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SAFP Strategische Ausrichtung FP (Fach) / Biometrische Risiken im FP (Lektion)
Tilmes
Diese Lektion wurde von Lothar erstellt.
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- Wie drückt man das Verhältnis Erwerbstätige zu Rentner aus? Wie nennt sich die Quote, die der Rentner in Relation zum letzten Nettoeinkommen erwarten kann? Alterslastquotient aktuell ca. 0,6%, steigt auf 0,8% = auf 10 Erwerbstätige kommen 6 bzw. 8 Rentner Nettoersatzquote des "Standardrentners" fällt von 70% in 2000 auf 58% in 2040
- Wovon geht die GRV aus? - Nettoersatzquote - Def. Standardrentner - was hat Rürup-Kommission vorgeschlagen? 67% sichert Lebensstandard 45 J berufstätig u. sein sv-pflichtiges Arbeitsentgelt = Durchschnitt heute nur 50% d.Männer u. 5% der Frauen = Standardrentner demographischer Faktor notwendig um den demographischen Wandel zu meistern
- Was wurde bezüglich der Rente alles beschlossen? Riester Faktor seit 2003, kürzt jede Rentenerhöhung um 0,6 Prozentpunkte bis 2013 Aussetzung des Riester-Faktors 2008/2009 wird 2012/2013 nachgeholt Nachhaltigkeitsfaktor: 2004 reduziert Rentenniveau um 12-14% Dämpfungsklausel verhindert Rentenkürzung (2005/2006) - wird ab 2011 durch Halbierung der pos.Rentensteigerungen nachgeholt Rentengarantie 2009: keine rentenkürzung bei rückläufiger Lohnsumme (Nachholung in Form von Halbierung künftiger Steigerungen) Rente mit 67 reduziert das Bruttorentenniveau 2035 um max. 7,2% AEG -nachgelagerte Besteuerung Renter stehen vor Vielzahl von Null-Runden Bruttorentenniveau von 48% auf 40% Nettorentenniveau von 70% auf 55%
- Was fehlt bei GRV nach Meinung von Experten? Erhöhung der monatlichen Frühverrentungsabschläge von 0,3 auf 0,4% im Alterskorridor 62-67 LJ Aufhebung der Hinzuverdienstgrenze Erhöhung der sonderausgabenabzugsfähigen AV auf etwa 6-8% vom Bruttolohn BBG Nachhaltige u. vergleichbare Reform der AV im öffentlichen Dienst
- P) Erläutere die Asset-Meltdown-Hypothese! Was passiert angeblich? Demographische Strukturen sind eine Gefahr für die Renditen in der Zukunft! Baby-Boomer-Jahrgänge liquidieren angespartes Vermögen zu Konsumzwecken mehr Alte = jöhere Risikoaversion Überangebot an WP durch Rentner stehen nur wenige junge Erwerbstätige gegenüber Knappheit qualifizierter AN = Entlohnung des Faktors Arbeit steigt zu Lasten des Anteils der Gewinne am Volkseinkommen Wertverfall bei Immobilien w/Bevölkerungsrückgang
- P) Erläutere die Asset-Meltdown-Hypothese! Welche Folgen werden befürchtet? Preise von Aktien, WP, Immobilien brechen ein ab 2015 sinkende WP-Kurse Immobilien bis 50% Wertverlust ab 2025 nur noch 0,5% p.a. Wirtschaftswachstum Eigenvorsorge gefährdet durch Angebotsüberhang!
