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Klinische Psychologie- & Psychopathologie (Fach) / Stimmungsstörungen (Lektion)
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- Wie entstehen Stimmungsstörungen? Infolge von traurigen Verstimmungen, die jeder kennt. Sie können auftreten wenn man z.B. einen Angehörigen verliert oder wenn man enttäuscht wird. Ein Mensch mit Stimmungsstörungen beurteilt sich selbst, seine Umwelt und seine Zukunft negativ.
- Welche ist die häufigste Form von Stimmungsstörungen? die Depression jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann erleidet im Laufe seines Lebens einmal an einer schweren Depression
- Welche sind die drei Hauptsymptome einer schweren Depression? - depressive Stimmung - Verlangsamung - Schlafstörungen
- Was unterscheidet eine schweren Depression von einer "normalen" Traurigkeit? - erhöhte Intensität - anhaltende Dauer - körperliche Schmerzen
- Welche Störungen können an Stelle der depressiven Stimmung bei einer schweren Depression auftreten? - Dysphorie: gedrückte Stimmungslage mit vorübergehende Anwandlungen von Wut oder Freude. - Schmerzhafte Hyperthymie: eine Überempfindlichkeit gegenüber den kleinsten Ereignissen des Alltags; zeitlich variierend
- Verlangsamung der geistigen Aktivität bei einer schweren Depression? - Denken wird langsamer und nimmt an Qualität ab - sprachliche Ausdrucksfähigkeit wird eingeschränkt - Konzentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten
- Verlangsamung der motorischen Aktivität bei einer schweren Depression? - alle Bewegungen sind verlangsamt - Gesicht erscheint starr - Betroffener spricht langsam und mit monotoner Stimme - kann keine Initiative aufbringen und verspürt eine unüberwindliche Müdigkeit - ist passiv, zurückgezogen und tatenlos - Körperpflege kann vernachlässigt werden
- Wie äussern sich die Schlafstörungen bei einer schweren Depression? - Einschlafstörungen zu Beginn der Nacht - Durchschlafstörungen mitten in der Nacht - Ausschlafstörungen, also frühes erwachen am Morgen Bei manchen Patienten tritt auch eine Hypersomnie auf, eine wahre Schlafsucht. Der Schlaf ist in diesem Fall eine Art von Flucht. In beiden Fällen ist der Schlaf qualitativ schlecht.
- Welche weiteren Anzeichen (neben der Triade) gibt es noch bei der schweren Depression? - Asthenie: grundlose Erschöpfung, die sich bei körperlicher od. geistiger Anstrengung noch verstärkt - Störung des Sexuallebens: Abnahme des Sexualtriebs, Frigidität bei der Frau, Impotenz beim Mann, Ekel vor der Sexualität - Verdauungsstörugen: verlangsamte Verdauung, Blähungen, Übelkeit - Störungen der Harnausscheidung: Dysurie, Pollakisurie, Brennen beim Wasserlassen - Herz-Kreislaufstörungen: Hypertonie, Hypotonie, Tachykardie, Bradykardie, Hitzewallungen - Neuromuskuläre Probleme: Schwächung der Muskelkrakft, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Schwindel
- Welche Formen der Stimmungsstörungen gibt es noch? - Melancholie- Lavierte Depression (verkleidete Depression)- Saisonale Depression
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- Melancholie Die Melancholie ist seelisch ausgezeichnet durch: - tiefe schmerzliche Verstimmung - Aufhebung des Interessens für die Aussenwelt - Verlust der Liebesgefühle - Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbsgefühls die sich in Selbstvorwürfen und Selbstbeschimpfung äussert und bis zur wahnhaften Erwartung der Strafe steigert
- Wie sind die Symptome bei einer Melancholie? - sind erheblich intensiver als bei der schweren Depression - depressive Stimmung ist sehr ausgeprägt - Verlangsamung ist sehr ausgeprägt, Betroffener lässt sich vollkommen gehen. Die Übersetzung von Melancholie ist Schwermut!
- Lavierte Depression (verkleidete Depression) Bei dieser Form steht nicht die Verstimmung im Vordergrund, sondern eine Vielfalt von körperlichen Beschwerden. z.B. - Kopf- und Bauchschmerzen - Mundtrockenheit - Herzbeschwerden - u.a. Symptome - auch Appetitsverlust und Verhaltensstörungen sind möglich Diese Beschwerden sind diffus und schwer eingrenzbar.
- Saisonale Depression Wird auch Winterdepression genannt, da sie spontan immer zur selben Jahreszeit (Herbst/Winter) auftritt. Wird meist durch fehlen des natürlichen Tageslichts hervorgerufen.
- Was sind die Merkmale einer Saisonalen Depression? - Müdigkeit - Niedergeschlagenheit - Energie- und Intersselosigkeit - Libidoschäche - erhöhtes Schlafbedürfnis - Gewichtszunahme - Heisshunger auf Kohlenhydrate
- Welche Ursachen der Stimmungsstörungen gibt es? - Organische Ursachen - Ursachen im Umfeld - Psychologische Ursachen
- Die biologischen Ursachen (sekundäre Stimmungsstörungen) können unterschiedlicher Natur sein, nämlich: - Neuroligische Ursachen, z.B. Gehirntumor, Parkinson, Multiple Sklerose - Hormonelle Ursachen, z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Menopause - Systemische Ursachen, z.B. Krebs, Leukämie, Tuberkulose
- Ursachen im Umfeld Manchen Menschen fällt es schwerer als anderen, mit schmerzhaften Ereignissen fertig zu werden. Vorallem wenn das Erlebnis sich wiederholt z.B. - Verlust eines Menschen - Probleme im sozialen Umfeld und/oder im Arbeitsleben
- Psychologische Ursachen Manche Menschen sind gefährdeter als andere, irgendwann an einer Stimmungstörung zu leiden. Faktoren die diese Gefährdung beeinflussen sind: - persönliche Vergangheit und Familiengeschichte - Leidenserlebnisse in der Kindheit - Schwierigkeiten im Sozial- und Berufsleben und in der Partnerschaft
- Welche Therapieformen bei Stimmungsstörungen gibt es? - Pharmokotherapie - Stationäre Behandlung - Psychotherapien
- Wie erfolgt die Pharmakotherapie? Die medikamentöse Behandlung erfolgt hauptsächlich mit Antidepressiva von denen es drei Gruppen gibt: - Nicht-sedierende Antidepressiva mit anregender Wirkung - Sedierende Antidepressiva mit beruhigender Wirkung - Intermediäre Antidepressiva, die je nach Pat. anregend od. beruhigend wirken Antidepressiva werden meist in Kombination mit einer Psychotherapie eingesetzt um die Wirksamkeit der Therapie zu steigern
- Wann setzt die therapeutische Wirkung mit Antidepressiva ein? - auf die depressive Stimmung, ca. nach drei Wochen - auf die Verlangsamung und Schlafstörungen, ca. nach fünf bis sechs Tage
- Was ist der Hauptgrund für eine Stationäre Behandlung? das hohe Selbstmordrisiko
- Welche ist die häufigste Form der Psychotherapie bei Stimmungsstörungen? Die kongnitive Verhaltenstherapie, oft werden auch die Angehörigen psychologisch betreut und unterstützt
- Wann ist eine Lichttherapie ratsam und was ist das? - Bei einer saisonale Depression - dabei wird der Pat. mit einer speziellen hellen Lampe bestrahlt, welche das fehlende natürliche Tageslicht im Winter ersetzt.