzt, die eine möglichst gr. Kontrolle über die Untersuchungssituation erlauben. Die ist typischerweise das Experiment. → Bestimmte Umgebungseigenschaften werden isoliert. → kaum vorhandene Generalisierbarkeit auf lebensweltl. Situationen Üblicherweise wird in der Allg. Psy. der "Bauplan der Seele" entlang der Aufteilung in die kognitiven, motivational-emotionalen und aktionalen Fähigkeiten und Fertigkeiten d. Menschen erarbeitet.
- 6.1.4. Die Beziehung d. Allg. Psy. zu den anderen psychologischen Teildisziplinen. Forschungstätigkeit der Allg. Psy. müssen im Gesamtzusammenhang der ganzen Psy. gesehen werden. Esgibt keine "Besondere PSy.", da die anderen Teildisziplinen sehr Allg. Aspekte d. Psychischen untersuchen... ... aber Allg. Psy. ist bestrebt die Schnittmenge dieser allgemeinen Aspekte herauszuarbeiten. → daraus folgt die didaktisch und theoretisch grundlegende Rolle der Allg. Psy. für die anderen Grunddisziplinen Wichtig: gr. Nähe zur Biologischen Psychologie Wahrnehmungspsychologie hat z. B. ihre Wurzeln in der Sinnespsychologie: Das psychologische Experiment hat sich aus den Methoden d. Sinnespsychologie heraus entwickelt. (Psychopysik), weil man die Funktionen d. Sonnesorgane ohne Einbezug des Verhaltens, Erlebens und auch Urteilens nicht Untersuchen kann. Es gilt das Kovariationsprinzip: Unterschiede im Verhalten, Urteilen, Erleben entsp. Unterschied in physiologischen Zuständen. In der äußeren Psychophysik kann man nur die Kovariation zw. Reiz und Reaktion (o. Urteil) untersuchen Die innere Psychopysik ist bestrebt physiologische Änderungen als dritte Kovariate einzuführen und zu messen. Gleiche Kovariations- bzw. Differenzenlogik gilt für die Erforschung d. neuronalen Korrelate psychischer Funktionen → man muss psychische Prozesse und Funktionen systematisch varrieren und gleichzeitig die neuronalen Kovariationen mit erfassen. Methodisch problematisch ist überhaupt die neuronalen Varationen messen zu können u. zu prüfen ob es sich tatsächlich um Kovariationen handelt. Ähnliches gilt für alle physiologischen Indikatoren von Verhalten u. Erleben z.B. Hormonänderung im Speichelo. Änderung der Pupillenweite. Problem der Spezifität und Eindeutigkeit physiologischer Indikatoren, weil die selben semantischen Gehalte in physisch unterschiedl. weise realisiert sein können, aber auch ein physischer Zustand je nach Situation unterschiedl. bedeuten kann. Da psychische Funktionen immer auch psychophysische sind ist es wichtig, dass sich Allgemeine Psychologie und Biologische Psychologie hinsichtl. ihrer Fragen und methodischer Mittel ergänzen u. eng mit den entspr. Nachbargebieten wie Neurowissenschaften, Sinnesphysiologie, Humanbiologie u. Medizin hier vor allem mit der Psychiatrie und der Neurologie zusammenarbeiten. Erkenntnisse d. Allg. Psychologie sind auch für die Anwendugsorientierten Teidisziplinen interessant. Teildiszipline: In der Pädagogischen Psy. , Fragen nach optimalen Organisation von Lehr- u. Lernprozessen, nach der Wirksamkeit von Instruktionen, Medien, Lernmotivaton, von Lerntransfer im Zentrum In der Arbeitspsychologie spielen allgemeine Erkenntnisse über Fertigkeiten u. Handlungsregulation eine wichtige Rolle für die aber auch Erkenntnisse aus der Koordination von Wahrnehmen und HAndeln für zahlreiche berufstypische Arbeitshandlungen, insbesondere im Kontext von Mensch-Maschine Interaktionen. Für die klinische Psy. sind Erkenntnisse über das normale Funktionieren aller seel. Funktionen zentral, da sonst pathologische Abweichungen nicht sicher diagnostiziert u. therapiert werden können. Erkenntnisse aus allen Anwendungsdisziplinen der Psychologie sehr bedeutsam für die Allgemeine PSy., da die Anwendung von Grundlagenerkenntnissen auch als Test für manche Annahme anzusehen ist u. die Theoriebildung von einseitigen Verallgemeinerungen bewahrt.
- 6.1.5.1. Biologische Psychologie 6.1.5.1 Standort der biologischen Psychologie innerhalb der Psychologie Def.: die Biologische Psychologie ist dasjenige Teilgebiet der Psychologie, das zum Studium und zur Erklärung menschlichem Verhaltens und Erlebens einen biologischen (im Allg. Einen neurobiologischen) Zugang wählt. Teildisziplin der Psy., die sich mit körperlichen Prozessen, Veränderungen, Zuständen des Organismus beschäftigt! die von außen mit typisch physiologischen Methoden beobachtet und gemessen werden können. Psychologie auch ein Teil der Biologie als derjenigen Wissenschaft, die sich mit Bau Funktionen, Genese von Lebewesen beschäftigt. Historische Vorläufer sind Wilhelm Wundt und William James Wundt stellte in einem seiner wichtigsten Werke " Grundzüge der physiologischen Psychologie" die Erkenntnisse der Physiologie in Ihrer Bedeutung für die Psy. Dar. ihm zufolge ist das Hilfsprinzip des psychophysischem Parallelismus zu beachten, demzufolge jedem psychischem Prozess ein Physischer entspricht. die Psy. Bedarf der Physiologischen Forschung z.B. In der Wahrnehmung, aber auch die Physiologie kommt ohne die Psychologie nicht aus, da erst über urteilen oder Verhalten sich das physiologische Korrelat identifizieren lässt. William James beginnt sein Hauptwerk "Principles of Psychology " mit einem Kapitel über Gehirnfuntionen und Verhalten. " the functions of the Brain" Ähnlich wie Wundt vertritt auch JAmes einen Psycho-physischen Parallelismus. Biopsychologie auch Teilgebiet der Nerurowissenschaften. Diese erforscht die neuronalen Strukturen und Prozesse, welche die Korrelate unterschiedlicher psychischer Funktionen und Eigenschaften sind