- P) Asset-Meltdown-Hypothese! Was mildert den Effekt? Intern. Verpflechtung d. Kapitalmärkte u. Antzipation d. Entwicklung Verrentung Baby-Boomer über 15 Jahre - Prozess Effekte in D,JAP, ITAL werden durch internationale Diversifikation minimiert prognoisizierte Rückgänge aufgrund Verteilung über 20J kaum spürbar Produktivitätsfortschritte - Substitution von Produktionsfaktoren weniger Erwerbstätige wird durch Produktivitätsfortschritt kompensiert Substitution Arbeit durch kapital = steigende Nachfrage nach Realkapital Kapitalgedeckte AV
- P) Asset-Meltdown-Hypothese! Herausforderungen für die FP? Asset Meltdown findet nicht statt, aber Auswirkungen für FP bemerkbar: Laufzeit der Planung (LZ zu Lebenserwartung, Prognoseunsicherheiten) Vermögens- u. Einkommensentwicklung (Fragen der persönlichen bzw. makroökonom. Entwicklung, Konsequenzen für Assetklassen) Szenarien / Risikobetrachtung ( Zeitpunkt u. Dauer von Risiken, Charakteristik d. Risikobetrachtung, alternative Vermögens-entwicklungsszenarien) Renditen / Inflation (realitätsnahe Renditeeinschätzung, Rendite-Differenzierung nach Assets im Zeitverlauf, differenzierte Inflationsraten, externe Preisschocks)
- P) Erläutere die Asset-Meltdown-Hypothese! Konsequenzen für FP? Die Sparquote sinkt, bleibt aber bei 5-8% Kapitalstock als Vielfaches des BSP wird nur gering abschmelzen Es wird zu Auswirkungen auf die Kapitalrendite kommen Demgraphiebedingter Rückgang der Kapitalrenditen in D 150 Im Alter mehr Nachfrage nach sicheren Anlagen Rendite für Geld u. festverzinsliche Anleihen sinkt Risikoprämie für Aktien steigt
- P) Tilmes Ideen zum Problem, dass die Laufzeit der FP nicht die Herausforderungen des Rentenalters berücksichtigt? Verlängerung des Planungshorizonts (> 10J) Langfristprognose bis zur statistischen Lebenserwartung u. darüber hinaus "Professionalisierung" der FP-Genauigkeit durch statistische Verfahren (3-Sigma-Ansatz) Weiterentwicklung der FP-Software im Bereich Prognoserechnung Abbildung alternativer Renteneintrittsszenarien Dezidierte Abbildung (Grafik) des Langlebigkeitsrisikos mit Vernetzung zur Vermögens- u. Liquiditätssituation Explizite Betrachtung der Entsparphase
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- P) Grafische Ideen Tilmes zur Thematik Planungsgenauigkeit? Die Verlängerung des Planungshorizonts führt zur Reduktion der Standardabweichung = Aktien auf 1J, 5 J, 10J -> Korridor wird kleiner Sensitivitätsanalyse / Tornado-Diagramm: Aufzeigen, was sich bei Veränderung eines Parameters verändert = Bandbreiten -> was hat den größten Einfluss auf Rendite? (bekannt von Prospekten geschlossener Fonds) Bsp. Immobilie: Mietentwicklung > Inflationsrate > Objektwertentwicklung > Mietausfallrisiko stufenweise Sensitivitätsanalyse mit cetris-paribus-Annahme Ergebnis: Analyse d.rel.Einflusses von Faktoren auf Rentabilität = Stellgrößen für Gesamterfolg
- Vermögensentwicklung vollzieht sich nicht planmäßig. Welche Lösungsansätze gibt es? Stresstest für die Einnahmen- u. Ausgabenströme Berücksichtigung des langfristig gesicherten Humankapitalbarwerts als kapitalisierte Einkommensuntergrenze auf Liquidierbarkeit achten auf internationale Diversifikation achten Abbildung von Patchwork-Lebensläufen u. abruptem Wechsel der Einkommensstruktur Fester Rentenbeginn u. keine Erwerbseinnahmen im Ruhestand nicht mehr uptodate explizite Betrachtung Auswirkungen Asset-Meltdown-Hypothese
