22
Klinische Psychologie- & Psychopathologie (Fach) / Essstörungen (Lektion)
Anzeige
- Definition von psychisch bedingte Anorexia Anorexia (Magersucht) ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Form der Verweigerung der Nahrungsaufnahma und bedeutet übesetzt "bedingte Appetitloigkeit.
- Was ist bei einer Person die an einer psychisch bedingten Anorexia leidet gestört? die Körperwahrnehmung
- Wer ist von einer Anorexie vor allem betroffen? Junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren. 95% kommen in dieser Altersklasse vor. Störung ist besonders in Berufsgruppen verbreitet, in denen die Ästhetik des Körpers eine grosse Rolle spielt (Models, Tänzerinnen, Leistungssportlerinnen)
- Durch welche Symptomtriade ist die psychisch bedingte Anorexia zu erkennen? - Gewichtsverlust - Nahrungsverweigerung - Amenorrhoe
- Symptom "Gewichtsverlust" bei der Anorexia? - ist das offensichtlichste Symptom - Betroffene verlieren 25 bis 50% ihres Ausgangsgewichtes - Gewichtsverlust ist nicht bewusst, sie machen sich keinerlei Sorgen um ihren Gesundheitszustand - Körper ist mager und knochig - Haare trocken und glanzlos - Wangen hohl, Augen tief in die Höhlen eingesunken - Körperhaare wachsen stark und dicht (Hypertrichose) - Blutdruck niedrig und Puls zu tief
- Symptom "Nahrungsverweigerung" bei der Anorexia? - die Nahrungsverweigerung od. Nahrungseinschränkung ist ein ständiger Kampf - Betroffene kontrollieren übemässig stark ihre Ernährung, sortieren die Lebensmittel auf den Teller, kauen ewig lange auf kleine Portionen... - oft wird Appetitzügler, Abführmittel und Diuretika eingenommen
- Symptom "Amenorrhoe" bei der Anorexia? Bedeutet dass die monatlichen Regelblutungen ausbleiben. Geht häufig mit Gewichtsschwankungen und starken, psychischen Belastungen einher.
- Andere (neben der Symptomtriade) typische Anzeichen einer Anorexia? - Störung des Beziehungslebens: Abhängigkeitsverhältnis wird aufgebaut - Störung des Sexuallebens: keinerlei sexuelles Verlangen - Überbetonung der intellektuellen Aktivitäten: durch geistige Leistung glänzen, in Schule od. Beruf Bestleistungen erzielen - Stimmungsstörungen: stehen niemals im Vordergrund, ausser Betroffene verliert die Kontrolle über ihr Essverhalten, gibt Nahrungsverweigerung auf oder bei einem bullimischen Essanfall können depressive Phasen auftreten
- In welchen drei Phasen verläuft die psychisch bedingte Anorexia? - Angangsphase - Zweite Phase - Dritte Phase
- Anfangsphase der psychisch bedingte Anorexia - der Auslöser ist meist eine wichtige Veränderung im Leben (Wechsel der Schule /Wohnort, Veränderung in der Familie) - Zunächst geben die Betroffenen an, eine Diät zu machen
- Anzeige
- Zweite Phase der psychisch bedingten Anorexia - diese Phase ist von Optimiusmus geprägt - Bezugsperson (Eltern) lässt sich von den Beschwichtigungen der betroffenen Person (Tochter /Sohn) einwickeln - bei den Betroffenen wächst das Gefühl, Kontrolle über sich selbst und andere zu besitzen
- Dritte Phase der psychischen bedingten Anorexia - gelengtlich können depressive Störungen und Augenblicke der Angst auftreten - Betroffene können Phasen der Bulimie haben - diese Phase kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen und bis zur Kachexie (Auszehrung) führen, dem Endstadium der Anorexia
- Wie verläuft die psychisch bedingte Anorexia beim jungen Mann? - tritt vorallem bei übergewichtigen Jungen auf - verursacht eine Verzögerung des körperlichen Wachstums und der körperlichen Reife - auch hier ist das sexuelle Verlangen gestört
- Was muss betrachtet werden um die Heilungsaussichten der Betroffenen (Anorexia) zu erhöhen? - das Essverhalten - die Persönlichkeit - die persönlichen und familiären Konflikte
- Welche Therapieformen gibt es bei der Anorexia und der Bulimie? - Stationäre Behandlung - Ambulante Therapie
- Stationäre Behandlung bei der Anorexia? - ist eine Notfallmassnahme für Pat. deren Leben durch tragische Abmagerung od. sogar durch Selbstmordversuche gefährdet ist - Hauptziel ist, den Körperlichen Zustand zu verbessern mit Hilfe eines Ernährungsberaters - Infusionen und Magensonde wenn Pat. weiterhin die Nahrung verweigert - Pat. schliesst ein "Gewichtsvertrag" mit Betreuern u. Eltern ab. Ziel ist es durch korrekter Ernährung eine Gewichtsteigerung zu erlangen. Pat. ist während der Dauer dieses Vertrags von seinem sozialen Umfeld isoliert und wird für jede erreichte Gewichtsschwelle belohnt, mit einem Telefonat, Besuch od. später mit einem Ausgang - Stationäre Behandlung dauert ca. 3 bis 6 Monate
- Ambulante Therapie bei der Anorexia - hier erfolgt meist eine Behandlung mit Antidepressiva und Ernährungsberatung - in der Gruppentherpie werden die interindividuellen Beziehungen thematisiert und ein Netz von sozialen Kontakten erstellt - das Ziel in einer Familientherapie ist, die Gleichgewichtsverhälnisse im Familiengefüge zu verändern. Wegen Stabilität der Angehörigen ist sie oft schwer umzusetzen
- Definition von Bulimie - ist eine Ess-Brech-Sucht. Zuerst weden Unmengen von Nahrung eingenommen und anschliessend erbricht sich die betroffene Person - Parallel kann auch Abführmittel eingenommen werden
- Wie verläuft eine Krisenphase bei der Bulimie? - Krisenphasen setzten abrupt ein - Betroffene Person kann sich nicht gegen die zwanghafte Attacke wehren, sie verschlingt hastig und gierig eine riesige Menge Nahrungsmittel - Vorräte von kalorienreicher und schwerer Nahrung weden im Voraus eingekauft - Heisshungerattacken werden gefolgt von selbst herbeigeführtem Erbrechen, erfolgt oft auch automatisch -Krisenphase kann bis 2 Wochen dauern mit bis zu 15 Attacken pro Tag
- Wie fühlt sich der Betroffene nach einer Krisenattacke von Bulimie? - fühlt sich geschwächt - leidet unter körperlichen Schmerzen, vor allem im Oberbauch und empfindet häufig Unwohlsein - Person schämt sich, erekelt vor sich selber und empfindet Reue
- Stationäre Behandlung bei Bulimie - sind seltener als bei Anorexiapatienten - sind erforderlich wenn die Bulimieattacken sehr häufig sind und von Depressionen begleitet werden
- Ambulante Therapie bei Bulimie - Therapie durch Verschreibung von Antidepressiva - die Wirkung ist erfolgreich auch wenn keine Stimmungsstörung vorhanden ist - Pat. mit starken Ängsten, werden noch zusätzlich Anxiolytikum behandelt - kognitive Verhaltenstherpie um das Zwangsverhalten aus Hinunterschlingen und Erbrechen unter Kontrolle zu bringen