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- 6.1.5.2. Teilbereiche der Biologischen Psychologie Vier große Teilbereiche nach Shandry( gliedernden Gesichtspunkte sind die Forschungsfragen sowie die angewandten Methoden) 1) Kovariationen (Zusammenhänge) zw. Gehirn und Verhalten bei Mensch und Tier (Physiologische Psychologie , Neuropsychologie) Ist bestrebt Indikatoren neuronaler Prozesse und Strukturen als neuronale Korrelate möglichst direkt Verhaltens und Erlebensweisen (psychischen Prozessen und Strukturen) zuzuordnen Dadurch mögl. Theorien und Modelle von Gehirnfunktiomen aufzustellen Anwendungsaspekt steht im Hintergrund. experimentelle Untersuchung mit Physiologischen Prozessen und Strukturen als UV ( z.B Eingriff ins Gehirn =UV, Verhaltensgrößens= AV) oder umgekehrt (z.B. Variationen der Lernmethoden als UV, Verhaltensgrößen = AV) Arbeitet Tierexperimentell, auch non-invasive Verfahren wie EEG 2) Gestörte Hirnfunktionen und menschliche Verhalten ( Neuropsychologie vor allem klinische Neuropsychologie ) Beeinträchtigung von Gehirnfunktionen , durch Erkrankung, äußere Ursachen, Drogen. Durch Zuordnung der beobachteten Verhaltens und Erlebensstörungen zu den lokalisierten Schädigungen von Gehirnstrukturen kannoft erschlossen werden, welche funktionale Rolle die Bereffende Hirnregion für das Verhalten und Erleben spielt
- 6.1.5.2. Teilbereiche der Biologischen Psychologie Vier große Teilbereiche nach Shandry( gliedernden Gesichtspunkte sind die Forschungsfragen sowie die angewandten Methoden) 1) Kovariationen (Zusammenhänge) zw. Gehirn und Verhalten bei Mensch und Tier (Physiologische Psychologie , Neuropsychologie) Ist bestrebt Indikatoren neuronaler Prozesse und Strukturen als neuronale Korrelate möglichst direkt Verhaltens und Erlebensweisen (psychischen Prozessen und Strukturen) zuzuordnen
- 6.1.5.2. Teilbereiche der Biologischen Psychologie Vier große Teilbereiche nach Shandry( gliedernden Gesichtspunkte sind die Forschungsfragen sowie die angewandten Methoden) 1) Kovariationen (Zusammenhänge) zw. Gehirn und Verhalten bei Mensch und Tier. (Physiologische Psychologie , Neuropsychologie) Ist bestrebt Indikatoren neuronaler Prozesse und Strukturen als neuronale Korrelate möglichst direkt Verhaltens und Erlebensweisen (psychischen Prozessen und Strukturen) zuzuordnen Indikatoren neuronaler Prozesse → Verhaltens und Erlebensweisen. Dadurch möglich Theorien und Modelle von Gehirnfunktionen aufzustellen Anwendungsaspekt steht im Hintergrund experimentelle Untersuchung: --(1) physiologische Prozesse und Strukturen als unabhängige Variable (Eingriff ins Gehirn = UV, Verhaltensgrößen = AV) --(2) umgekehrt (z.B. Variation der Lernmethode als UV, Veränderung von Gehirnstrukturen als AV) arbeitet Tierexperimentell auch non-invasive Verfahren wie EEG. 2) Gestörte Hirnfunktionen und menschl. Verhalten (Neuropsy, vorallem klinische Neuropsy.) Beeinträchtigung von Gehirnfkt. durch ERkrankung, äußere Ursachen, Drogen...etc. Durch Zurodnung der beobachteten Verhaltens- u. Erlebensstörungen zu den lokalisierten Schädigungen von Gehirnstrukturen kann oft erschlossen werden, welche funtionale Rolle die betrefende Hirnregion für das Verhalten und Erleben spielt. Speziell gültig für die Bereiche Gedächtnis, Lernen, Aufmerksamkeit. Neuropsychologie am stärksten anwendungsbezogene Fach d. Biologischen Psy. Anliegen der Neuropsy. ist auch die Verbesserung der Situation der betroffenen Patienten: --Konstruktion und Anwendung ausdifferenzierter, diagnostischer Instrumente --Entwicklung von Rehabilitationsmaßnahmen (Behandlung nach Schlaganfall, bedingt Hirnverletzung, Schädelhirntrauma) 3) Physiologische Prozesse als Indikatoren psychischer Prozesse beim Menschen. (Psychophysiologie) nimmt Zuordnung zw. physiologischen Prozessen wie z.B. der Herzrate, Hormonkonzentration u. psychischen Prozessen vor, wie z.B. Leistungsgüte, Befinden unter Belastung) mindestens aus drei Ebenen werden messbare Indikatoren gebildet: --(1) Ebene des Erlebens durch verbale Auskunft --(2) Beobachtbare Verhalten (motorische Prozesse) --(3) Ebene physiologischer Prozesse. Ziel der Bildung dieser Indikatoren= Erleben und Verhalten vollständiger durch zusätzlicher non-verbale Maße erfassen. Dazu gehören nicht nur EEG, sondern auch peripherphysiologischer Indinkatoren wie Hautleitwiderstand, Pupillenveränderung, Muskelspannung, Blutdruck, Herzrate, letzlich auch allen Indikatoren die aus vegetativen Veränderungen gebildet werden können. Froschungsgegenstände = Stress, Aktiviertheit und Aktivierung, Schlaf , Emotion, Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz, sowie Analyse kognitiver Leistungen und deren neuronalen Korrelate. Speziell Klinische Psychophysiologie befasst sich mit den Begleiterscheinungen psychischer Erkrankungen auf die körperl. Ebene. (Veränderungen von EEG-Reaktionen bei Patienten mit Shizophrenie) 4) Funtionen neurochemischer u. zellulärer Prozesse im Kontext d. Verhaltensregulation. (Psychopharmakologie, Psychoneuroendokrinologie, Psychoneuroimmunologie, Pharmakopsychologie) Psychophamakologie Hauptziel = Erklärung der Wirkung von Arzneimitteln, Drogen auf das menschl. Verhalten. Hilft Bedeutung und Wirkungsweise psychoeigener, psychoaktiver Stoffe aufzuklären. Zentrale Aufgabe = Entwicklung + Überprüfung von Pharmaka. Methoden = Methoden der Psychophysiologie, neropsychologische testverfahren Psychoneoroimmunologie hat als Gegenstand die wechselseitige Beziehung zw. dem menschl. Erleben und Verhalten und dem Zentralnervensystem, Hormonsystem, Immunsystem. z.B enges Zusammenspiel zw. psychischen Vorgängen und dem Immunsystem. -> Bedeutung des Faches für die Erklärung d. Pathogenese von psychosomatischen Krankheiten evident. Psychoneuroendokrinologie befasst sich mit dem innersektorischen Vorgängen insbesondere den hormonellen Prozessen in ihrer Wechselwirking mit Phänomenen auf der Ebene des Erlebens und Verhaltens. Bekannte Beispiele: emotionale Vorgänge → Veränderung in Hormonkonzentrationen Phamakopsychologie Von Pharmakopsychologie spricht man, wenn psychoaktive Substanzen als Forschungswerkzeuge der Grundlagenforschungorientierten Physiologischen Psychologie eingesetzt werden. → Möglich bestimmte neuronale Prozesse und Strukturen reversibel zu ändern und deren Effekte auf Verhaltensmaße zu untersuchen, z.B. Wirkung von Alk. auf Fahrverhalten.