- Welche Lösungsansätze hat Tilmes zur kritischen Überprüfung pauschaler Renditeannahmen bei Verlängerung des Planungshorizonts? Rückstufung von Renditeerwartungen im Langfristbereich Höhere Detaillierung der Langfristbetrachtungen, insbesondere in der Sensitivitätsanalyse von Renditeveränderungen auf das Gesamtvermögen Differenzierte Inflationierung von Ausgabekategorien analog zur Einnahmeseite (z.B. Gesundheit u. Pflege)
- Welche Lösungsansätze sieht Tilmes hinsichtlich Erweiterung und Dynamisierung der Risikobetrachtung? Differenzierte Risikoprofilierung nach Assets und Bindungsdauer Differenzierte Risikoprofilierung nach Lebensalter / Life Cycle Dynamisierung der Risikofälle in Punkt Eintrittszeitpunkt u. -dauer Verknüpfung von Risikoszenarien in Bezug auf verschiedene Risiken u. Personen Pflegefall-Szenario als Standard
- Fazit: Biometrische Risiken im FP Umsetzung in FP-Praxis ist z.T. in Planung, z.T. noch zu detaillieren FP-Community muss sich mit Senioren-Markt auseinandersetzen sensiblerer Umgang mit Renditedaten notwendig Pflegebedürftigkeit sollte in keinem FP mehr fehlen Technik verbessern ggf. Überprüfung "Grundsätze ordnungsgemäßer FP"
- P) Wie ist eine Enscheidungssituation aufgebaut? Entscheidungssituation 1) Sicherheit 2) Unsicherheit 2A) Risiko 2B) Ungewissheit 2Aa) objektiv subjektiv
- P) Entscheidungssituation Def. die Worte! 1/2) (Un)-Sicherheit bedeutet, Entscheidungssituation bei der alle möglichen Umweltzustände (nicht) bekannt sind 2A/B) Risiko (Ungewissheit) bedeutet, Entscheidung, bei der die Wahrscheinlichkeitsverteilung (nicht) vorliegt 2Aa/b) Die Wahrscheinlichkeitsverteilung ... ist für alle Entscheider identisch und gegeben (objektiv) ... liegt im Ermessen des Entscheiders / basiert auf Schätzungen
- P) Def Risiko? - historisch / - modern? - Zukunft? - nominal / real? historisch: Fatalismus (Orakel, Götter) modern: etwas wagen Zukunft: Risiko ist Integration der Zukunft in die Gegenwart nominal: Risiko zukünftige nominale Auszahlungsversprechen nicht halten zu können (Zertifikate-Emittent, Versicherung) real: VN oder Vermögensinhaber haben das reale Risiko, dass die Ablaufleistung oder Vermögenshöhe nicht ausreichen, die finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.
- Risiko in der momentanen FP-Praxis? Vielzahl von Risiken in allen Phasen vorhanden Keine Ermittlung des Risikos im Finanzplan - und damit auch kein Management und keine Steuerung möglich Fehlende Voraussetzungen für ein umfassendes Risikomanagement des Gesamtvermögens
- P) Woraus könnte ein Risiko-Managementprozess in der FP bestehen (4)? Risikoanalyse (Identifizirung, Erfassung von Risiken u. Ursachen)en: Arten, Statistiken, Ursachen) Risikobewertung (Bewertung des Zeitraums, der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Folgen: Kennzahlen, Verteilungen, Tragfähigkeit) Risikosteuerung (Maßnahmen u. Mechanismen: vermeiden, vermindern, überwälzen, selbst tragen) Risiko-Controlling (laufende Überprüfung, Überwachung der Steuerungsmechanismen: Reports, Updates, Adjustierung)
- Zähle Risiken auf! Operationale Risiken (Eingabe EDV) Unternehmens-Risiken (Haftung, Anreizstruktur, Vertriebsteuerung) Berater-Risiken (Qualifikation, Haftung, Zielkonflikt) Kunden-Risiken (BU, Krankeit, Tod....) Kommunikations-Risiken Investment-Risiken (Markt, nicht diversifiziert, ...) Modell-Risiken (systemimmanente, Vollständigkeit, Fokussierung) Prämissen-Risiken (Wertentwicklung, Basisverzinsung Liqui) Transfer-Risiken (Über-/Unterversicherung, Risikoträger?)