- 6.1.5.3. Methoden der Biologischen Psychologie entstammt der Psychologischen Diagnostik Im Bereich der tierexperimentellen Forschung gibt es jedoch spezielle Verfahren zur Manipulation neurobiologischer Prozesse u. Strukturen. Bildgebende Verfahren zur Untersuchung des Gehirns zur Untersuchung des Gehirns. die eigentliche Messung sind Rohwerte, die eine statistische Abbildung der Aktivitätsverteilung von Blutparametern im Gehirn ist. Verteilung muss gefiltert und statistisch aufbereitet werden Diese Aktivitätsverteilung muss mit Maßen psychischer Prozesse synchronisiert bzw. korrelliert werden, wobei Aktivitätsverteilungs differenzen entweder zw. einer Experimental- u. einer Kontrollgruppe oder zw. einer Experimentalmessphase bei einzelnen Personen bzw. Versuchtieren gebildet werden Identifikation der neuronalen Korrelate durch Änderung der Stimuli (Veränderung der Aufgaben), wobei Aktivitätsverteiliungsdifferenzen Mittelwerte einer Serie vergleichbarer psychischer Prozesse sind. → Setzt vorraus, dass jede Messwiederholung den gleichen psychischen Prozess aktiviert und vor allem ist damit deutlich, dass sich einem einzelnen psychischem Prozess kein einzelnes neuronales Korrelat zuordnen lässt. Von neuronalen Korrelaten aus lassen sich nur wenig reliabel allgemeine psychische Prozessklassen identifizieren wie z.B motorische Aktivität oder Sehen. Bildgebende Verfahren = es handelt sich um eine abgeleitete indirekte Messung von statistischen Aktivitätsverteilungen. BV haben unterschiedlicher Auflösungsgenauigkeiten → räumliche, zeitliche Lokation der Startwerte der Aktivitätsänderungen nur mit relativer, großer Unsicherheit bestimmbar. durch BV können psychische und neurophysiologische Prozesse genauer und dynamischer aufeinander bezogen werden. Fortschritt für die Theoriebldung von Gehirnfkt. detailiertere Funktionszuordnung zu Hirnregionen mögl. , dabei geht man von neuronalen Netzwerken, nicht von punktuellen Zuordnungen aus Aktivitätsverteilungsdifferenzen stenn nur den Teil d. bei einer Aufgabenbearbeitung aktiv ist dar → nicht das gesamte beteiligte neuronale Netzwerk. PET SPECT MEG fKRT Elektropysiologische Verfahren/Techniken EEG (Hirnaktivität) EKG (Herz-Kreislauf-Aktivität) Elektromyogramm (muskuläre Aktivität) Elektrodermale Aktivität (Aktivität der Haut) Okulomotorik (Augenbewegung) Invasive Verfahren Glaskanüle Elektroden psychoaktive Substanzen Spannung mit elektrischem Strom Gewebe zerstören.
- 6.2. Sozialpsychologie 6.2.1. Def. d. Fachgebiets u. Forschungsmethoden Beschreibung, Progonose und Erklärung menschl. Erlebens und Verhaltens im soz. Kontext Die Teildisziplin, die erforscht, wie sich soziale und psychologische Prozesse darauf auswirken, wie Menschen einander wahrnehmen, Einfluss aufeinander ausüben und wie sie ihre sozialen Beziehungen gestalten. Erkenntnisgewinn erfolgt über systematische Prüfung von Theorien un Hypothesen auf der Grundlage von Beobachtungs - u. Messdaten. Methoden: Beobachtung, Fragebogen, Interview, Dokumentanalyse, Experiment das einflussreichste sozialpsychologische Experiment: Milgram Experiment. Bystander-Effekt von John Darley und Bib Latané sozialpsychologische Grundlagen von Eigengruppenfavorisierung und Intergruppenkonflikten (Henri Taijfel u. Mitarbeiter) automatische Aktivierung von Stereotypen + Einfluss auf das Verhalten. (Patricia G. Devine, John A. Bargh) Implizierter Assoziationstest : misst unbewusste + unerwünschte Einstellungen von Personen (oder Gruppen) die diese Personen eben weil sie unbewusst sind nicht verbal ausdrücken können/wollen Bildgebende neurowissenschaftl. Verfahren, wie fMRT (Aktiviertheit bei soz. Stimuli)
- 6.2.2. Demarkierung des sozialpsychologischen Zugangs Makroeben widmen sich den soziostrukturellen, ökonomischen oder politschen Faktoren, die Phänomene des menschlichen Zusammenlebens kennzeichnen und bedingen. dies wird von unterschiedlichen Disziplinen bearbeitet: Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften, Soziologie (Analyse von Gesellschaft als Ganzem und/oder spezifische Teilbereiche wie soziale Systeme, Organisationen, Institutionen) Mikroebene Konzentration auf das menschl. Individuum. Im Blickpunkt ist die Funktionsweise intrapsychischer Prozesse und Systeme. (informationsverarbeitung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit) Mesoebene Schwerpunkt der sozpsy Analyse: Analyse von Prozessen zw. Individuen, Gruppen, innerhalb von Gruppen o zw. Gruppen im Mittelpunkt. ein Kennzeichen der sozialpsychologischen Ebene ist, dass sie sich explizit mit den Wechselwirkungen zw. psychologischen, sozialen und strukturellen Prozessen beschäftigt. Wichtiges Bindeglied zw. Mikro und Makro. Theorie der sozialen Idendität = prominentes Beispiel für eine sozialpsychologische Theorie, die faktoren und Prozesse auf unterschiedl. Analyseebenen miteinander in Bezug setzt. In dieser theorie werden Mikro- und Mesoebenenprozesse (Eigenfremdgruppenkategorisierung, Kollektive Deutungs- u. Interpretationsprozesse) mit makrostrukturellen Fakoren (Stabilität sozialer Stratifikationen, der Durchlässigkeit der Gruppengrenzen) in Verbindung gebracht, um das Auftreten von Konflikten zw. Gruppen zu erklären.
- 6.2.3. Forschungsbereiche: Interaktionen zw. Individuen vs Gruppenprozesse Die Phänomene, mit denen sich die sozpsy. Forsch. befasst lassen sich in zwei Bereiche zuordnen. Interaktionen zw. Individuen Gruppenprozesse zu 1. Schwerpunkt d. Forschungsarbeiten ist die Erforschung der Prozesse der sozialen Wahrnehmung , Art und Weise wie Menschen Info über andere Menschen verarbeiten (z.B Untersuchungen von Harold Kelley "Gastdozent") Arbeiten zeigen, dass soziale Eindrucksbildung häufig durcht Vorerwartungen gesteuert wird. tendenz selektiv nach Info zu suchen, die Vorerwartungen über andere Person bestätigen, während Info die Erwartungen widerlegen könnten vernachlässigt o. abgewertet werden. Forschungsthemen= soziale Wahrnehmung, Einstellungsforschung, soz. Einfluss, Aufbau von soz. Beziehungen, prosoziales/antisoziales , agressives Verhalten zu 2. untergliedert in zwei Teilbereiche : 2.1. intragruppale Prozesse (innerhalb von Gruppen) 2.2. intergruppale Prozesse (zwischen Gruppen) zu 2.1. : Schwerpkt.: Kooperation in Gruppen u. Gruppenleistung. (Gruppenpotenzial, Brainstorming) ...Michael Diehl und Wolfgang Stroebe. Thema Führung von Gruppen , Konformität, Uniformität, Minoritätseinfluss. zu 2.2. : Eruierung der Ursachen von Intergruppendiskriminierung u. der Entwicklung von Interventionsmaßnahmen. (Robbes-Cave-Park Oklahoma, Interessenskonflikt zw. Gruppen , Arbeiten von Muzer Sherif) Interessenskonflikte seien zwar eine hinreichende jedoch keine notwendige Bedingung .→ bloße Kategorisierung von Personen kann dazu führen, dass Personen Mitglieder ihrer eigenen Gruppe bevorzugen bzw. Mitglieder der anderen Gruppe benachteiligen.
- 6.2.4. Anwendung Angewandte Sozialpsychologie ist der Teilbereich der Sozialpsychologie, der sich mit Planung, Durchführung und Evaluation sozialpsychologischer Interventionen beschäftigt. Ziele dieser sind: a) Veränderung Individueller Erlebens- und Verhaltensweisen b) Veränderung der Interaktion innerhalb von Dyaden o. Gruppen. c) Veränderung der Interaktion zw. Gruppen Entwicklung spezifischer Interventionsmaßnahmen erfolgt auf der Grundlage allgemeiner Sozialpsychologischer Theorien und Modelle. Erkenntnisse d. Sozialpsychologie nützlich für andere Anwendugsfächer: Community Psychologie, Gesundheitspsychologie, Klinische Psychologie, Organisationspsychologie, Pädagogische Psychologie, Rechtspsychologie, Werbepsychologie.
- 6.3. Entwicklungspsychologie Gegenstand: Frage nach Entstehung nachhaltiger Veränderung und Zustandekommen von Stabilität psychischer Phänomene und Funktionen über die Lebensspanne hinweg. Das Subdisziplin einende Moment ist dabei ihre veränderungsorientierte Perspektive: Es wird nicht gefragt wie etwas "ist" sondern wie etwas "wird". thematisiert typische Veränderungsverläufe u. interindividuelle bzw. Subgruppenspezifische Unterschiede zw. Veränderungsverläufen. Fragt nach den Bedingungen für Entstehung, Veränderung und Stabilität psychischer Funktionen und den Gründen differenzieller Entwicklungsverläufe. Leitet daraus Interventionsempfehlungen bei abweichender Entwicklung ab. Veränderung ist das weitere, Entwicklung das engere Konzept. Reifung= ein wichtiger Motor der Entwicklung, die offenbar bei allen Menschen in gleicher oder sehr ähnlicher Weise, einer Art innerem Bauplan folgend in eng an das biologische Alter gebundenen unumkehrbaren Stufen oder Phasen auf das Erreichen eines "höheren" Ziels hingerichtet ist. Veränderung als Auf- u. Abbau, aber auch Anpassung findet über die gesamte Lebensspanne statt. Entwicklungspsy. war lange Zeit nur Kinder Psychologie Wie lässt sich Veränderung erfassen/messen?? Längsschnittdesign: das Phänomen/die Funktion muss mehrfach gemessen/registriert werden. Dasselbe Individuum wird im Hinblick auf das Phänomen zu unterschiedlichen Zeitpunkten untersucht. Vergleicht man viele individuelle Entwicklungsverläufe miteinander, so kann man ggf. Aussagen über eine allgemeinen Entwicklungsverlauf treffen, aber auch über subgruppenspezifische, sogenannte differentielle Entwicklungsverläufe. Querschnittsdesign: Individuen unterschiedlichen Alters werden zu einem einzigen Zeitpunkt in Hinblick auf ein Merkmal untersucht. Auf den Unterschieden zw. d. Altersgruppen wird dann auf den Entwicklungsverlauf des Merkmals geschlossen. Aus Querschnittsdaten lässt sich per Definitionem keine Aussage über Entwicklungsverläufe treffen, oder anders formuliert: Querschnittdesigns sagen nichts über Entwicklung im eigentlichen Sinne aus. Beine Längs- u. Querschnittdesigns haben zudem ein Problem damit , dass die Probandinnen und Probanden nicht nur einer bestimmten Altersgruppe sondern auch zu einer bestimmten Kohorte angehören → Ergebnisse können nicht/ nur unter vorbehalt für andere Kohorten gelten/ verallgemeinert werden. Im Querschnittsdesign sind Alters und Kohortenunterschiede miteinander vermischt, man spricht hier von Konfundierung. → Es bleibt nämlich unklar, ob sich die Ergebnisse durch entwicklungsorientierte Veränderung oder aber vorab existierende Kohortenunterschiede- oder auch durch beides- begründen lassen. Neben Veränderungserfassung beschäftigt sich die Entwicklungspsychologie mit der Frage nach den Bedingungen für Entwicklung. Zusammenspiel von biologischen faktoren (Genetik, Reifung) und sozio-kulturellen Aspekten wird diskutiert.