- Grundelemente und Begriffe der Risikodefinition? Matrix: Schadenshöhe x Eintrittswahrscheinlichkeit Objektiv: Risikoverhalten u. Risikotragfähigkeit = maximales Risiko* Subjektiv: Risikobereitschaft u. Risikoeinstellung (Indiz: Risikoverhalten) = Durchschnitt* * ergeben zusammen Risiko-Chance-Profil der Asset Allocation
- Vision von Tilmes zu verschiedenen Darstellungsformen des Risikos heute, zukünftig und visionär. Risiko ist heute oft Ungewissheit 3 Level Ungewissheit 4 Level Risiko Selektive Kundensituation (heute) UNGEWISSHEIT Singuläre Tornado-Diagramme Candle-Stick-Diagramme Modellierung / Verteilung mittels Monte-Carlo-Simulation RISIKO Risiko-Kennzahlen Steuerung der Rendite und des Risikos Optimierung
- Risikodarstellung in der FP Fazit? Zur Weiterentwicklung der FP ist eine Sensibilisierung für Risiko als natürliches Pendant zur Rendite notwendig Teilweise muss im Vorfeld auch das Verständnis für Rendite u. Risiko entwickelt werden u. definiert werden Risikomanagement erfordert bereits bei der Datenaufnahme wesentlich intensivere Wege Konzentration auf Ziele u. Ansichten des Kunden unzureichend, es werden Daten zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten benötigt
- Thesen von Tilmes zum Wandel im Wealthmanagement? PWM steht vor strukturellem Wandel mit nachhaltig geringerem Profitabilitätsniveau Produktmanagement: antizipieren statt reagieren Vertrieb: RM-Konzept statt Produktverkauf Kunde: koordinierte, segmentspezifische Kundenberatung Preisgestaltung: fee-basierte Entlohnung, Honorarberatung Personal / Qualifikation: RM u. Experten statt Alleskönner Controlling: Share of Wallet, Kundenpotentialausschöpfung statt VE Profitabilität: auf geringem Niveau im Zuge vollkommener Transparenz f.d.KD u. Notwendigkeit direkter Legitimation statt versteckt in intransparenten Produkten
- Def. FP FP soll Privatpersonen in die Lage versetzen in ihren möglichen Rollen als wirschaftlich handelnde Individuen, Haushalte oder Unternehmer, ihre durch den Eintritt oder die Erwartung bestimmter Lebensereignisse ausgelösten finanziellen Ziele zu konkretisieren und unter Berücksichtigung der spezifischen, finanziellen, rechtlichen, persönlichen und familiären Ausgangslage sowie externer Rahmenbedingungen optimal zu erreichen.
- P) Finanzplanungsprozess (5)? Datenaufnahme Analyse/Planung Strategiegespräch/Dokumentation Umsetzung Periodische Aktualisierung
- Themenplan vs. umfassende FP a) aus Kundenperespektive? höhere Auseinandersetzungsbereitschaft höhere Bereitschaft zur Mitwirkung Leichtere Überschaubarkeit und Nachvollziehbarkeit Schnellere Problemlösung / Bedürfnisbefriedigung höhere Gesamtzufriedenheit (mental accounting)
- Themenplan vs. umfassende FP a) aus Bankperespektive? Leichtere Nutzenkommunikation Größere Vertriebsnähe Geringerer Erfassungsaufwand Geringerer Bearbeitungsaufwand Geringerer Dokumentationsaufwand Geringeres Vorleistungs-Risiko Schnellere Kundenklassifizierung Schneller Vertriebserfolg
- Themenplan vs. umfassende FP a) aus Bankperespektive? Leichtere Nutzenkommunikation Größere Vertriebsnähe Geringerer Erfassungsaufwand Geringerer Bearbeitungsaufwand Geringerer Dokumentationsaufwand Geringeres Vorleistungs-Risiko Schnellere Kundenklassifizierung Schneller Vertriebserfolg
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- P) Welche Positionierung als Finanzdienstleister ist notwendig? Klar als Qualitäts-Füher (Beratungsorientierung) oder Preis-Führer (Produktorientierung) positionieren. Unklare Positionierung = kein Erfolg!