- 6.4. Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. 6.4.1. Was ist Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung? Nach einem Berühmten Diktum con Kluckhohn und Murray ist jeder Mensch in gewisser Hinsicht... -- wie alle anderen Menschen -- wie einige anderen Menschen -- wie keine anderer Mensch Ziel der Differentiellen Psychologie = Unterschiede zw. einzelnen Personen oder Gruppen von Personen auf bestimmten Dimensionen bzw. Merkmalen zu Identifizieren. Mit welchen anderen Merkmalen sind solche interindividuellen Unterschiede assoziert? Dabei geht es auch um die Frage welche Konsequenzen, bzw. "outcomes"in der Zukunft mit welchen Persönlichkeitsmerkmalen vorhergesagt werden können. Die Persönlickeitspsychologie untersucht im engeren Sinne die einzigartige Organisation von psychischen Merkmalen innerhalb einer Person (Wie kein anderer Mensch) wie wirken bestimmte Motive, Emotionen und Kognitionen bei einer Person zusammen? Persönlickeit in diesem Sinn umfasst strukturen und Prozesse und spiegelt nature (genetische Anlagung) und nurture (Erfahrung) wider. Die Bezeichnung Persönlichkeitspsychologie gilt als Oberbegriff für Differentielle Psychologie und Prsönlichkeitspsychologie im engeren Sinne. Man findet aber auch die Bezeichnung: "Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. Unterschiedliche Zielsetzungen der Differentiellenpsychologie und der Persönlichkeitspsychologie: Durch einen Vergleich der Eigenschaften mit denjenigen anderer Personen kann schließlich ein unverwechselbares, einzigartiges Profil der Persönlichkeit gewonnen werden. →zentrale Annahme der Differentiellen Psychologie ist, dass das Besondere einer Persönlichkeit nur durch den Vergleich mit anderen bestimmt werden kann. Für das Zusammenspiel von Enzelkomponenten und ihre Wechselwirkung mit der Umwelt, das die Persönlichkeitspsychologie im engeren Sinne untersucht. → Grundidee eines dynamischen Zusammenspiels von Fähigkeiten , Motiven , Bewältigungsformen etc. und Umwelteinfluss
- 6.4.2. Was ist Persönlichkeit? Begriff stammt von "persona" = lat. : einerseits Maske, äußerer Schein, das Nichtwesenseigene sowie die Rolle, die ein Schauspieler auf der Bühne spielt.. Andererseits bedeutet "persona" auch das innere, das Wahre, das Wesentliche, Schauspieler hinter der Maske Herrmann: "Die Mehrheit heutiger Persönlichkeitsdefinitionen fasst Persönlichkeit auf als ein bei jedem Menschen einzigartiges, relativ stabiles und den Zeitablauf überdauerndes Verhaltenskorrelat- zeitliche Stabilität und transsituative Konsistenz Definition von Herrmann spiegelt eher die Zielsetzung der Differentiellen Psychologie wieder. Im Rahmen dieser differentiellen Perspektive werden auch Geschlechterunterschiede und Persönlichkeitsmerkmale im Kulturvergleich untersucht. Eine komplexere eher der Persönlichkeitspsychologie im engeren Sinn entsprechende Definition hat dagegen Pervin vorgeschlagen.: Persönlichkeit ist die komplexe Organisation von Kognitionen, Emotionen und Verhalten die dem Leben einer Person Richtung und Zusammenhang gibt. Die Persönlichkeit ummfasst wie der Körper Strukturen und Prozesse und spiegelt nature und nurture wider. Persönlichkeit schließt die Auswirkungen der Vergangenheit, ebenso die Konstruktion der Gegenwart und der Zukunft ein.
- 6.4.3. Methoden der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitsforschung Präferenzen: Fragebogen zur Selbsteinschätzung, Verhaltensbeobachtung Bei der Versuchsplanung liegt ein Schwerpunkt der differentiellen psychologischen Forschung auf korrelativen Designs. Korrelationsforschung ist einer der vier Disziplinen die William Stern vorgeschlagen hat: Variationsforschung: Wie varriert Intelligenz unter den Studenten? Korrelationsforschung: gibt es einen Zusammenhang zw. Intelligenz und Studienerfolg? Psychographie: Psychologische Analyse einer Person zB Goethe. Komparationsforschung: Vergleich von Goethe und Schiller. Man spricht von einem differentialpsychologischen Experiment, wenn in einem mehrfaktoriellen Design neben den Reizvariablen auch Organismusvariablen als unabhängige Variablen vorliegen.
- 6.4.4. Persönlichkeitsbeschreibung und -vorhersage Eigenschaften (traits) bzw. Persönlickeitsmerkmale sind die Grundkonzepte der Persönlichkeitspsychologie. Def. Eigenschaft Amelang et al. : ..relativ breite und zeitlich stabile Dispositionen zu bestimmten Verhaltensweisen, die konsistent in verschiedenen Situationen auftreten →Attribute der transituativen Konsistenz und zeitlichen Stabilität werden betont. Johnson (differentielle Sichtweise) : " traits are consistent patterns of thoughts, feelings or actions that distinguish people from another. Eigenschaften sind Konstrukte die aus beobatbarem Verhalten und Erleben (Indikatoren) abgeleitet werden. Das Fünffaktorenmodell der Persönlichkeit "Big Five": Neurotizismus (emotionale Labilität/Stabilität) Neuroticism Extraversion Extraversion Offenheit für Erfahrung Openness Verträglichkeit Agreeableness Gewissenhaftigkeit Conscientousness → OCEAN lexikalischer Ansatz "Weisheit der Sprache"- Sedimentationshypothese : Je wichtiger ein Merkmal, umso eher werden sich ein oder mehr Wörter in der Sprache dafür finden. Eine weitere Differenzierung der BIG FIVE ergab je sechs Subfaktoren. Kritik am Fünffaktorenmodell: reichen fünf Faktoren tatsächlich aus? fehlende intraindividuelle Organisation, d.h. ein Modell das Zusammenwirken der Big Five bemängelt Liefert nur eine erste Einschätzung von bisher unbekannten Personen : "Psychologie des Fremden" Großer Vorteil: ein einheitlicher Bezugsrahmen für Forschung und Praxis wird zur Verfügung gestellt und die früher bestehende Vielfalt von Eigenschaftsklassifikationen überwunden Bereiche interindividueller Differenzen und damit einhergehender Persönlichkeitskonstrukte (Weber & Rammseyer): Bereich der Fähigkeiten und Kompetenzen emotional-kognitive Bereich Sozialer Bereich Nach Cattel: Persönlichkeit ist das was eine vorhersage darüber erlaubt was eine Person in einer gegebenen Situation tun wird.
- 6.4.5.Persönlichkeitserklärung Als explikative Konstrukte für Persönlichkeitsunterschiede werden genetische und biologische Bedingungen (z.B. hormonelle und neurologische Faktoren, frühkindl. Hirnschädigungen) sowie Umwelteinflüsse(Sozialisation,Kultur, kritische Lebensereignisse) untersucht Zudem wirken die genannten explikativen Konstrukte potentiell zusammen. Beispiel (Campsi & Ben) Drei Arten vo Gen-Umwelt-Interaktion: Proaktive Interaktionen: genetisch mitbedingte Eigenschaften veranlassen Prson, solche Umwelten aufzusuchen, die Ihre Positionen auf der Eigenschaftsdimension verstärken: so wird eine extravertierte Person eher dazu neigen, Umwelten aufzusuchen, die Kontakte mit anderen ermöglichen, als alleine Zuhause zu bleiben. Reaktive Interaktionen: Unterschiedl. Reaktionen unterschiedler Personen auf dieselben Umweltbedingungen = reaktive Interaktionen zw. Person und Umwelt. Reaktionen basieren auf der unterschiedlichen Wahrnehmung und subjektiven Repräsentation der Umwelt. Die subjektiven Interpretationen hängen widerum von Persönlichkeitsmerkmalen ab: ängstliche Kinder werden authoritäre Menschen anders wahrnehmen als selbstsichere Kinder. Evokative Interaktionen: bezeichnen das Wechselspiel zw. einer Aktion einer Person (Aufgrund ihrer Eigenschaften) und den Reaktionen anderer, auf die die Person widerum reagiert. und so fort...dabei kann eine bereits
- 6.4.6. Paradigmen und Theorien in der Persönlichkeitspsychologie Verschiede Klassen von Theorien oder Paradigmen der Persönlichkeitspsychologie werden unterschieden. Übersicht orientiert sich an Laux und Renner: Psychodynamische Ansätze bzw. das psychoanalytische Paradigma betonen die Erfahrungen in der Kindheit, unbewusste Bedingungen (z.B. verdrängte Konflikte) für die Persönlichkeitsentwicklung. prominenteste Beispiel für diese Theoriengruppe = Psychoanalyse von Freud. Eigenschaftsbezogene und biologische Ansätze identifizieren überdauernde Merkmale, gehen von biologisch-genetischen Grundlagen von Eigenschaften aus. In diese Kategorie lassen sich auch die neuen evolutionspsychologischen Ansätze einordnen. Die Prämisse dieser Ansätze ist, dass Eigenschaften im Lauge der Menschheitsentwicklung als Folge von basalen Aufgaben wie Überleben und Reproduktion entstanden sind. Phänomenologische Ansätze gehen davon aus, dass das Verhalten eines Individuum nur verstanden werden kann, wenn man seine subjektiven Wahrnehmungen und Interpretationen kennt. Die subjektive Wirklichkeitserfassung rückt an die Stelle der objektiven Beobachterperspektive (so zum Beispiel in der Konstrukttheorie von Kelly), überlappen sich mit humanistischen Theorien gegen folgende These: Mensch werde durch interne Determinanten wie Triebe oder externe wie situative Einflüsse bestimmt/geformt. Stattdessen betonen sie die Autonomie des Menschen, sei zielgerichtetes Handeln und sein aktives Streben nach Selbstverwirklichung/Ausschöpfung seiner potenziale. Hauptvertreter= Maslow und Rogers. Verhaltensbezogene Ansätze stehen im Kontrast zu den phänomenologischen Theorien. Analyse de offenen sichtbaren/beobachtbaren Verhaltens. objektive Beschreibung des Verhaltens, Betonung situativer Einflüsse auf das Verhalten kennzeichnen diese Ansätze. Innerpsychische Vorgänge, biologische/genetische Ausstattung des Menschen werden vernachlässigt. Sozial-kognitive Ansätze Fokus auf Prozesse der Informationsverarbeitung (kognitive Prozesse), Lernen im zwischenmenschlichen Bereich (soziales Lernen), explizite Beobachtung von Emotionen. Mischel: "social-cognitive-affective conceptions". Sozial-kognitive Theorien heben besonders die Wechselwirkung von Person und Situation, oder zwischen verschiedenen Personen hervor. Biografisch-narrative Ansätze: Repräsentatives Beispiel ist der Ansatz der " Psychologischen Biografik" von Thomae. Er fordert eine möglichst genaue und wertneutrale Untersuchung "des Individuums und seine Welt" geht dabei von drei biografisch orientierten Zeiteinheiten aus: kleineste Einheit= Episode, mittlere= Tageslauf, größte = Lebenslauf. Methode: freie Eploration = wenig Strukturierte Form des Interviews. Einen natürlichen Zugang über das ERzählen von Geschichten wählen narrative Ansätze. Um unsere heterogenen ERfahrungen zu bewältigen ordnen wir unser Erleben durch Geschichten die wir uns und anderen erzählen.
- 6.4.7. Ausblick Persönlichkeitspsychologie ist eine stark vernetzte und dynamische Teildisziplin der Psychologie Um die zentrale und intergrierende Position der Persönlichkeitspsychologie innterhalb der Psychologie im Besonderem un den Sozialwissenschaften im Allgemeinen zu fördern, haben McAdams und Pals folgendes vorgeschlagen. fünf fundamentalistische Prinzipien, die die Forschung aber auch die Lehre organisieren sollen. "New Big Five" (Mc Adams und Pals): Evolution und menschliche Natur: Mensch= Produkt der Evolution, teilt evolutionär bedingte Universalien mit anderen Menschen (Fähigkeit zu Lernen, Bedürfnis nach Autonomie/ Zugehörigkeit) . Eigenschaften: Big Five bieren einen ersten Überblick. zeitlich stabil, transsituative Konsistenz. Eigenschaften sind als breite, nicht-konditionale, dekontextualiserte Merkmale der Persönlichkeit konzipiert. Charakteristische Adaptionen: Das Leben eines Menschen varriert im Hinblick auf motivationale. sozial-kognitive und entwicklungsbedingte Adaptionen, die über Zeit, Situationen und/oder soziale Rollen kontextualisiert sind. Charakteristische Adaptionen umfassen Motive, Ziele, Pläne, Bestrebungen, Strategien, Werte, Schemata, Selbstbilder, mentale Repräsentationen von Bedeutsamen Anderen, Entwicklungsaufgaben und viele andere Aspekte der menschl. Persönlichkeit. Cahrakteristische Adaptionen verändern sich über die Zeit oder durch Therapei und implizieren die alltägliche Dynamik der Person in stärkerer Weise als Eigenschaften. Lebenserzählung: Menschen unterscheiden sich auch in der Art und Weise wie sie Identität und Bedeutung im Rahmen einer individuellen Lbenserzählung konstruieren. Identität wir als narrative Idendität aufgefasst, als internalisierte Geschichte, die eine Person immerwieder erzählt , um die Vergangenheit und die Zukunft in ein mehr oder weniger kohärentes Ganzes zu integrieren und um ein gewisses Ausmaß an Einheit und Sinn zu erlangen. Jede Lebenserzählung ist zwar einzigartig, zugleich aber können innerhalb einer Kultur bestimmte gemeinsame Muster über verschiedene Lebensgeschichten hinweg idendifiziert werden. Kultur beeinflusst den phänotypischen Ausdruck von Eigenschaften auf moderater Weise: Zum Beispiel drücken extraavertierte JApaner sich anders aus als Amerikaner. einen stärkeren EInfluss hat die Kultur auf den Inhalt und das Timing von charakteristischen Adaptionen. (Schuleintritt und die Inhalte des Unterrichts festgelegt und damit Anforderungen, die Kinder in persönliche Ziele transformieren können und bewältigen müssen. Am stärksten beeinflusst Kultur die Lebenserzählung, indem sie eine Art von Menü zu Themen, Bildern und Plots für die Kontruktion einer narrativen Idendität bereithält. Der kulturelle Einfluss auf die Lebenserzählung ist immer positiv. So lernen Frauen wie sie sich in einer bestimmten Kultur zu erzählen haben und was eine angemessene, "normale" Geschichte und damit Idendittät als Frau ausmacht. Vor dem Hintergrund der fünf Prinzipien definieren McAdams und Pals Persönlichkeit insgesamt als die individuelle und einzigartige Variation der genetisch bedingten, menschlichen Natur, die sich in einem entwickelndem Muster von Eigenschaften, charakteristischen Adaptionen und itegrierenden Lebenserzählungen herausformt und in komplexer und unterschiedlicher Weise von der Kultur beeinflusst wird. Internet und Persönlichkeit. Fragestellungen: Hängt es mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen zusammen, wie häufig Personen im Internet surfen? gibt es eine typische Chatter-Persönlichkeit? vermitteln Personen auf privaten homepages authentische Selbstbilder ....
- 6.5. Psychologische Diagnostik. zentrale Methodenlehre und Querschnittsdisziplin innerhalb der Grundlagenforschung und der Angewandten Psychologie.
- 6.5.1.Was ist Psychologische Diagnostik? Methodenlehre im Dienste der Angewandten Psychologie Gegenstand ist die Sammlung und Verarbeitung von Daten. Danicht nur in der Angewandten Psychologie sondern auch in der Grundlagenforschung Daten erhoben und verarbeitet werden ist die Psychologische Diagnostik auch für die Grundlagendisziplinen insbesondere für die Differentiellen Psychologie bedeutsam. Zu den Grundlegenden Fragestellungen zählen die Beschreibung, Klassifikation, Vorhersage, Evaluation von Unterschieden zw. Personen oder innerhalb einer Person um Hinblich auf psychische Zustände (z.B Angst), Eigenschaften (z.B Intelligenz) und deren Veränderungen sowie damit einhergehender relevanter Bedingungen. Bereite Enscheidungen nach wissenschaftlichen Kriterien und ethischen Standards vor. Psychologische Diagnostizieren ist ein Prozess der mehrere Phasen umfasst.: - Klärung der Fragestellung - Auswahl von psychologische diagnostischen Verfahren - Anwendung - Auswertung - Interpretation bzw. Maßnahmenvorschlag enge Verbindung von Diagnostik und Intervention -> lässt sich mit erweitertem Interventionsbegriff begründen: Im engeren Sinn wird unter Intervention eine systematische, auf Veränderung abzielende therapeutische o. pädagogische Maßnahme verstanden. im erweiterten Sinn: schließt Intervention jede Maßnahme ein, die für den Probanden eine Wirkung nach sich zieht, z.B. auch die Entscheidung für eine Berufsausbildung oder einen Arbeitsplatz, die Jemand aufgrund psychologisch-diagnostischer Beratung trifft. Übergänge zw. Intervention und Diagnostik sind fließend im engeren Sinn. (Reflexionsprozesse beim Ausfüllen eines Fragebogens oder Selbstbeobachtung -> Bsp. Zigarettenkonsum, Beobachten wirkt sich auf das Beobachtete aus. Nach Hossiep und Wottawa konstituieren Grundlagen und Anwendungsfächer sowie Methoden ein diagnostische Dreieck von "außen wirken kulturelle, soziale wirtschaftl. und technische Rahmenbedingungen auf das diagnostische Dreieck ein.
- 6.5.2. Arten Dimensionen und Zielsetzungen der psychologischen Diagnostik Grundlegende Arten bzw. Strategien der Diagnostik. Selektionsdiagnostik Ziel im Rahmen personal-, organisations-, oder pädagogische-psychologischer Aufgaben daraf ab, geeignete Personen oder Bedingungen auszuwählen (zu selegieren) . → Personenselektion: geeignete Kandidatinnen werden ermittelt → Anforderung fix, Personen variabel. → Bei der Bedingungsselektion umgekehrt. (z.B. Berufsempfehlung) Modifikationsdiagnostik - steht im Mittelpunkt klinisch-psychologischer Fragestellungen - es soll vermittelt werden, welche Erlebens und Verhaltensweisen einer Person verändert werden sollen, oder welche externen Bedingungen verändert werden müssen, damit ein Problemverhalten reduziert werden kann. - im ersten Fall = Verhaltensmodifikation . - Im zweiten Fall = Bedingungsmodifikation Selektionsdiagnostik basiert hauptsächlich auf dem Eogeschaftsmodell während sich Modifikationsdiagnostik auf Verhaltensdiagnostische Prinzipien bezieht. Das Eigenschaftsmodell Individuelle Ausprägungen einer Eigenschaft werden zu den Ausprägungen einer Normstichprobe in Beziehung gesetzt. Wegen der relativen zeitl. Stabilität und transsituativen Konsistenz von Eigenschaften → Prognose möglich (z.B. Studienerfolg anhand Intelligenz u. bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen vorhersagbar) wesentliche Modellannahmen der Verhaltensdiagnostik besagt, dass Verhalten erlernt ist, von situation zu Situation verschieden, lässt sich prinzipiell verändern - welche Situativen Bedingungen lösen ein Verhalten aus, halten es aufrecht? - nicht was eine Person "hat" (Eigenschaften), sondern was eine Person "tut", ist in der Verhaltensdiagnostik von Interesse. nach Pawlik lassen sich Eigenschafts- /und Verhaltensdiagnostik in vier Dimensionen und diagnostische Zielsetzungen unterscheiden Status vs. Prozessdiagnostik - Status: Erfassung eines Ist-Zustandes, mehrere als stabil angenommene Eigenschaftsausprägungen werden gemessen. Somit möglich: Vorhersage von Erlebens und Verhaltensweisen. - Prozessdiagnostik: Veränderung interressierender Verhaltensweisen. Das Verhalten muss zu mehreren Zeitpunkten registriert werden. Normorientierung vs. Kriteriumsorientierung - In der Eigenschaftsdiagnostik: Vergleich mit dem Durchscnittswert einer Normstichprobe. - In der Verhaltensdiagnostik: Person wird auf das interessierende Kriterium untersucht. z.B: Kann ein Klient nach einem Selbstsicherheitstraining bestimmte Kriteriumssituationen (z.B. sich beschweren, die eigene Meinung vertreten) erfoglreich bewältigen? Testen vs. Inventarisieren - Eigenschaftsausprägungen werden gemessen, in dem aus der Grundgesamtheit des Erlebens- und Verhaltensrepertoires eine Stichprobe gezogen wird. → Um Eigenschaft zu erfassen werden z.B. Fragebogen vom Patienten ausgefüllt, die die zu diagnostizierendn Eigenschaft indizieren. - In der Verhaltensdiagnostik: möglichst vollständige Inventarisierung des gesamten, für eine Fragestellung relevanten Verhaltensrepertoires und der damit verbundenen auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen. z.B. welche aggressiven Verhaltensweisen führt ein Kind wie häufig gegen wen unter welchen Bedingungen aus? Diagnostik als Messung vs. Diagnostik als für und über die Behandlung - Ziel der Eigenschaftsmessung = Ausprägung eines Persönlichkeitsmerkmals möglichst genau und valide abzuschätzen. - Ziel der Verhaltensdiagnostik = Info erfassen die helfen soll eine bestimmte Interventionsmaßnahme auszuwählen u./o. deren Effektivität zu bestimmen. Selektionsdiagnostik (Eigenschaftsmodell) kann vor dem Hintergrund dieser vier Dimensionen expliziert werden als: Normorientierte Statusdiagnostik zur Messung des Ausprägungsgrades von Eigenschaften. demgegenüber ist Modifikationsdiagnostik (Verhaltenstheorie): Kriteriumsorientierte Prozessdiagnostik zur Entscheidungs- u. Behandlungsoptimierung. Übergänge zw. Selektions und Modifikationsdiagnostik: In den meisten angewandten Teildisziplinen geht die Selektionsdiagnostik in die Modifikationsdiagnostik über.
- 6.5.3. Psychologische Tests Folgende 10 Datenquellen und Erhebungstechniken nach Pawlik: Biographische und Aktuardaten. Verhaltensspuren. Verhaltensbeobachtung Verhaltensbeurteilung Ausdrucksverhalten Interview projektive Tests/Verfahren Objektive Tests Fragebogen Psychophysiologische Diagnostik Test = ein Verfahren zur Gewinnung diagnostisch relevanter Daten im engen Sinn ein Verfahren mit denen Daten unabhängig von den subjektiven Vorurteilen und Einschätzungen der Probanden erhoben werden können. Fähigkeits- und Leistungstest sowie Objektive test bei denen Probanden die Messintention nicht klar ist, genügen diesem Kriteriu, Nach Linert unt Raatz ist ein Test: ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines o. mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung. dienen also der Erfassund von Persönlichkeitsmerkmalen, in den meisten Fällen surch Fragebögen zur Selbsteinschätzung ein wissenschaftliches Routineverfahren weil es bestimmten Testgütekriterien genügt, weil Durchführung, Auswertung und zum Teil auch die Interpretation der erhobenen Daten standardisiert erfolgt und routinemäßig wiederholt werden kann. Din 33430 = Qualitätsnorm im Bereich der Eignungsdiagnostik, die Mindeststandards für eignungsdiagnostische Untersuchungen festsetzt. Test liefert quantitative Aussage Grad der Ausprägung kann aus Gesamtwerr des Scores ermittelt werden, indem er zu einer Vergleichsgruppe oder einem Kriterium in Beziehung gesetzt wird. Brickenkamp: Klassen psychologischer Tests Leistungstest Psychometrische Persönlichkeitstest Persönlichkeitsentfaltungsverfahren zu 1) Umfassen Aufgaben die richtig oder falsch gelöst werden können zu 2) Selbstbeschreibende Aufgaben werden vorgegeben zu denen... ein Proband auf einer mehrstufigen Skale Stellung nehmen soll. zu 3) Entsprechen den projektiven Tests in der Liste von Pawlik Geben mehrdeutiges Reizmaterial vor (abstrakte Klecksbilder) Kann von Probanden bearbeitet , ergänzt, interpretiert usw. werden. Speedtests: Zeitbegrenzung Schwierigkeit gleichbleibend, eher niedrig Power- oder Niveautests keine oder großzügige Zeitvorgabe steigende Schwierigkeit die meisten Leistungstest enthalten Speed- und Powerkomponenten z.B. Aufgaben mit steigender Schwierigkeit und Zeitbegrenzung. Einzel und Gruppentestung: 1. + 2. Einzel-/Gruppentestung Einzeltestung, da Ausertmöglichkeiten weniger standardisiert. Soziale Erwünschtheit anders als bei Leistungstest, in denen Probanden Aufgaben lediglich absichtlich nicht oder falsch lösen können (faking bad) →bei Persönlichkeitsfragebögen besteht die Möglichkeit, dass sich ein Proband so darstellt, wie er glaubt, dass es für ihn am günstigsten ist (faking good). sozial erwünschte Selbstdarstellung im rahmen der Eignungsdiagnostik nicht so problematisch nach Bernd Marcus
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- 6.5.4. Grundlagen des diagnostischen Prozesses und der diagnostischen Urteilsbildung nach Jäger ist der diagnostische Prozess durch folgende Merkmale gekennzeichnet: zeitliche, organisatorische, strategische und personale Erstreckung zwischen vorgegebenen zunächst allgemeinen später präzisierten diagnostischen Fragestellungen sowie deren Beantwortung Beantwortung erfolgt in Form einer Diagnose oder Prognose Im verlauf des diagnostischen Prozesses können aus der Beantwortung einer Teilfragestellung neue Fragen resultieren, so dass eine Verschachtelung von Fragen und Beantwortungen resultiert. Die Beantwortung der Fragestellungen ist zugleich Ausgangspunkt für eine Enscheidungshilfe bzw. Entscheidung für den Auftraggeber. Phasen (Jäger): Fragestellung Übersetzung und Differenzierung Generierung von Hypothesen Operationalisierung, Untersuchungsplanung und - durchführung. Auswertung und Interpretation Beantwortung der Fragestellung bzw. erneute Hypothesengenerierung und Datensammlung Diagnostischer Prozess als empirische Untersuchung einzelne Person im Mittelpunkt → Überprüfung idiografischer Hypothesen (einzelfallbezogen) Daten sollten nach dem Prinzip der Sparsamkeit und Eignung erhoben werden Zur Integration von Daten zwei widerstreitende Modelle: (1) klinische und (2) statistische Urteilsbildung (1) stützt sich auf Intuitive, auf klinischem Erfahrungswissen basierende Informationsverarbeitung. (2) Kombination und Gewichtung der Vorhersage-Variablen anhand von statistischen Bezieungen , die vorher emp. ermittelt wurden. → formelle (statistische) Methode der diagnostischen Urteilsbildung - wann immer möglich- der informellen (klinischen) Urteilsbildung vorzuziehen. →wann immer empirisch und statistisch gesicherte Vorherssagemodelle verfügbar und anwendbar sind. →"klinische" Erfahrung für die Identifikation relevanter Prädiktorvariablen notwendig, deren tatsächliche Validität statistisch abgesichert werden muss.
- 6.5.5. Ausblick Datensammlung über Internet ermöglicht interkulturelle Studien kostengünstig. psychologiegestützte Recruiting im Internet = Form der webbasierten Personalanwerbung und -selektion, berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale werden erhoben, deren Relevanz für Eignungsdiagnostik unbestritten ist.